Kapitel 14

 

Smoky nahm mich auf die Arme und erhob sich, als hielte er ein Kätzchen. Ich presste mich an ihn und fragte mich, was nun geschehen würde. Ich hatte schon mit vielen Männern geschlafen, aber noch nie mit einem so fremdartigen. Morio war ein Fuchsdämon, und ich hatte eine Weile gebraucht, um mich daran zu gewöhnen, dass er beim Sex die Gestalt wandelte, aber er war menschlicher als Smoky, selbst wenn er nicht wie ein Mensch aussah. Und in gewisser Hinsicht war Morio viel menschlicher als Trillian.

Obwohl ich daran zweifelte, dass mein Liebhaber sich im Schlafzimmer in einen Drachen verwandeln würde - zumindest betete ich darum -, ließ sich eine nagende Angst in mir nicht ganz besänftigen. Denk nicht mal daran, Mädchen, ermahnte ich mich selbst. Tu dir das nicht an.

»Camille«, flüsterte er erneut und küsste mich auf die Stirn, während er auf den Hügel zuging. Ich hatte Smokys Zuhause noch nie von innen gesehen. Auch sonst niemand, soweit ich wusste. Vor lauter Neugier wäre ich am liebsten von seinem Arm gesprungen, um ein bisschen herumzuschnüffeln und mir das näher anzusehen. Aber noch stärker als meine Neugier war das Gefühl seiner Arme, die mich hielten, seiner Hände, die weich meine Beine und den Rücken stützten, und der moschusartige Duft der Erregung, der leicht von seiner Haut aufstieg und sich mit den Gerüchen von Frühlingsmoos und feuchtem Wald vermengte.

Als wir uns dem Hügel näherten, immer noch schwarz verkohlt von seinem Drachenfeuer, öffnete sich ein Tor, und er zog den Kopf ein, um seine Wohnung zu betreten. Mit einem Meter neunzig war Smoky zu groß für den bogenförmigen Einlass. Als er mich über die Schwelle trug, schoss ein knisternder Energiestrahl durch mich hindurch, und ich fuhr zusammen und blickte mich nervös um. Linien aus blassem, blauem Blitzlicht rahmten den Bogen ein. »Was zum ...«

»Nur ein Portal.« Smoky stellte mich sacht auf dem Boden ab. »Es sorgt dafür, dass Eindringlinge draußen bleiben ... und Gäste drinnen.« Er bedachte mich mit einem langen Blick, der mehr ausdrückte, als er mit Worten hätte sagen können.

War das eine Warnung? Meine Sinne waren in höchster Alarmbereitschaft, seit wir den Hügel betreten hatten. Hier herrschte uralte Magie, deren Anfänge sich im Nebel der Zeiten verloren. Sie verwob sich um uns herum wie zu einem Umhang aus Sternen und Schatten.

Ich wandte mich nach der Tür um. Die Bäume und die Lichtung konnte ich noch sehen, doch die blasse Frühlingssonne blieb draußen und fiel nicht über die Schwelle.

Als ich mich dem Torbogen näherte, räusperte sich Smoky, und die Tür fiel von allein zu.

»Versuch lieber nicht, den Hügel ohne meine Hilfe zu verlassen. Du bist nicht stark genug, um meine Banne und Flüche zu brechen. Du könntest dir weh tun.«

»Ich bin also hier gefangen?« Ich blickte zu ihm auf. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass ich ihn eigentlich kaum kannte, obwohl wir recht viel Zeit zusammen verbracht hatten.

Stumm trat er hinter mich, schlang mir die Arme um die Taille und neigte den Kopf, um eine Spur von Küssen über meine Schulter zu ziehen. Verdammt, waren seine Lippen weich. »Anscheinend. Aber mach dir keine großen Gedanken deswegen.«

Groß war ein gutes Stichwort, was meine Gedanken anging - wie groß er wohl sein mochte? Ganz kurz fürchtete ich, ich könnte mir ein bisschen zu viel aufgeladen haben, als er sich hart gegen meinen Rücken presste. Denn nun ging mir auf, dass Smoky mit mir tun konnte, was immer ihm beliebte. Niemand hier hatte die Macht, diese Barriere vor seiner Tür zu durchbrechen.

Meine Augen gewöhnten sich allmählich an das trübe Licht-etwa so wie eine Leselampe an einem Herbstabend -, und ich erkannte, dass der Hügel im Inneren riesig war, viel größer, als er von außen aussah. Die Höhle wurde von Blickfängern erhellt, leuchtenden Kugeln, die unter der Decke schwebten.

Wir standen in einem normalen menschengroßen Wohnzimmer mit Ledersofa und -sessel, schweren alten Beistelltischen aus Walnussholz und einem Bücherregal. Doch da, wo die rückwärtige Wand hätte sein sollen, endete der geflieste Boden am Rand eines Abgrunds. Ich konnte eine Treppe sehen, die in die Tiefe der Höhle hinabführte.

Der Boden verlor sich unter waberndem Nebel.

Da unten war gewiss reichlich Platz für Smoky, sich in seiner Drachengestalt zu bewegen, und das Plätschern von Wasser sagte mir, dass ein unterirdischer Fluss die felsigen Tiefen durchzog. Und wenn ich mich nicht irrte, gab es da unten sogar einen Wasserfall.

Ich wich vom Rand zurück und suchte nach Hinweisen auf eine Küche oder ein Schlafzimmer, sah aber nur zwei Türen, je eine zu beiden Seiten des Wohnzimmers.

»Hier wohnst du also«, sagte ich lahm, um das Schweigen zu brechen. Was sollte man schon sagen, wenn man von einem Drachen in seine Höhle gelockt wurde und nun so lange dort eingeschlossen war, bis er bereit war, einen wieder gehen zu lassen?

»Ich führe dich gern durchs Haus«, sagte Smoky, und sein leises Lachen hallte durch das seltsame Zimmer. »Aber zuerst ...« Seine Augen schimmerten, als Diamantstaub in ihnen zu rieseln schien wie Schnee in einer Schneekugel.

»Zuerst ...«, wiederholte ich zitternd. Ein Luftzug aus den Tiefen der Höhle fuhr an mir vorbei, und es wurde plötzlich kalt.

»Zuerst...« Er trat einen Schritt auf mich zu, ohne den Blick von mir zu wenden. Ich wich zurück und konnte kaum mehr atmen.

»Camille, komm.« Er streckte die Hand aus, und ich schluckte meine Furcht herunter.

Der Zwang zu gehorchen war stärker als Angst oder Zweifel, und ich ging langsam auf ihn zu. Als ich bei ihm war, beugte er sich herab und starrte mir direkt in die Augen.

»Jetzt gehörst du mir«, sagte er leise und führte mich dann stumm zu der rechten Tür.

Sie öffnete sich, als wir uns näherten.

Das Zimmer erinnerte mich an das Gemach eines Königs aus längst vergangenen Zeiten. Eine Stufe führte zu einem Himmelbett aus Marmor hinauf, auf dem dicke Matratzen mit silbernen und blauen Kissen und Decken beladen waren. Eine Kommode aus dunklem Walnussholz und ein passender Kleiderschrank zierten eine Wand, und neben einem Alkoven, der von einem hohen, dreiteiligen Wandschirm in japanischem Design vor meinem Blick verborgen wurde, stand ein Schaukelstuhl.

Die Wände waren mit Wandbehängen bedeckt - Szenen von Drachen, die den Himmel beherrschten und Dörfer angriffen, aus Silber- und Goldfäden gewoben.

Ein Schild, der in einer Ecke lehnte, zog meinen Blick auf sich. Er war glänzend poliert, und die Vorderseite bestand aus Lapislázuli und erinnerte mich deshalb eher an einen Wappenschild. Doch er hatte eine Aura, die mir sagte, dass er schon große Schlachten erlebt hatte. Er fühlte sich noch älter an als Smoky, älter sogar als Königin Asteria.

In der Mitte war ein Drachen eingraviert, der über die Schulter blickte, und aus seinem Maul schössen neun silberne Sterne in den Himmel. Oberhalb des Drachen kreuzten sich zwei Klingen, und unter ihm fielen neun silberne Schneeflocken vom Himmel herab. Der Schild war in eine breite silberne Umrandung eingefasst, und zwei Linien aus silbernen Intarsien umschlangen einander in einem Knotenmuster auf der linken Seite des Drachen.

Langsam näherte ich mich dem Schild und streckte die Hand danach aus, ohne ihn jedoch zu berühren. Die Jahre rollten wie Wogen von dem Schild auf mich zu, zehn Jahrtausende und mehr. Seit über zehntausend Jahren wachte dieser Schild. Alles das entfaltete sich in meinem Geist, während ich ihn anstarrte.

Smoky stützte das Kinn auf meinen Kopf und legte die Arme über meine Schultern.

»Das ist mein Familienwappen, der Schild meiner Familie.«

Ich schluckte, als mir plötzlich klar wurde, dass er mich in sein persönliches Leben einlud - eine seltene Ehre bei einem Drachen. »Er hat viele Schlachten gesehen, nicht wahr?« Ich sprach absichtlich leise und zögerlich. Ich wollte ihn nicht zu sehr bedrängen, nicht zu viel fragen.

»Ja«, antwortete er. »Mein Vater hat ihn getragen, und sein Vater vor ihm. Und eines Tages werde vielleicht auch ich damit in die Schlacht ziehen. Ich bin der neunte Sohn eines neunten Sohnes eines neunten Sohnes. Ich trage die Geschichte der Familie in meinem Blut, in meiner Erinnerung. In meinen Knochen, meinem Mark, meiner Haut.«

Ich wusste nicht recht, was das bedeutete - Zahlen waren magisch, aber ich hatte keine Ahnung, wie Drachen sie genau auslegten -, doch es war offenkundig sehr bedeutsam. Smoky war nicht einfach irgendein Drache. »Was für Schlachten hat dein Vater geschlagen? Und wozu sollte ein Drache einen Schild brauchen?«

»Mein Vater hat in mehreren Schlachten gekämpft«, antwortete er und beugte sich an mir vorbei, um den Lapislázuli beinahe zu streicheln. »Aber keine davon war so katastrophal wie die eine Schlacht, in die mein Großvater gezogen ist. Und warum wir einen Schild brauchen ... Es ist vorgekommen, dass meine Familie neben Menschen auf dem Schlachtfeld stand. Beengte Verhältnisse zwingen uns, unsere natürliche Gestalt aufzugeben, daher brauchen wir den Schild. Das Leder, mit dem das Metall unterhalb des Steins bezogen ist, besteht aus der Haut desjenigen, der meine Abstammungslinie begründet hat. Der Lapislázuli stammt von den Wänden der ersten Dreyrie, die meine Vorfahren gebaut haben.«

»Dreyrie?«

»Höhle ... Nest.«

Ich stand vollkommen still und starrte den Schild an. So vieles über Smoky würde ich vermutlich nie erfahren. Er würde mich und meine Schwestern um ein Vielfaches überleben. Ich war nur ein Augenblick in seinem Leben.

»In welchem Krieg hat dein Großvater gekämpft?«

Er schloss die Augen und sagte, als rezitiere er ein Gedicht: »Mein Großvater kämpfte an der Seite des Herrn des Eises und der Männer des Nordens gegen die Feuerriesen, die Loki mit seinem Wolfskind in die Schlacht führte. Der Frost trieb die Riesen in die Tiefe zurück und befreite die Nordlande von ihrem Grauen. Dann bedeckten die Schamanen die Welt mit einer großen Eisschicht, um sie im Zaum zu halten. Als die Eiszeit vorüber war, hatten die Riesen den Kampf vergessen und verbreiteten anderswo Angst und Schrecken.«

»Das war vor der Spaltung?«, fragte ich, obwohl ich die Antwort schon kannte.

»Lange davor. Damals hatten wir kaum Umgang mit oder Kenntnis von den Feen. Die Nordlande sind ein harsches Reich, und nur eure Schneekönigin und ihr Hof konnten dort Zuflucht suchen.«

Betrübt dachte ich, dass Smoky womöglich bald selbst eine große Schlacht wie die seines Großvaters erleben würde. Falls Schattenschwinge die Grenzen durchbrechen sollte, würde es den Krieg aller Kriege geben. Smoky musste meine Stimmung gespürt haben, denn er wirbelte mich zu sich herum.

»Genug von Krieg und Schlachten und Tod. Küss mich, Camille.«

Zitternd stellte ich mich auf die Zehenspitzen und schlang ihm die Arme um den Hals.

Er umfing meine Taille und hob mich hoch, so dass wir einander gerade in die Augen sehen konnten. Ich schlang die Beine um seine Taille.

Während ich in sein Gesicht blickte, rollten Zeitalter an mir vorbei. Seine Züge verharrten in ewiger Jugend, und seine Haut war so glatt wie meine, doch seine Augen ... Dies waren die Augen eines Gottes, eines, der beinahe unsterblich ist - die Augen eines Drachen. Er sah mir forschend ins Gesicht, und ich beugte mich in brennendem Verlangen vor. Noch nie hatte ich jemanden oder etwas so sehr gewollt.

Kalte Funken sprühten zwischen uns auf, als er mir zärtlich in die Lippe biss und mit seinen makellosen Zähnen daran knabberte. Sacht verlangte seine Zunge Einlass, und ich teilte leicht die Lippen, nur so weit, dass er sie selbst weiter öffnen konnte. Seine Arme hielten mich so fest an sich gepresst, dass ich kaum mehr sagen konnte, wo er aufhörte und ich begann.

Nun zitterte ich wirklich und konnte nur noch die Augen schließen, als eine so finstere Woge der Leidenschaft über mich hereinbrach, wie ich sie mir nicht einmal hätte vorstellen können. Ich verlor mich in seinem Kuss, wurde in die Tiefe gerissen, von der wilden Strömung erfasst und unter das Eis gezogen, das in seiner Aura trieb. Er drehte sich mit mir, ohne den Kuss zu unterbrechen, in einem so alten Tanz, dass die Mondmutter selbst seiner Entstehung zugesehen haben musste.

Wie in einem Traum fanden sich bruchstückhafte Bilder zusammen, während ich mich unserer Begegnung hingab. Seine Lippen erkundeten meinen Hals, meine Schultern, wanderten über mein Gesicht und meine Brust hinab, und mein Bustier flog davon. Ob er es aufgeschnürt oder ich es schlicht weggewünscht hatte, meine Brüste waren jedenfalls davon befreit. Mit Daumen und Zeigefinger liebkoste er meine Brustwarze, schmiegte die Handfläche an die Brust und drückte gerade fest genug, um lodernde Hitze zwischen meinen Beinen zu entfesseln. Und dann stand ich wieder auf eigenen Füßen, sein Hemd war verschwunden, und seine milchweiße Haut schimmerte im Dämmerlicht des Schlafgemachs.

Ich presste die Lippen an seine Brust, küsste sein Herz und folgte dann mit dem Mund der Linie aus Härchen, die zu dem perfekten V hinabführten, das noch in seiner Jeans verborgen war.

Er hob den Kopf, schnappte nach Luft, und in seinen Drachenaugen wirbelte es wie in einem Kaleidoskop. Er zog mich sacht wieder auf die Füße und öffnete mit einer Hand den Reißverschluss meines Rocks. Ich kämpfte mit den Knöpfen seiner Jeans. Als sie endlich aufsprangen, stockte mir der Atem.

»Zieh mich aus«, sagte er, und sein Wunsch war mir Befehl. Langsam zog ich ihm den weißen Jeansstoff von den Hüften und hatte plötzlich sein volles Begehren vor Augen, unglaublich seidig und glatt und ...

»Ihr Götter, du hast den größten ...« Ich biss mir auf die Zunge, um die Stimmung nicht zu zerstören, doch er lachte, hob mich hoch und warf mich aufs Bett. Mit einem weiteren kehligen, wilden Lachen sprang er mir nach und landete auf Händen und Knien. Er streckte sich auf der Seite aus und ließ eine Hand über meine Brüste gleiten.

Bei seinem animalischen Grinsen schnappte ich nach Luft, denn plötzlich stand mir ein Bild von ihm vor Augen, wie er einen Silberdrachen bestieg. Das Brüllen der beiden gewaltigen Tiere zerriss den Himmel wie Donnerschläge. Erschrocken wollte ich zurückweichen, doch er hielt mich fest.

»Wo willst du denn hin, kleiner Hexling?«, flüsterte er, und ehe ich mich versah, ragte er auf Händen und Knien über mir auf und starrte auf mich herunter.

»Ich ... ich ...« Ich brachte kein Wort heraus, denn über seinen Schultern stiegen geisterhafte Schwingen und eine Rauchwolke auf.

»Psst ... sag nichts«, raunte er und presste mir den Zeigefinger an die Lippen. »Kein Wort. Beweg dich nicht. Lass mich dich erkunden.«

Ich konnte mich nicht rühren, doch jeder Nerv in meinem Körper erglühte. Er beugte sich vor, umkreiste mit der Zunge eine Brustwarze, zupfte mit den Lippen daran und ließ mich ganz zart seine Zähne spüren. Dann strich ein leichter Finger über meinen Bauch abwärts und löste kleine Explosionen in meiner Haut aus. Mit einer raschen Handbewegung spreizte Smoky meine Beine und schob die Finger zwischen meine Oberschenkel.

Ich versuchte, nicht nur daran zu denken, wo ich ihn als Nächstes fühlen wollte, konnte meine Aufmerksamkeit aber nicht von den Fingern losreißen. Der Hauch einer weiteren Berührung überraschte mich, und ich blickte verblüfft zur Seite. Eine Locke seines silbernen Haars, das ihm offen bis zu den Knöcheln fiel, hatte sich wie eine Schlange erhoben und liebkoste meine Schulter. Auf meiner linken Seite schlängelte sich eine weitere silbrige Strähne um meine Brustwarze und kitzelte mich. Weitere Locken wanden sich um meine Knöchel und Handgelenke, spreizten weit meine Arme und Beine und hielten sie fest, und dann glitten seine Finger in mich hinein und spielten mit Nerven in meinem Körper, von deren Existenz ich bisher nichts geahnt hatte.

»Gefällt dir das?«, flüsterte er. »Gefällt es dir, wenn ich dich berühre? Antworte.«

»Ja«, keuchte ich und brachte nicht mehr heraus. Es fühlte sich an, als hielte ich schon seit Stunden den Atem an. Alles staute sich in mir, ich war dem Abgrund so nahe, aber Smoky erlaubte mir nicht, endlich hineinzufallen. Er zog sich jedes Mal zurück, kurz bevor ich den Höhepunkt erreichte. Ein Stöhnen entrang sich meiner Kehle. Ich brauchte ihn, gierte schmerzlich danach, dass sein Körper sich in meinen presste.

Hunger stieg in mir auf, so wild, dass er mich zu überwältigen drohte. »Bitte, komm zu mir. Ich brauche dich. Ich will dich - fick mich.«

»Nein.«

»Was?« Entsetzt sah ich zu ihm auf. Nach all der Mühe, die er sich gemacht hatte, wollte er mich jetzt nur necken, mit mir spielen? Drachen konnten grausam sein, das wusste ich, aber so würde er mich doch wohl nicht hängen, nicht leiden lassen?

 

»Willst du mich denn nicht?« Tränen traten mir in die Augen, und ich lehnte mich gegen die Fesseln aus Silberhaar auf.

»O doch, ich will dich, Camille, täusch dich nicht. Und ich bekomme immer, was ich will.« Er lächelte so sanft, dass ich es mit der Angst zu tun bekam. Dies war das Lächeln von Mördern, von Königen, von finsteren Rittern, die sich an die Prinzessin heranschlichen und sie von ihrem Prinzen fortlockten. »Aber nein, ich werde dich nicht ficken. Das überlasse ich Trillian. Aber ich werde dich lieben.«

Die Tränen drohten überzulaufen. Ich zitterte, denn ich brauchte ihn so sehr, dass ich hätte schreien mögen. Ich schluchzte erstickt.

»Verstehst du denn immer noch nicht?« Langsam senkte er sich auf mich herab, und ich stieß ein Wimmern aus, als seine Spitze mich berührte und meine Lippen weit spreizte. »Ich dachte, inzwischen müsstest du darauf gekommen sein. Ich bin in dich verliebt, Camille. Und ich habe dich als meine Gefährtin erwählt.«

Endlich drang er tief in mich ein, riss mich aus mir selbst heraus und zog mich mit sich in den Astralraum. Während unsere Körper ihren Rhythmus fanden, schlangen sich unsere Seelen umeinander, tanzten, kreisten, glitzerten bei jedem seiner Stöße, bei jedem keuchenden Atemzug.

Und mit einem langen, kehligen Schrei erfuhr ich, was es bedeutete, mit einem Drachen zu fliegen.