Früh am Morgen weckten sie Mahmoud und gaben ihm Reis und Bananen zu essen. Dann fesselten sie ihn an Händen und Füßen und warfen ihn in einen Laster. Sanyare saß neben ihm, um dafür zu sorgen, dass er keinen Ärger machte.

»Wohin fahren wir?«, fragte Mahmoud. »Was passiert jetzt?«

Aber Sanyare verriet ihm nichts. Er lächelte nur und breitete die Hände aus. »Keine Angst«, sagte er. »Du hast eine gute Schwester. Sie wird dich nicht im Stich lassen.«

Sollte das heißen, dass Geri das Geld aufgetrieben hatte, um ihn freizukaufen? Die Vorstellung machte Mahmoud wütend und gleichzeitig besorgt. Er konnte sich nicht vorstellen, wie man so viel Geld auf ehrliche Weise verdienen konnte.

»Hey«, sagte Sanyare, warf sich das Gewehr über die Schulter und lehnte sich an die Wand des Trucks. Vor der grellen Sonne verschloss er die Augen. »Wir sind keine schlechten Menschen. Wir tun nur, was wir können, um zu überleben. Wir bringen etwas Geld nach Somalia.«

»Das ist kein ehrlich verdientes Geld«, murmelte Mahmoud halblaut.

Sanyare lächelte, ohne die Augen zu öffnen. »Eines Tages wirst du das alles verstehen. Aber im Augenblick musst du nur Yusufs Befehle befolgen. Wenn du das tust, sorge ich dafür, dass dir nichts geschieht.«

Mahmoud hätte dem Lächeln und der lockeren Art, in der Sanyare mit ihm sprach, so als stünden sie auf derselben Seite gegen den Rest der Welt, gerne geglaubt. Aber er wusste, dass es nicht so war. Er konnte das feine Glitzern sehen, das bedeutete, dass Sanyare die Augen nicht ganz geschlossen hatte. Er wurde beobachtet, damit er keine falsche Bewegung machte.

Nun, das konnte er auch.

Er tat es Sanyare nach und gab vor zu schlafen, während der Laster auf der holprigen Straße durch die Wüste rumpelte. Aber er beobachtete seine Umgebung scharf. Durch die Augenlider hindurch behielt er das Gewehr im Auge und stellte sich vor, wie er danach griff, wenn sich ihm die Gelegenheit bot. Einer seiner Onkel hatte so eine Kalaschnikow und er wusste genau, wie er sie benutzen musste und wie sich der Abzug an seinem Finger anfühlen würde.

Er musste nur bereit sein …

Schöne Khadija
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