Neuntes Kapitel
Den verwischten Spuren vermochte Baralong noch über eine Meile zu folgen. Bei einem Eurahbaum, dessen herabhängende Zweige mit rosafarbenen, glockenförmigen und braun gefleckten Blüten übersät waren, verlor er die Spur.
Mit finsterer Miene ging Baralong das Gelände rund um dem Baum ab und zog dabei immer weitere Kreise. Auf Andrews ungeduldige Fragen reagierte er mit merkwürdig ausweichenden Antworten.
»Ich brauche Zeit«, sagte er brummig und schien regelrecht nervös zu sein, was Andrew bisher bei ihm noch nie bemerkt hatte. Es gab offenbar etwas, was ihn verstörte, worüber er aber nicht reden wollte - zumindest noch nicht. »Und gib mir Nebel und flüssigen Geist!«
Andrew hatte keine Lust, untätig herumzusitzen. Flanagan’s Station lag bloß noch eine gute Reitstunde entfernt, und er beschloss, dem Kramladen von Liam Flanagan einen Besuch abzustatten, in der Hoffnung, dort irgendetwas zu erfahren, was ihm weiterhelfen konnte.
»Ich hoffe, dass du Abbys Spur wiedergefunden hast, wenn ich zurück bin!«, rief Andrew seinem eingeborenen Führer zu.
Baralong warf ihm bloß einen finsteren Blick zu.
Flanagan’s Station war ein lang gestreckter Lehmbau mit Jutesäcken vor den Fenstern und rissigen Wänden, der im Schatten von zwei mächtigen, uralten Eukalyptusbäumen stand. Liam Flanagan, ein bulliger Ire mit kantigem Schädel und Pranken wie Bärentatzen, galt als sein bester Kunde, was den Konsum von Branntwein betraf, und nicht gerade als umgänglicher Zeitgenosse. Dem Umstand, dass es in diesem Gebiet weit und breit keine Konkurrenz gab und sein Laden nahe einer Furt lag, verdankte er, dass er dennoch sein Auskommen fand.
Das Glück war an diesem Tag auf Andrews Seite. Denn wenn Liam Flanagan sich nicht schon früh am Morgen die ersten Becher Branntwein eingeschenkt hätte, wäre er kaum so gesprächig gewesen - und dann hätte Andrew weder von dem Viehhirten erfahren, der vor über zwei Wochen im Schlaf überfallen und seiner Kleidung beraubt worden war, noch von dem Fremden, der mit einem Fuhrwerk vorgefahren war und eine enorme Menge Proviant und Rum gekauft hatte.
Andrew horchte schon auf, als Liam Flanagan von dem Viehhirten und dem derben Spaß erzählte, den sich angeblich seine Kameraden mit ihm erlaubt hatten.
»Natürlich hat das keiner von ihnen zugegeben«, sagte der Krämer mit einem spöttischen Grinsen. »Aber ich kenne Morgans Männer. Das ist eine ganz rauhe Bande.«
Als Andrew dann von dem Fremden mit dem Fuhrwerk erfuhr, der für eine erhebliche Summe Geldes Lebensmittel und Rum sowie Pulver, Blei, Decken und anderes gekauft hatte, da keimte ein Verdacht in ihm auf.
»So einen guten Kunden habe ich schon das ganze Jahr nicht mehr gehabt«, schwärmte der Ire. »Und statt anschreiben zu lassen, wie die meisten anderen meiner Stammkunden, hat er mit barer Münze bezahlt! Dabei sah er gar nicht aus, als hätte er auch nur einen Penny in der Tasche seiner zerlumpten Kleidung.«
»Können Sie sich noch an das Fuhrwerk und die Pferde erinnern?«, fragte Andrew aufgeregt.
»Sicher, der Wagen war ein klobiges Gefährt, aber er hatte ein hübsches Paar Braune vorgespannt. Eins der Pferde ist mir noch gut in Erinnerung geblieben. Es hatte eine sichelförmige Blesse.«
Andrew hegte nun keinen Zweifel mehr, dass es sich dabei um Halstons Wagen und Pferde gehandelt hatte. »Hat er Ihnen gesagt, wohin er wollte?«
»Ja, weiter nach Norden, um dort Ausschau nach gutem Land für eine Farm zu halten. Aber über die Furt ist er nicht, das habe ich gesehen. Sagen Sie, glauben Sie etwa, dass dieser Bursche etwas mit dem Verschwinden Ihrer Frau zu tun hat?«
»Da bin ich mir ganz sicher«, antwortete Andrew, schrieb eine kurze Nachricht an seinen Vater, die Liam Flanagan dem nächsten Reiter, der über den Fluss kam und in Richtung Yulara wollte, mitgeben sollte, und beeilte sich zu Baralong zurückzukehren.
Auf dem Weg zu ihm hatte er Zeit genug, sich zu überlegen, wie die einzelnen Informationen zusammenpassten, und sich eine Theorie zurechtzulegen, die dem wirklichen Geschehen sehr nahe gelangte.
»Es muss ein entlaufener Sträfling gewesen sein, vielleicht waren es die beiden, die in Toongabbee entflohen sind«, sagte er aufgeregt zu Baralong und verdrängte die unwillkürlich aufkommende Erinnerung an das Massaker, das die Soldaten unter den Aborigines angerichtet hatten. »Wer sonst als ein Sträfling kann Interesse an der verschlissenen Kleidung eines einfachen Viehhirten haben? Und wenn es Sträflinge in Sträflingskleidung waren, die den Überfall begangen haben, dann macht Halstons wirres Gerede von den gestreiften Männern auch Sinn. Es waren zwei Braune, die Halstons Wagen gezogen haben, und eines der Pferde hatte eine Blesse! Es kann gar keinen Zweifel geben! Halston konnte dem Sträfling oder den Sträflingen entkommen, aber Abby offenbar nicht. Wahrscheinlich haben sie Abby als Geisel mitgenommen. Was die Spuren und das Blut betrifft, so musst du dich geirrt haben.«
Baralong hatte ihm aufmerksam zugehört und sein finsteres Gesicht hatte sich im Laufe von Andrews Bericht sichtlich entspannt. Doch nun schüttelte er den Kopf.
»Alles kann so sein, wie du gesagt hast, Gubba Andrew, nur nicht das mit deiner Frau«, sagte er. »Ich habe mich nicht geirrt. Die Spuren, denen wir gefolgt sind, gehören zu einem Frauenschuh.«
»Aber du hast doch gesagt, dass du die Spur hier verloren hast«, wandte Andrew ein.
Wieder schüttelte der Eingeborene den Kopf. »Nicht wirklich. Ich ... ich habe neue Spuren gefunden, nicht von Weißgesichtern.«
Andrew hätte nicht überraschter sein können. »Willst du damit sagen, dass Leute von deinem Volk sie gefunden haben?«
»Ich kenne nicht die Sippe, aber so ist es«, bestätigte Baralong und fügte dann nach kurzem Zögern hinzu: »Und sie haben sie mitgenommen.«
»Was?«, fragte Andrew verstört und sah zum ersten Mal, dass Baralong seinem Blick nervös auswich.
Der Eingeborene griff verlegen in seinen zotteligen Bart. »Ja, ich verstehe es selber nicht. Das ist nicht unsere Art, aber die neuen Spuren lassen gar keine andere Deutung zu.«
»Welche neuen Spuren?«, fragte Andrew knapp, der solch eine Möglichkeit nicht einmal im Traum erwogen hätte.
Baralong erhob sich und führte ihn fünfzig Schritte jenseits des Eurahbaumes an eine Stelle, wo verbrannte Erde und Aschereste auf ein Kochfeuer hinwiesen, das hier vor einiger Zeit entzündet worden war.
»Hier, das sind die Schleifspuren von einem coolamon«, sagte Baralong und deutete auf Eindrücke, die um einen Busch herumführten und sich einige Schritte weiter im Gras verloren.
»Was ist ein Coolamon?«
»Eine hölzerne Schale«, erklärte der Eingeborene. »Wir verwenden sie als Kindertragen und Behälter für alle möglichen Dinge. Dies hier ist aber ein besondes großer coolamon, groß genug, um einem Erwachsenen von nicht zu kräftiger Gestalt als Trage zu dienen.«
»Aber woher willst du wissen, dass sie darin meine Frau mitgenommen haben?«
»Das schließe ich aus der Tiefe der Eindrücke. Ich habe auch das ganze Gebiet abgesucht. Die alten Spuren brechen an diesem Lagerplatz meiner Leute ab und nirgends ist ein Leichnam oder ein Grab zu finden. Wer immer sich bis zu diesem heiligen Baum geschleppt hat, ist nicht mit eigener Kraft von diesem Ort verschwunden, sondern auf dem coolamon transportiert worden.«
Andrew wusste nicht, ob ihn diese unerwartete Wendung freuen oder ängstigen sollte. »Weshalb sollten Eingeborene eine verletzte weiße Frau mitnehmen?«
»Ich weiß es nicht«, sagte Baralong ebenso ratlos. »Ich weiß nur, dass es geschehen ist.«
Andrew zwang sich nüchterne Überlegungen fruchtloser Spekulation vorzuziehen. Baralong war der erfahrene Tracker. Auf sein Wort musste er sich verlassen. Und was auch immer der Grund gewesen sein mochte, warum die Aborigines Abby mitgenommen hatten, es nährte seine Hoffnung, dass sie noch am Leben war. Nichts sonst war im Augenblick wichtiger als das. »Und wohin führen die Spuren?«
»Nach Westen.« Baralong wies zu den Bergzügen der Blue Mountains hinüber.
»Also, nichts wie weiter!«, drängte Andrew und war auf eine Art ganz froh, dass die Wahrscheinlichkeit nun dagegen sprach, dass der oder die Sträflinge Abby als Geisel genommen oder gar getötet und irgendwo verscharrt hatten.
Drei Stunden später hob Baralong, der vorweggegangen war, um die im hohen Gras immer wieder abbrechende Spur nicht zu verlieren, jäh seinen Speer und bedeutete Andrew, anzuhalten.
»Steig vom Pferd, Gubba Andrew!«
»Was ist?«, fragte dieser verwundert, denn er sah vor sich nichts weiter als Buschland, das von zahllosen Dickichten durchzogen war. Und wenn ihnen eine Gefahr drohte, warum sollte er dann vom Pferd steigen?
»Eine Sippe der Wonnarua. Dort, bei den Akaziensträuchern. Hier kreuzen sich die Traumpfade der Awabakal mit denen der Wonnarua.«
Andrew sah angestrengt in die Richtung, in die Baralong deutete, und bemerkte nun auch die drei Gestalten, die im Schatten der mannshohen Akaziensträucher standen. Bis auf einen Hüftgurt waren sie nackt und ihre Bewaffnung bestand aus langen Speeren und Bumerangs.
»Haben wir etwas von ihnen zu befürchten?«, fragte Andrew beunruhigt, während er langsam vom Pferd stieg. Er war versucht, zum Gewehr zu greifen, ließ es dann jedoch bleiben.
»Nicht, wenn wir uns so verhalten, wie es bei uns Sitte ist.«
»Ich denke, bei euch gibt es keine Kriege«, hielt Andrew ihm spöttisch vor.
»Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht wehren, wenn wir uns bedroht fühlen.«
»Wie können sie sich von dir bedroht fühlen?«
Baralong warf ihm einen schmerzlichen Blick zu. »Sie fühlen sich nicht von mir bedroht, doch ich bin ihnen fremd, wenn auch auf eine andere Weise als du. Ich lebe schon zu lange unter euch Weißgesichtern und habe zu viel von dem verloren, was ich einmal war. Ich gehöre nicht mehr zu ihnen, wie ich auch nicht zu euch gehöre.«
Mit dieser Antwort offenbarte Baralong ihm für einen kurzen Moment die ganz persönliche Qual und innere Zerrissenheit eines Menschen, der seine vertraute Welt verloren hatte und in der neuen keine Wurzeln schlagen konnte, ja nie schlagen würde, wie sehr er sich auch bemühen mochte.
»Komm, wir müssen ihnen entgegengehen. Und lass die Pferde hier zurück«, sagte Baralong.
Andrew band die Zügel der Pferde an den Ast des nächsten Busches und plötzlich raste sein Herz. »Sind sie es, die Abby gefunden und mit sich genommen haben?«
»Ich weiß es nicht, doch ich glaube nicht. Dafür sind die Spuren viel zu alt und dies kein Ort, wo sich eine Sippe länger als ein paar Tage aufhält.«
Verhaltenen Schrittes gingen sie den drei Aborigines entgegen, die nun aus dem Schatten der Akazien traten. Es waren alte Männer. Über das Gesicht, die Arme, den Brustkorb sowie die Ober- und Unterschenkel waren sie mit Quer- und Längsstreifen bemalt, die von der Farbe her einen starken Kontrast zu ihrer dunklen Haut bildeten.
»Es sind die drei Ältesten ihrer Sippe. Ihr Weißgesichter würdet sie Häuptlinge nennen. Bleib ruhig und zeig ein unbeteiligtes Gesicht«, sagte Baralong leise.
»Ich bin die Ruhe in Person«, murmelte Andrew selbstironisch, denn das genaue Gegenteil war der Fall.
Ein vierter Eingeborener tauchte hinter den drei Männern auf. Auch er trug eine kunstvolle Körperbemalung und gehörte zu den Alten der Sippe. Er hielt frische, grüne Zweige in der Hand.
»Das ist ihr wirrinun.«
»Ihr was?«, fragte Andrew.
»Ihr Medizinmann.«
Sie waren bis auf zwanzig Schritte an die Eingeborenen der Wonnarua-Sippe herangekommen. Baralong legte nun seinen Speer zu Boden. Die drei Männer folgten seinem Beispiel, nahmen die Zweige, die ihnen der Stammeszauberer reichte, und gingen damit auf sie zu.
Andrew bemerkte nun noch mindestens ein halbes Dutzend Gestalten, die sich hinter dem Medizinmann im Schutz der Büsche hielten, Speer bei Fuß, und aufmerksam verfolgten, was dort vor ihren Augen geschah.
Baralong sagte etwas in der Sprache der Eingeborenen und die drei Männer antworteten ihm. Dann erhoben sie ihre Zweige, strichen ihnen unter fremdartigem Gemurmel über Brust und Rücken und gaben die Zweige wieder an den wirrinun zurück. Dieser rannte damit in fast schon panischer Eile hinter die Büsche.
»Was hat das zu bedeuten?«, wollte Andrew wissen, dem die ganze Situation unheimlich war. Er war sich noch nie so wehrlos und ausgeliefert vorgekommen.
»Mit dem Bestreichen haben sie die Ausstrahlungen böser Geister, die in uns sein können, unwirksam gemacht. Jetzt werden die Äste unter einem Haufen heilkräftiger Kräuter vergraben, damit die Kraft der bösen Geister keinen Schaden anrichten kann«, teilte Baralong ihm mit.
Nach dieser Zeremonie führten die drei Häuptlinge und der Medizinmann sie zu ihrem Lager, das sich jenseits der Akazien befand. Andrew sah, dass die Sippe aus etwa zweieinhalb Dutzend Erwachsenen sowie einigen Kindern und Heranwachsenden bestand. Sie hatten wohl gerade erst ihr Lager aufgeschlagen, denn die Kochfeuer waren noch nicht entzündet und erst einer jener primitiven Windschirme aus Zweigen, Rinde und Gras errichtet.
Mit den drei Ältesten und dem Medizinmann hockten sie sich in den spärlichen Schatten des Windschirmes.
»Frag sie nach Abby!« Andrew vermochte seine Ungeduld kaum unter Kontrolle zu halten.
Baralong bedachte ihn mit einem zur Ruhe mahnenden Blick. »Ich habe nicht vergessen, warum ich bei dir bin, Gubba Andrew. Doch bevor man ein Opossum über dem Feuer braten und sein Fleisch verzehren kann, muss man es zuerst einmal ausnehmen und häuten, und das braucht seine Zeit.«
Andrew unterdrückte ein gequältes Aufseufzen und schickte sich in das Unabwendbare.
Das Palaver dauerte und dauerte. Die Nachmittagssonne warf immer längere Schatten und die Frauen entzündeten die Kochfeuer.
Gute anderthalb Stunden waren vergangen, als Baralong sich endlich Andrew zuwandte und sagte: »Es ist so, wie ich es vermutet habe. Eine Sippe vom Stamm der Katajuri hat deine Frau gefunden.«
»Sie lebt also?«, stieß Andrew erregt hervor.
»Das konnten sie mir nicht beantworten. Sie selbst haben keinen Kontakt mit der Sippe gehabt, aber sie haben von einer anderen Gruppe, der sie vor einer Woche begegnet sind, von der Weißgesichtigen gehört«, berichtete Baralong. »Es war von einer schweren Verwundung, einer Schussverletzung die Rede.«
Andrews Freude erhielt augenblicklich einen Dämpfer. »Also stimmt es, dass entlaufene Sträflinge Halston und Abby überfallen haben!«
Baralong nickte. »Ja, darauf deutet wohl alles hin.«
»Wohin haben die Katajuri meine Frau gebracht?«
»Auch darauf konnten sie mir keine genaue Antwort geben. Es heißt, sie sind nach Westen gezogen«, sagte Baralong und folgte dem Beispiel der vier Wonnarua, die sich erhoben. Das Palaver war beendet und sie konnten zu den Pferden zurückkehren.
»Aber sie müssen doch ein Ziel haben«, sagte Andrew ungeduldig, als sie wenig später das Lager der Sippe verließen. »Bei euch richtet sich doch alles nach diesen Traumpfaden, nicht wahr?«
»Das ist richtig«, bestätigte Baralong. »Wir folgen auf unseren Wanderungen den Wegen, die unsere Ahnen in der Traumzeit genommen und uns hinterlassen haben.«
»Und diesen Traumpfaden folgt ihr in einem immer wiederkehrenden Rhythmus, richtig?«
»So ist es.«
»Dann brauchen wir doch bloß den Traumpfaden der Katajuri zu folgen!«
»Das werden wir auch.«
»Und wohin führt der Traumpfad der Katajuri?«, fragte Andrew gespannt.
»Über die Berge, die ihr Blue Mountains nennt.«
Andrew sah ihn ungläubig an. »Das kann nicht dein Ernst sein! Die Blue Mountains gelten als unüberwindlich. Schon viele haben versucht einen Weg über diese zerklüftete Bergkette zu finden, doch noch immer sind sie gescheitert und unverrichteter Dinge zurückgekehrt.«
Baralong lächelte. »Ja, ihr Weißgesichter. Aber die Berge sind nicht unüberwindlich, Gubba Andrew. Sie sind es nie gewesen. Seit der Traumzeit überqueren täglich Wolken und Vögel die Berge - und auch uns Yapa haben die Ahnen viele Wege über die Berge hinterlassen.«
»Hast du die Blue Mountains denn schon einmal überquert?«, wollte Andrew wissen.
»Ich bin dein Tracker und ich werde dich über die Berge führen«, antwortete Baralong schlicht.
Andrew blickte verstört und voller Zweifel zur Bergkette hinüber, die sich im Abendlicht als dunkle und mächtige Barriere in den Himmel erhob. Es erschien ihm unvorstellbar, dass die Aborigines Wege über dieses gewaltige und extrem zerklüftete Massiv kannten und dass er mit Baralong etwas schaffen sollte, was bisher noch keinem Weißen gelungen war. Doch für Abby war ihm kein Wagnis zu groß.