Selbstbewusster Umgang mit Killerphrasen

Als Killerphrasen bezeichnet man Äußerungen oder Scheinargumente, die häufig dann zum Einsatz kommen, wenn Menschen nichts mehr einfällt, um ihren Standpunkt mit logischen Argumenten zu begründen oder zu verteidigen.

Die meisten Menschen sind erst einmal perplex, wenn ihnen so eine Killerphrase um die Ohren gehauen wird.

Killerphrasen, die auch als „Totschlagargumente“ bekannt sind, werden oft mit der Absicht geäußert, jede sinnvolle Diskussion über ein bestimmtes Thema zu unterbinden oder zu endgültig zu beenden.

Beispiele für Killerphrasen:

- „Sie müssen noch viel lernen!“

- „Das funktioniert sowieso nicht.“

- „Typisch … Mann/Frau/Beamter/Rentner/“Ossi“/“Sozi“.“

- „Wenn Sie das nicht selbst wissen, hat es keinen Sinn, es Ihnen zu erklären!“

- „Sie haben ja überhaupt keine Ahnung!“

- „Kommen Sie erst mal in mein Alter …“

- „Tatsache ist …“

- „Sie müssen ja wohl zugeben, dass …“

- „Das glauben Sie doch selbst nicht!“

- „Das weiß doch jeder Idiot!“

- „Glauben ist was für die Kirche!“

- „Wo gehobelt wird, da fallen Späne.“

Killerphrasen sind in der Regel unsachlich und wollen oft den anderen auf unfaire Weise persönlich treffen. Wer auch immer eine Killerphrase anbringt, will sich dadurch einen Vorteil verschaffen und/oder den anderen in eine schlechte Verhandlungsposition bringen.

Manchmal wollen Killerphrasen auch einfach vom eigentlichen Thema ablenken. Wenn Sie einmal darauf achten, werden Sie sehen, dass das auch in vielen Fällen funktioniert.

Killerphrasen sind deshalb auch eine beliebte Waffe unter Politikern.

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So kontern Sie Killerphrasen selbstbewusst

Ignorieren

Die einfachste Methode besteht darin, die Äußerung einfach zu ignorieren. Tun Sie so, als hätten Sie die Bemerkung gar nicht gehört, oder als erschiene sie Ihnen so unangebracht, dass sie keiner Reaktion Ihrerseits würdig ist.

Ihr Gesprächspartner hat so die Chance, zu bemerken, dass seine Äußerung unangebracht war, ohne dass Sie ihn offen kritisieren müssen.
Uneinsichtige Gesprächspartner werden durch das Ignorieren ihrer unangemessenen Äußerungen verunsichert.

Die unpassende Bemerkung offen ansprechen

Sprechen Sie es ganz offen aus, wenn Sie das Gefühl haben, einer Ihrer Gesprächspartner will mit einer solchen Bemerkung vom eigentlichen Thema ablenken.

„Also, Herr Lehmann, das ist ja ein Totschlagargument, das uns gar nicht weiterbringt.“

„Frau Bär, wollen wir diskutieren oder Phrasen austauschen?“

„Herr Meyer, das ist ein unsachliches Argument!“

Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist natürlich, dass Ihr Gesprächspartner überhaupt intellektuell in der Lage ist, über seinen eigenen Diskussionsstil nachzudenken.

Killerphrasen werden leider besonders häufig von Menschen verwendet, denen es aus Mangel an Intelligenz an der Fähigkeit, sachlich zu diskutieren, fehlt.

Über den Diskussionsstil sprechen

Man kann ein Killerargument auch zum Anlass nehmen, um generelle Regeln für die Diskussion aufzustellen.

Diese könnten zum Beispiel sein:

Jeder darf ausreden!

Jeder hört dem anderen zu!

Niemand wird unterbrochen!

Niemand reagiert unhöflich auf die Äußerungen eines anderen!

Niemand wird beleidigt!

Mit einer Frage antworten

Diese Methode halte ich für die vernünftigste, wenn man gleichzeitig Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit demonstrieren will.

Stellen Sie einfach eine sachliche Frage zu der geäußerten Killerphrase. Fragen Sie ganz harmlos nach dem Grund für die Äußerung oder wie diese zu verstehen sei.

Sie können sich auch dumm stellen und die Äußerung wörtlich nehmen.

Beispiele:

„Ich verstehe nicht, was Sie damit meinen. Erklären Sie das doch bitte einmal genau.“

„Warum sagen Sie so etwas? Das bringt uns doch gar nicht weiter?“

Phrase:

„Kommen Sie erst mal in mein Alter …“

Antwort:

„Ich hoffe doch, dass das Problem bis dahin gelöst ist!“

Phrase:

„Das funktioniert sowieso nicht.“

Antwort:

„Erklären Sie doch mal ganz genau, was, warum nicht funktionieren wird!“

Phrase:

„Sie müssen ja wohl zugeben, dass …“

Antwort:

„Ich muss gar nichts zugeben. Erklären Sie lieber mal, wie Sie das meinen.“

Phrase:

„Das weiß doch jeder Idiot!“

Antwort:

„Stimmt nicht. Vor Ihnen steht ein Idiot, der das noch nicht weiß!“

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Selbstbewusstsein kann man lernen
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