Nachwort

Habe ich mir meine Zukunft vor 25 Jahren so vorgestellt, wie sie heute als Gegenwart mein Leben bestimmt? Sicher nicht. Damals gab es noch keine Smartphones, Tablets, E-Mail, und auch das Internet hat in meinem Leben keine Rolle gespielt. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, was mit meinen Daten geschieht und welcher Anteil meines Lebens eigentlich nur noch virtuell vorhanden ist. Heute denken wir alle über diese Fragen nach, weil sie Teil unseres Lebens geworden sind.

Dieses Buch ist daher nicht als Ergebnis der Überlegungen einer vermeintlichen Kultur-oder Technikpessimistin gedacht, sondern als ein «Denkraum», in dem jeder sich selbst verorten kann. Alle Technologien, die ich beschreibe, sind bereits vorhanden oder zumindest als Möglichkeiten gedacht. Das Szenario, das ich daraus entwickelt habe, ist ein Angebot zum Weiterdenken darüber, was uns Menschen in einer digitalisierten Welt ausmacht und wie wir leben wollen. Schon dadurch, dass wir über die Zukunft nachdenken, gestalten wir sie.

Dafür wünsche ich mir, dass mit diesem Text geschieht, was Roland Barthes als «Tod des Autors» (la mort de l’auteur) beschrieben hat: nämlich dass der Text ein Eigenleben in den Leserinnen und Lesern entwickelt, die ihm im Lesen ihren Sinn geben, ganz unabhängig davon, was ich mir beim Schreiben gedacht habe. Ich wünsche mir, dass er ein Auslöser dafür sein kann, an den aufgeworfenen Fragen weiterzudenken, wie auch immer die Antworten ausfallen mögen.

Für die Entstehung dieses Buches bin ich vielen Menschen zu Dank verpflichtet, die mir in Gesprächen wertvolle Anregungen gegeben haben und Inspiration waren. So danke ich Christian Fieseler, Ijad Madisch, Andreas Schönenberger, Philipp Otto und Thomas Groß für die guten Gespräche. Besonders danke ich dem wunderbaren Team am Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University, darunter vor allem Urs Gasser und John Palfrey, die mir während meines Forschungsaufenthalts viele wertvolle Hinweise gegeben und mir ermöglicht haben, mich in Ruhe und mit Intensität diesem Thema widmen zu können. Hubert Mania danke ich für die Hilfe bei der Übersetzung einiger Teile des Manuskripts vom Englischen ins Deutsche. Bei Uwe Naumann und dem Rowohlt-Team bedanke ich mich für die substanzielle und freundschaftliche Betreuung des Buchs.

Meiner Freundin Anne danke ich dafür, dass sie den Entstehungsprozess des Buches liebevoll und geduldig begleitet hat und mir immer wieder hilft zu verstehen, dass ich nicht in einer Simulation lebe – auch wenn das heute niemand mehr genau wissen kann.

 

Cambridge & St. Gallen, im September 2011