Komplimente machen und Komplimente annehmen

Ein Kompliment oder ein Lob zu bekommen, ist eine wunderbare Sache. Jeder, der ein Kompliment bekommt, fühlt sich danach besser.

Ein Kompliment ist der Beweis dafür, dass wir eine gute Eigenschaft haben (z. B. gut aussehen) oder etwas besonders gut können (z. B. Kochen oder einen Vortrag halten).

Ein Kompliment zu bekommen, hebt nicht nur sofort die Laune, sondern trägt auch wesentlich zum Selbstbewusstsein des Komplimentempfängers bei.

Merkwürdig ist nur, dass es trotz dieser vielen positiven Aspekte vielen von uns äußerst schwer fällt, ein Kompliment auszusprechen. Menschen mit einem geringem Selbstbewusstsein haben darüber hinaus oft auch Probleme, ein Kompliment anzunehmen und sich darüber zu freuen.

Häufig kommt es dann zu Gedanken wie:

- „Wenn der wüsste, wie ich wirklich bin!“

- „Das sagt der doch jetzt nur, weil er etwas von mir will.“

- „Oh, ist das peinlich. Vor allen Leuten!“

- „Warum lobt der mich? Das ist verdächtig!“

So macht man anderen ein Kompliment:

Den Gesprächspartner anschauen und lächeln

Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Menschen, denen es unangenehm ist, ein Kompliment auszusprechen, blicken oft zur Seite oder zu Boden, während sie das Kompliment aussprechen.

Das erzeugt natürlich keinen guten Eindruck. Der Gesprächspartner könnte zum Beispiel den Eindruck bekommen, dass das Kompliment nicht ehrlich gemeint ist.

Natürlich gehört zu einem Kompliment auch der passende Gesichtsausdruck. Lächeln Sie, um das Kompliment zu unterstützen und Ihre freundliche Haltung dem Gesprächspartner gegenüber auszudrücken.

Den Gesprächspartner mit seinem Namen ansprechen

Alle Menschen reagieren mit positiver Aufmerksamkeit, wenn man sie mit ihrem Namen anspricht. Sie haben danach die uneingeschränkte Aufmerksamkeit Ihres Gesprächspartners und gleichzeitig bereits das Kompliment positiv eingeleitet.

Ein Kompliment sollte (mehr oder weniger) der Wahrheit entsprechen.

Für viele Menschen und ganz besonders für bestimmte Berufsgruppen gehört das Verteilen von nicht wirklich ernst gemeinten Komplimenten zum Alltag. Sie machen Komplimente, um sich beim Gesprächspartner einzuschmeicheln oder um etwas beim anderen zu erreichen.

Auf diese Art von Komplimenten sollten Sie verzichten. Sie hinterlassen meist nur bei eher unbedarften Menschen einen positiven Eindruck.

Auch im Freundeskreis sind falsche Komplimente fehl am Platz. Hier werden sie im besten Fall amüsiert und im schlechtesten Fall verärgert aufgenommen.

Jemanden wegen einer Eigenschaft zu loben, die er offensichtlich gar nicht hat, führt dazu, dass derjenige sich auf den Arm genommen fühlt, oder das Gefühl hat, manipuliert zu werden.

Zudem ist es eher peinlich, jemanden zum Beispiel wegen seines guten Aussehens zu loben, wenn jeder sehen kann, dass das Kompliment völlig unangebracht ist.

Tipp:

Es gilt immer die Regel: „Öffentlich loben aber unter vier Augen tadeln!“

Zitat

„Tadeln ist leicht; deshalb versuchen sich so viele darin. Mit Verstand loben ist schwer; darum tun es so wenige.“

(Anselm Feuerbach, deutscher Maler)

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So nimmt man ein Kompliment an

Sich bedanken.

Wenn Sie ein ernst gemeintes Kompliment bekommen, bedanken Sie sich dafür. Sagen Sie einfach:

+ „Danke“

+ „Vielen Dank!“

+ „Es freut mich, dass Ihnen … gefällt“

+ „Ja, ich finde auch, dass …sehr schön geworden ist.“

Das Kompliment mit der richtigen Haltung entgegennehmen

Lächeln Sie und schauen Sie Ihrem Gesprächspartner dabei in die Augen. Stehen oder sitzen Sie aufrecht. Es muss Ihnen nichts peinlich sein. Sie müssen sich nicht verstecken. Sie haben das Kompliment schließlich verdient!

Das Kompliment mit anderen teilen

Wenn andere zu dem gelobten Ergebnis mit beigetragen haben, sollten Sie das auch erwähnen. Darüber freuen sich nicht nur die Betroffenen, es macht auch einen guten Eindruck bei demjenigen, von dem das Lob oder Kompliment gekommen ist.

Ein Kompliment erwidern

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, macht es einen guten Eindruck, wenn Sie ein Kompliment erwidern können.

- „Danke, Ihr Urteil ist mir ganz besonders wichtig.“

- „Danke, ohne Ihre Hilfe, wäre das nicht so gut geworden.“ etc.

So nicht:

Weisen Sie das Kompliment nicht mit der Bemerkung zurück, dass es falsch ist.

- „Ach nein, das war ja total schlecht“

- „Nein, ich sehe heute ja furchtbar aus!“

Werten Sie das Kompliment nicht ab:

- „Ach, das war doch nichts Besonderes.“

- „Das hätte jeder gekonnt“

- „Es ist mir auch schon mal besser gelungen.“

Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein neigen dazu, Komplimente zurückzuweisen oder zu relativieren. Damit werten sie nicht nur sich selbst, sondern auch das Urteilsvermögen desjenigen ab, der das Kompliment ausgesprochen hat.

Betrachten Sie es als Teil Ihrer Aufgabe, das zukünftig nicht mehr zu tun. Sie gewöhnen sich schon bald daran und merken schnell, wie gut das für Ihr Ego ist.

Rhetorik-Tipp:

Wenn Ihnen jemand ein ironisch gemeintes „Kompliment“ macht, bedanken Sie sich trotzdem so, als wäre es ernst gemeint gewesen. Sie können Ihrem Gesprächspartner so ganz schnell „den Wind aus den Segeln nehmen“.

- „Herr, Meyer, das haben Sie ja wieder mal ganz toll hinbekommen!“

+ „Vielen Dank, ich denke, beim nächsten Mal wird es noch besser!“

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Selbstbewusstsein kann man lernen
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