14
Endlich hatte ich Frau Stellmacher wiedergefunden. Sie sprach mit einem Elternpaar, begleitete es in die Turnhalle.
„Frau Stellmacher! Kann ich Sie kurz sprechen?“
Sie drehte sich um, erkannte mich und nickte. Sie legte dem Vater tröstend die Hand auf den Unterarm und wies ihm den Weg. Dann kam sie zu mir.
Sie stemmte die Fäuste in die Hüften. „Haben Sie den Kerl?“
„Nein, er ist entkommen. Darf ich Ihr Büro benutzen, um ein paar Gespräche zu führen?“
„Selbstverständlich.“ Sie zögerte einen Moment. „Wenn Sie Schüler verhören, wäre ich gern dabei, jedenfalls wenn deren Eltern nicht anwesend sind.“
Was versprach sie sich davon? Ach, egal, Hauptsache, wir kamen voran.
Kofi kam auf uns zu. „Stefan, wir haben alles unter Kontrolle. Die meisten Schüler wurden abgeholt. Das Kriseninterventionsteam betreut die anderen. Die Eltern haben Infozettel bekommen, wie sie sich verhalten sollen. DRK und THW bieten Gesprächszeiten an.“
Ich fragte: „Die Waffe?“
„Das Gewehr, das dem Förster gehört hatte.“
Verdammt. Also hatte doch jemand ganz gezielt Waffen gestohlen.
„Das muss gar nichts heißen.“
„Ich wünschte, du hättest recht. Die Schulleiterin, Frau Stellmacher, kennst du?“ Ich zeigte mit der Hand auf sie.
„Nein, ich hatte noch nicht das Vergnügen.“
Sie verzog das Gesicht. „Vergnügen, pah, ich bitte Sie. Ihr Foto hängt in der Halle, nicht wahr? Fangen Sie den Täter. Vergnügen!“ Sie rauschte davon.
Kofi sah mich fragend an. „Ein bisschen durch den Wind, die Gute.“
„Kofi!“
„Schon gut, ich versteh’s ja. Aber …“
Er brach ab.
„Mann, so was hier, in meiner Schule. In Holzminden. Kacke elende.“ Er rieb sich die Augen.
Ich verstand ihn nur zu gut. Es half, alles ins Lächerliche zu ziehen, die böse Welt nicht an sich heranzulassen.
Uns war ja nichts geschehen. Die Verluste anderer gingen mich nichts an.
Sofort tauchte das Bild des jungen Mannes in meinen Gedanken auf, der seine Freundin in den Armen hielt, seine tote Freundin. Erschossen von einem Mitschüler? Der einen Privatkrieg gegen einen Lehrer führte? Quasi als Kollateralschaden?
Ein totes Mädchen.
Lange, dunkle Haare wehen im Wind.
Elke in dem Kettenkarussell, lachend.
Der Schreck in ihren Augen, der Schrei und dann das Blut in ihrem Haar.
Ich atmete tief durch. Nicht jetzt. Blindlings folgte ich der Direktorin in ihr Büro. Über die Schulter hinweg bat ich Kofi: „Such diesen Lehrer, diesen Heckmann, und bring ihn ins Sekretariat.“
Ich lief ins Haus. Frau Stellmacher stand am Fenster. Ich war mir sicher, dass sie nichts sah. Sie drehte sich um.
„Sie sollten sich Gesicht und Hände waschen. Sie sind voller … schmutzig.“
„Ich muss Ihnen erst noch etwas sagen, erklären, bevor dieser … bevor Herr Heckmann auftaucht.“
„Nur zu.“
„Sehen Sie, Herr Heckmann ist schwierig“, sie zögerte, wusste augenscheinlich nicht, wie sie sich ausdrücken sollte.
„Er ist streng und selbstgerecht. In Mathematik ein Genie, keine Frage. In Physik eine Koryphäe. Menschlich …“ Sie seufzte. „Ich rede um den heißen Brei herum.“
Sie ging zu ihrem Schreibtisch, nahm einen Ordner aus dem Regal. Er war so dick gefüllt, dass er aufsprang, als sie ihn auf den Tisch legte.
„Das sind alles Beschwerden über Herrn Heckmann, hauptsächlich von Schülerinnen, einige von Schülern und ein paar von Eltern, wirklich nur ein paar, leider.“
„Ich verstehe nicht.“
„Hätte es massive Elternbeschwerden gegeben, wäre mein Stand gegenüber der Landesschulbehörde ein besserer. Wissen Sie, wie schwierig es ist, einen Beamten auf Lebenszeit aus dem Schuldienst zu entfernen?“
Ich konnte es mir lebhaft vorstellen, dachte an verschiedene Kollegen, die oft krank waren, ihre Aufgaben nur halbherzig oder gar nicht erledigten. Jede Dienststelle schleppte solche durch.
Sie hatte mich beobachtet. „In Schulen heißen die Wanderpokale. Sie werden für zwei Jahre abgeordnet oder versetzt. Dann häufen sich die Beschwerden, und sie werden weitergereicht. Neue Schule, neues Glück.“
„Oder Pech für die Schüler.“
„Nicht nur für die. Die Kollegen leiden auch.“
Sie zog einen Mundwinkel hoch. „Und die Schulleiterinnen. Aber darüber wollte ich gar nicht sprechen. Heckmann ist ein Ekel, überheblich, arrogant, hält Frauen für angeboren dumm. Trotzdem ist er irgendwie gerecht. Die Noten, die er gibt, sind gerechtfertigt. Man kann einwenden, dass er allen den Spaß an der Mathematik vergällt, dass einige Schülerinnen vielleicht mehr Zeit und Arbeit investiert hätten, wenn sie von einem Kollegen unterrichtet worden wären, der sie ernst genommen und an sie geglaubt hätte. Andere Kollegen geben auch mal aus pädagogischen Gründen den einen oder anderen Punkt mehr.“
Hatte ich richtig gehört? „Sie meinen, es gibt Punkte aus Mitleid?“
Sie sah mich streng an.
„Macht es Sinn, wenn jemand sein Abi nicht packt, weil ihm ein Punkt in Kunst, Französisch oder Mathematik im Grundkurs fehlt?“
Ich erinnerte mich gut an meine Schulzeit.
Es gab sie immer, die Sonderlinge, die in einem Fach einfach nichts auf die Reihe kriegten. Alles andere lief akzeptabel oder sogar super gut, aber in Kunst nur Ausfälle. Elke hatte mir im Abschlussjahrgang meine Bilder gemalt, mit der linken Hand, damit es nicht auffiel.
„Ich sehe, Sie verstehen mich. Ich habe nie geglaubt, dass Herr Heckmann Anlass zu dramatischen Entwicklungen bieten würde.“
Jetzt log sie. Oder hatte sie die Möglichkeiten einfach verdrängt. Ich ärgerte mich. „Es geht um Abi oder nicht, das ist existenziell. Da stecken Eltern hinter, Lebensträume, Versagensängste. Sagen Sie nicht, Sie hätten nicht erkannt, dass da eine Zeitbombe schlummerte.“
Zum ersten Mal reagierte sie kleinlaut.
„Ich hatte gehofft, ich könnte rechtzeitig eine Versetzung bewirken …“
Pause.
„Oh Gott, ist alles meine Schuld?“
Wortlos verschwand sie.
Ich sah ihr hinterher. Schuld? War sie schuldig? Hätte Sie erahnen müssen oder können? Wer war ich, das zu entscheiden?
Kofi erschien mit Heckmann. Tadelloser Anzug. Arroganter Gesichtsausdruck. Ein wenig bleich um die Nase.
Kofi setzte sich an den Schreibtisch, klappte sein Notizbuch auf und wartete. Das hieß, ich sollte den Kerl befragen. Auch gut.
Ich bot ihm keinen Sitzplatz an. War ja nicht mein Büro.
Heckmann konsultierte seine Uhr. „Ich habe seit 28 Minuten Feierabend.“ Er lächelte dünn. „Wissen Sie, mittwochs mache ich noch die Hofaufsicht in der ersten großen Pause, danach habe ich frei.“ Er versuchte, sich lässig auf die Armlehne des roten Sessels zu setzen. Das misslang. Er rutschte in den Sitz. Da er ziemlich groß war, saß er nun sehr unbequem. „Ich sollte im Laufe des Vormittags wegen meines gestohlenen Volvos zur Dienststelle kommen.“ Er rieb sich die Hände. „Nun, ist das wohl nachrangig, oder? Tja, das haben Sie davon. Ihre Kollegen wollten mir nicht glauben, dass das ein Anschlag auf mich war. Ich habe es gleich gesagt.“
Ich ging auf sein Lamento nicht ein. „Sie sind davon überzeugt, dass der Anschlag Ihnen galt?“
„Selbstverständlich.“
„Wie kommen Sie darauf?“
„Sehen Sie, ich forciere das Darwinsche Prinzip der Auslese auch im Mathematikunterricht. Erfolglose Arten werden ausgemerzt. Sie sind doch mit den Lehren Darwins vertraut, oder?“
Ich schwankte innerlich zwischen eins auf die Fresse und einem Tritt in die Eier, sagte aber betont sachlich: „Sie wollen ausdrücken, dass Sie einen Schüler dermaßen unter Druck gesetzt haben, dass er …?“
„Dampf ablassen musste? Gewissermaßen. Ich stand mit dem Rücken zur HAWK, wo der Täter offensichtlich Quartier bezogen hatte. Um mich herum schlugen die Kugeln ein. Offensichtlich sind seine Fähigkeiten im Schießen auch eher marginal.“
„Sie haben sich dann in Sicherheit gebracht?“
„Nach Norden, hinter das Turnhallengebäude.“
Ich warf Kofi einen fragenden Blick zu.
Der nickte.
„Durchaus plausibel. Wir haben Kugeln im Baum und in der Hauswand gefunden.“
„Wollen Sie jetzt endlich den Namen des Schülers, um ihn zu verhaften?“
„Timo Fleck, Jahrgang 11, die Kollegen suchen ihn bereits. Das hatten sie vor einer guten Stunde bereits gemeldet. Gab es einen aktuellen Auslöser?“
„Seine Freundin hat heute in der Mathematikstunde eine typisch pubertäre Verweigerungshaltung demonstriert. Damit hat sie den Unterkurs und ihr Abiturschicksal besiegelt.“
Ich enthielt mich jeden Kommentars. Abiturschicksal. Er spielte Schicksal. Offenbar auch mit seinem eigenen. „Hat das Mädchen einen Namen?“
„Selbstverständlich!“
Ich rollte mit den Augen. Doch Kofi kam mir zuvor. „Julia Sproy, wohnt in der Liebigstraße.“
Das verblüffte den Knilch. Ich jubilierte innerlich. Super, Kofi.
Frau Stellmacher betrat das Büro. Sie setzte sich wortlos in den Besucherstuhl vor dem Schreibtisch.
„Dieser Schüler, Timo, hat also Ihrer Meinung nach am Pfingstmontag Ihren Wagen gestohlen.“
Heckmann ereiferte sich wie auf Knopfdruck. „Er hat ihn neben einen, einen solchen, Sie wissen schon, so ein fahrendes Bordell gestellt. Alle Lampen an, damit auch jeder, der vorbeifährt, sieht, dass mein Wagen da steht. Als ob ich das nötig hätte. Ich habe mehr Frauen zur Verfügung als er.“ Da er bemerkte, dass er gerade die Contenance verlor, strich er sich durchs Haar und sprach mit ruhigerer Stimme weiter: „Außerdem hat er den Wagen innen und außen mit Exkrementen beschmutzt.“
„Das ist kein Beweis“, sagte Frau Stellmacher.
Heckmann fuhr herum. „Sie stehen immer auf der Seite der Schüler.“
Nicht unbedingt der schlechteste Vorwurf, den man einer Schulleiterin machen konnte, fand ich.
„Die Kollegen sind mit dem Wagen noch nicht fertig. Ich glaube jedoch kaum, dass wir verwertbare Spuren finden werden. Der Täter hat garantiert Handschuhe getragen.“
„Fragen Sie Timo einfach. Wenn er’s war, gibt er’s zu“, sagte Frau Stellmacher.
Alle schauten sie an. „Timo ist einer der schwierigsten, aber auch der intelligentesten und geradlinigsten Schüler dieser Schule. Wenn Sie ihn wie einen Erwachsenen behandeln, benimmt er sich auch so.“
„Wollen Sie damit andeuten, dass …“ Heckmann echauffierte sich schon wieder.
Die Stellmacher stand auf. „Ich will gar nichts andeuten. Ich sage ganz klar, dass ich die Art, wie Sie mit jungen Menschen umgehen, für mehr als falsch halte.“
Er wich zurück, bog dann den Hals nach vorne und sagte: „Mehr als falsch geht nicht.“
„Doch“, Kofi unterbrach ihn. „Falsch ist es zu sagen, eine Tomate sei ein Gemüse, mehr als falsch dagegen ist es zu sagen, eine Tomate sei eine Hängebrücke.“
Heckmann sackte in sich zusammen. Kofi und die Stellmacher grinsten und sagten dann beide: „Big Bang!“
Ich verstand kein Wort, wandte mich wieder an Frau Stellmacher. „Ihrer Meinung nach hat Timo Fleck das Auto gestohlen und verdreckt, er ist aber nicht der Attentäter.“
„Es ist durchaus möglich, dass Timo den Wagen geliehen hat, aber geschossen hat er nicht, niemals.“
Kofi zuckte mit den Schultern. „Wir haben wenig über ihn. Ein Autodiebstahl, eine Anzeige, weil er sich in den Computer der Zulassungsstelle gehackt hat.“
„Er will nur wissen, ob er’s kann. Danach interessiert es ihn nicht mehr.“ Frau Stellmacher war wieder aufgestanden. „Kommen Sie, ich zeige Ihnen was.“
Sie aktivierte ihren PC, klickte sich durch ein paar Ordner und öffnete schließlich ein Foto. Jemand saß mit blankem Hintern so auf ihrem Schreibtisch, dass man genau erkennen konnte, wo er sich befand, aber nicht, um wen es sich handelte.
„Timo?“
„Sicher.“
„Was hat er gestohlen?“
„Nichts. Weder hier noch im Lehrerzimmer. Er hat nur das Foto auf meinem Desktop hinterlegt, hat keinerlei Schäden angerichtet.“ Als Heckmann hinter mir auftauchte, schloss sie das Foto, so dass er es nicht sehen konnte.
„Was haben Sie gemacht? Anzeige erstattet?“
Sie sah mich erbost an. „Natürlich nicht. Nach diesem, hm, Vorfall, musste mein Büro ganz besonders sorgfältig renoviert und gereinigt werden, das versteht sich doch von selbst, oder?“
„Wenn Sie es sagen.“
„Er hatte die ganzen Osterferien Zeit.“
„Hat er alles allein gemacht?“
„Da müssen Sie den Hausmeister fragen. Mich hat nur das Ergebnis interessiert.“
„Haben Sie auch richtige Fotos von ihm und seiner Freundin?“
„Wir machen jedes Jahr Klassenfotos. Ich suche Ihnen eines heraus und drucke es aus.“ Sie zögerte. „Da ist noch etwas. Es gibt eine offizielle Liste mit Warnsignalen für Suizidgefährdete und für potenzielle Amokläufer. Unser Kollegium nimmt beide sehr ernst. Sozialer Rückzug, starke Isolation, Einzelgänger, selbst Opfer von Gewalt, schlechte Schulleistungen, unbeherrschte Wut, Disziplinprobleme, Intoleranz, Drogen und Alkoholkonsum, deutliche Gewaltandrohung, Mobbingopfer oder Mobbingverhalten, Hang zu Cliquen1, das sind lauter Warnzeichen, die auf eine ganze Reihe unserer Schülerinnen und Schüler zutreffen, aber nicht für Timo. Disziplinprobleme, die hat er gelegentlich. Können Sie sich Timo als Gewalt- oder Mobbingopfer vorstellen? Intolerant und schlecht in der Schule? Überhaupt nicht.“
Ich konnte sehen, wie sie die Liste vor ihrem geistigen Auge abarbeitete, einen Punkt nach dem anderen abhakte. „Es gibt immer Ausnahmen.“
Was sollte ich ihr sagen? Dass wir alle gleichermaßen hilflos waren? Dass wir und alle anderen sich nach jedem Amoklauf die gleiche Fragen stellten: Hätten wir es verhindern können, wenn …? Wenn wir was? Besser aufgepasst hätten? Genauer hingehört hätten? Wahrscheinlich.
Ich wandte mich wieder dem Lehrer zu. „Herr Heckmann, gibt es noch andere Schüler, die infrage kommen? Oder ein Kollege? Ein Nachbar?“
„Ich habe unseren Nachbarn zur Linken wegen ruhestörenden Lärms angezeigt, aber deswegen dreht man doch nicht gleich durch. Es könnte natürlich auch sein, dass es die Schlitzaugen-Mafia auf mich abgesehen hatte.“
„Wie kommen Sie denn darauf?“
Er schluckte.
„Ich habe letztes Mal kein Trinkgeld gegeben.“
Ich seufzte.
„Am besten machen Sie uns eine Liste. Sie können gehen. Danke, wir melden uns bei Ihnen.“
„Ich will Polizeischutz.“
„Lassen Sie sich von einem Beamten nach Hause bringen. Da sind Sie sicher. Ich sorge dafür, dass ein Streifenwagen immer mal wieder bei Ihnen vorbeifährt. Mehr kann ich nicht tun.“
Nachdem er gegangen war, schauten wir uns das Klassenfoto an und ließen uns von Frau Stellmacher die Namen der anderen Schüler geben. Dann wurde sie nach unten gerufen. Sie entschuldigte sich bei uns. „Die Presse. Ich muss zusehen, dass die von unserem Schulgelände wegbleiben und vor allem die Schüler in Ruhe lassen. Irgendwie muss ich auch den Eltern klarmachen, dass sie ihre Kinder jetzt nicht einsperren dürfen. Die Jugendlichen brauchen gleichaltrige Bezugspersonen, um solch einen traumatisierenden Vorfall zu verarbeiten. Reden Sie mal mit aufgebrachten Eltern, die ihre Kinder beschützen wollen.“ Sie verschwand grußlos.
Wir blieben noch sitzen.
„Kofi“, fragte ich später, „was hältst du von dem Ganzen?“
„Ich habe natürlich von Heckmann gehört. Er ist jetzt wohl anderthalb Jahre auf dem Campe. Umstritten vom ersten Tag an. Gerüchte reisen schnell von Schule zu Schule.“
„Hast du irgendwas gehört oder gesehen, während des Festivals?“
„Über Heckmann? Nee, dazu sind Lehrer viel zu unwichtig. In ihrer Freizeit haben Schüler Wichtigeres zu tun.“
Ich erzählte ihm davon, dass ich ein paar der Beteiligten beobachtet hatte.
„Wow, Kriminalhauptkommissar Ollner belauscht Verdächtige bei der Planung einer Straftat und tut … nichts.“
„Wenn ich sie tatsächlich belauscht hätte, könntest du recht haben. Leider habe ich kein einziges Wort verstanden. Außerdem, wenn du an dein Handy gegangen wärst …“
Er unterbrach mich. „Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn niemand gesehen hat, dass jemand aufs Dach geklettert oder wieder heruntergekommen ist. Morgens um halb zehn ist weder in der Mensa noch auf dem Campus viel los, aber irgendwer muss doch irgendwas gesehen haben.“