Constantin Dupien

 

Aufmerksame Besucher bemerken in Constantins Wohnung viele Bilder von ihm selbst an den Wänden. Noch aufmerksamere Besucher entdecken vielleicht auch ein Bildnis seiner wahren Gestalt, unauffällig platziert zwischen dem Ficus und dem Vorhang. Wahrscheinlich werden sie dieses Bild von Nergal, dem Herrscher der Unterwelt Kurnugia auf Constantins Vorliebe für düstere Horrorliteratur schieben – diese Narren. Dabei wäre es ein Leichtes, die Zeichen in Constantins Leben dämonisch richtig zu deuten. Nicht umsonst liebt der verantwortliche Dämon für vernichtende Sonnenhitze und verheerende Brände auch privat den Sonnenschein und die Hitze. Warum ist dieser „Mensch“ wohl selbst bei Höllentemperaturen ständig mit einem Tennis- oder auch Tischtennisschläger auf dem Sportplatz unterwegs? Nergal wurde schon immer gern mit Schwert oder Doppelaxt dargestellt. Diese Waffen sähen auf einem Sportgelände allerdings ziemlich verdächtig aus. Ein Tennisschläger ist nahezu perfekt, um Gegner im Spiel zu bezwingen oder sie notfalls auch damit zu erschlagen. Der am 8. November 1987 in Leipzig reinkarnierte Nergal, Bringer von Pest, Tod und Feuer, war seinen Verwandten im Grunde schon immer unheimlich. Darum wunderte sich auch niemand mehr, als er 2012 begann, seine ersten Werke zu veröffentlichen. Der Kurzgeschichtenband Erwachen, zu dem er selbst zwei Geschichten beisteuerte, war dabei erst der Anfang. Es folgten ziemlich schnell das eBook Was Wäre Wenn und der Kurzkrimi Nicht den verdammten Einkaufszettel. Auf diese Weise pflanzt Nergal konsequent seine vernichtende Saat in die Gehirne der Leser und täuscht mit der ansprechenden menschlichen Hülle des Constantin Dupien auch seine weiblichen Jünger, die die Hitzewallungen in seiner Nähe törichterweise für sexuelle Anziehung halten. Leser und Weiber, wehrt euch nicht länger, denn für euch ist es bereits zu spät.