Selbstbewusst durch/beim Small Talk
Small Talk, also lockere Unterhaltungen über „Gott und die Welt“, sind ideal, um sich zwanglos mit anderen auszutauschen oder auch um fremde Menschen kennen zu lernen.
Nur beim Small Talk ist es möglich, dem jeweils anderen zwanglos zu begegnen und gleichzeitig herauszufinden, ob man ihn mag oder nicht.
Dabei muss Small Talk keineswegs immer oberflächlich und langweilig bleiben. Mit dem richtigen Gesprächspartner und ein wenig Small Talk – Erfahrung kann auch ein zufällig entstehendes Gespräch auf einer Party oder in der Bahn für beide Seiten interessant verlaufen.
Small Talk spielt beim ersten Kennenlernen immer eine wichtige Rolle. Ganz gleich, ob es ein Geschäftspartner, ein neuer Kollege oder ein potenzieller Partner ist: In der Regel beginnt jede Beziehung mit einem unverbindlichen Gespräch.
Aber nicht jedes Gespräch ist auch ein erfolgreicher Dialog. Voraussetzung ist in jedem Fall der aufrichtige Wunsch, den anderen zu verstehen und uns mit ihm auf Augenhöhe auszutauschen.
Dabei steht entgegen häufiger Annahmen nicht das Sprechen im Vordergrund, sondern das Zuhören und das Interesse an dem, was der andere zu sagen hat.
Die Fähigkeit, spontan solche Gespräche führen zu können, trägt ganz wesentlich zu Ihrem Selbstvertrauen bei!
Gekonnter Small Talk stärkt das Selbstbewusstsein.
Small Talk macht es einfacher, auf andere zuzugehen.
Small Talk kann helfen, einen selbstbewussten Eindruck zu machen.
Small Talk im Berufsleben
Studien belegen, dass jede Form von
Small Talk (also auch online, in Schriftform) wesentlich zur
beruflichen Karriere beitragen.
Oft ist ein kurzer Plausch am Kopierer oder ein kurzes Gespräch mit
dem Chef im Aufzug aufschlussreicher als alle Memos, die den Tag
über auf dem eigenen Schreibtisch landen.
Das Knüpfen von (unverbindlichen)
Kontakten wird heute auch als Networking, und die so entstehenden
Kontakte als Netzwerk bezeichnet.
Solche Netzwerke sind sowohl für das gesamte Unternehmen, als auch
für jeden einzelnen Mitarbeiter extrem wichtig.
Erfolgreicher Small Talk erfordert und schafft Selbstbewusstsein
Aber gerade weil der Small Talk eine so wichtige Rolle spielt, haben viele Menschen Probleme damit. Sie wissen nicht, wie man einen Small Talk beginnt, wie man reagiert, wenn man selbst angesprochen wird und über was man überhaupt sprechen sollte (und über was nicht!).
Und tatsächlich gibt es beim Small Talk einige Do’s and Don’ts, die man beachten sollte, damit man auch tatsächlich so auftritt, wie man von anderen wahrgenommen werden möchte.

Grundregeln für erfolgreichen Small Talk
Im Folgenden finden Sie eine Reihe
von Hinweisen, Tipps und Anleitungen, die Ihnen dabei helfen, beim
Small Talk so aufzutreten, wie Sie von anderen wahrgenommen werden
wollen. Wie bei allen anderen Themen in diesem Buch gilt auch beim
Thema Small Talk: „Übung macht den Meister!“
Setzen Sie deshalb alles, was Sie lernen, möglichst bald und
möglichst oft in Ihrem Alltag ein. Je öfter, desto
besser.
Sie werden dadurch nicht nur selbstsicherer auftreten, sondern sich
nach und nach auch immer selbstbewusster fühlen.
Ein guter Start
Auch beim Small Talk gilt: Ihr Sympathiewert wird innerhalb der ersten 30 Sekunden ermittelt.
Es ist also besonders wichtig, von der ersten Sekunde an, einen guten Eindruck zu machen. Zum Glück ist das nicht schwierig, wenn man weiß wie’s geht.
Die drei wichtigsten Faktoren sind „Lächeln“, „Lächeln“ und „Lächeln“.
Lächeln
Ganz gleich, was passiert oder wo Sie sich befinden, beginnen Sie jedes Zusammentreffen mit einem anderen Menschen mit einem Lächeln!
Ein Lächeln schafft sofort eine freundliche Grundstimmung. Durch ein Lächeln wirken Sie nicht nur freundlich und sympathisch, sondern auch souverän und selbstbewusst.
Namen verwenden
Wenn Sie wissen, wie Ihr Gesprächspartner heißt, sprechen Sie ihn unbedingt mit seinem Namen an.
Jeder Mensch ist besonders aufmerksam und erfreut, wenn er seinen eigenen Namen hört. Nutzen Sie das für sich!
Körperhaltung korrigieren
Im Kapitel „Body Language – Körpersprache“ haben Sie ja bereits gelernt, dass die Körpersprache einen großen Einfluss darauf hat, wie wir von anderen wahrgenommen werden.
Denken Sie daran und korrigieren Sie am besten schon vor dem Small Talk Ihre Körperhaltung.
Tipp:
Um ein ungezwungenes Gespräch zu beginnen, ist es manchmal hilfreich, ein kurzes Zitat oder einen klugen oder witzigen Spruch parat zu haben.
Aber
Vorsicht! Man sollte es damit nicht übertreiben. Insbesondere
Zitate und Sprüche, die besonders anspruchsvoll oder klug wirken
sollen, können beim Gesprächspartner auch einen negativen Eindruck
machen.
Vermeiden sollte man in jedem Fall Sprüche oder Zitate, die den
Eindruck vermitteln, man wolle mit ihnen nur beweisen, wie klug und
gebildet man selbst ist.
Im Zweifelsfalle ist ein witziger Spruch besser als ein übermäßig
kluger!
Aufmerksam zuhören
Obwohl in der Bezeichnung Small Talk das Reden (engl. talk) im Vordergrund zu stehen scheint, ist tatsächlich das Gegenteil der Fall.
Die wichtigste Fähigkeit beim Small Talk ist nämlich nicht das Reden, sondern das Zuhören!
Dabei ist mit „Zuhören“ nicht nur gemeint, selbst nicht zu sprechen. Richtiges Zuhören bedeutet, dem anderen seine volle Aufmerksamkeit zu schenken.
Zum aufmerksamen Zuhören gehört auch, dem Gesprächspartner durch kurze Signale zu zeigen, dass man „bei der Sache“ ist und das Geschilderte mitempfindet.
Kurzes Kopfnicken zeigt Zustimmung, Kopfschütteln Ablehnung oder Ungläubigkeit.
Genau so gehören kurze Einwürfe wie „Oh nein“, „ja“, „natürlich!“ oder „Da haben Sie völlig recht.“ zum aufmerksamen Zuhören dazu.
Tipp
Untersuchungen zeigen, dass Gesprächspartner sofort bemerken, wenn ein Zuhörer nicht aufmerksam ist. Wer in Gedanken nicht bei seinem Gesprächspartner, sondern ganz wo anders ist, verrät das unwillkürliche durch kleinste Veränderungen der Körperhaltung, der Mimik und der Augenbewegungen.
Es reicht also nicht, nur „so zu tun“, als ob man zuhört. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen, sollte das Zuhören ehrlich gemeint sein.

Die richtigen Fragen stellen
Stellen Sie Ihrem Gesprächspartner Fragen zu Themenbereichen, in denen er sich gut auskennt, oder über ihn selbst als Person.
Fast jeder liebt es, wenn jemand Interesse an ihm selbst oder an seinem Fachgebiet zeigt.
Nur allzu gerne nehmen Gesprächspartner die Möglichkeit wahr, von sich selbst zu sprechen oder mit ihrem Wissen „glänzen“ zu können.
Wichtig hierbei: Es sollte sich natürlich um ein Thema handeln, über das der andere auch eine kompetente Meinung äußern kann. Es wäre also ziemlich sinnlos, oder sogar ungünstig, einen Taxifahrer nach einer komplizierten mathematischen Formel, oder einen 75jährigen nach der Platzierung des neuen Albums von Lady Gaga in den Charts zu fragen.
Offene oder geschlossene Fragen
Wählen Sie für Ihre Fragen immer eine offene Frageform, also eine, auf die der Befragte nicht einfach mit „ja“ oder „nein“ antworten muss.
Beispiele:
Geschlossene Frage:
„Hat Ihnen der Film gefallen?“
Offene Frage:
„Was hat Ihnen an dem Film besonders gut gefallen?
Geschlossene Frage:
„Wie spät ist es?“
Offene Frage:
„Was haben Sie heute noch vor?
Fragen geschickt beantworten
Um den Small Talk in Gang zu halten und gleichzeitig den anderen zu motivieren, mehr von sich selbst zu erzählen, sollten auch Sie Fragen nicht einfach mit „ja“, „nein“, oder „weiß nicht“ beantworten.
Denn auch Antworten können offen
oder geschlossen sein, wobei die Beispiele (ja, nein usw.) typische
geschlossene Antworten sind.
Um offen zu antworten, fügen Sie Ihren Antworten einfach noch eine
kurze Erläuterung oder weitere Details hinzu.
Auf die Frage „Wie war denn Ihr Urlaub?“ antworten Sie nicht etwas „sehr schön“, sondern zum Beispiel:
„Der Urlaub war toll. Wir waren in Namibia und haben dort an einer Safari teilgenommen. Wo haben Sie denn Ihren Urlaub verbracht?“
Gemeinsamkeiten finden
Gemeinsamkeiten machen sympathisch. Ein gemeinsames Hobby, ein gemeinsamer Musikgeschmack und sogar eine gemeinsame Erkrankung sorgen dafür, dass sich beide Gesprächspartner gegenseitig für besonders sympathisch halten.
Gemeinsamkeiten kann man immer finden:
Die gemeinsame Arbeit
Die gemeinsame Branche
Der gemeinsame Musikgeschmack
Gemeinsame Urlaubsziele
Gemeinsamkeiten in der Familiensituation (gleichaltrige Kinder, Schule etc.)
Im ungünstigsten Fall bleibt immer noch das gemeinsame Leiden unter dem aktuellen Wetter.
Andere am Gespräch beteiligen
Eine gute Gelegenheit, um sich selbst den Small Talk zu erleichtern und ihn gleichzeitig interessanter zu machen, ist es, Umstehende in das Gespräch mit einzubeziehen. Insbesondere bei Partys, Empfängen oder auch im Messe - Café und beim Warten vor dem Konferenzraum sind die meisten Teilnehmer froh, wenn sie sich an einem Gespräch beteiligen können.
Nicht vergessen:
Vielen anderen ergeht es nicht
anders als Ihnen selbst. Auch sie trauen sich vielleicht nicht, von
sich aus ein Gespräch zu beginnen.
Sie können also davon ausgehen, dass sich die meisten Menschen
darüber freuen, wenn sie eingeladen werden, sich an einem Gespräch
zu beteiligen.
Und wenn nicht, ist es auch gut. Sie zwingen ja niemanden!
Durch die Teilnahme von weiteren Personen am Small Talk wird das Gespräch natürlich auch vielseitiger und interessanter.
Um jemanden zum Gespräch einzuladen, ist es am einfachsten, ihm eine direkte Frage zu stellen.
- „Entschuldigung, wissen Sie, worum es in dem Vortrag genau geht?“
- „Was glauben Sie, wie das Fußballspiel heute ausgeht?“
- „Hatte Ihr Zug auch Verspätung?“
Nicht vergessen: Sind mehrere Personen an einem Gespräch beteiligt, sollten Sie zu allen immer wieder kurz Blickkontakt aufnehmen.

Gut vorbereiten
Ein routinierter Small Talker braucht keine Vorbereitung. Ihm fällt zu jedem denkbaren Thema eine kluge Bemerkung ein und er kann aufgrund seiner überragenden Bildung bei jedem Thema mitreden.
Das ist sicher richtig. Leider
gehören nur die wenigsten von uns zu dieser vorbildlichen Spezies
;-)
Deshalb sollten wir ein wenig Zeit in die Vorbereitung eines Small
Talks investieren.
Ein wichtiger Teil dieser Vorbereitung besteht darin, sich darüber Gedanken zu machen, um welche Themen sich ein Small Talk drehen könnte. Wenn Sie zum Beispiel eine Party besuchen, sollten Sie etwas über den Gastgeber wissen und auf Nachfrage erläutern können, woher Sie ihn kennen.
Bei einer Theateraufführung ist es von Vorteil, den Autor des Stücks sowie seine Handlung zu kennen. Wenn Sie dann noch ein wenig über das Theater selbst, die Schauspieler und den Regisseur wissen, kann Ihnen schon nicht mehr viel passieren.
Das Gleiche gilt für den Kinobesuch. Eine kurze Recherche im Internet macht Sie schon fast zum Experten, der „aus dem Ärmel“ passende Bemerkungen zum Film und den Schauspielern machen kann.
Zu einer guten Vorbereitung gehört
auch, dass man zwei oder drei passende Themen für einen
Gesprächseinstieg parat hat.
Gut geeignet dafür sind Themen, die sich entweder auf das direkte
Umfeld (Gastgeber, Lokalität etc.) oder auf ein allgemeines,
aktuelles Thema beziehen.
Das kann zum Beispiel eine aktuelle Nachrichtenmeldung oder ein Sportereignis sein (aber Vorsicht beim Thema Politik!).
Einen positiven Abschluss finden
Nehmen Sie ein gutes Gespräch nicht einfach als selbstverständlich hin. Spätestens bei der Verabschiedung sollten Sie sich für das Gespräch und die Informationen, die Sie erhalten haben, bedanken.
+ „Danke für das interessante Gespräch. Ich habe viel gelernt.“
+ „Es war nett, mit Ihnen zu plaudern.“
+ „Danke für Ihre Zeit und die interessanten Informationen.“
+ „Danke für Ihre Informationen. Sie haben mir sehr weitergeholfen.“
Wenn Sie jemanden gerade erst kennengelernt haben, oder wenn Sie jemandem nach langer Zeit wieder einmal begegnet sind, macht es einen besonders guten Eindruck, wenn Sie betonen, dass Sie sich darüber freuen, die Person getroffen zu haben.
+ „Es hat mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen.“
+ „Schön, dass wir uns mal wieder getroffen haben.“
+ „Ich bin sehr froh, dass ich Sie getroffen habe.“
+ „Bis zum nächsten Mal. Ich werde an Ihren Rat denken!“
+ „Viel Glück bei Ihrem Projekt!“
Zitat
Jeder Abschied ist die Geburt einer Erinnerung.
(unbekannter Verfasser)
