19
In der Höhle des Löwen
Als ich tags darauf erwachte, fühlte ich mich inspiriert. Nach meinem geradezu perfekten Date mit Jamie war ich hochmotiviert, etwas gegen Raymond Jacobs zu unternehmen.
Okay, »inspiriert« war wohl nicht ganz der richtige Ausdruck für das Grauen, das mich packte bei der Vorstellung, Jamie könnte den Link zu dieser vermaledeiten Webseite erhalten. Ich wollte nicht in die Schublade mit der Aufschrift Unerfreuliche Erinnerungen, verdrängen! verbannt werden.
Also eruierte ich im Internet die Adresse der Zentrale von Kelen Industries in Long Beach, schickte sie via E-Mail an mein Treo und suchte dann aus meinem Kleiderfundus das konservativste Kostüm heraus, das ich besaß. Keine tief ausgeschnittenen Blusen, bauchnabelfreien Tops oder atemberaubenden Miniröcke diesmal. Heute war der Inbegriff von Raffinesse und Klasse gefragt. Heute mimte ich die wutschnaubende Unternehmerin, die sich nichts gefallen lässt.
Nachdem ich meinen Range Rover abgeholt hatte, übertrug ich die Adresse aus dem Treo in mein Navigationssystem und nahm mir vor, mich ganz und gar auf die vor mir liegende Begegnung zu konzentrieren. Ab jetzt wurde keine Zeit mehr darauf verschwendet, in Erinnerungen an Jamie oder unseren unglaublichen Kuss zu schwelgen. Obsessives Verhalten hat noch niemandem genützt (es sei denn, bei einer Diät). Je weniger ich an ihn dachte, umso besser.
Doch es fiel mir schwer, meine Gedanken zu zügeln. Zudem zerbrach ich mir den Kopf über meine zahlreichen Probleme. Ich wusste schon gar nicht mehr, worüber ich mir am meisten Sorgen machen sollte.
Da war einerseits die Frage, wie ich meine Tätigkeit vor Jamie verheimlichen sollte. Und noch drängender natürlich die Schwierigkeit, überhaupt meine Tarnung aufrechtzuerhalten, denn sonst konnte ich einpacken.
Zu allem Überdruss war ich am Nachmittag mit einer potentiellen neuen Auftraggeberin verabredet, deren Anliegen wiederum der Grund war, weshalb ich besagte Tätigkeit überhaupt ausübte. Obwohl ich mir allmählich eingestehen musste, dass meine Motivation in letzter Zeit rapide abflaute.
Meine edle Mission, den von Zweifeln geplagten Ehefrauen der Welt Gewissheit zu verschaffen, entwickelte sich zusehends für mich zur Plage.
Bestes Beispiel hierfür: der für nächste Woche anberaumte Test von Sophies Verlobtem Eric. Ich bezweifelte stark, dass ich den Nerv haben würde, die Sache wirklich durchzuziehen.
Die ganze Angelegenheit drohte mir allmählich zu entgleiten, und ich wusste nur noch eines mit Sicherheit: dass ich nicht die geringste Lust verspürte, mich damit auseinanderzusetzen. Ständig kreisten meine Gedanken um die ewig gleichen Fragen, wie ein Autofahrer, der eine Runde nach der anderen in einem Kreisverkehr dreht und rätselt, welche Ausfahrt er nehmen soll. Aber das ist ja das Praktische an einem Kreisverkehr – man kann so lange darin herumkurven, bis man weiß, wohin man will.
Und genau das hatte ich vor.
Während ich über den ungewöhnlich leeren Freeway 405 brauste, zermarterte ich mir das Hirn, wie ich Raymond Jacobs gegenübertreten sollte. Ich zog völlig unbewaffnet in die Schlacht; ich hatte noch nicht einmal einen Termin mit ihm vereinbart. Ich konnte eigentlich nur in sein Büro marschieren und ihm befehlen, diese gottverdammte Domain gefälligst zu sperren.
Toller Plan.
Insgeheim hoffte ich, dass mein bloßes Erscheinen schon Wunder wirken würde. Dass er sich urplötzlich von der gutmütigen Seite zeigen würde, die er sein ganzes Leben lang sorgfältig verborgen hatte. Dass er sich erweichen lassen würde, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür gegen null tendierte.
Konnte ich mit ihm verhandeln? Ihm drohen? Aber womit? Ich hatte nichts gegen ihn in der Hand. Er war bereits bloßgestellt. Es würde wenig nützen, wenn ich mich vor ihm aufbaute und sagte: »Nehmen Sie diese lächerliche Seite aus dem Netz, sonst erzähle ich Ihrer Frau, was Sie getan haben.«
Ich fand es höchst gewöhnungsbedürftig, derart mangelhaft gerüstet zu sein. Mein ganzes Leben beruhte auf dem Motto »allzeit bereit«. Ich war meinen Opfern stets einen Schritt voraus. Hatte immer bereits den nächsten Schachzug geplant. Doch diesmal würde ich mit Sicherheit die Unterlegene sein. Es stand bereits fest, wer aus der heutigen Begegnung siegreich hervorgehen würde – nämlich auf keinen Fall ich.
Mir blieb nichts anderes übrig, als das zu tun, was ich am besten drauf hatte: bluffen.
Am Hauptquartier von Kelen Industries angekommen, fuhr ich mit dem Aufzug in die achte Etage, zog meine Kostümjacke enger und marschierte hoch erhobenen Hauptes in Richtung Empfang. »Ich möchte bitte zu Raymond Jacobs«, verkündete ich mit ausgesuchter Höflichkeit, aber nachdrücklich.
Es hätte mich nicht überrascht, hinter dem Tresen ein vollbusiges Mädel Mitte zwanzig mit rot geschminkten Lippen und platinblondem Haar anzutreffen, das ein tief dekolletiertes Top trug und sich vergeblich beim Playboy beworben hatte. Doch weit gefehlt. Ich wurde knapp von einer molligen Dame Anfang fünfzig begrüßt, die aussah, als würde sie schon bedeutend länger für Kelen Industries arbeiten als Raymond Jacobs. Sie blätterte in einer Frauenzeitschrift und war, nach ihrer sauertöpfischen Miene zu urteilen, ungefähr genauso gern hier wie ich.
»Haben Sie einen Termin vereinbart?«, schnarrte sie und wandte sich dann dem Computer zu, der eine Reihe schriller akustischer Signale von sich gab.
Ich straffte die Schultern. »Nein, aber wenn Sie so freundlich wären, Mr. Jacobs mitzuteilen, dass Ashlyn ihn sprechen möchte, weiß er bestimmt, worum es geht.«
»Tut mir leid«, erwiderte sie ohne eine Spur von Bedauern, »Mr. Jacobs empfängt prinzipiell niemanden ohne Termin.«
Hm. Da musste ich wohl ein bisschen in die Trickkiste greifen. Ich beugte mich mit einem absichtlich breiten Grinsen über den hohen Tresen, sodass sie unwillkürlich zurückwich. Sie schien zu fürchten, ich könnte urplötzlich meine Raubtierzähne ausfahren und ihre Nase anknabbern.
Ich senkte die Stimme zu einem Flüstern. »Ich ziehe Sie nur äußerst ungern in diese unschöne Geschichte mit rein, aber Ihr, äh, Boss, versucht, mir das Leben schwerzumachen, weil seine Frau – die, wie ich annehme, demnächst seine Ex-Frau sein wird – herausgefunden hat, dass er mich in einer Hotelbar in Denver angemacht hat. Und das lasse ich mir nicht bieten.«
Ich lehnte mich nonchalant zurück und atmete tief durch, als hätte ich ihr nur mal eben anvertraut, dass sie etwas zwischen den Zähnen hatte. Sie grinste verschlagen. Na, also. Ich hatte sie richtig eingeschätzt: Typ übellaunige Angestellte, deren einzige Freude im Leben es ist, Zeugin jedes auch nur ansatzweise unerfreulichen Ereignisses im Leben ihres bösartigen, undankbaren Chefs zu werden. Abgesehen von richtig gutem Büroklatsch natürlich.
Meine Enthüllung brachte mir Punkte in beiden Kategorien ein. Sie griff zum Telefonhörer. »Ashlyn, sagten Sie?«, fragte sie gnädig.
Ich nickte mit einem selbstgefälligen Lächeln und wartete ab, während sie etwas ins Telefon murmelte, dann eine Augenbraue hob und sagte: »Mr. Jacobs lässt bitten. Den Gang runter, letzte Türe links.«
Wow. Das ging ja flotter als erwartet. Ich holte tief Luft und ging um den Empfangstresen herum. »Danke.«
»Viel Glück!«, flüsterte sie.
Ich lächelte und streckte die Daumen in die Höhe, dann machte ich mich auf den Weg durch den langen, bedrohlich wirkenden Korridor, der vor mir lag.
Meine Nemesis saß in einem riesigen Schreibtischsessel, sah aus dem Fenster und bellte in ein Schnurlostelefon. »Ihre Zahlen hätten schon gestern bei mir auf dem Tisch liegen sollen!«, schnauzte er seinen unsichtbaren Gesprächspartner an. »Ist mir egal, wie spät es bei Ihnen ist! Hier ist es zehn Uhr vormittags, was bedeutet, dass Sie mehr als zwölf Stunden zu spät dran sind!«
Ah, ja. Raymond Jacobs wie er leibt und lebt. Diese tiefe Stimme, diese massige, einschüchternde Gestalt. Ich dachte an seinen Bestechungsversuch im Augenblick der Wahrheit. In jeder misslichen Lebenslage mit Geld um sich zu werfen, war zwar vermutlich nicht die einzige Taktik, die ihn dahin gebracht hatte, wo er jetzt war, aber sie half ihm garantiert, dort zu bleiben.
Es war äußerst unklug, sich mit Raymond Jacobs anzulegen, das hatte ich gleich gespürt, als ich ihn damals in der Bar in Denver gesehen hatte.
Ich hatte es trotzdem getan.
Weil ich dafür bezahlt wurde.
Und jetzt bekam ich die Rechnung dafür präsentiert.
Ich schloss leise die Tür hinter mir und wartete darauf, dass der Furcht einflößende Mann auf seinem riesigen Stuhl herumwirbelte und mir seine hässliche Visage zuwandte.
Als er es schließlich tat, huschte ein wissendes Grinsen über sein Gesicht. Es war geradezu unheimlich. Als hätte er seit Tagen nur darauf gewartet, dass ich durch diese Tür trat. Damit er seine Revanche bekam. Denn er wusste genauso gut wie ich, dass er mir diesmal mehrere Schritte voraus war.
»Ah. Ich hatte gehofft, dass du vorbeischauen würdest.« Ich war ihm direkt dankbar, dass er sich bloß im Sessel zurücklehnte und keine Anstalten machte, sich zu erheben, um mich zu begrüßen. Je größer die Entfernung zwischen uns war, desto besser.
Ruhig bleiben, sagte ich mir. Nur keine Emotionen zeigen. Er durfte nicht merken, wie sehr er mir zusetzte. Ich musste ihm deutlich signalisieren, dass ich nicht klein beigeben würde, obwohl mir viel eher danach war, mich für den Rest meines Lebens unter seinem Schreibtisch zu verkriechen.
Mein Ziel war es, möglichst viel in Erfahrung zu bringen. Im Augenblick konnte ich nicht gewinnen. Ich benötigte mehr Informationen, einen Einblick in das Spiel, damit ich nach Hause gehen und mir eine neue Strategie zurechtlegen konnte.
Er musterte mich von Kopf bis Fuß, ließ den Blick seiner perversen kleinen Schweinsaugen über meinen Körper gleiten. »Ashlyn, soweit ich mich entsinne.«
Ich lächelte kühl und ließ mich auf dem Sofa nieder, das gegenüber von seinem Schreibtisch stand. »Gutes Gedächtnis.«
»Natürlich ist das nicht dein richtiger Name...«, sagte er lauernd.
»Lassen Sie uns gleich zur Sache kommen«, unterbrach ich ihn in einem Tonfall, wie man ihn aus alten Schwarz-Weiß-Krimis kennt.
Er grinste mich mitleidig an. »Mach dir mal keine falschen Hoffnungen, Schätzchen. Die Webseite bleibt bestehen.«
Ich erwiderte sein herablassendes Lächeln. »Selbstverständlich.«
Raymond gluckste. Die Situation erheiterte ihn sichtlich.
»Ich hatte gar nicht vor, mich darüber zu beschweren. Im Gegenteil – ich fühle mich geehrt, dass Sie so viel Zeit und Geld investiert haben, um mich zu outen. Die Bilder von mir sind ja höchst schmeichelhaft. Sie müssen mir unbedingt den Namen des Fotografen verraten, vielleicht kann ich ihn ja für ein paar PR-Maßnahmen engagieren.«
Raymond lächelte erneut und zeigte mit dem Finger auf mich. »Sie sind ganz schön kess, nicht?«
»Wenn Sie das sagen. Sie sind doch jetzt der Mann mit den Insiderinformationen.«
Er versuchte, mich mit Blicken in die Knie zu zwingen, doch ich hielt tapfer dagegen. Kein Blinzeln, kein Wanken, kein Hinweis darauf, dass ich im Grunde nichts in der Hand hatte. Aber alles zu verlieren.
»Ganz schön bitter, nicht?«, fragte er schließlich.
Ich tat, als würde ich ernsthaft über seine Frage nachdenken, als könnte die Lösung zu einem der größten Rätsel des Lebens dahinterstecken. In Wahrheit jedoch überlegte ich fieberhaft, wie mein nächster Schritt aussehen sollte. Ich brauchte Antworten auf meine Fragen. Wie hatte er mich gefunden? Wer hatte die Fotos geschossen? Wie viel wusste er wirklich über mich? »Ich muss zugeben, ich bin beeindruckt«, räumte ich ein. »Es ist nicht einfach, mich aufzuspüren. Ich bin überrascht, dass Ihre Spione mich überhaupt ausfindig gemacht haben.«
Raymond schnaubte. »So schwierig war das nun auch wieder nicht. Du gibst dir zweifellos größte Mühe, deine Spuren zu verwischen, damit es zu keinen unangenehmen Begegnungen mit Leuten wie mir kommt. Tja, ich wusste zwar nicht, wo du deine Lebensmittel einkaufst oder wo du dir diese hübschen Kostüme besorgst. Aber nachdem du damals so jäh aus meinem Hotelzimmer verschwunden bist, wusste ich, wem du schon sehr bald einen Besuch abstatten würdest.«
Noch während ich seinen unheilvollen Worten lauschte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Nicht zu fassen, dass ich nicht schon eher darauf gekommen war! Und das bei all meinen Vorsichtsmaßnahmen – Geheimnummer, Umwege, vorgetäuschte Jobs. Er hatte mich von dem Augenblick an verfolgt, als ich seinen Grund und Boden betreten hatte. Während ich in seinem Haus seine Frau in den Arm genommen und mit Kleenex und aufmunternden Worten getröstet hatte, war Raymonds vermaledeiter Spitzel draußen herumgeschlichen und hatte sich mein Autokennzeichen notiert – und weiß der Geier was noch alles. Es war beinahe zu ausgefuchst, um mich über meine Naivität zu ärgern. Beinahe.
»Clever«, presste ich hervor, obwohl mir das Herz bis zum Hals schlug. »Und, wen bestechen Sie lieber, das FBI oder die KFZ-Zulassungsstelle?«
Ich erntete ein Kopfschütteln. »Ein Magier verrät niemals seine Tricks.«
Meine Gedanken rasten. Wenn er sich Zugang zu der Datenbank der Zulassungsbehörde verschaffen konnte, dann wusste er so gut wie alles über mich. Diese Daten waren geschützt. An die kam man nicht mit einer einfachen Google-Suche heran. Vermutlich hatte er einen Informanten in der Regierung. Was mich nicht überraschte. Die wenigsten Geschäftsleute, die man in meinem Business kennenlernt, haben eine blütenweiße Weste.
Ich musste seine Achillesferse ausfindig machen, und zwar dringend. Ich brauchte irgendetwas, das ihn verwundbar machte. Aber er bot mir keinerlei Angriffsfläche.
Also musste ich raten.
»Was ist mit Ihrer neuen Freundin? Ich bin sicher, sie wäre begeistert, wenn sie Wind von der Sache bekäme.«
Wieder lachte er nur, diesmal laut und voller Verachtung. »Es gibt keine neue Freundin, Schätzchen. Bloß eine Ex-Frau, einige sehr hohe Honorarforderungen von diversen Anwälten und eine ziemlich teure Scheidung. Und das alles verdanke ich dir.«
Schluck. Ich saß in der Falle. Ich konnte nicht das Geringste unternehmen. Ich musste gehen und mir eine neue Strategie zurechtlegen. Bestimmt würde mir mit der Zeit etwas einfallen. Ich musste diesem Mistkerl das Handwerk legen!
»Nun, dann will ich mal nicht länger stören«, flötete ich und griff nach meiner Tasche. »Klingt, als hätten Sie eine Menge um die Ohren.«
In diesem Augenblick erhob sich Raymond und kam auf mich zu. Ich fühlte mich winzig angesichts der hünenhaften Gestalt, die über mir aufragte und dann so gefährlich nahe neben mir Platz nahm, dass mir mulmig wurde.
Ich spürte seinen Atem auf meiner Haut, als er sich zu mir beugte. Am liebsten wäre ich zurückgewichen, doch ich verzog keine Miene, blieb ganz gelassen, selbstsicher, beherrscht. Ich durfte ihm auf keinen Fall zeigen, welche Wirkung er auf mich ausübte. Diese Genugtuung gönnte ich ihm nicht.
Dabei hatte ich keine Ahnung, was nun kam. Ich wusste nicht, was er sagen würde oder welche Trümpfe er noch im Ärmel hatte.
Sein Ausdruck wurde eine Spur freundlicher, als er jetzt noch näher rückte und mir die Hand auf den Oberschenkel legte. »Wir hatten noch gar keine Gelegenheit, zu Ende zu bringen, was wir damals im Hotel angefangen haben«, murmelte er.
Ich hätte beinahe nach Luft geschnappt. Ich traute meinen Ohren nicht. Hatte ich richtig verstanden, was er da gerade angedeutet hatte?
Ich kam mir schrecklich klein und verloren vor, wie ich dort neben ihm auf der roten Ledercouch in seinem riesigen Büro saß. Ich kniff die Augen zusammen und versuchte, sämtliche verfügbare Kräfte aus meinem tiefsten Innersten zu mobilisieren.
»Ich bin ein vernünftiger Mensch. Ich würde eventuell mit mir handeln lassen.« Sein Tonfall war sanft, beinahe freundschaftlich. Doch darunter brodelte die Wut. Empörung und Rachedurst ergossen sich aus seinen Augen und brannten sich in meine Haut. Seine Hand glitt höher. »Ich könnte mich dazu überreden lassen, meine Spitzel zurückzupfeifen.«
Ich sah auf seine Finger hinunter, die dem Rocksaum bereits gefährlich nahe gekommen waren. Sie fühlten sich an wie Tausende winzige Spinnen, die über meine Haut krabbelten, weckten in mir den Drang, kreischend aufzuspringen und sie hastig, angeekelt wegzuwischen.
Ich wusste genau, was ich tun musste.
Und nun war der richtige Zeitpunkt dafür gekommen.
»Sie sind widerlich«, stieß ich hervor, fegte Raymonds abstoßende Hand von meinem Bein und erhob mich, um mit meiner Tasche unter dem Arm und meinem Selbstbewusstsein im Schlepptau zur Tür zu stürmen.
Ich hatte die schwere Holztür bereits einen Spalt geöffnet und wollte gerade den ersten Schritt in die erlösende Freiheit tun, als er noch einmal den Mund aufmachte. Und das, was er nun sagte, war weit schlimmer als alles zuvor. »Ich frage mich, was deine Mutter davon halten würde, wenn sie erfährt, womit du dir deinen Lebensunterhalt verdienst.«
Ich erstarrte, die Hand auf dem Knauf, einen dicken Kloß im Hals und im Gesicht einen Ausdruck blanken Entsetzens, als mir die unerwartete Komplexität der Situation klar wurde.
»Vor allem, nachdem ihre Ehe ein so bemerkenswert ähnliches Schicksal ereilte wie die meine«, fuhr er fort und lehnte sich zurück. Er genoss es sichtlich, die Oberhand zu haben.
Ich kniff erneut die Augen zu, viel fester noch als vorher. Spürte, wie das Gewicht der ganzen Welt schwer auf meinen Schultern lastete.
So war das nicht geplant gewesen. Ich hatte vorgehabt, mit triumphierender Entschlossenheit vondannen zu ziehen, nicht ohne ihn noch zu warnen, er solle sich vorsehen, denn auch ich hätte noch einige Trümpfe auf Lager, und er würde schon bald am eigenen Leib erfahren, wozu ich fähig sei. Damit hatte ich die Tür hinter mir zuknallen und ihn am Boden zerstört zurücklassen wollen.
Doch ich war weit davon entfernt, zu triumphieren.
Und er alles andere als am Boden zerstört.
»Na, was denkst du wohl, wie würde sie reagieren... Jennifer Hunter?« Meinen Namen aus seinem Mund zu hören, war, als würde er mit den Fingernägeln über eine Schultafel kratzen. Der Abscheu ließ mich am ganzen Körper schaudern.
Mit einem Schlag offenbarte sich, wie niederträchtig er wirklich war, wie viel er wirklich wusste. Und wie weit er gehen würde, damit ich genauso viel leiden musste wie er. Damit mein Leben ruiniert war, genau wie seines. Erst jetzt wurde mir klar, dass für mich weit mehr auf dem Spiel stand als ursprünglich angenommen.
Ich drückte die Tür langsam wieder zu und kehrte zurück in das düstere Verlies, in dem mich mein moralisch verkommener Gegenspieler gefangen hielt.
 
Als ich mich am späteren Nachmittag auf den Weg zu meinem nächsten Termin machte, konnte ich meiner scheinbar endlosen Liste von Dingen, über die ich zurzeit nicht nachdenken wollte, einen weiteren Posten hinzufügen. Auch diese letzte unerwartete Wendung würde ich wohl oder übel ein andermal verarbeiten müssen. Was sich heute in Raymond Jacobs’ Büro abgespielt hatte, war nur eines von vielen Ereignissen, mit denen ich mich einstweilen nicht auseinandersetzen konnte. Aber in letzter Zeit bekam ich ja richtig Übung darin, Erinnerungen bis auf Weiteres wegzusperren.
Es gab viel zu tun, jede Menge andere Frauen, die meine Hilfe benötigten. Und ich würde sie ihnen nicht verwehren. Das hatte ich mir vorgenommen, und davon würde ich mich nicht abhalten lassen – auch nicht von irgendwelchen ekelhaften, machthungrigen Industriellen, die sich und ihre Übeltaten in düsteren Büros versteckten.
Unterwegs hielt ich an der nächstbesten Autowerkstatt und überredete einen sehr skeptischen Mechaniker, meinen Range Rover nach Wanzen und Mini-Sendern zu durchsuchen. Zu meiner Erleichterung fand er nichts dergleichen. Ich stand also nicht unter permanenter Überwachung durch Jacobs’ Spitzel.
Dann ließ ich mich von meinem Navigationssystem in den verschwiegenen Topanga Canyon dirigieren, der sich etwa eineinhalb Stunden entfernt auf der Höhe von Malibu Beach in den Santa Monica Mountains befindet. Sarah und Daniel Miller, die potenziellen neuen Nutznießer meiner einzigartigen Dienstleistung, wohnten in einem abgelegenen Haus inmitten eines Pinienwäldchens, das über eine lange, gewundene Zufahrtsstraße zu erreichen war.
Eine groß gewachsene, elegante Lady in einem rosaroten Kostüm à la Jackie O. öffnete mir die Tür. »Ashlyn, wie ich annehme?« Ich hätte beinahe gelacht, so künstlich proper und prüde wirkte sie mit ihrem perfekt frisierten Bob. Als hätte man sie engagiert, um die Rolle der selbstgefälligen Gemahlin eines bekannten Politikers zu spielen.
Ich zwang mich, ernst zu bleiben. »Ganz recht.«
»Bitte, treten Sie ein«, sagte sie freundlich und hielt mir die Tür auf. »Kann ich Ihnen eine Tasse Tee oder Kaffee anbieten?«
Das musste ein Scherz sein. War ich womöglich einem Fernsehsender auf den Leim gegangen? Ich hielt unauffällig nach einer versteckten Kamera Ausschau. Ich hatte ja schon einiges erlebt, aber dieser Typ Frau war mir noch nie untergekommen. War der nicht 1962 ausgestorben? Es kam mir vor, als hätte ich einen Gastauftritt in dieser Story mit den Androiden-Hausfrauen. Nein. Ich hatte das Buch gelesen und beide Filme gesehen – die Frauen von Stepford wären nie und nimmer darauf gekommen, einen Treuetest zu veranlassen.
»Nein, vielen Dank.«
»Vielleicht einen Muffin, frisch aus dem Ofen?«
Ich unterdrückte ein Kichern. »Auch nicht, danke sehr.«
»Nun, gut«, sagte sie leise. »Setzen wir uns doch ins Wohnzimmer.«
Ich folgte ihrer schlanken Gestalt nach nebenan. Das makellos saubere Haus wirkte gespenstisch leer und unbelebt. Keine Fotos, keine Katzenhaare, keine schmutzigen Socken oder Spielsachen, die die Kinder liegen gelassen hatten. Nicht einmal eine Staubsaugerspur auf dem Teppich. Höchst eigenartig. Wohnte hier überhaupt jemand?
»Ein wunderschönes Haus«, bemerkte ich in der Hoffnung, aus ihrer Reaktion irgendwelche Schlüsse ziehen zu können.
»Vielen Dank«, entgegnete sie, ohne sich umzudrehen. »Wir fühlen uns auch sehr wohl hier.« Fehlanzeige.
»Wie lange wohnen Sie denn schon hier?«, erkundigte ich mich. Zwei Wochen? Zwei Stunden? Wir ziehen gerade erst ein?
»Ungefähr drei Jahre«, sagte sie mechanisch, als würde sie die Antwort aus einem Drehbuch ablesen, und bedeutete mir, auf dem Sofa Platz zu nehmen.
Dann setzte sie sich mir gegenüber, die Beine sittsam geschlossen, die Hände im Schoß gefaltet, und lächelte mich freundlich an.
Ich gab mir größte Mühe, ihr Lächeln zu erwidern. Ihr Verhalten schien mir höchst untypisch für eine Frau, die im Begriff war, eine Treuetesterin zu beauftragen. Tja, die Menschen legen eben hin und wieder ein seltsames Benehmen an den Tag – insbesondere die verheirateten.
»Ich mache mir schreckliche Sorgen wegen meines Mannes«, begann sie leichthin. »Wir sind jetzt seit zehn Jahren verheiratet und waren immer sehr glücklich, aber in letzter Zeit ist er so anders. So distanziert und reserviert. Als wäre er weit weg, in seiner eigenen Welt. Wir haben sogar aufgehört, Liebe zu machen.«
Ich unterdrückte ein weiteres unangebrachtes Kichern und biss mir auf die Lippe, um meine ernste Miene beizubehalten. Die Situation war ganz und gar nicht zum Lachen. Wie sähe es aus, wenn ich plötzlich losgackern würde, während mir eine Auftraggeberin ihre Eheprobleme schildert! Ich würde jegliche Glaubwürdigkeit einbüßen. Aber in diesem Fall musste ich mich sehr zusammenreißen.
Unsensibler Trampel, schalt ich mich im Stillen. Musste daran liegen, dass ich in letzter Zeit so unter Druck stand. »Ich verstehe Ihre Sorge nur zu gut, Mrs. Miller.«
»Eine Freundin hat mir anvertraut, Sie würden einen sogenannten ›Treuetest‹ durchführen. Könnten Sie das bitte etwas näher ausführen?«
Ich erklärte ihr das Prozedere – die Wahl eines geeigneten Ortes, mein Honorar, die Erstattung der Spesen, und so weiter. Sie hörte mir aufmerksam zu. »Es kommt also nicht zum Verkehr?«, fragte sie schließlich.
»Nein. Es geht ausschließlich darum, ihm die Absicht zur Untreue nachzuweisen.«
»Machen Sie da auch mal eine Ausnahme?«, erkundigte sie sich eifrig.
Was für eine Frage – und ausgerechnet von ihr! Sie schien ja förmlich erpicht darauf, dass ich mit ihrem Ehemann schlief. Höchst befremdlich. Bisher war es meinen Klientinnen stets mehr als recht gewesen, wenn es nicht zur letzten Konsequenz kam.
Ich räusperte mich. »Nein.« Mehr fiel mir dazu nicht ein.
»Verstehe. Fragen kann man ja. Ich möchte wirklich mit hundertprozentiger Sicherheit wissen, ob mich mein Mann betrügen würde.«
Ich zwang mich zu einem Lächeln. »Das kann ich nachvollziehen, Mrs. Miller. Aber glauben Sie mir, bei meiner Verfahrensweise sind Zweifel praktisch ausgeschlossen. Der Test wird erst im allerletzten Moment abgebrochen.«
Sie nickte. »Ja, ja, natürlich. Also gut, ich würde die Sache gern so schnell wie möglich über die Bühne bringen. Ich bin bereit, Ihnen einen Bonus zu bezahlen, wenn Sie den Test morgen Abend durchführen.«
Zum ersten Mal seit ich Raymond Jacobs Büro verlassen hatte, fiel mir Jamie wieder ein. Morgen Abend war unser zweites Date, und ich konnte mir keinen besseren Grund vorstellen, um Mrs. Miller einen Korb zu geben. »Tut mir leid, aber da bin ich bereits anderweitig verplant.«
»Wie wär’s dann mit Montagabend?«, fragte sie hastig. Die Gute konnte es ja wirklich kaum erwarten. »Da ist Daniel im Hotel W verabredet, eine gute Gelegenheit also.«
Ich zögerte. Normalerweise lasse ich zwischen der Erteilung des Auftrages und dem Test mindestens eine Woche verstreichen. »Nun...«
»Ich würde Ihr Honorar verdreifachen.«
Ich musterte sie erstaunt. Diese Frau hatte definitiv nicht alle Tassen im Schrank, und sie benötigte dringend eine ordentliche Dosis Realitätssinn. Trotzdem war ich versucht, ihr Angebot anzunehmen. Ich konnte das Geld vielleicht noch gut gebrauchen – zum Beispiel, wenn ich wegen Raymond Jacobs demnächst arbeitslos war.
Also nickte ich.
»Hervorragend«, sagte Mrs. Miller. »Mein Mann wird sich in der Hotelbar mit einigen Geschäftspartnern treffen, und danach bleibt er gern noch auf einen Drink sitzen, um sich zu entspannen und die Details der vorangegangenen Besprechung zu verdauen, ehe er nach Hause kommt.«
Ich machte mir eine entsprechende Notiz. »Okay. Könnten Sie mir vielleicht ein Bild von Ihrem Mann borgen?«
»Natürlich.« Sie erhob sich, öffnete behutsam die Schublade des Beistelltischchens und entnahm ihr ein Foto im DIN-A-5-Format. Abgesehen davon war die Schublade leer. Nicht ein einziger anderer Gegenstand befand sich darin. Ich starrte neugierig auf die geöffnete Schublade, bis sie sie wieder schloss und mir das Foto reichte.
Das Gesicht auf dem Bild schien mir irgendwie vertraut, obwohl ich ziemlich sicher war, dass ich dem Mann noch nie begegnet war.
»Stimmt irgendetwas nicht?«
Ich schüttelte den Kopf. »Nein, nein. Ihr Gatte sieht bloß einem Bekannten von mir ähnlich.«
»Ah.« Sie lächelte, als hätte sie das nicht zum ersten Mal gehört.
»Was macht Mr. Miller denn beruflich?«
Die Frage war ihr sichtlich unangenehm, denn sie rutschte ein wenig in ihrem Sessel herum, was ganz und gar nicht zu ihrem sonst so unergründlichen Verhalten passen wollte.
»Nun, ehrlich gesagt...« Sie zupfte sich am Ohrläppchen; auch das eine reichlich untypische Geste für sie. Als würde ausgerechnet diese Frage sie nervös machen. »... befindet sich mein Mann gerade in einer beruflichen Umbruchsphase.«
Ich nickte und notierte mir auch das.
»Er wurde kürzlich entlassen und ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Ich nehme an, genau darum geht es bei dem Meeting am Montagabend.«
»Verstehe«, sagte ich, ohne aufzublicken.
»Aber sprechen Sie ihn um Himmels willen nicht darauf an!«, stieß sie hervor.
Ich fuhr vor Schreck über diesen unerwarteten Gefühlsausbruch zusammen, sodass mein Stift einen hässlichen schwarzen Strich quer über die halbe Seite zog. »Okay«, sagte ich vorsichtig. »Ich werd’s mir merken.«
Diese Frau war eindeutig ein Fall für die Klapsmühle. Wenn sie so darauf bedacht war, die Gefühle ihres arbeitslosen Ehemannes nicht zu verletzen, warum wollte sie dann ausgerechnet jetzt seine Treue auf die Probe stellen? Nicht gerade gutes Timing, oder?
Wir besprachen noch einige letzte Details, dann kam ich wie üblich auf mein Honorar und meinen Spesenvorschuss zu sprechen, worauf sie sich mit einem eifrigen Nicken erhob und zu einem dunklen Sekretär in der Ecke ging.
Wieder zog sie eine ansonsten leere Schublade auf und entnahm ihr einen großen weißen Umschlag mit einem dicken Bündel Hundert-Dollar-Noten. »Ich nehme an, Bargeld ist für Sie in Ordnung?«, fragte sie, während sie die vereinbarte Summe abzählte.
Ich beobachtete sie mit weit aufgerissenen Augen.
Sie sah zu mir herüber. »Oder doch nicht?«
Ich nickte, unfähig, ein Wort zu sagen. Ich erhielt also das Dreifache des üblichen Honorars – in bar! Und das Geld kam aus einer praktisch leeren Schublade in einem praktisch leeren Haus.
Ich akzeptiere ausschließlich zwei Arten von Zahlungsmitteln: Bargeld und Barschecks. Die meisten meiner Klienten entscheiden sich für die sichere, saubere Variante, die weniger nach Drogendeal aussieht. Aber nach dem verbliebenen Stapel Banknoten in Mrs. Millers Umschlag zu urteilen, wäre sie durchaus in der Lage gewesen, weit mehr als das Dreifache meines üblichen Honorars zu berappen. Wer hat so viel Bargeld zu Hause herumliegen?
Allmählich fragte ich mich, ob Mr. Millers letzter Job, den ich auf keinen Fall erwähnen sollte, vielleicht zufällig mit dem Ablegen von Kleidungsstücken oder dem Einschleusen illegaler Immigranten zu tun hatte.
Als ich das Geldbündel entgegennahm, konnte ich mich des Eindruckes nicht erwehren, ein unmoralisches Geschäft getätigt zu haben. Als würde ich mein Honorar dafür kassieren, dass ich ein schmutziges Geheimnis kannte – und für mich behielt. Kein gutes Gefühl.
Ich versuchte, es abzuschütteln. Zugegeben, Sarah Miller war etwas sonderbar, aber wenn sie es vorzog, mich bar zu entlohnen, dann musste ich das respektieren.
Trotzdem war ich erleichtert, als ich einige Minuten später meine Siebensachen eingesammelt und diesem rätselhaften Stepford/Twilight-Zone-Heim den Rücken gekehrt hatte.
Ich setzte mich in meinen Wagen und lehnte erschöpft den Kopf an die Nackenstütze. Endlich ging dieser lange Tag zu Ende. Doch während ich dem gewundenen Weg durch den Canyon und später den vertrauten, schnurgeraden Straßen von Westside Los Angeles folgte, wurde mir zunehmend klar, dass mein Arbeitstag damit zwar offiziell vorüber war, aber meine Probleme sich deshalb nicht einfach in Luft auflösen würden.
Der Gedanke an meine leere Wohnung, an die vorwurfsvolle Stille, die mir dort entgegenschlagen würde, kam mir schier unerträglich vor. Ich fuhr nicht nach Hause. Es gab nur einen Menschen, den ich jetzt sehen wollte.
 
»Hey, Jen. Was für eine nette Überraschung.« Sophie begrüßte mich in Schlabberjeans und T-Shirt. »Was ist denn los?«, fragte sie, als ihr meine bekümmerte Miene auffiel.
»Wie viel Zeit hast du?« Ich war auf einmal sehr froh darüber, dass meine beste Freundin eingeweiht war, denn auf diese Weise hatte ich die Gelegenheit über etwas sprechen, über das ich noch nie in meinem Leben hatte sprechen können.
Sie sah auf die Uhr und zuckte die Schultern. »So viel du willst.«
Ich trat ein, ließ meine Tasche auf das Beistelltischchen fallen und sank mit einem verzweifelten Seufzer auf die Couch.
»Gut. Weil zur Abwechslung nämlich ich eine Sitzung brauche. Und ich wage, zu bezweifeln, dass mein Problem in irgendeinem schlauen Buch zu finden ist.«
Treuetest - Brody, J: Treuetest - The Fidelity Files
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