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Kurz vor fünf Uhr kehrten sie zur Polizeiwache zurück, um an der Besprechung teilzunehmen, zu der Hamad sie telefonisch gebeten hatte. Sandén blieb gleich am Eingang stehen, um sich den Schnee abzuklopfen, den er an diesem unberechenbaren Märztag mit hereingebracht hatte. Westman ging entschlossen auf den Empfangsschalter zu, sobald sie gesehen hatte, dass Jenny dort saß.
»Ich habe gehört, dass du heute Besuch bekommst«, kam sie sofort zur Sache.
»Ja«, antwortete Jenny vertrauensselig, »Jamal kommt mich besuchen.«
Sandén versuchte den nassen Schnee aus seinen Haaren zu bekommen, indem er zu Lottens Vergnügen nach Hundemanier den Kopf schüttelte.
»Davon würde ich abraten«, sagte Westman.
Jenny schaute sie verdutzt an.
»Aber warum?«
Lotten lachte laut über Sandéns Bemühungen, was ihn offenbar dazu animierte, noch ein bisschen draufzulegen.
»Das ist eine schlechte Idee«, fuhr Westman fort. »Er ist kein guter Junge.«
»Nein?«
»Nein, du solltest achtgeben.«
Sandén hatte seine Einmannshow beendet und stapfte auf den Empfangsschalter zu.
»Was hat er denn getan?«, wollte Jenny wissen.
Petra Westman beugte sich zu ihr hinüber und sagte:
»Mädchen wie dich verzehrt er zum Frühstück.«
Angesichts dieser Neuigkeiten oder wegen der auffälligen Erscheinung ihres Vaters, breitete sich ein Lächeln auf Jennys Gesicht aus.
»Das waren ja klare Worte«, sagte Sandén mit einem Lachen. »Hör nicht auf sie, mein Schatz. Sie ist die kleine Krösa-Maja unserer Polizeiwache.«
Er warf einen Blick auf die Wanduhr.
»Vierzig Sekunden bis zum Antreten, Westman. Jetzt müssen wir aber einen Zahn zulegen.«