Pläne brauchen wie Samen Licht zum Wachsen. Außer es sind finstere Pläne, die ausgerechnet in der Dunkelheit gedeihen.
Tief im verhexten Moor stieg plötzlich ein Schrei auf. Fürchterlich kreischend hallte er in der stinkenden Nachtluft zwischen den verwesenden Leichen in der Grube wider. Jedes Geschöpf erstarrte bei dem Laut, es bebte vor Entsetzen, das langsam durchs Mark ihrer Knochen glitt. Selbst Geschöpfe ohne Knochen wie die Moorghule zitterten vor Angst.
Der riesige, geschwollene Egel, der den Schrei ausgestoßen hatte, bebte selbst, aber nicht aus Angst. Nein, dieses große Tier, dunkler als alle Schatten rundum, bebte vor Wut. Schierer Wut. Zorn sickerte ihm aus jeder Pore und glitt über die Haut wie vergifteter Schweiß.
Doomraga schrie wieder – mit Zorn wie zuvor, doch auch etwas anderes war zu hören. Etwas wie Entschluss.
»Dieser elende grüne Drache und dieser Zauberer, den er trägt«, stieß er in einem durchdringenden Flüstern hervor. »Störenfriede. Unruhestifter. Wir werden sie umbringen, mein Herr und ich. Ja … genau wie wir ihre Welt zerstören werden.«
Das blutrote Auge des Ungeheuers blitzte kurz und beleuchtete das Moor. Noch Minuten danach leuchteten die verfaulenden Leichen und verendenden Geschöpfe in der Nähe mit einem mattroten Schimmer. Sie pulsierten wie sterbende Sterne mit dem bösen Licht.
Doomraga nahm alle Kraft zusammen und kehrte zu seiner Arbeit zurück. Sein Körper begann sich zu blähen, er vergrößerte sich mit rhythmischen Energieschüben. Der Egel wusste, bald würde er seine erstaunlichste Tat vollbringen. Aus seinem neuen Körper würde eine große neue Kraft steigen, eine mächtige Waffe, die jede Ecke von Avalon erreichen konnte.
Bei diesem Blick in die Zukunft schrie Doomraga noch einmal. Doch diesmal nicht aus Wut … sondern lachend. Ein tiefes, knochenklapperndes Gelächter brach aus ihm heraus und hallte über das Moor.