Kapitel 18

Rebecca stand hinter der dünnbeinigen Holstein-Kuh, als sie spürte, wie eine Muskelkontraktion über ihren Arm lief, bis sich eine Schwade von Methan und Kuhdung löste und direkt neben ihrem Ohr verpuffte.

»Manchmal hasse ich es, so klein zu sein«, sagte sie zu ihrem Lehrer. Die stille Holstein-Kuh hängte ihren Kopf ins Gestänge und stemmte sich gegen Rebeccas Arm, der sich die warme, schleimige Innenwand des Mastdarmes entlangschob. Die Kuh wedelte mit dem Schwanz, der mit einem hohen »Ping« gegen das Metallgestänge schlug.

»Fühlen Sie jetzt etwas Festes, wenn Sie die Unterseite des Darmes abtasten?«, fragte Ross Harman, auf das Gestänge gelehnt. »Was Sie hier durch die Darmwand spüren, ist der Fortpflanzungstrakt. Glauben Sie, dass Sie die Cervix ertastet haben?«

Rebeccas Fingerspitzen fuhren über die feste, geriffelte Oberfläche des Muttermundes. »Ja, ich glaube schon.«

»Wenn Sie mit der Hand nach links und rechts gleiten, werden Sie die Hörner des Uterus spüren. Auf diese Weise können wir feststellen, ob die Kuh trächtig ist. Probieren Sie es aus.«

Rebecca biss sich auf die Unterlippe und konzentrierte sich darauf, was ihre Fingerspitzen in der Kuh fühlten.

Die anderen Studenten beobachteten sie von jenseits des Zaunes, hielten die langen Gummihandschuhe in den Fingern und warteten darauf, dass sie an die Reihe kamen.

»Ich glaube, ich habe beides gefunden.«

»Gut. Jetzt umgreifen Sie die Cervix und führen probeweise das Besamungsgerät ein.«

Gabs stand bei den Plastikröhrchen voller Pseudo-Samen und lud die schlanke, silberne Besamungspistole, so wie sie es im Vorlesungssaal gelernt hatten. Dann reichte sie die Pistole an Rebecca weiter, die den langen Lauf in die Vagina der Kuh einführte.

»Jetzt lassen Sie das Gerät durch den Vaginalkanal an Ihrem Arm entlanggleiten. Sie werden merken, wann es auf die Cervix auftrifft. Ein sanfter Druck, dann können Sie die Spitze halb in die Cervix einführen. Dann injizieren Sie sanft und langsam den Samen.«

Rebecca verdrehte die Augen, weil die hinter dem Zaun in einer Gruppe stehenden Jungen flüsterten, lachten, schmunzelten und sich gegenseitig anstupsten.

»Sehen alle zu?«, fragte Ross streng. »Vielleicht werden einige von Ihnen …«, er drehte sich finster zu den unruhigen Studenten um, »die Techniken, die Sie hier erlernen, noch in einem anderen Bereich ihres Lebens benötigen, darum würde ich an Ihrer Stelle gut aufpassen.«

Die Jungen kicherten, denn Paddy Finnigan machte eine Bemerkung über die Schwierigkeit, das richtige Loch zu finden. Ross ignorierte sie einfach.

»So. Gut gemacht, Rebecca. Du scheinst die richtige Technik zu haben und warst sanft und gut zu deinem Tier. Jetzt lass sie wieder aus dem Gestell, dann holen wir die nächste Übungskuh.

Finnigan und Faulkner-Jones. Sie kommen als Nächste dran. Streifen Sie die Handschuhe über und das Grinsen von Ihrem Gesicht, und steigen Sie vom Zaun.«

Nachdem Bec den Handschuh abgezogen und in den Mülleimer geworfen hatte, wandte sie sich zu Gabs um.

»Ich kann mir romantischere Methoden vorstellen, mich schwängern zu lassen.«

»Allerdings. Kalter Stahl und ein Schuss Samen. Längst nicht so nett wie ein bulliger Kerl mit dicken Eiern«, lachte Gabs. Die beiden Mädchen kletterten auf das Gatter um die Rinderpferche und beobachteten, wie der Rest der Gruppe eine künstliche Besamung durchexerzierte.

Von ihrem Zaun aus konnte Rebecca den sonnigen Ausblick auf die Collegefarm genießen. Vor allem aber genoss sie es, draußen zu sein. Sie wusste, dass sie den Nachmittag im Vorlesungssaal verbringen würden. Erst erwartete sie eine Vorlesung über Buchführung, dann ein Computer-Tutorium.

Sie dachte an Blue Plains. Im letzten Jahr hatte sie um diese Zeit eine Herde Mutterschafe und Lämmer getrieben und zum Markieren auf die Farm gebracht. Lämmer, die hinterhertrotteten und nach ihren Müttern blökten. Mutterschafe, die sich erst zu der Reiterin auf ihrem Pferd umdrehten und danach einen langen, tiefen Ruf ausstießen, bevor sie weiter jedes Lamm anschnüffelten, das an ihnen vorbeilief. Rebeccas Blick wanderte zu den Gehegen. Sie wirkten so klein, verglichen mit den Viehgehegen auf Blue Plains. Das Party-Komitee hatte frischen Sand für das Rodeo am kommenden Wochenende aufgeschüttet, das der Nacht des »Wet Sheep Walk-Out« folgen sollte, dem jährlichen B&S-Ball am College. Die Collegeleitung hatte mehrmals versucht, die Veranstaltung vom Campus zu verbannen, aber ein paar wenige Vertreter des Lehrkörpers sorgten dafür, dass die Feier auch weiterhin auf dem Gelände stattfand, weil »die Organisatoren dabei einige wichtige Lektionen über das wahre Leben« lernten. Sally würde tatsächlich ein paar Tage lang ihr Wirtschaftsstudium schwänzen, um daran teilzunehmen, und zu Rebeccas Überraschung hatte auch Tom gemailt, dass er mit dem Gedanken spielte, herzukommen.

»Schön«, hörte sie Ross’ Stimme. »Die beiden Nächsten, bitte. Emma und Richard … äh, ich meine Dick.« Rebecca sah die nächste Übungskuh in das Metallgestell trotten. Ihr taten die Kühe leid.

»Was für ein Job!«, sagte sie zu Gabs und nickte dabei zu der Kuh hin.

»Was du nicht sagst! Ich möchte Dicks fetten Arm nicht in den Arsch geschoben bekommen.«

»Du bist ekelhaft«, sagte Bec.

Rebecca lächelte still vor sich hin. Nachdem sie diesen Kurs absolviert hatte, war sie berechtigt, die Schwangerschaftsuntersuchung und die Besamung der Rinder auf Waters Meeting selbst vorzunehmen. Sie malte sich aus, wie sie und Tom den genetisch getesteten Samen aus den Kanistern nahmen und eine Herde von edlen, glänzend schwarzen Angus-Kühen damit befruchteten. Aber gleich darauf spazierten Mick und Trudy und ihr Vater in ihren Tagtraum. Sie wusste, dass sie nach dem Studium mit ihren Qualifikationen überall arbeiten konnte, sogar in gehobener Position im AR-Management, aber das war nicht das, wovon sie träumte. Jedes Mal, wenn sie mehr darüber erfuhr, was auf einer Farm alles möglich war, platzte sie fast vor Begeisterung und Energie und richtete all ihre großen Träume und Pläne sofort auf das abgeschiedene Tal von Waters Meeting.

Sie sah über den Collegecampus hinweg auf die Hundezwinger. Es hatte sie einen halben Tag und achtzig Dollar gekostet, die Zwinger dort hinzustellen. Sie waren beileibe nicht ideal und zu weit von ihrem Zimmer im Wohngebäude entfernt, aber immerhin hatte ihr das College erlaubt, die Hunde auf dem Campus zu halten, und glücklicherweise waren die Zwinger abschließbar, sodass keine besoffenen Jungs nach einer durchzechten Nacht ihre Hunde auf dem Campus freilassen konnten. Von ihrem Sitzplatz aus konnte sie sehen, wie Moss’ Welpen in einer wuselnden Masse raufend, rollend und knurrend miteinander spielten, während Stubby, Dags und Moss aufrecht und reglos dasaßen, den Blick unbeirrbar auf sie gerichtet.

»Sieh nur, wie sie dich beobachten.« Penelope Stirling rückte ihren blumenbedruckten Kleinmädchen-Haarreif gerade. »Diese Hunde sind wirklich von dir besessen. Wenn du es nur schaffen würdest, dass dich ein Mann so ansieht.«

Jemand sollte ihr sagen, dass diese Alice-im-Wunderland-Haarreifen voll daneben und babyhaft aussehen, dachte Bec, doch stattdessen sagte sie: »Möchtest du einen Welpen kaufen, Penny? Du bekommst einen für vierhundert Dollar, das ist echt nachgeschmissen.«

Rebecca wusste, dass Penelope es hasste, Penny genannt zu werden, und dass sie keine Ahnung hatte, wie sie einen Hund ausbilden und arbeiten lassen musste, ganz zu schweigen davon, dass sie sich dafür interessiert hätte. Sie war eine Landjägerin. Eine Hektar-Häscherin. Eine Goldgräberin. Sie war darauf aus, einen reichen Jungen aus bestem Hause mit riesigen Ländereien zu heiraten. Schon im ersten Semester hatten sie und Hamish Faulkner-Jones zusammengefunden. Penelope verstand es ausgezeichnet, Bec Blicke wie Nadelstiche zuzuwerfen, wenn die sich mit Hamish über Hunde unterhielt.

Nachdem Rebecca die Zwinger aufgestellt hatte, hatten ein paar der Jungs in der Mensa zu bellen und zu hecheln begonnen, sobald sie dort auftauchte. Die Witze über Hündchen-Spiele flogen nur so durch die Luft, und als es abends Kotelett gab, wurde Becs Teller mit abgenagten Knochen überhäuft.

Nach einer Weile beruhigten sich die Jungs allerdings wieder. Sie begannen Rebecca um Rat zu fragen und kauften ihr sogar ein, zwei Welpen ab. Ein paar hatten sich inzwischen zusammengefunden und reisten hin und wieder auf einen Hunde-Trial. Penelope hatte vor Wut gekocht, als Hamish seinen Collie auf den Campus mitgebracht hatte, damit Bec ihn sich ansah.

Penelope kochte auch jetzt, da Gabs in diesem Moment einen lauten Furz herauspresste und sofort vorwurfsvoll verkündete: »Also Penny. Das ist voll eklig.« Gabs wedelte mit der Hand vor dem Gesicht, und die Studenten um sie herum begannen zu lachen. Ross gab sich alle Mühe, nicht zu feixen, als er Penelope vom Zaun rief und ihr einen Handschuh reichte. Sie nahm ihn angewidert entgegen.

Am Nachmittag brachte Bec die Vorlesung über Buchführung größtenteils damit zu, in ihrem Notizbuch zu kritzeln, Eukalyptusbäume oder Hunde und trabende Pferde zu zeichnen. Als der Professor endlich die Lektüre bis zur nächsten Stunde angegeben und seine Bücher zugeklappt hatte, fühlte sich Rebecca, als hätte sie nur noch Watte im Kopf. Sie war froh, aus dem Vorlesungssaal zu kommen. Die Bücher an die Brust gepresst, eilte sie an der Bücherei vorbei und in den Computerraum. Hier roch es genauso muffig wie im Vorlesungssaal. Die Tutorin, Michelle Rogers, zupfte an ihrem pastellblauen Kostümsakko und wandte sich der weißen Tafel zu. Die goldenen Armreifen klimperten, während sie die Überschrift »Farm-Software« anschrieb.

Rebecca ließ sich an den Computer neben Gabs fallen und beobachtete ausdruckslos, wie der kleine Nick Dunroan in abgewetzten Cowboystiefeln in den Raum trat. Neben ihm und einen guten Kopf größer watschelte der tonnenförmige Brendon McKenzie, dessen Collegepullover so über dem Bauch spannte, dass sich die breiten Streifen zu Halbkreisen verzogen.

»Das gibt Ärger«, sagte Rebecca zu Gabs, als sich die beiden Jungen hinter sie setzten.

Nicht viel später kam Helen Thompson in den Raum. Sie hatte noch nicht viele Freunde auf dem College gefunden, darum setzte sie sich ganz nach vorn, die braunen Augen fest auf ihre Bücher gerichtet. Brendon und Nick bemerkten sie und begannen leise zu kichern und zu flüstern.

»Was haben diese Wichser jetzt wieder?«, fragte Rebecca.

»Sie haben Helen auf dem Kieker«, sagte Gabs. »Offenbar hat Nick sie auf dem Kostümball am Mittwoch aufgerissen. Und jetzt erzählt er überall herum, dass sie behaarte Nippel hätte.«

»Wie aufregend«, meinte Rebecca gelangweilt.

Helen warf ihr schwarzes Haar über die Schulter und schlug die dicken Beine übereinander. Hinter ihnen begannen Nick und Brendon wie Walrösser zu schnauben. Rebecca blickte von dem Spreadsheet auf ihrem Monitor auf und sah über die Schulter zu Gabs hinüber.

»Hä? Was soll das jetzt?«

»Das neueste Gerücht ist, dass Brendon an Helens Tür gelauscht hat, nachdem sie am Samstag Warren Beacroft aufgerissen hatte.«

»Nicht Wozza!«, flüsterte Bec, die Augen weit aufgerissen.

»Sie war absolut blau. Jedenfalls hat Brendon an ihrer Tür gelauscht, und offenbar hörte sie sich exakt so an wie ein Walross.«

Als das Walrossschnaufen in ihrem Rücken immer lauter wurde, wirbelte Rebecca in ihrem Stuhl herum. »Kriegt euch wieder ein, Leute.«

Die beiden Jungen verstummten und winkten ihr kurz zu.

Sie wandte sich wieder an Gabs. »Geistesriesen.«

Dann konzentrierte sie sich wieder auf ihren Bildschirm und begann das Spreadsheet so auszufüllen, wie Michelle es demonstriert hatte.

Nach einer Stunde hörte Rebecca Michelle laut sagen: »Gut! Wir machen heute früher Schluss. Vorerst sind wir weit genug gekommen. Wer möchte, kann noch bleiben und weiterarbeiten; wer seine Ausbildung weniger wichtig nimmt, kann verschwinden und erwachsen werden.«

Michelle beobachtete Brendon und Nick kühl hinter ihrer Brille hervor, lehnte sich an ihren Schreibtisch und kreuzte die langen, eleganten Beine an den Knöcheln. Die beiden Dummsäcke eilten lachend und sich schubsend zur Tür.

»Bevor Sie verschwinden«, rief Michelle ihnen nach, »möchte ich Sie nochmals daran erinnern, dass die Exposés für Ihre Fallstudien bis nächsten Mittwoch vorliegen müssen. Jeder muss sich mit einem Kommilitonen zusammentun, einen ausgewählten Landwirtschaftsbetrieb beschreiben und kurz umreißen, wie sich der Betrieb auf eine rentable Basis stellen lässt. Die Details finden Sie in der Kursbeschreibung. Und ich lasse keine Entschuldigungen gelten, Nick und Brendon. Vielen Dank. Das wäre alles.«

Währenddessen verfolgte Rebecca, wie die Nachrichten vom Server in ihre Mailbox heruntergeladen wurden. Eine stammte von Sal, die andere von Tom.

»Hey, cool«, sagte sie zu sich selbst, klickte Toms Nachricht an und begann zu lesen.

»Gabs!«, rief Rebecca, ohne den Blick von dem Text auf ihrem Bildschirm zu wenden.

Gabrielle sah hinter den fleckigen Brillengläsern auf. »Was ist denn?«

»Sieht so aus, als hätte Bruder Tom einen vertrackten Plan ausgeheckt, um meinen Fluss und Waters Meeting zu retten.«

»Echt wahr?«

»Ja, hier steht, dass er die gesamte Buchhaltung der Farm auf den Computer übertragen hat. Er wird mir die Datei mailen, dann können wir gemeinsam eine Rettungsstrategie überlegen.«

»Echt?«

»Ja. Er sagt, Dad weiß nichts davon. Trudy und Mick auch nicht.«

»Hey!« Gabs’ Gesicht strahlte auf. »Eure Farm wäre das ideale Objekt für unsere Fallstudie.«

»Ich weiß nicht.« Rebecca seufzte. »Es wäre zu schmerzhaft für mich, das alles wieder aufzurühren. Ich hatte das auch schon überlegt, aber damit würde ich nur eine Menge Energie in einen hoffnungslosen Fall stecken. Dad hat ein festes Bild von mir, das er nicht ändern wird, selbst wenn ich ihm zeigen könnte, wie wir mit der Farm Geld verdienen könnten … Er könnte mich trotzdem nicht ausstehen und würde mich bestimmt nicht wieder aufnehmen.«

»Ach, komm schon, Bucket.« Gabs schwenkte ihren Stuhl zu Rebecca herum. »Lass dich nicht von ihm kleinkriegen. Tom könnte dein Maulwurf werden, das wäre perfekt. Könntest du dir ein besseres Objekt für eine Fallstudie vorstellen? Warum fragst du nicht deine Freundin Sally, ob sie uns hilft. Sie ist doch der Wirtschaftsguru. Es wäre eine Riesensache – wenn wir das hier versieben, haben wir alles versiebt. Komm schon, Schwester.« Sie boxte Bec freundschaftlich auf die Schulter.

Ein paar Sekunden blickte Rebecca sinnierend auf den Bildschirm. In Gedanken war sie wieder mit Tom auf Waters Meeting, wo sie damals stundenlang über ihre Träume und Pläne gesprochen hatten. Träume, die allem Anschein nach nie wahr werden sollten. Immerhin konnten sie jetzt anfangen und einen ersten Entwurf zu Papier bringen. Plötzlich bekam Bec eine Gänsehaut.

»Vielleicht hast du recht, Scabs, meine Alte. Zuallererst müssen wir Tom eine Hotmail-Adresse einrichten, damit wir ihm mailen können, ohne dass Trudy es mitbekommt. Ich werde versuchen, ihn am Sonntagnachmittag ans Telefon zu bekommen, bloß ist er nie im Haus, wenn Trudy da ist.«

Rebecca runzelte die Stirn, sah wieder auf den Computer und las Toms Nachricht zu Ende.

»Nein. Warte.« Sie hielt Gabs’ Unterarm fest. »Er schreibt, dass er am Wochenende hundertprozentig zu dem Wet Sheep Walk-Out und zum Rodeo kommt! Oooley Dooley!«

»Geil! Ist er süß?«

»Süß wie … nein, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Du darfst ihn erst knutschen, wenn wir unser Papier fertig haben!«

»Aber bestimmt sind wir viel zu knülle, um was zu arbeiten.«

»Wann sind wir je nicht betrunken, Gabs?«

»Stimmt. Wir schaffen das schon. Gut. Also, nachdem das geklärt ist, sollten wir in die Bibliothek rüber und Emma suchen. Sie schuldet uns noch eine Flasche Passion Pop.«

»Okay. Ich komme gleich nach. Ich will nur noch Sals Nachricht lesen.« Rebecca überflog den Text und sagte zu Gabs: »Sally kommt auch zum B&S. Ein absolutes Wunder, dass sie über ihrem Studium und dem neuen Freund noch Zeit dafür findet! Blöd ist nur, dass du keine Chance bei meinem Bruder haben wirst, wenn Sal hier auftaucht.«

»Aber du hast doch gerade gesagt, sie hätte einen neuen Freund«, protestierte Gabs.

»Stimmt. Als hätte das Sal je gestört. Tom war schon immer scharf auf Sal. Ich glaube, er hat sich seit seinem ersten Schamhaar für sie aufgespart.«

»Kacke. Sieht aus, als würde die gute alte Scabs wieder leer ausgehen.« Gabs packte ihre Bücher zusammen. »Komm schon, du Modeopfer. Es war ein langer Tag, und ich brauche was zu trinken.«


Während Rebecca an diesem Abend zu den Hundezwingern ging, um den Hunden Auslauf zu geben und sie zu füttern, blickte sie versonnen auf die untergehende Sonne und das Laken aus rosa Wolken. Liebevoll streichelte sie jeden ihrer Hunde und spielte nacheinander mit allen Welpen. Dann schreckte sie ein Geräusch aus ihrer Konzentration auf, und sie sah im Gegenlicht zwei Gestalten mit einem glänzenden Einkaufswagen auf dem Hügel stehen. Es war Gabs, die Emma auf der Straße den Hügel hinab- und auf sie zuschob. Emma saß im Wagen, die runden Knie an die ausladende Brust gedrückt, und hielt die Flasche mit Passionsfrucht-Wein in der ausgestreckten Hand.

»Komm und trink mit uns, Hundefrau!«, rief sie Bec zu. Emma hob die Flasche zum Himmel. Rebecca lächelte ihnen zu, pfiff den Hunden, sperrte sie in ihre Zwinger und stapfte den beiden entgegen, bis alle drei nur noch Silhouetten vor dem Abendhimmel waren. Drei junge Frauen, ein Einkaufswagen und eine Flasche Passion Pop.

Wo die Wasser sich finden australien2
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