Zwischenbilanz

Nun bin ich inzwischen gut eine Woche unterwegs, unglaublich, wie die Zeit vergeht! In dieser Woche habe ich schon eine ganze Menge gelernt, z.B. Rucksack richtig packen und aufsetzen, denn es ist wichtig, dass im Rucksack das Gewicht der Sachen gleichmäßig verteilt ist, sodass man ihn gut tragen kann. Außerdem finde ich inzwischen sofort die Sachen, die ich im Rucksack habe. Ich habe also gelernt, praktisch zu packen, sodass ich nicht täglich alles auspacken muss. Schuhe, Kulturtasche, Nachtzeug befinden sich im unteren Fach, alles andere oben. Die Kleidungsstücke werden gerollt und so verstaut, dass sie möglichst wenig knautschen. Innen, in der Klappe des Rucksackes, lagere ich noch immer die Müsli-Riegel, die ich als Überlebenshilfe von zu Hause mitgebracht habe und die mir so manches fehlende Frühstück ersetzen. Nach ein paar Tagen habe ich übrigens immer noch neue Reißverschlusstaschen in meinem Rucksack gefunden. Außen in der Rucksackklappe trage ich meine Reiseführer, Sprachführer, Papiertaschentücher und alles, was man an persönlichem Kleinkram unterwegs so braucht. Fotoapparat und Handy sind stets in den Hosentaschen griffbereit, und meine Trekkinghandtasche beinhaltet wichtige Utensilien wie meine Geldbörse mit 20 bis 30 Euro und kleine persönliche Gegenstände, Sonnenbrille etc. Peinlich genau achte ich darauf, dass ich meinen Geldgürtel mit Innenreißverschluss, in dem die Geldscheine aufbewahrt werden, immer bei mir habe, ebenso wie meine unter der Hose getragene Bauchtasche, die meine Papiere, Ausweis, Kreditkarte, Pilgerausweis, Auslandskrankenversicherung etc. beinhaltet. Diese Überlebensgegenstände lasse ich nie ohne Aufsicht in meinem Zimmer, da die Zimmer der Preiskategorie, in der ich übernachte, nie einen Safe haben und ich Diebstähle fürchte.

Fast täglich wasche ich nach dem Duschen Kleinigkeiten, Socken, Unterwäsche, T-Shirt, manchmal auch die Hose. Die Sachen hänge ich zum Trocknen in das geöffnete Fenster, und manchmal gibt es auch eine richtige Trockenmöglichkeit. Die heiße Nachmittagssonne ist meine Verbündete, trocknet meine Sachen und hilft mir so, ein wenig Kultur zu wahren.

Auf das Schminken verzichte ich seit dem dritten Tag völlig — keine Zeit, kein Raum, keine Kraft, alles egal. Die Haare trocknet die Sonne.

Die Verpflegung muss ich planen: pro Tag 1,5 Liter, verteilt auf drei 0,5-Liter-Flaschen für unterwegs, vorher abgefüllt mit Mineral- oder Brunnenwasser. Dazu kommen belegtes Baguette und Obst, meist Äpfel, weil die am besten zu transportieren sind. Habe ich mir mal Kirschen gekauft, hänge ich diese, bereits gewaschen, in einer Plastiktüte außen an meinen Rucksack, sodass sie nicht gequetscht werden können. Am Nachmittag muss stets die Verpflegung für den nächsten Tag eingekauft werden, weil die Strecken so einsam sind, dass ich unterwegs im Allgemeinen nichts einkaufen kann, nicht einmal ein Eis. Auch muss ich den Samstag und Sonntag beachten und mich entsprechend bevorraten, was ohne Kühlschrank nicht ganz einfach ist.

Umgangssprache ist meist Englisch, manchmal komme ich aber auch mit Deutsch oder mit ein paar Brocken Französisch oder Spanisch weiter.

Inzwischen bin ich bereits stolzer Besitzer von sieben Pilgerstempeln, die alle in schönster Aufmachung und zum Teil mit interessanten Abbildungen meinen Pilgerpass zieren — eine Augenweide!

Also, nach einer Woche fühle ich mich schon wie ein Profi!

Wenn nicht jetzt, wann dann?
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