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Früh am nächsten Morgen fand Caleb Callister die Leiche seines Bruders.

Sie war in den Sarg gestopft worden, weiß und blutleer und eingefallen. Caleb schrie nicht laut auf oder wurde theatralisch. Er bestellte recht ruhigen Gemüts den Gerichtsmediziner, denn er war ein Mann, dem der Tod in allen seinen unerfreulichen Formen vertraut war.

Der Gerichtsmediziner kam und stellte Selbstmord fest.

Ein merkwürdiger Selbstmord, um genau zu sein. Aus unbekannten Gründen hatte Hiram erst sein linkes Handgelenk aufgeschlitzt, dann sein rechtes. Dann war er in den Sarg gestiegen. Seine Faust umklammerte noch das Skalpell. Im Sarg war die Leiche von James Lee Cobb gewesen. Aber niemand hatte eine Ahnung, wohin diese Leiche verschwunden war.

Dann also Selbstmord.

Das Einzige, was dem Gerichtsmediziner auffiel, waren die blauen Flecken an der Kehle und die zerquetschte Luftröhre. Aber er war bereit, darüber hinwegzusehen, da er keine brauchbare Erklärung hatte und Caleb kein Interesse zeigte, der Sache nachzugehen.

Die Toten sollen ruhen, hatte Caleb gesagt.

In Ewigkeit Amen.