26
Bones glitt in einer einzigen geschmeidigen Bewegung von mir herunter und zog mich mit sich, sodass ich wieder aufrecht stand. Als er die Hände auf meinen Hüften liegen ließ, fuhr ich unwillkürlich zusammen, und dass mein Herz schneller schlug, hätte ich nur verhindern können, wenn ich eine Kugel hineingejagt hätte.
Er ging sehr dicht neben mir, eine Hand auf meinen Rücken gelegt, und schob mich vorwärts. Ich sträubte mich nicht, aber wie gern hätte ich es getan. Auf der Treppe kamen wir an ein, zwei Leuten vorbei, aber ich hielt den Kopf gesenkt, dachte an alles, nur nicht an das, was passieren würde, wenn wir erst in diesem Zimmer angekommen waren.
Wie sollte ich bloß die Fassung bewahren, wenn ich mit ihm schlief? Was, wenn ich etwas ganz Entsetzliches wie »Ich liebe dich« brüllte? Was, wenn ich einen epileptischen Anfall bekam und mittendrin anfing zu sabbern und zu spucken?
Als er mich in das Gästezimmer zog, aus dem ich gerade erst gekommen war, hatte ich mich bereits in eine mittelschwere Panik hineingesteigert. Mein Bademantel lag noch über dem Sessel. Bones schloss die Tür, und ich versuchte verzweifelt, der Lage Herr zu werden.
»Okay.« Meine Stimme klang schriller als sonst. »Schwebt dir etwas Bestimmtes vor oder sollen wir einfach anfangen?«
Seine Mundwinkel zuckten. »Versuchst mich abzuhaken wie eine lästige Pflicht, hm? Sorry, Süße, das ist meine Nacht. Wenn ich dich um einen Gefallen bitte, kannst du so dominant sein, wie du willst. Aber heute übernehme ich die Führung. Und jetzt zieh die Schuhe aus. Sieht aus, als würden sie dich kneifen.«
Fast verbissen tat ich es. Das Bett wirkte riesengroß und bedrohlich, während die Wände immer näher zu rücken schienen, bis es mir vorkam, als würde der Raum nur noch aus dieser weichen, wartenden Arena bestehen.
Bones zog sich das Hemd aus. Ich sah von dem wundervollen, fein gemeißelten Körper weg, der darunter zum Vorschein kam. Meine Nägel gruben sich in meine Handflächen. Die Dinge spitzten sich ziemlich schnell zu.
»Dreh dich um.«
Einerseits war ich dankbar, andererseits sträubte sich alles in mir. Jetzt musste ich zwar nicht länger den Teppich anstarren, um Bones nicht anzusehen, aber ich kam mir auch verletzlicher vor.
Kühle Finger strichen mir das Haar zur Seite, ließen mich schaudern. Ein klitzekleiner Ruck an meinem Kleid, und der Reißverschluss öffnete sich langsam und unerbittlich bis ganz unten. Das Kleid rutschte mir über die Schultern, glitt tiefer und lag schließlich unbeachtet zu meinen Füßen.
Er stieß ein leises Zischen aus. Absurderweise schloss ich die Augen, als wäre ich dann weniger nackt. Ich hielt den Atem an, schauderte schon wieder.
»Du bist eiskalt, Süße. Ich bringe dich ins Bett.«
Seine Stimme war rauer, sein Akzent ausgeprägter geworden. Ich ging die kurze Strecke bis zum Bett, ließ ihn die Decken zurückschlagen und zog sie über mich, sobald ich hineingestiegen war.
Bones kniete neben dem Bett nieder und streckte die Hand aus, um mein Haar zu berühren.
»So zugedeckt bis zum Kinn und mit diesen weit aufgerissenen Augen siehst du sehr jung aus.«
»Dann bist du wohl doch ein Möchtegern-Pädophiler.«
Er senkte den Kopf. »In Anbetracht unseres Altersunterschiedes und der Sachen, die ich mit dir anstellen will, hast du vermutlich nicht unrecht.« Dann wurde er ernst. »Kätzchen, all deinem Sarkasmus, deiner Gleichgültigkeit und Wut zum Trotz glaube ich, dass du mich noch willst, sonst hätte ich auf dem hier nicht bestanden. Ich gebe ja zu, dass ich ein skrupelloser, manipulativer Bastard bin, genau wie du gesagt hast, aber ich bin kein Vergewaltiger. Wenn du wirklich nicht willst, lasse ich dich in Ruhe und verwandle dich morgen trotzdem wie versprochen.«
Er unterbrach sich. Ließ die Haarsträhne los, die er gerade zwischen den Fingern gedreht hatte, und umfasste mein Gesicht. »Aber ich werde mein Bestes tun, um dich doch noch umzustimmen. Was das betrifft, bin ich skrupellos.«
O nein, dachte ich. Ich bin erledigt. Denk an die Müllhalde. Den Gestank. Gregors blasiertes Grinsen. Alles, nur nicht daran, dass er sich gerade die Hose aufmacht.
Einen garantierten Stimmungskiller hatte ich allerdings noch auf Lager. »Warum hast du mich betrogen, Bones?«
Er hielt inne. Sein Hosenknopf war bereits geöffnet, aber der Reißverschluss hielt.
»Du glaubst also wirklich, ich bin dir untreu geworden?«
Ich stieß ein heftiges Schnauben aus. »Schon. Ich habe es immerhin auf Satellitenaufnahmen gesehen und von Fabian und Cannelle gehört. In der Nacht, als Geri und ich dich aus New Orleans herausgeholt haben, hast du es sogar selbst zugegeben. «
Es war, als wollte sich sein Blick bis in mein Gehirn bohren. »Du hast Fotos von mir gesehen, auf denen ich zusammen mit einer Frau mein Haus betreten habe, aber was hinter den geschlossenen Türen passiert ist, hast du nicht sehen können. Ich bin unter dem Vorwand, mein Junggesellendasein feiern zu wollen, nach New Orleans gekommen und habe gehofft, dass Gregor darauf hereinfallen würde. Was er auch getan hat. Sogar Cannelle habe ich herkommen lassen, als wäre ich zu dumm, ihn an ihr zu riechen. Es war mir ein Leichtes, ihr Blut zu trinken und sie dazu zu bringen, Gregor zu berichten, die Ausschweifungen, denen ich mich angeblich hingegeben hätte, würden mich zur leichten Beute machen. Als Fabian zu mir kam, waren mehrere von Gregors Spionen in der Nähe. Was hätte ich ihm denn erzählen sollen?«
Meine Gedanken überschlugen sich. »Aber ich habe dich doch gehört. Du hast zu Cannelle gesagt, sie hätte die Frauen aussuchen dürfen, die ihr gemeinsam vernascht habt!«
»Und das hat sie ja auch geglaubt«, antwortete Bones. »Ich habe sie jeden Abend eine andere Sterbliche aussuchen lassen, die wir mit zu mir genommen haben. Dann habe ich beiden so viel Blut ausgesaugt, dass sie das Bewusstsein verloren haben und dafür gesorgt, dass sie nackt zusammen aufgewacht sind. Ein ganz einfacher Trick. Ich weiß, wie es auf dich gewirkt haben muss, Kätzchen, aber du hättest meine Erklärung abwarten sollen, statt mit Tepesch abzuhauen.«
Mein Argwohn und meine Gefühle für Bones kämpften in mir um die Oberhand. Welche Frau würde, nach allem, was ich gesehen und gehört hatte, noch glauben, das Ganze wäre nur eine ausgeklügelte Scharade gewesen und ihr Geliebter hätte sie nur zum Schein betrogen?
»Aber du hast mich verlassen.« Ich konnte nicht verhindern, dass ich verletzt klang. »Du hast gesagt, es wäre aus.«
Bones seufzte. »Ich bin ausgerastet, als ich herausgefunden hatte, dass du mit Gregor abgehauen warst. Ich wusste nicht, ob du aus Liebe oder Zwang bei ihm geblieben bist … und beides hat mich nicht gerade rational reagieren lassen. Als du wieder da warst, hatte ich mich noch immer nicht wieder unter Kontrolle. Ich bin unter anderem deshalb gegangen, weil ich nicht noch mehr Dinge sagen wollte, die ich später bereut hätte. In New Orleans wollte ich diese Sache mit Gregor beenden. Ich wollte ja reinen Tisch mit dir machen, aber du bist mir zuvorgekommen.«
Mal wieder, gab sein Tonfall mir zu verstehen.
»Indem ich dich gerettet habe?«
Er warf mir einen verzweifelten Blick zu. »Hattest du vergessen, dass ich fliegen kann? Gregor wusste das. Marie auch. Sie wollte, dass ich Gregor ausschalte, also hat sie Gregor gesagt, sie würde mich dazu zwingen, die Altstadt zu verlassen. Sie wusste, dass er daraufhin kommen würde, um mich zu holen, damit ich mich nicht fliegend aus der Stadt rette. Aber du hast mir dein altes Team auf den Hals gehetzt, was Gregor bald hellhörig gemacht hätte, wie bedeckt sich deine Leute auch gehalten hätten. Ich wusste, dass sie in tödlicher Gefahr gewesen wären, wenn ich mich ihnen entzogen und Gregor Zeit gegeben hätte, das Viertel zu stürmen, also habe ich mich retten lassen. Mein Plan war damit allerdings zum Teufel.«
Das Offensichtliche sagte Bones auch diesmal nicht: mal wieder. O Scheiße. Hätte sich die Erde vor mir aufgetan, hätte ich mich mit Freuden verschlucken lassen. Spade hat recht, du bist eine Idiotin. Eine Riesenidiotin.
Die Selbstvorwürfe, die ich mir im Stillen machte, waren wohl zu Bones durchgedrungen, denn er sagte: »Du bist keine Idiotin. Charles hat mir gesagt, er hätte dich erst auf die Idee gebracht, obwohl gerade er es hätte besser wissen sollen. Aber auch er hätte es für zu riskant gehalten, sich im Alleingang mit Gregor anzulegen, weshalb ich ihm nichts davon erzählt habe.«
»Du hasst mich jetzt bestimmt«, stöhnte ich. »Jetzt habe ich schon zweimal Mist gebaut und gedacht, ich würde dir helfen.«
Er zog die Brauen hoch. »Eigentlich schon dreimal. Du hast mich auch mit Don gehen lassen und geglaubt, du würdest mir helfen. Ich dachte, indem du mich meine Kämpfe nicht allein ausfechten lässt, wolltest du mir zeigen, dass du mich nicht für voll nimmst, aber inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass du nicht anders kannst. So bist du eben. Du wirst niemals abwarten und Däumchen drehen, wenn jemand, den du liebst, in einen Kampf verwickelt ist, da brichst du lieber in blinden Aktionismus aus, egal, wie sehr du Besserung gelobst.«
Seine Worte trafen mich wie ein Messer ins Herz. Deshalb hat er dich verlassen, spottete mein Gewissen. Du redest dir ein, er hätte es nur mit fremden Frauen treiben wollen, denn dann wäre er schuld, nicht du. Aber es lag an dir. Bones hat recht; du wirst dich nie ändern. Und keiner, der bei Verstand ist, würde mit dir zusammen sein wollen.
Mich zu entschuldigen, wäre sinnlos gewesen. Mehr als sinnlos … eine Beleidigung, wenn man bedachte, was alles passiert war. Also tat ich das Einzige, was ich tun konnte, um ihm zu zeigen, wie sehr ich mir wünschte, es wäre anders gelaufen. Ich legte meinen inneren Panzer ab, öffnete ihm meine Gedanken, damit Bones alles erfahren konnte, was ich fühlte, verzichtete auf alles, womit ich normalerweise mein Handeln rechtfertigte.
Er schloss die Augen. Ein Schauder durchfuhr ihn, als hätten meine Gedanken ihn getroffen wie ein physischer Schlag. Nun, da mein Innerstes von den engen Fesseln befreit war, die ich ihm angelegt hatte, schien alles aus mir herauszuströmen; die lang unterdrückten Emotionen traten schäumend an die Oberfläche.
»Kätzchen«, murmelte er.
»Ich wollte dir nur zeigen, dass ich dich verstehe.« Der Kloß in meiner Kehle machte mir das Sprechen schwer. »Du hast dein Bestes getan, Bones. Ich war es, die alles kaputt gemacht hat.«
Er öffnete die Augen. »Nein. Ich habe uns auseinandergebracht, indem ich es unbedingt allein mit Gregor aufnehmen wollte. Ich hätte dir sagen müssen, dass alles nur gestellt war, bevor ich dich in den Panikraum gesteckt habe. Ich hätte dich über meine Reise nach New Orleans informieren und dir danach die Pillen verabreichen sollen, damit Gregor nichts aus deinen Träumen erfährt. Aber ich wollte alles allein schaffen. Mein Stolz und meine Eifersucht haben einen Keil zwischen uns getrieben. Jeden Fehler, den du mir gegenüber begangen hast, habe ich auch dir gegenüber gemacht, aber ich will nicht mehr darüber reden. Ich will überhaupt nicht mehr reden.«
Er öffnete den Reißverschluss seiner Hose, und ich machte ein schockiertes Gesicht. »Trotz allem willst du noch mit mir schlafen?«
Bones schlüpfte aus seiner Hose. Er trug nichts darunter, wie üblich.
»Trotz allem liebe ich dich noch.«
Ich war so verblüfft, dass ich gar nichts mehr sagte. Dann sprach ich die ersten Worte aus, die mir einfielen.
»Du bist doch verrückt.«
Er lachte, sanft und schmerzlich. »Dein Mut und deine ungestüme Art waren es, in die ich mich damals verliebt habe. Obwohl genau diese Charaktereigenschaften mich heute in den Wahnsinn treiben, würde ich dich sicher nicht lieben, wenn du anders wärst.«
Ich wollte so sehr glauben, dass Liebe alle Hindernisse überwinden konnte, dass zwischen Bones und mir alles allein aufgrund von Gefühlen funktionieren würde; aber so einfach war das Leben nicht.
»Wenn wir uns beide nicht ändern können«, sagte ich, während mein Herz sich verkrampfte, »werden wir uns früher oder später wieder gegenseitig verjagen.«
Er kniete sich mit einem Bein aufs Bett. »Du hast recht, … wir werden uns nicht ändern. Ich werde dich immer beschützen wollen und stinkwütend werden, wenn ich es nicht kann. Du wirst immer für mich durchs Feuer gehen, egal wie sehr ich mir wünsche, du würdest in sicherem Abstand warten. Wir werden ständig gegen unsere eigene Natur ankämpfen müssen, damit unsere Beziehung funktioniert. Bist du bereit, dich dieser Herausforderung zu stellen?«
Als ich vor über sechs Jahren mit Bones zusammengekommen war, hatte ich gewusst, dass eine Beziehung mit ihm mir das Herz brechen würde. Was auch passiert war, mehr als einmal sogar, und Bones garantierte mir auch nicht, dass es diesmal anders sein würde. Und genau wie damals, konnte ich ihm auch heute nicht widerstehen.
»Nur Feiglinge gehen auf Nummer sicher«, flüsterte ich.
Er kauerte sich aufs Bett, schien ganz aus gespannten Sehnen und bleichem, festem Fleisch zu bestehen. Dann beugte er sich vor, ließ sich Zeit, als er den Mund von meinem Bauch bis zu meinem Hals wandern ließ. Meine Brustwarzen wurden steif, Lust zog sich in meinem Bauch zusammen, und ich wölbte mich ihm entgegen.
Seine Lippen legten sich auf meine, während er mich mit den Armen umfing. Als ich seinen nackten Körper auf mir spürte, verflüchtigte sich all meine Selbstkontrolle. Meine Haut kribbelte überall, wo sein Körper mich berührte. Ich konnte ihm nicht nahe genug sein und trat die Decke beiseite. Bones küsste mich wie ein Ertrinkender, seine Zunge rieb sich an meiner, während er sich weiter voller Wollust an mich drängte, mich streichelte, ohne in mich einzudringen, mich überall gleichzeitig berührte.
Auch ich ließ die Hände über seinen Körper gleiten, stöhnte. Meine Lust war schon fast schmerzhaft, als er mit den Fingern in mich eindrang, meine empfindlichste Stelle ertastete und fest rieb. Ich krallte mich an seinen Rücken. Tränen traten mir in die Augen. Die Ekstase wurde übermächtig, bis ich meinen Mund von seinem losriss.
»Gott, Bones, ja!«
Ich schluchzte und schrie gleichzeitig. Er reagierte, indem er mich anhob, auf sich zog und seinen Mund zwischen meinen Schenkeln vergrub.
Sofort wurde ich von wilden Zuckungen geschüttelt. Mit den Armen umklammerte er meine Hüften, während er mit der Zunge mein Fleisch bearbeitete, ohne den Einsatz von Fangzähnen daran saugte, als würde er meine Lust in sich aufnehmen. Ich hielt seinen Kopf fest, als die letzten Schauder mich durchliefen.
Bones ließ mich zurück aufs Bett sinken, ohne den Mund von mir zu lösen. Ich sackte in den Kissen zusammen, immer noch schwer atmend von meinem Orgasmus. Er hob den Kopf, sein Blick hatte eine hypnotische Wirkung auf mich, während er langsam höher kroch.
»Sieh mich an«, sagte er und ließ sein Becken zwischen meine Schenkel gleiten.
Ich tat es, spreizte die Beine und öffnete mich für seinen ersten Stoß. O Gott, ich hatte vergessen, wie Bones mich dehnte, weil ich es nicht mehr gewohnt war. Sein hartes Glied drückte gegen mein Innerstes, drang so tief in mich ein, dass ich Tränen in den Augen spürte. Ja. Ja. Genau das habe ich gebraucht.
»Fester«, stöhnte ich, als er sanft anfing, sich in mir zu bewegen. Ich wollte keine Sanftheit. Ich wollte das, was jenseits seines Wunsches, zärtlich zu mir zu sein, in ihm schlummerte.
Er bewegte sich kraftvoller und küsste mich, die Augen noch immer geöffnet. Auch ich schloss meine nicht. Der Anblick seines Gesichts, während er in mir war, überwältigte mich. Ich verkrallte mich in sein Haar, sah ihm ganz fest in die Augen und küsste ihn, bis ich aufhören musste, um Atem zu schöpfen.
»Ich kann mich in deinem Mund schmecken«, keuchte ich. »Ich will, dass du dich in meinem schmecken kannst. Ich will dir einen blasen, es schlucken, wenn du kommst …«
»Hör auf so zu reden, sonst kommt es mir jetzt schon.« Seine Hände umklammerten zuckend meine Hüften, hielten mich fester. Er stand kurz vor dem Orgasmus. Ich spürte es an der Art, wie er mich hielt und an seinen beherrschten, gleichmäßigen Stößen, die mich ganz wahnsinnig machten vor Lust. Er war so knapp davor zu kommen, dass ich ihn gern ganz zum Orgasmus gebracht hätte.
Ich drückte mich an ihn, schrie auf, weil es sich so gut anfühlte. »Weiter. Nimm mich härter.«
Er gab seine Zurückhaltung auf, und ich keuchte über den geballten Ansturm von Empfindungen, den das in mir auslöste. Es schmerzte auf eine ganz herrliche Art, sodass ich mich ihm entgegendrängte, während ich gleichzeitig unter seinen harten, schnellen Stößen aufschrie. Als er zum Höhepunkt kam, presste er mich mit Wucht ans Kopfteil des Bettes und stieß, am ganzen Körper bebend, einen überglücklichen Aufschrei aus. Ich klammerte mich an ihn, mein Herz schlug so schnell, dass ich dachte, es würde zerspringen.
Nach einigen Augenblicken löste Bones mich von seinem Körper – und dem Kopfteil – und bettete mich wieder in die Kissen. »Verdammt, Kätzchen, alles okay mit dir?«
Wäre ich zu etwas anderem als keuchen fähig gewesen, hätte ich über seine Besorgnis gelacht. »Komm wieder her.«
Ich zog ihn zu mir herunter, bis er wieder auf mir lag. Er machte sich leicht, stützte sich mit einer Hand ab, während er die andere zu meinem Kopf gleiten ließ, als ich mich nach unten schob und an seiner Brustwarze zu saugen begann.
Er schmeckte nach Salz, aber das kam vermutlich von meinem Schweiß. Seine Hand vergrub sich in meinem Haar, während er mich enger an sich zog und ein tiefes Stöhnen ausstieß.
»Diesmal bin ich vorsichtiger, aber ich muss dich noch einmal haben.«
Ich biss ihn, spürte, wie er schauderte. Ja, das gefiel ihm. Mir auch, und im Augenblick konnte ich gar nicht aufhören, ihn zu berühren, ihn zu schmecken.
»Du brauchst nicht vorsichtig zu sein. Ich stehe drauf, wenn du die Kontrolle verlierst. Ich will, dass es wieder passiert. «
Ich rutschte tiefer, nahm den Teil von ihm in den Mund, der von etwas anderem salzig war als von Schweiß. Meine Lippen schlossen sich um ihn, nahmen ihn in den Mund, bis er ihn füllte, und stöhnte dann, als er die Position wechselte, um sich erkenntlich zu zeigen.
Alles wurde zu einem Wirbel aus Haut, Lippen, Zungen und hartem Fleisch. Meine Lust wuchs, je mehr er sie anheizte, und er heizte sie immer weiter an. Nach einer gefühlten Stunde lugte ich ihm über die Schulter und sah, dass Licht ins Zimmer drang.
»Hast du eine Lampe angemacht?«, keuchte ich, weil mir unklar war, wann er das bewerkstelligt haben sollte.
Bones verdrehte den Hals und blinzelte in den Lichtstrahl, der aus einer Ecke kam.
»Das kann ja wohl nicht wahr sein«, murmelte er.
»Was?«, fragte ich, als er aus dem Bett sprang.
Mehr Licht drang ein, als Bones etwas beiseitezog, das sich bei näherer Betrachtung als Vorhang entpuppte. Mit hochgezogenen Augenbrauen wandte er sich an mich.
»Das ist die Sonne.«
Der Morgen konnte doch unmöglich schon angebrochen sein. Aber genau das war der Fall.
Bones starrte mich an, bevor er die Vorhänge mit einem Ruck wieder schloss. »Mir egal«, verkündete er und legte sich wieder zu mir ins Bett. »Also, wo waren wir stehen geblieben? «