Kapitel 50

Kühle Gischt aus dem Rebecca River sprühte auf Hanks kastanienbraune Schulter, als der Wallach durch das Wasser spritzte. Charlie saß mit nichts als einer verblichenen Jeans und einem verbeulten Akubra-Hut auf dem Rücken des Wallachs und beugte sich lachend vor. Mit einer riesigen Pranke schaufelte er das Wasser in einem Schwall glitzernder Spritzer in Rebeccas Richtung.

Ink Jet warf den Kopf unter den fallenden Tropfen herum, und Bec lachte, als sie das kühle Flusswasser auf ihren gebräunten Schenkeln spürte. Sie trug abgeschnittene Jeans und ein Trägerhemd und saß ohne Sattel auf Ink Jet. Als sich die Pferde im Wasser umkreisten und die Köpfe zurückwarfen, lachte sie kreischend auf. Sie musste so lachen, dass sie schon fürchtete, von Inkys Rücken zu rutschen. Charlie packte sie am Arm und drohte, sie von ihrem Pferd ins Wasser zu zerren. Sie warf ihm einen verliebten Blick zu und drängte ihr Pferd in lockerem Galopp aus dem Wasser die Uferböschung hinauf. Charlie folgte ihr und sah Rebeccas Haar fliegen.

Im nächsten Moment galoppierte sie über das Luzernefeld, stieß dabei schrille Schreie aus und sah sich immer wieder um, bis sie Inky zuletzt unter dem riesigen Ausleger der Bewässerungsanlage anhalten ließ. Kaum war Rebecca von der Stute gesprungen, da senkte Inky den Kopf und begann die süßen weichen Blätter und lila Blüten der Luzerne zu rupfen. Charlie kam wenige Sekunden später auf Hank angaloppiert.

»Ich wollt’ nur mal Ihren Ausleger kontrollieren, Miss Boss Lady«, sagte er mit gedehntem Texaner-Akzent. »Ich würd’ wohl sagen, die Ernte steht mächtig gut, Ma’am.«

»O ja, das glaube ich auch«, antwortete sie in ihrem besten Südstaaten-Ladyslang, »aber womöglich wäre etwas mehr Feuchtigkeit angebracht.«

Charlies Augen funkelten, und er glitt von seinem Pferd. »Wenn Sie gestatten, Ma’am.«

Er trat an den Kasten mit dem Bewässerungscomputer. Nachdem er eine Reihe von Knöpfen gedrückt hatte, schoss schon bald Wasser durch die Röhren, und ein feiner Nebel stäubte aus den Düsen. Charlie schlang die Arme um Rebecca und zog sie in den Nieselregen.

Im milden Nachmittagslicht ließen Rebecca und Charlie sich vom Wasser besprühen und küssten sich dabei. Sie presste ihre Brüste an seinen nackten Oberkörper und sah lächelnd in seine Augen. Dann zog Rebecca Charlie am Fuß des Berges in einen weichen Wald aus süß duftender Luzerne hinunter. Waters Meeting. Ihr Heim.

Wo die Wasser sich finden australien2
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