Kapitel Siebenunddreißig
Das Landungsschiff folgte dem Signal der Yacht des Händlers, bis es auf einem Sims aufsetzte, das aus einem dunklen Seitentunnel herausragte; dieser Nebenschacht unterschied sich durch nichts von den mehreren Tausend anderen Gängen, die sie auf dem langen Weg in die Tiefe gesehen hatte. Die Bordsysteme verrieten Dakota, dass der Eingang zu diesem Tunnel mit einem Schutzfeld versiegelt war, das die in diesem Gang enthaltene atembare Atmosphäre festhielt.
Einen Scheinwerfer in der Hand, verließ sie eilig ihr Schiff und entdeckte in der Düsternis schon bald die Yacht des Händlers, die ganz in der Nähe auf einem Bett aus Energiefeldern ruhte. Die meisten ihrer Antriebsdorne waren entweder zerbrochen, geschmolzen oder beides. Sie schaltete den Scheinwerfer ein und machte sich auf den Weg. Die geringe Schwerkraft erlaubte es ihr, sich mit langen, elastischen Sprüngen zu bewegen, und auf diese Weise manövrierte sie sich an verstreut herumliegenden Trümmern und stillgelegten Maschinen vorbei.
Ein paar Minuten später erreichte sie eine Seitenkammer. Als sie mit dem Strahler hineinleuchtete, sah sie eine Apparatur, die sie als Antriebsschmiede erkannte. Im Näherkommen bemerkte sie, dass der Mos Hadroch darin steckte.
Gleich darauf wäre sie fast über den Händler gestolpert.
Die winzigen Energiefeldgeneratoren, die sonst eine schützende Sphäre aus Salzwasser um ihn herum festhielten, lagen nun über den Boden der Kammer verstreut. Sein massiger Leib wirkte auf einmal viel kleiner, als er wehrlos auf dem staubigen Untergrund lag. Die Haut sah grau und rissig aus, und seine Tentakel zuckten schwach über den dunklen Boden.
›Dakota.‹
Jesus und Buddha. Sie leben noch?
›Aber nicht mehr lange.‹
Vor ihren Augen wurden seine Bewegungen matter. Sie kniete neben ihm nieder und berührte seine Seite. Sein Fleisch fühlte sich rau und spröde an.
›Der Mos Hadroch wusste alles über mich. Geheimnisse, die so lange zurückliegen, dass ich sie schon vergessen hatte. Aber er weigert sich zu funktionieren.‹
Darf ich es versuchen, Händler?
Sein rundlicher Körper erschauerte noch einmal und erstarrte.
Einige Sekunden lang kniete sie noch an seiner Seite und fragte sich, warum sie überhaupt nichts empfand, nicht einmal Genugtuung oder Triumph. Stattdessen spürte sie nur eine innere Leere, als hätte sie eine große Enttäuschung erlebt.
Schließlich stand sie auf und ging an der leblosen Gestalt des Händlers vorbei zur Antriebsschmiede.
Seit sie die Kammer betreten hatte, konnte sie das Artefakt hören, ein hohes Jaulen wie von tausend übersteuerten Verstärkern, das in einem konstanten Pochen an- und abschwoll. Trotzdem nahm sie in dem Chaos eine Ordnung wahr, die auf etwas Gigantisches, Leidenschaftsloses und ungeheuer Mächtiges hindeutete.
Kurz vor der Schmiede blieb sie taumelnd stehen und beobachtete, wie das Artefakt sich öffnete; diesen Vorgang, der aussah, als würde sich eine Blume entfalten, kannte sie bereits von Whiteclouds Videoaufzeichnungen. Das Geräusch füllte ihren Kopf aus, bis sie keinen einzigen zusammenhängenden Gedanken mehr bilden konnte; beinahe wie eine physische Kraft hämmerte sich der Heulton in ihr Gehirn.
Und gerade als sie glaubte, das Schlimmste sei überstanden, merkte sie, dass die Intelligenz, die sie wahrgenommen hatte, sich voll und ganz auf sie konzentrierte.
Sie stand wieder auf einem von Schneestürmen gepeitschten Highway auf Redstone, umgeben von Leichen. Sie fand sich in einer Bar mit Namen »Der Launische Drache« wieder, wo sie gemeinsam mit Lin Liao auf dessen Schwester wartete. Sie spähte über die Dächer von Erkinning, in Gesellschaft von einem halben Dutzend anderer Studenten, mit denen sie gelebt, geliebt und gestritten hatte, und die sie nach dieser Nacht nie wiedersehen sollte.
Sie wurde immer weiter in ihre Vergangenheit zurückgeholt, durchlebte Erinnerungen, von denen sie glaubte, sie seien für immer verlorengegangen. Doch in diesem Moment wirkten sie so real wie das tatsächliche Ereignis.
Das letzte Bild zeigte den kurzen Blick auf eine winterliche Straße, und sie fühlte die Hand ihrer Mutter auf ihrem Kopf.
Aber als sie dieses Mal hochschaute, sah sie ganz deutlich das Gesicht ihrer Mutter.
Eine unbestimmte Zeit später kam Dakota wieder zu sich und merkte, dass sie ausgestreckt auf dem Boden der Kammer lag.
Sie rappelte sich hoch und stolperte näher an die Antriebsschmiede heran. Der Mos Hadroch hatte sich noch weiter aufgelöst; wie ein multidimensionales Kaleidoskop dehnte er sich aus, umhüllte sie und drang so tief in ihren Körper ein, bis sie nicht mehr wusste, wo sie aufhörte und das Artefakt begann.
Und in diesem Augenblick erkannte sie, welch hohen Preis sie würde zahlen müssen.
»Wieder eine Drohne weg«, schrie Lamoureaux heiser. »Und weitere Scouts im Anmarsch!«
Corso spähte nach oben auf das Überkopf-Display und sah, dass nur noch einer der drei Godkiller, die den Hort bewachten, im Orbit war, und allem Anschein nach rüstete er sich für einen unmittelbar bevorstehenden Sprung. Doch nun zeigte die Darstellung, dass zahlreiche Scouts Kurs auf die Fregatte nahmen. Mehr, als sie vermutlich abwehren konnten.
Lucas.
»Dakota?«, rief Corso laut aus und berührte unwillkürlich den Kommunikationsknopf in seinem Ohr. Er ignorierte die Blicke, die die anderen ihm zuwarfen.
Seid ihr bereit, aus dem System zu springen?
»Nein, noch nicht. Es wird auch noch ein Weilchen dauern. Die Antriebsdorne sind schwer beschädigt, über drei viertel von ihnen funktionieren nicht mehr. Es sieht nicht gut aus.«
Ihr kommt immer noch rechtzeitig weg, wenn ihr kurze, aber sukzessiv länger werdende Sprünge durchführt. Solange ihr vor der Schockwelle bleibt, könnt ihr nach und nach genügend Energie für einen Langstreckensprung aufbauen, vor allen Dingen, wenn ihr euch in den Schatten eines der äußeren Gasriesen manövrieren könnt. Was passiert gerade bei euch?
»Die größeren Schiffe der Emissäre beginnen aus dem System zu springen, aber meiner Einschätzung nach können sie nur einen Bruchteil davon retten, ehe es losgeht. Was geschieht mit dem Artefakt? Hat es funktioniert?«
Ich glaube schon.
»Was heißt das, du glaubst?«
Es wird noch ein bisschen dauern, ehe die Wirkung eintritt.
»Dann musst du hierher zurückkommen. Die Hauptschiffe der Emissäre mögen ja fliehen, aber Scharen ihrer Scouts sind immer noch zu uns unterwegs. Ist das Landungsschiff noch flugfähig?«
Lucas … ich komme nicht zurück.
Entgeistert starrte Corso in den Raum. »Was?«
Ich komme nicht zurück. Ich kann nicht.
»Blödsinn, du hast mir doch gerade erzählt, du hättest das verdammte Ding aktiviert. Wir haben gewonnen, richtig? Und jetzt fliegen wir nach Hause zurück.«
Nein, Lucas. Ich muss hier bei dem Mos Hadroch bleiben. Ich werde nie wieder heimkehren können. Das Artefakt funktioniert nur, wenn es mit einem lebendigen Geist verschmolzen ist. Aber ihr müsst mit der Mjollnier schleunigst von hier verschwinden, möglichst weit weg.
Corsos Kehle schnürte sich zusammen. »Das lasse ich nicht zu. Es gibt immer einen Ausweg.«
Lebe wohl, Lucas. Es war schön, dich kennenzulernen.
Sie kappte die Verbindung, ehe er noch etwas sagen konnte. Dakota fühlte sich wie betäubt, als hätte sie das reale Geschehen noch gar nicht richtig begriffen.
Das Artefakt pulsierte – um sie herum, in ihr, selbst im Innersten ihrer molekularen Strukturen. Mittlerweile hatte sie das Gefühl für ihren eigenen Körper total verloren. Sie schien den Boden und die Wände der Kammer aus einem Dutzend verschiedener Blickwinkel gleichzeitig zu sehen. Ihr Geist wurde auseinandergepflückt wie ein Stück Stoff, das langsam wieder in einzelne Fäden zerlegt wird.
Während die Stunden wie Minuten verflogen, verlor sie immer wieder das Bewusstsein. Gelegentlich übermittelte ihr das Artefakt Bilder der Mjollnir, die bereits begonnen hatte, sich mit einer Reihe von Sprüngen von der Hort-Welt zu entfernen und dabei das Letzte aus den noch intakten Antriebsdornen herausholte. Scharen von Scouts verfolgten sie, attackierten die Fregatte in einem Angriffsmuster, das sehr an die Taktik des Schwarms erinnerte. Sie sah, dass das Schiff schwere Blessuren davontrug.
Dann spürte sie, dass die Aktivität des Mos Hadroch einer Art Höhepunkt zustrebte. Die Kammer fing an zu beben, während eine Hülle aus brennender Energie die Antriebsschmiede umgab.
Mit müden Augen sah Lamoureaux auf Martinez hinunter. »Wir schaffen noch einen weiteren Sprung, wenn Sie es anordnen«, verkündete er. »Danach geht nichts mehr. Tut mir leid.«
Seit ihrem letzten Kontakt mit Dakota hatte der Horror über viele Stunden hinweg kein Ende genommen. Die Scouts hetzten sie durch die Nacht, rissen und hackten an der Hülle, wann immer die Energiefeldgeneratoren versagten. Die Fregatte hatte bereits über ein halbes Dutzend kurze Sprünge hinter sich gebracht, doch jedes Mal spürten die Scouts sie wieder auf, materialisierten sich rings um die Mjollnir und griffen sie mit der seelenlosen Effizienz von Maschinen an. Das Sternsystem mochte zum Untergang verurteilt sein, doch die Emissäre hatten eindeutig nicht vor, sie entkommen zu lassen.
Martinez schwitzte aus allen Poren; mit seinem verletzten Arm musste er immer noch vorsichtig sein. Ein Scout war bis zur Brücke vorgedrungen, ehe Perez und Martinez ihn mit Impulsgewehren zerstören konnten. Es stank immer noch nach verschmorten Drähten und Plastik.
»Tun Sie es«, befahl Martinez. »Ich will nicht hier ausharren, bis …«
»Warten Sie! Noch eine Sekunde!«, fiel Lamoureaux ihm ins Wort.
Der Maschinenkopf umklammerte die Armstützen des Interface-Sessels und starrte auf einen imaginären Punkt weit außerhalb der Brücke, als könnte er nicht glauben, was er da sah.
»Was ist los?«, fragte Corso. Er sprach zum ersten Mal wieder, seit der Scout versucht hatte, sich in den Brückenraum hineinzubohren. Nachdem sie die Attacke erfolgreich abgewehrt hatten, hockte er zusammengesunken in einem Sessel, zu abgekämpft und schockiert, um etwas zu sagen oder zu unternehmen.
»Sehen Sie!«, stotterte Lamoureaux, auf das Überkopf-Display deutend. »Schauen Sie einfach nur hin!«
Alle starrten nach oben und sahen, wie die Scouts der Emissäre sich selbst zerstörten.
»Vielleicht beschränkt es sich nur auf diese Zone«, murmelte Martinez.
»Nein«, widersprach Lamoureaux vehement. »Der letzte Godkiller … verbrennt!«
»Das ist Dakota!«, schrie Corso und stand endlich auf. »Sie muss es sein!«
Lamoureaux gab keinerlei Kommentar ab. Er stierte nur an ihnen vorbei, wie ein Blinder, der eine Vision hat, und auf seiner Stirn bildeten sich Schweißtropfen.
»Ted«, rief Perez. »Was ist das?«
Lamoureaux schien sich wieder daran zu erinnern, dass er nicht allein war. »Wir haben jetzt ganz andere Sorgen«, teilte er ihnen ernst mit. »Soeben habe ich einen zweiten Neutrinostrom registriert. Die Sonne ist zu einer Nova explodiert.«
Über fünfzehnhundert Jahre lang hatte die Nova-Mine den Stern in einem nahen Orbit umkreist. Ehe sie ihr Aktivierungssignal empfing, driftete sie stumm und unbelebt auf ihrer Bahn, äußerlich kaum von dem diversen Müll zu unterscheiden, der in einem ähnlichen Orbit gefangen war. Die Mine verriet nur dann ihre Andersartigkeit, wenn sie schlummernde Leitsysteme weckte, die sie weglotsen und eine drohende Kollision verhindern sollten.
Vor ihr hatte es weitere Minen ihrer Art gegeben, die im Laufe von Jahrtausenden verteilt worden waren; jede ein potenzielles Damoklesschwert, auf das Herz des Sterns zielend. Ähnliche Nova-Minen befanden sich in nahen Sonnenorbits innerhalb eines jeden von Emissären bewohnten Systems; sie dienten als ultimative Absicherung gegen eine Niederlage oder Rebellion.
Das Aktivierungssignal hatte uralte Protokolle ausgelöst, und binnen einer Stunde bildete sich ein Lichtkranz um jeden Antriebsdorn, bis die Mine kurz aus dem sichtbaren Universum verschwand.
Keine hundert Kilometer vom Mittelpunkt des Sterns entfernt nahm sie wieder stoffliche Gestalt an. Während der wenigen Nanosekunden, bevor sie verdampfte, verursachte eine Kettenreaktion in ihrem Antrieb, dass sich eine Blase aus künstlichem Vakuum bildete, die sich mit Lichtgeschwindigkeit aufblähte, ehe sie innerhalb von Sekunden kollabierte.
Milliarden kilometerlange Zungen aus Feuer schossen wie flammende Girlanden von der Oberfläche des Sterns hoch, der während der nächsten paar Stunden zusammenschrumpfte. Man hatte ihm das Herz herausgerissen, und er hatte nur noch wenige Stunden zu leben.
Als der Stern schließlich explodierte, erreichte die Schockwelle den Planeten mit dem Hort binnen Minuten; Flüsse aus geschmolzenem Feuer strömten durch die schmalen Täler, welche die Berge dieser winzigen Welt durchschnitten.
Bis zu diesem Zeitpunkt rotationsgebunden, fing der Planet zum ersten Mal seit einer Milliarde Jahre an zu kreisen; das Licht einer Million Sonnenaufgänge kroch langsam auf die Mündung des Horts zu.
Trotz allem war es zu spät. Der Mos Hadroch, der »Richter über Welten«, hatte ein Signal ausgesandt, das sich sogleich durch die Galaxis fortpflanzte.
Das Letzte, was Dakota sah, war ein gleißendes Licht, so grell, dass es beinahe flüssig wirkte; in einem gewaltigen Schwall rauschte es durch den Eingang der Kammer, in der sich die Antriebsschmiede befand.
»Erklären Sie mir das nochmal«, schnauzte der Befehlshaber-der-Shoal, während er durch die Kommandokammer eines Kernschiffs schwamm, das Zehntausende von Lichtjahren entfernt im Raum trieb.
»Ich kann es nicht erklären«, stammelte der Adjutant, instinktiv Schutz an einer nahen Wand suchend, als der Befehlshaber-der-Shoal sich auf ihn stürzte. »Aber irgendetwas ist mit der Flotte der Emissäre passiert. Die … die Schiffe zerstören sich selbst. Sehen Sie selbst.«
Die stummeligen kleinen Tentakel des Adjutanten, dachte der Befehlshaber-der-Shoal, waren noch nie in einer Schlacht eingesetzt worden, hatten niemals den Bauch eines Feindes aufgeschlitzt oder diesem Gegner die Flossen abgerissen. Es waren die weichen Anhängsel eines Zivilisten, der an Bord dieses Kriegsschiffs von Planetengröße nichts zu suchen hatte.
Sie steckten tief in den Ruinen eines Sternsystems, dessen Population einstmals in die Milliarden gegangen war, ehe es vor über einem Jahr von den Emissären zerstört wurde. Seit diesem fürchterlichen Tag hielt sich der General zum ersten Mal wieder in diesem Gebiet auf. Er und die Streitkräfte, die er befehligte, hatten ihr Möglichstes getan, um diese entsetzliche Tragödie zu verhindern, aber immer wieder hatten die Schiffe der Emissäre die Himmel ausgefüllt, bestrebt, gezielte Schläge gegen die Abwehreinrichtungen auf den Planeten dieses Systems zu führen – während eine einzelne feindliche Drohne sich an den Kernschiffen der Shoal vorbeigeschlichen hatte und in das schlagende Herz des Zentralgestirns eingetaucht war.
In den letzten chaotischen Stunden vor der Explosion des Sterns hatten die Streitkräfte der Shoal nur erbärmlich wenige Leben retten können. Selbst wenn genügend Kernschiffe zugegen gewesen wären, um jeden Bewohner des Systems zu evakuieren, hätte allein die Logistik einer solchen Mission die Bemühungen nahezu sinnlos gemacht. Es hätte fast ein Jahr gedauert, um die komplette Bevölkerung von den verschiedenen Planeten zu holen und in Sicherheit zu bringen.
Stattdessen blieben ihnen nur ein paar Stunden, um zu retten, wer oder was noch zu retten war.
Und darin lag die entsetzliche Tragik des Nova-Kriegs – diejenigen, die zurückblieben, hatten gar keine andere Wahl, als auf das Ende zu warten, während die sich entfernenden Kernschiffe in sichere Gefilde sprangen. Dieses Szenario hatte sich in so vielen anderen Systemen wiederholt, dass es ihm nicht einmal gelang, über die Anzahl der Opfer nachzudenken.
Nun waren sie zurückgekehrt, um bestimmte Dinge von Wert aus dem Wrack eines teilweise durch diese Nova verwüsteten Kernschiffs zu bergen. Doch eine Wolke aus Scouts der Emissäre hatte ihnen aufgelauert, verborgen in den verschlungenen Schwaden des neugeborenen Nebels. Unverhofft war ein Godkiller aufgetaucht, angezogen von den Scouts; er sprang an einen Punkt, der weniger als eine Lichtminute entfernt war, und kam dann rasch näher, um dem Kernschiff den endgültigen Todesstoß zu versetzen.
Der Befehlshaber-der-Shoal starrte auf die Daten, die von den externen Sensor-Phalangen seines Schiffs hereinkamen. Was sie andeuteten, war schier ungeheuerlich. Nichtsdestotrotz trafen weitere Daten aus anderen Quellen ein, und alle schienen nur die höchst unwahrscheinliche Schlussfolgerung zu bestätigen, dass die Scouts sich unerklärlicherweise selbst zerstört hatten.
An Bord des Godkillers hatte es obendrein eine enorme Explosion gegeben. Brennend, ohne Fahrt im All driftend, kreiste er nun unkontrolliert durch den Nebel.
Dauernd tauchten neue Daten-Glyphen in dem trüben Wasser auf, das die Kammer füllte. Sie enthielten Berichte der höchsten Dringlichkeitsstufe aus abgelegenen Sektoren der Galaxis, sogar aus den hintersten Winkeln der belagerten Hegemonie. Es wurde gemeldet, dass sich ein großer Teil der Flotte der Emissäre spontan selbst vernichtete.
Der Befehlshaber-der-Shoal blickte auf Bilder von anderen Godkillern, deren zerschmetterte Rümpfe durch die Himmel von tausend Welten torkelten.
Es war, als hätte irgendetwas sie alle gleichzeitig heimgesucht.
Und in diesem Moment erinnerte er sich an seine letzte Begegnung mit dem Fäkalienhändler.
Der Befehlshaber-der-Shoal peitschte in einem Halbkreis herum, wobei sein ausladender Leib gegen den furchtsamen Adjutanten prallte und seinen vor Angst quiekenden Untergebenen aus dem Gleichgewicht brachte.
Die Tentakel des Befehlshabers kringelten sich vor ausgelassener Freude, und er flitzte wie wild durch die Kammer, worauf sein Hilfsstab fluchtartig das Weite suchte, entnervt von seinem höchst untypischen Benehmen.
Der Händler hatte es geschafft. Der bösartige alte Narr hat zum Schluss also doch triumphiert.
Er hatte den Krieg beendet.