Zweiundvierzig

Ein einziges Mal nur, wünschte sich Jonas, wollte er etwas schneller herausfinden können als Katherine.

Wobei er im Moment auch damit zufrieden gewesen wäre, ihr zu beweisen, dass sie falschlag.

»Nein! Das kann nicht sein!«, widersprach er. »Das ist … HK hat sich doch über den Definator mit uns verständigt, als wir von 1600 nach 1611 gereist sind. Und das kann nur bedeuten, dass er noch ein zweites Gerät bei sich hatte!«

»Es kann ebenso gut noch eine voraufgezeichnete Nachricht gewesen sein«, wandte Katherine ein. »Womöglich stammt sie sogar von Zwei, der HKs Stimme nachgemacht hat.«

Das konnte Jonas nicht abstreiten. Wenn er sich wie John Hudson anhören konnte, dann konnte Zwei fraglos auch dafür sorgen, dass ein Definator wie HK klang.

»Dann … Andrea hatte auch einen Definator dabei«, sagte Jonas. »Ihn können sie zur Flucht benutzen. Weißt du noch? Sie hat ihn von Zwei bekommen, als er ihr anbot, sie ins Jahr 1600 zurückzuschicken!«

»Du traust einem Definator, der von Zwei stammt?«, fragte Katherine zurück.

Das war ein gutes Argument. Aber Jonas war klar, auf was sie damit hinauswollte, und es behagte ihm nicht.

Dann fiel ihm etwas ein, das ihm noch weniger behagte.

Ich hab es mir anders überlegt, dachte er. Ich will doch nichts schneller herausfinden als Katherine. Ich will überhaupt nichts herausfinden. Ich will mich einfach hier, in diesem Zeitloch, verkriechen und den Kopf in den Sand stecken 

»Was ist los?«, fragte Katherine. »Du siehst total blass aus. Hast du auf dem Definator die Unsichtbarkeitsfunktion aktiviert?«

»Ich denke nach«, sagte Jonas.

»Es gibt für alles ein erstes Mal«, sagte Katherine. Aber Jonas konnte sehen, dass sie bei dieser Beleidigung nicht mit dem Herzen dabei war, denn sie fügte nichts hinzu, wie sie es sonst immer tat. Sie verstummte einfach und wartete.

»Wir gehen beide davon aus, dass dieser Definator der gleiche ist, den HK hier drinnen vor ein paar Minuten in der Hand gehalten hat, nicht?«, fragte Jonas und hielt das Gerät hoch.

Katherine nickte.

»Dann war dieses Ding also zweimal hier drinnen: in meiner Hand und in HKs«, stellte Jonas fest. »Wir wissen, dass es nach den normalen Regeln der Zeit keine zwei Versionen der gleichen Person zur gleichen Zeit geben kann. Müsste die Regel dann nicht auch für Gegenstände gelten?«

»Oh, aber die Regeln können sich ändern«, wandte Katherine ein. »Wenn …«

»Wenn sich die Zeit auflöst«, sprach Jonas für sie zu Ende.

Katherine riss die Augen auf.

»Dann haben wir also gar nicht alles repariert, als wir in die Schaluppe zurückgekehrt sind«, sagte sie. »Die Zeit löst sich immer noch auf.«

»Vielleicht ist meine Theorie ja falsch«, gab Jonas zu. »Vielleicht gibt es Regeln für die normale Zeit, die wir nicht kennen. Oder in einem Zeitloch ist alles außer Kraft gesetzt. Vielleicht können sich Gegenstände nach Belieben vervielfachen.«

Katherine schüttelte den Kopf.

»Nein, du hast sicher recht mit all dem«, sagte sie. Sie legte die Hände an die Wangen. »Du weißt, was das bedeutet, nicht?«

Jonas biss sich auf die Lippe.

»Es hängt immer noch alles von uns ab«, sagte er langsam. »Wenn wir die Einzigen sind, die einen Definator haben, dann ist es an uns. Wir müssen HK und die anderen retten.«