Zweites Kapitel
Angsterfüllt stieg Abby zwischen Elliot Cox und dem fettleibigen Gefängniswärter die steile Treppe hoch. Oben angelangt wusste sie, warum Danesfield es vorgezogen hatte, sie nicht bis in den Kerker zu begleiten. Der Gestank, der ihr schon an der äußeren Gittertür entgegenschlug, war Ekel erregend.
»Du wirst dir mit einem unserer anderen Gäste ein Bett teilen müssen, denn wir sind zur Zeit ein bisschen überbelegt«, sagte Cecil Boone spöttisch. »Aber das hat auch den Vorteil, dass die Auswahl an netter Gesellschaft umso größer ist.« Er lachte, als hätte er einen besonders gelungenen Scherz gemacht, und führte sie in den linken Trakt.
Abby hätte um ein Haar ihre äußere Fassung verloren, als sie Augenblicke später vor der Gitterwand des schmutzstarrenden Kerkers stand, in den Cecil Boone sie gleich einschließen würde. In dem Raum wimmelte es nur so von Frauen jeden Alters. Es mussten über zwei Dutzend sein! Hier und da sah sie zwischen den abgerissenen Gestalten auch eine recht ordentlich gekleidete Frau. Das verfilzte Haar und der Dreck, der an ihren Kleidern klebte, war jedoch allen Insassen gemeinsam, da sie in dieser drängenden Enge wohl nichts dagegen tun konnten.
An den Wänden standen hölzerne Plattformen von zwei Fuß Breite und etwa drei Fuß Länge, auf denen jeweils nur zwei Personen liegen konnten. Allerdings zählte Abby insgesamt nur acht dieser Pritschen. Das bedeutete bei der Anzahl an Gefangenen, dass sich nur etwa die Hälfte von ihnen zur selben Zeit hinlegen konnte.
»Eine Neue!«, schrie plötzlich jemand und alles drängte lärmend ans Gitter.
»Zurück, verdammtes Pack! Weg vom Gitter oder es setzt was!«, brüllte Cecil Boone und schlug mit der Peitsche zwischen die Gitterstäbe.
Eine solche Peitsche, auch neunschwänzige Katze genannt, bestand aus neun Schnüren, die jeweils vier Fuß lang und recht dick waren. Jeder »Schwanz« hatte sieben Knoten, die bei Auspeitschungen die Schmerzen erhöhten und die Haut eher aufplatzen ließen, und an seinem Ende entweder gewachste Spitzen oder Drahtspitzen.
»Habt ihr es auf den Ohren? Zurück oder ich setze euch für eine Woche auf halbe Ration! Ich zähle bis drei! Wenn bis dahin auch nur eine von euch näher als drei Schritte am Gitter steht, könnt ihr euch aufs Fasten und Dürsten einstellen!«
Mit einer Mischung aus Murren, abfälligem Gelächter und ärgerlichen Rufen wichen die Frauen gute drei Schritte von der Gitterwand zurück, ohne dabei jedoch die Augen von der Neuen zu nehmen. Und so manches harte Augenpaar blieb mit begierigem Blick an dem flickenlosen Kleid oder dem soliden Schuhwerk hängen, das Abby an den Füßen trug.
»Herhören!«, brüllte Cecil Boone und ließ die Schnüre der neunschwänzigen Katze noch einmal auf das Gitter klatschen, um sich Gehör zu verschaffen. »Ich bitte um eure Aufmerksamkeit, Ladys!«
Das Stimmengewirr verstummte.
»Das hier ist Abby Lynn Chandler, eure neue Gefährtin. Sie ist, wie ihr seht, in anderen Umständen. Ich bin sicher, ihr werdet sie mit offenen Armen in eurer Mitte aufnehmen«, höhnte er, wusste er doch nur zu gut, was eine Neue im Kerker erwartete. »Behandelt sie anständig, sonst bekommt ihr vielleicht Ärger mit ihrem Mann, dem freien Siedler Andrew Chandler.«
»Das zarte Täubchen ist bei uns in den besten Händen, Cecil-Schatz!«, rief eine hagere Rothaarige, deren strohiges Haar wie von Motten zerfressen schien. Auf ihrer linken Wange prangte ein fetter, eiternder Furunkel. »Du kannst sie uns unbesorgt überlassen.«
»Ja, du sagst es, Liz! Wir werden die Kleine so innig hegen und pflegen, als wäre sie unser eigen Fleisch und Blut! «, warf eine vollbusige Frau ein, die mit der Rothaarigen in der vordersten Reihe stand. Ihr aufgedunsenes Gesicht mit den zahlreichen geplatzten Äderchen unter der Haut verriet sie als haltlose Säuferin.
»Du hast wohl vergessen, dass du dein eigen Fleisch und Blut ersäuft hast, weil es zu sehr geschrien und dich bei dem Liebesstündchen mit einem deiner Freier gestört hat, Tilly Briggs ! «, rief jemand von hinten und Abby sah, dass es sich um eine recht kräftige Frau mittleren Alters mit schwarzem Haar handelte. »Deshalb hat man dich doch nach Australien verbannt, wenn ich mich recht erinnere. Schade, dass du so billig um den Strick herumgekommen bist. Aber vielleicht haben wir ja bald mehr Glück, wenn du im Suff noch einmal zum Messer greifst und dann besser triffst.«
»Ach, halt doch dein irisches Maul, Rosalyn!«, blaffte Tilly Briggs. »Sonst wickle ich dir deinen idiotischen Rosenkranz gleich so eng um den Hals, dass du nicht mehr länger zu deinen bescheuerten Heiligen und der Gottesmutter zu beten brauchst, sondern ihnen gleich die Hand schütteln kannst – wenn denn in der Hölle Besuch erlaubt ist!« Beifall heischend sah sie sich um.
Unsicheres Gelächter kam auf. Es klang jedoch alles andere als belustigt, sondern mehr danach, als zollten viele Frauen diesem Schandmaul Tilly Briggs nur widerwillig und aus Angst den geforderten Beifall.
»Das wirst du schön bleiben lassen oder ich schneide dir mit der Neunschwänzigen das Fleisch von den Knochen, Tilly! Und das gilt auch für dich, Liz Farlow!«, drohte Cecil Boone. »Und du, Rosalyn Finnegan, du wirst deinen Schlafplatz mit der Neuen hier teilen!«
»Ich hoffe, dir bleibt der nächste Fettkloß im Hals stecken, auf dass es schön langsam mit dir zu Ende geht«, antwortete Rosalyn Finnegan mit kalter Verachtung.
Cecil Boone machte eine obszöne Geste in ihre Richtung und wandte sich zu Abby um, die mit blassem Gesicht an der rissigen Lehmwand stand.
»So, du musst jetzt selbst zusehen, wie du hier klarkommst.
Aber ich gebe dir einen guten Rat: Zeig bloß keine Angst, sonst bist du bei diesem Gesindel sofort erledigt!«, zischte er ihr als Warnung zu. »Eine Schlangengrube ist gegen diese verkommene Brut so harmlos wie ein Raum voll frommer Betschwestern! Also zeig, dass du Haare auf den Zähnen hast, andernfalls hast du gleich bei ihnen verschissen. Notfalls halte dich an Rosalyn Finnegan. Sie ist zwar eine verdammte Irin und kratzbürstig wie ein Stachelschwein, aber sonst ist sie ganz in Ordnung – und was in deinem Fall noch wichtiger ist: Sie weiß sich gegenüber Tilly und Liz zu behaupten!«
Abby bekam vor Anspannung kein Wort heraus und nickte nur. Der Gefängniswärter, hinter dessen rauer Schale offenbar doch ein mitfühlendes Herz verborgen lag, meinte es zweifellos gut, doch er hätte sich seine Warnung sparen können. Sie wusste nämlich nur zu genau, was sie gleich erwartete, sobald die Gittertür hinter ihr zufiel und Cecil Boone sich entfernt hatte.
Er tippte ihr mit dem Ende seiner Peitsche kurz unter das Kinn. »Hör zu, ich bin kein Unmensch. Und ich habe dir einen Gefallen getan, indem ich dich mit Rosalyn Finnegan zusammengelegt habe. Die ist eine ehrliche Haut und weiß sich Respekt zu verschaffen. Das kann einer halben Person wie dir eine große Hilfe sein. Also vergiss nicht, deinem Mann davon zu erzählen, Herzchen. Jeder muss in dieser verfluchten Kolonie sehen, wo er bleibt, und Gefallen haben hinter diesen Mauern ihren Preis, haben wir uns verstanden?«
Abby nickte erneut.
»Oder kannst du dich vielleicht jetzt schon für meine Großzügigkeit erkenntlich zeigen, Herzchen?«, fragte er und fasste sie scharf ins Auge.
Abby überlegte blitzschnell, ob sie in die Tasche ihres Kleides greifen und ihr Taschentuch herausziehen sollte. Im Schutze der letzten Nacht hatte sie nämlich einige Münzen aus dem Geldgürtel genommen, den sie um den Leib trug, und sie in das Tuch gebunden. Doch wenn sie ihm jetzt eine Münze zusteckte, verriet sie, dass sie Geld bei sich hatte. Und wer weiß, was er dann mit ihr machte. Zudem waren nicht nur die scharfen Augen der Frauen auf sie gerichtet, sondern auch die des Soldaten Elliot Cox. Obwohl Cecil Boone für einen Gefängniswärter offenbar ein vergleichsweise anständiger Kerl war, so musste sie doch damit rechnen, dass die anderen sie noch heute ausplündern würden. Und ob es der Gefängniswärter, Lieutenant Danesfield oder die Frauen waren, die sie des Geldes beraubten, machte letztendlich keinen Unterschied.
»Nein«, log sie deshalb. »Aber ich kann dafür sorgen, dass Sie für jeden Gefallen großzügig belohnt werden! Der Familie meines Mannes stehen ausreichende Geldmittel zur Verfügung.«
Enttäuscht verzog er das Gesicht und sagte ein wenig verdrossen: »Das hoffe ich auch für dich, andernfalls wird es dir hier recht übel ergehen!« Damit schloss er die Gittertür auf, stieß sie in den Kerker und schloss hinter ihr ab.
Kaum hatte sich der Gefängniswärter entfernt und die äußere Tür hinter sich verriegelt, als ein Teil der Gefangenen mit hämischem Grinsen auf Abby zukam – Tilly Briggs und Liz Farlow an der Spitze.
»So, dann wollen wir unsere Neue mal gebührend willkommen heißen«, sagte Tilly, die Frau mit dem aufgedunsenen Säufergesicht. Ihr gemeines Grinsen verriet ihre Vorfreude auf das, was gleich passieren würde.
»Und sie mit unseren Sitten ein bisschen vertraut machen«, fügte die rothaarige Liz mit dem eitrigen Furunkel auf der Wange hinzu.
Abby kannte die grausamen Spielregeln, die in jedem Kerker galten. Und dabei war es völlig gleichgültig, ob es sich um einen jahrhundertealten Granitbau wie Newgate in London oder um eine elende Baracke aus Lehm und Holz in Sydney handelte oder um die nicht minder entsetzlichen hulks, jene ausgemusterten, abgetakelten und wurmzerfressenen Schiffe, die im schlammigen Ufergrund eines Flusses festsaßen und als schwimmende Gefängnisse dienten, während sie langsam verfaulten.
Das Recht des Stärkeren und Skrupellosesten regierte an all diesen Orten. Sie selbst hatte in den schauerlichen Höhlen von Newgate zum ersten Mal am eigenen Leib erfahren, mit welcher Brutalität und Gnadenlosigkeit man stets über jeden neuen Gefangenen herfiel und ihm abnahm, was immer einem gefiel. Und nur wer sich mit derselben Brutalität wehrte, die man ihm androhte, konnte sich vor einer völligen Ausplünderung bewahren. Das waren die bitteren Lehren, die Abby im Gefängnis und später dann an Bord des Sträflingsschiffes gemacht hatte.
Abby war weit davon entfernt, frei von Angst zu sein. Das genaue Gegenteil traf zu. Allein schon der Gestank und der Anblick der Gestalten, die sie mit einer Mischung aus Habgier und bösartiger Schadenfreude ins Visier nahmen, lösten ein panikartiges Gefühl in ihr aus. Und sie musste ihre ganze Willenskraft aufbringen, um sich nicht davon überwältigen zu lassen. Sie wusste, dass sie dann verloren war – und sie wusste ebenfalls, dass sie Schuhe, Kleid und all ihr Geld nur dann retten konnte, wenn sie es wagte, alles auf eine Karte zu setzen und den beiden Frauen, die hier offensichtlich das Sagen hatten, die Stirn zu bieten.
Das hieß jedoch, dass sie Zuflucht zu roher Gewalt nehmen musste, sosehr das auch gegen ihre ganze Natur ging. Eine andere Wahl blieb ihr nicht. Sie verabscheute Gewalt aus tiefster Seele, weil sie nur zu immer neuer Gewalt führte. Aber das war die einzige Sprache, die abgebrühte Sträflinge wie Tilly und Liz verstanden. Sie durch gutes Zureden von ihrem gemeinen Vorhaben abbringen zu wollen war genauso lächerlich und sinnlos, als wollte man ein hungriges Raubtier mit guten Worten davon abhalten, sich auf einen zu stürzen.
Abby blieb in ihrer Situation gar keine Zeit, lange über einem raffinierten Plan zu brüten. Was sie jetzt zu tun hatte, kam ihr als blitzschneller Einfall – und wenn er sich als untauglich erwies, würde sie zweifellos bitter dafür bezahlen. Aber sie baute darauf, dass die fremden Frauen sie ob ihrer recht schlanken und nur mittelgroßen Figur unterschätzten. Wie sollten sie auch wissen, dass die jahrelange harte Arbeit auf Yulara ihr zu stahlharten Muskeln und großer Ausdauer verholfen hatte? Und Schnelligkeit, auf die es ebenfalls gleich ankommen würde, hatte sie schon von Kindesbeinen an besessen.
»Ich weiß, was ihr wollt – meine Schuhe und mein neues Kleid«, sagte Abby scheinbar eingeschüchtert und ließ ihre Schultern sinken, als käme ihr überhaupt nicht der Gedanke, sich zu wehren.
»Schau an, da ist uns ja ein ganz schlaues Vögelchen zugeflogen !«, spottete Tilly.
Liz verzog das Gesicht. »Schade, dann macht es nur halb so viel Spaß.«
Abby zuckte die Achseln. »Also gut, ihr könnt das alles haben. Warum soll ich mich auch mit euch anlegen? Mein Mann wird schon dafür sorgen, dass ich neue Sachen bekomme. Außerdem werde ich in ein paar Tagen schon wieder hier raus sein, denn das alles ist nur ein großer Irrtum«, sagte sie und gab sich naiv.
Dafür erntete Abby, wie sie nicht anders erwartet hatte, höhnisches Gelächter, in das fast alle einstimmten, sogar Rosalyn Finnegan.
»So ein Einfaltspinsel wie du hat uns gerade noch gefehlt!«, rief Liz verächtlich. »Machen wir es also kurz und schmerzlos mit diesem Herzblatt. Ich bin so frei und bedien mich zuerst. Her mit deinen Schuhen, Täubchen. Na los, hoch mit dem Bein!« Sie kniete sich vor sie hin, um ihr die Lederbänder der Halbstiefel aufzuziehen.
Abby zögerte nur einen winzigen Moment – dann stieß sie der Frau ihr rechtes Knie mit aller Kraft mitten ins Gesicht. Sie hörte, wie das Nasenbein unter dem wuchtigen Schlag brach. Liz stürzte schreiend in den Dreck des Kerkers, blind vor Schmerz und Blut, das ihr aus der gebrochenen Nase schoss.
Abby fuhr sofort zu Tilly herum, die schon voller Vorfreude den Stoff ihres Kleides befühlt hatte. Und bevor die Rothaarige wusste, wie ihr geschah, streckte Abby Zeige-und Mittelfinger aus und stach ihr damit in die Augen.
Die gellenden Schreie der beiden Frauen vermischten sich, als Tilly nun blind zur Seite taumelte, die Hände auf ihre Augen presste und voller Schmerz und Entsetzen kreischte: »Meine Augen! … Meine Augen!«
Abby packte in ihr Haar, riss Tillys Kopf nach hinten, hieb ihr mit der Faust auf den Furunkel und schleuderte sie dann Liz entgegen, die gerade auf die Beine kommen wollte. Gemeinsam gingen die beiden zu Boden.
»Ich nehme mal an, das ist für den Anfang genug!«, stieß Abby nun mit kalter, drohender Stimme hervor. »Aber wenn euch das noch nicht reicht, dann sagt nur Bescheid.« Und mutig wagte sie die Lüge: »Dann zeige ich euch gern, wie ich fünf Jahre im dreckigsten Loch von Newgate überlebt und Waschlappen von eurer Sorte in Schach gehalten habe.«
Die anderen Frauen hatten auf Abbys blitzschnellen und brutalen Angriff mit Fassungslosigkeit reagiert. Nun verwandelte sich das ungläubige Staunen auf vielen Gesichtern in einen Ausdruck unverhohlener Schadenfreude und Genugtuung – wohl weil Liz und Tilly diesmal den Kürzeren gezogen hatten.
Abby verschränkte schnell die Arme vor der Brust, als sie merkte, wie sie innerlich von einem Zittern erfasst wurde. Wenn das jemand bemerkte, würde man wissen, dass sie nur bluffte. »Ist sonst noch jemand daran interessiert, seine Sachen mit mir zu tauschen?«, fragte sie schroff und mit zusammengekniffenen Augen.
Niemand sagte ein Wort und jede Frau, der Abby herausfordernd ins Gesicht starrte, wich ihrem Blick aus. Liz und Tilly schrien und fluchten noch immer, rührten sich jedoch nicht vom Fleck.
Abby konnte kaum glauben, dass ihr der Bluff tatsächlich gelungen war. Als sie auf die Mauer der dicht gedrängten Leiber zuging und sich diese respektvoll teilte und eine Gasse zu Rosalyn und ihrer Pritsche freigab, da wusste sie, dass sie ihr riskantes Spiel gewonnen hatte.
Rosalyn begrüßte sie mit einem Lächeln. »Wirklich beeindruckend, wie du dich eingeführt hast, Abby«, sagte sie und streckte ihr die Hand hin. »Ich schätze, wir werden gut miteinander auskommen. Aber nun erst mal im Namen der restlichen Mannschaft hier: Willkommen im dreckigsten Loch jenseits des Äquators!«
Abby merkte sofort, dass sie in Rosalyn eine verwandte Seele gefunden hatte, die sie zudem an ihre Freundin Megan erinnerte. Mit Rosalyn würde sie sich bestimmt gut verstehen. Und nachdem sie Tilly und Liz so entschlossen in die Schranken gewiesen hatte, würde sie erst einmal ihre Ruhe vor weiteren Belästigungen dieser Art haben.
Sie irrte.
Schon am nächsten Tag wendete sich das Blatt. Denn da sah sie sich plötzlich ihrer Todfeindin Cleo gegenüber. Und diese Begegnung geschah diesmal nicht im Traum, sondern in Wirklichkeit. Und die Frau, deren Hass sie sich vor Jahren im Zwischendeck des Sträflingsschiffs zugezogen hatte, hieß nicht länger Cleo Murdoch. Ihre Todfeindin von der Kent, die sie nach der Landung in Sydney nie wieder zu Gesicht bekommen hatte, war die Ehefrau des Gefängniswärters Winston Patterson!