8. KAPITEL

 

Olivia war erleichtert, dass auf dem Trockner ein Stapel sauberer Strandhandtücher lag. Sie spülte ihren Pullover im Waschbecken aus und legte ihn dann auf ein ausgebreitetes Handtuch auf die Anrichte. Nachdem sie ihre restlichen Sachen ausgespült hatte, steckte sie alles in den Trockner. Sie warf einen Blick auf die geschlossene Tür. Hoffentlich klopfte Robby vorher an. So schnell sie konnte, zog sie ihre nasse Unterwäsche aus, spülte sie und warf sie ebenfalls in den Trockner.

An der Tür ertönte ein Klopfen.

»Einen Augenblick.« Sie nahm sich ein Strandtuch und wickelte sich darin ein. »Okay.«

Die Tür öffnete sich einen Spalt, und Robby spähte hinein. »Och, du hast ein Handtuch gefunden.«

»Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen.«

»Olivia, du könntest mich nie enttäuschen.« Grinsend legte er ein Badehandtuch und ein paar Kleider auf die Anrichte neben ihren Pullover. Er war barfuß, und sein Oberkörper war nackt, aber er hatte seine nassen Boxershorts gegen ein Paar weiße Kampfsporthosen getauscht. »Komm raus, wenn du bereit bist.« Er schloss die Tür.

Bereit für was? Sie nahm das Weinglas von der Anrichte und trank einen Schluck. Entspann dich. Du musst nichts tun, was du nicht tun willst. Aber das war genau das Problem. Wenn es um Robby ging, wollte sie einfach alles. Und sie kannte ihn erst seit ein paar Tagen.

Als sie den Trockner angestellt hatte, betrachtete sie die Sachen, die er ihr gebracht hatte. Es war eindeutig Frauenkleidung. Wahrscheinlich gehörte sie der Besitzerin dieser Villa, wer auch immer das sein mochte. Es waren Sommerpyjamas: ein blaues Trägerhemd und ein Paar blaue Baumwollshorts, die mit flauschigen weißen Wolken bedruckt waren.

Die Shorts passten, auch wenn sie an den Beinen etwas weit zu sein schienen. Das Top war eng und überließ kaum etwas der Vorstellungskraft. Etwas verkrampft legte sie sich das Badetuch wie einen Schal um die Schultern. Sobald ihre Kleider trocken waren, würde sie sie anziehen und schnell nach Hause gehen. Konnte sie das überhaupt? Sie wagte es nicht, allein nach Hause zu gehen, solange da draußen ein Panther war. Vielleicht hatte Robby einen Wagen. Oder vielleicht musste sie die Nacht bei ihm verbringen.

Das mit dem Panther würde ihre Großmutter ihr nie glauben.

Sie nahm noch einen Schluck Wein zur Stärkung und verließ dann den Waschraum. Das Licht in der Küche war ausgeschaltet, aber aus dem Wohnzimmer kam noch genug Licht, das ihr den Weg zeigte. Sie erreichte den bogenförmigen Eingang zum Wohnzimmer und blieb darin stehen.

Im Kamin loderte ein Feuer. Auf dem Teppich davor waren Kissen und eine Wolldecke, die auf der Couch gelegen hatten, ausgebreitet. Olivia musste schlucken. Es war eindeutig, was Robby vorhatte. Er wollte sie verführen.

Gerade blies er ein Streichholz aus, mit dem er eine Kerze auf dem Couchtisch angezündet hatte. »Möchtest du noch etwas Wein?«

»Ich habe noch.« Ich stecke so was von in Schwierigkeiten. Sie hockte sich an ein Ende der Couch und stellte ihr Weinglas auf den Tisch davor.

»Ist dir warm genug? Ich konnte nur Sommersachen finden, die Shanna hiergelassen hat.«

»Wer ist Shanna?«

»Shanna Draganesti. Ihr gehört dieses Haus, zusammen mit ihrem Mann. Mehrere Häuser, im Grunde genommen.« Er setzte sich mitten auf die Couch und drehte sich ihr zu.

Während er sprach, bemerkte sie, wie muskulös er aussah und dass die Haare auf seiner Brust eher braun als rot waren. Er hatte sein feuchtes kastanienbraunes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammengenommen. »Wo steht dein Haus?«

»Schottland, ein paar Meilen südlich von Inverness. Ich besitze etwa zwanzig Morgen neben den Ländereien meines Großvaters. Ich habe mein eigenes Haus, aber er erwartet immer von mir, dass ich in seinem Schloss wohne.«

Sie blinzelte. »Ein echtes Schloss?«

»Aye. Es ist dort etwas zugig für meinen Geschmack. Mein Haus ist gemütlicher, aber ich bin kaum dort. Meistens bin ich wegen irgendwelcher Aufträge unterwegs.«

»Was für Aufträge?«

Er legte einen Ellbogen auf der Rückenlehne der Couch ab. »Sicherheitsmaßnahmen oder Nachforschungen.«

Selbst wenn ihre Fähigkeit, Lügen aufzudecken, bei Robby nicht funktionierte, sie glaubte ihm. Die körperlichen Anzeichen stimmten alle. Er war ihr zugewandt, hielt den Blickkontakt mit ihr und sah entspannt aus. Mehr noch, sie hatte das starke Gefühl, er wollte, dass sie ihm vertraute. Er hatte von Anfang an gesagt, er wäre vertrauenswürdig. Er hatte Folter ertragen, ohne seine Kameraden zu verraten. Warum sollte sie ihm also nicht vertrauen? Er hatte sich einem riesigen Panther gestellt, um sie zu retten.

»Hast du letzten Sommer, als sie dich gefangen genommen haben, auch für die Firma deines Großvaters gearbeitet?«, fragte sie. »Was für ein Auftrag war das?«

Nachdenklich rieb er sich den Kiefer. »Manchmal hat MacKay S&I mit sehr heiklen Sicherheitsfragen zu tun.«

Sie lehnte sich zurück. »Meinst du nationale Sicherheit? Kennst du deswegen Leute bei der CIA?«

»Wir haben versucht, eine Gruppe nationaler Terroristen aufzuspüren.«

»Wo? Wieso habe ich davon noch nie etwas gehört?«

Robby zuckte mit einer Schulter. »Ist ein Geheimnis.«

»Und diese Terroristen sind es, die dich gefoltert haben.«

»Aye, aber darüber möchte ich nicht reden. Das ist vorbei und erledigt.«

»Ist es das?« Langsam entspannte Olivia sich. Ein Bein angewinkelt, setzte sie sich ihm gegenüber. »Kannst du ehrlich sagen, dass du nie mehr daran denkst?«

Diese Frau ließ einfach nicht locker. »Ich denke jeden Tag daran.«

»Als du meine erste Frage beantwortet hast, darüber, was du mehr willst als alles andere, was war deine Antwort?«

Sein Blick richtete sich auf ihr Bein.

»Willst du dich rächen, Robby? Es wäre verständlich, wenn es so wäre.«

Er beugte sich vor und zog sanft an ihrem großen Zeh. »Wenn ich es dir sage, musst du mir auch deine Antworten verraten.«

Sie biss sich auf die Unterlippe. »Okay, abgemacht.«

Zärtlich umfasste er mit einer Hand ihr Fußgelenk und drückte zu. Seine grünen Augen richteten sich fest auf ihre. Intensive Gefühle waren darin zu lesen. »Ich will Rache. Meine größte Angst ist es, nie Rache nehmen zu können, und nein, das macht mich nicht zu einem besseren Menschen.«

»Dann hast du es immer noch vor?«

Langsam nickte er. »Glaubst du, das macht mich zu einem schlechten Menschen?« Er fuhr mit den Fingern ihre Wade hinauf.

Es faszinierte Olivia, wie seine Hand sich langsam ihrem Knie näherte. Oh, er konnte auf jeden Fall böse sein. Und es würde ihr gefallen. »Ich glaube, es bedeutet einfach, dass du menschlich bist. Und du hast mehr erlitten als nur körperliche Verletzungen.«

»Es war demütigend«, flüsterte er, während er ihre empfindliche Kniekehle streichelte.

An Konzentration war nicht mehr zu denken. »Es gibt ein berühmtes Zitat von Eleanor Roosevelt. Ich... ich kann mich nicht an den genauen Wortlaut erinnern, aber es ist so etwas wie, niemand kann dafür sorgen, dass du dich unterlegen fühlst, wenn du ihm nicht die Erlaubnis dazu erteilst.«

Er lehnte sich zurück und zog seine Hand von ihrem Bein. »Das gefällt mir. Danke.«

»Gern geschehen.«

Neugierig und anerkennend betrachtete er Olivia. »Für jemanden, der nicht mein. Therapeut sein will, leistest du gute Arbeit.«

Sie grinste. Es war wahrscheinlich das beste Kompliment, das sie je bekommen hatte. »Es ist gut, dass ich nicht deine Therapeutin bin. Es wäre sonst vollkommen unmoralisch, mich mit dir einzulassen.«

Mit einem Lächeln berührte er ihr Haar. »Dann willst du dich also mit mir einlassen?«

Hitze stieg ihr ins Gesicht. »Ich glaube, das tue ich bereits.«

Sein Lächeln wurde breiter, und er wickelte sich eine ihrer Locken um den Finger. »Jetzt bist du dran. Was willst du mehr als alles andere?«

»Ein langes, glückliches Leben. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie das genau aussieht.«

»Ein langes Leben«, murmelte er und ließ ihr Haar los. »Und was ist deine größte Angst?«

Das war der Teil, über den sie nicht reden wollte. Sie wendete ihr Gesicht dem Feuer zu. »Äpfel.«

»Das Obst?«

»Ja.« Sie zog ihre Beine an sich und umklammerte ihre Knie. »Er schickt mir Äpfel. Große rote Äpfel in einer Schachtel. Erst hat er sie an mein Büro geschickt. Dann hat er sie zu meiner Wohnung geschickt. Ich bin umgezogen, aber er hat mich gefunden.«

»Wer ist er?«

Ein Schaudern überfiel sie. »Otis Crump. Ich bin sogar in eine bewachte Wohnung des FBI gezogen, aber auch dahin sind die Äpfel gekommen.«

Robby rutschte ein Stück näher an sie heran. »Er verfolgt dich.«

»Kann er nicht. Er sitzt im Bundesgefängnis von Leavenworth. In Einzelhaft.«

»Er bestellt die Äpfel aus dem Gefängnis?«

»Dafür gibt es keine Aufzeichnungen oder sonstige Beweise.«

»Wie kannst du dir dann sicher sein, dass er es ist, der sie dir schickt?«

Sie schloss kurz die Augen. Zwing mich nicht, es dir zu erklären. Es ist zu schrecklich. »Glaub mir, er ist es.«

Robby berührte ihre Schulter. »Ich glaube dir. Er muss einen Komplizen haben.«

Sie rieb sich die Stirn. »Das dachte ich auch, aber mein Vorgesetzter meint, ich... überreagiere. Deshalb hat er mich beurlaubt. Damit ich mich beruhigen kann. Damit ich meine Perspektive überdenke.«

»Hast du deine Meinung etwas zu laut kundgetan?«

»Mehr als nur etwas. Man hat mir gesagt, ich wäre paranoid.«

Robby lächelte. »Och, wir haben so viel gemeinsam.«

»Danke.«

»Ich glaube immer noch, dass dein Gefangener einen Komplizen hat.«

»Ich auch, aber wie soll das funktionieren? Er ist seit zwei Jahren in Einzelhaft. Sie kontrollieren all seine Post. Ich habe ihn deswegen verhört, aber es ist schwer zu sagen, wann er lügt. Er streut so viele Wahrheiten und Halbwahrheiten in seine Aussagen, bis ich nicht mehr in ihm lesen kann, was was ist. Er... es macht ihm Spaß, mit mir zu spielen.«

»Weiß er von deiner Gabe?«

»Er hat es sich zusammengereimt, nachdem ich ihn ein paarmal beim Lügen erwischt hatte. Er... er findet mich faszinierend.«

»So ein Mist«, murmelte Robby und stand dann auf. Er trat an den Kamin und drehte sich zu ihr um. »Geh nicht mehr zu ihm.«

»Wenn ich den Befehl bekomme...«

»Welches Verbrechen hat er begangen?«, unterbrach Robby sie.

»Er hat wenigstens dreizehn Frauen vergewaltigt und ermordet.«

»Er ist ein verdammtes Monster. Warum bist du überhaupt bei ihm gewesen?«

»Er wurde wegen drei Morden verurteilt, aber wir hatten den Verdacht, dass er in mehreren Staaten weitere begangen hat. Es war mein Job, ein Geständnis aus ihm herauszuholen. Er war so lange in Einzelhaft, dass er sich auf unsere Treffen richtig gefreut hat. Er hat immer wieder angedeutet, er würde sich mir anvertrauen, je öfter ich ihn besuchen komme.«

»Er hat dich manipuliert.«

Olivia seufzte. »Ich weiß. Das wussten wir alle, aber mein Vorgesetzter wollte, dass ich mitspiele. Otis ist sehr stolz auf das, was er getan hat.« Sie schüttelte den Kopf und wünschte sich, sie könnte die Bilder vertreiben. »Wir wussten, dass er irgendwann anfangen würde, mit seinen Taten anzugeben.«

Robby setzte sich wieder neben sie auf die Couch. »Was ist passiert?«

Sie konzentrierte sich auf das Feuer im Kamin. »Er hat versprochen, mir alles zu erzählen, wenn ich ihm zu unserem nächsten Treffen einen Apfel mitbringe. Einen großen roten Apfel und ein Schälmesser. Er hat hinter der Glasscheibe dabei zugesehen, wie ich ihn schäle. Und er...«

Wie konnte sie zugeben, dass das Monster in ihrer Gegenwart ejakuliert hatte? Und dass er ihr bis ins Detail beschrieben hatte, wie er die Mädchen folterte, mit genauso einem Schälmesser, wie sie es benutzte?

Die schrecklichen Bilder waren in ihr Gedächtnis eingebrannt. Tränen rannen ihre Wangen hinunter. »Deshalb weiß ich, dass er derjenige ist, der die Apfel schickt. Er will, dass ich zu ihm zurückkomme. Er... er ist besessen von mir.«

»Olivia.« Robby nahm sie auf seinen Schoß und legte seine Arme um sie. »Liebes, jetzt bist du in Sicherheit. Ich lasse nicht zu, dass dir jemand wehtut.«

Sie vergrub ihr Gesicht in seiner Schulter und ließ die Tränen fließen. Sie hatte sich so lange zurückgehalten und immer versucht, für ihren Job stark zu sein. Sie weinte um die Mädchen, die gestorben waren. Sie weinte um die Perversion, die er sie zu ertragen gezwungen hatte. Sie weinte um die Folter, die Robby ertragen musste.

Beruhigend murmelte er ihr süße Nichtigkeiten ins Ohr und rieb sanft ihren Rücken.

Sie legte ihren Kopf gegen seine Brust und lauschte auf das gleichmäßige Klopfen seines Herzens. »Ich habe das Geständnis bekommen, wegen dem ich dort war, aber ich habe mich so schmutzig gefühlt.«

»Liebes, du bist ein Engel. Das Böse eines einzelnen Mannes kann dich nicht beschmutzen.«

Vorsichtig berührte sie Robbys Wange. Seine Barthaare waren kratzig und zugleich sexy, aber über seinem Bartschatten war seine Haut babyweich. Er war der liebste Mann, den sie je getroffen hatte, und, Gott stünde ihr bei, sie wollte ihn so sehr, dass ihr Herz sich schmerzhaft zusammenzog, bis sie es kaum noch aushielt.

»Ich glaube, wir sollten dein Zitat abändern. Niemand kann dafür sorgen, dass du dich schmutzig fühlst, wenn du ihm nicht die Erlaubnis dazu gibst.«

Wieder traten ihr Tränen in die Augen. »Danke.«

»Wir tun einander gut.« Er wischte ihr die nassen Wangen mit den Fingern ab. »Genug Tränen.« Er küsste sie auf die Wange. »Wir sollten glücklich sein.«

Sie strich mit ihrer Hand über seine Schläfe und vergrub sie in seinem Haar. »Du machst mich glücklich.«

»Olivia, du erfüllst jeden Traum in meinen Gedanken und jedes Begehren in meinem Herzen. Ich bin dabei, mich in dich zu verlieben.«

Sprachlos starrte sie ihn an. Sie war verloren. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber es fehlten ihr die Worte.

Endlich drückte er ihr einen Kuss auf die Lippen und lehnte sich dann zurück.

»Robby.« Die Fesseln um ihr Herz sprengten auf, und sie wusste, dass er der Richtige war. Der, auf den sie ihr ganzes Leben lang gewartet hatte. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und drückte ihn fest an sich. »Ich will für immer bei dir sein.«

»Das lässt sich einrichten.« Er stand auf, hielt sie dabei immer noch in seinen Armen, und ging um den Tisch herum. Dann ließ er sich vor dem Feuer auf den Teppich nieder und bettete sie elegant auf die Decke und die Kissen.

Sie zog ihn an sich, um ihn zu küssen, und er eroberte ihren Mund mit einem Verlangen, das ihr den Atem nahm. Dann streckte er sich, halb auf sie gelegt, auf den Boden aus. Sie strich mit den Händen über seinen Rücken und schmiegte sich an ihn. So verzweifelt hatte sie sich noch nie zuvor gefühlt. Oder so mutig.

Eine kleine Stimme in ihrem Kopf erinnerte sie daran, dass sie Robby erst wenige Tage kannte. Die Sache zwischen ihnen ging viel zu schnell. Sie kannte ihn noch nicht gut genug.

Aber sie wusste, dass er der Richtige war. War das nicht alles, was zählte? Sie musste aufhören, alles zu analysieren, und einfach Spaß haben. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und erwiderte seinen Kuss. Seufzend rollte er sich auf den Rücken, nahm sie mit sich, bis sie auf ihm lag. Olivia bedeckte seine Wangen und geschlossenen Lider mit Küssen.

Er ließ seine Hand unter ihr Trägerhemd gleiten und richtete sie dann plötzlich auf, um Olivia das unnütze Hemdchen über den Kopf zu ziehen. Sie keuchte überrascht, aber ehe sie reagieren konnte, lag sie schon wieder auf dem Rücken.

»Robby.« Sie bemühte sich, ruhig zu atmen, und war sich schmerzlich bewusst, dass ihre nackten Brüste sich mit jedem Atemzug hoben. Und er sah mit halb geschlossenen Augen dabei zu.

»Du bist so wunderschön.« Er legte eine Hand auf ihren Rippenbogen und fuhr damit dann langsam höher, bis er die Unterseite ihrer Brust berühren konnte.

Ihre Brustwarzen stellten sich auf, und sie schloss die Augen. Auf einmal fühlte sie sich schüchtern und beschämt. Sie zitterte, als Robby sein Gesicht an ihrem Hals vergrub und an ihrem Ohr knabberte.

»Deine Brustwarzen werden dunkler«, flüsterte er. »Sie waren eben noch ganz rosig, und jetzt werden sie rot. Meinst du, dass sie jetzt empfindlicher sind?«

Als er gleich darauf in eine harte Spitze kniff, stöhnte sie auf.

»Ich hatte recht.«

Sie sah dabei zu, wie er seinen Kopf senkte und mit der Zunge ihre Brustwarze umkreiste. Mit seiner freien Hand nahm er ihre andere Brust und neckte die Spitze mit seinem Daumen. Noch nie hatte sich etwas so gut angefühlt.

Er saugte ihre Brustwarze in seinen Mund.

Welche Wonne bereitete dieser Mann ihr schon jetzt? Sie hatte noch nie etwas so Wunderbares empfunden. Ihre Finger gruben sich in seinen Rücken.

Er machte irgendetwas unglaublich Gutes mit seiner Zunge. Sie wand sich vor Erregung und fühlte die Feuchte zwischen ihren Beinen.

Olivia war erstaunt, wie rot und aufrecht ihre Brustwarze sein konnte, als Robby sich ihrer anderen Brust zuwendete und begann, zu saugen. All die kribbligen, wallenden Gefühle kamen zurück. Sie verursachten bei ihr eine Gänsehaut und schickten Hitzewellen direkt zwischen ihre Beine.

Mit einem Stöhnen begann sie sich zu winden und ihre Beine aneinanderzupressen.

Er streichelte mit der Hand über ihre Pyjamashorts. Ihr Herz machte einen Sprung. Ja. Sie hob ihre Hüften, als er seine ganze Hand an ihr rieb.

Sie keuchte, senkte ihre Hüften zurück auf den Boden und hielt den Atem an. So weit war sie noch nie gegangen. Das eine Mal, als sie kurz davor gewesen war, hatte sie den Mann bei einer Lüge erwischt und ihn aufgehalten.

Aber jetzt konnte sie nur ihre eigenen Gefühle empfinden, und Robby machte seine Sache gut. Er saugte zärtlich an ihrer Brust und begann seinen Handballen gegen ihr Zentrum zu drücken und es in langsamen Kreisen zu massieren. Ihre Nervosität schmolz dahin, und sie konnte wieder frei atmen. Ihre Atemzüge passten sich den Bewegungen seiner Hand an. Es fühlte sich an, als wäre ihr ganzer Körper nur noch auf seine Hand eingestimmt.

Sie stöhnte und wiegte ihre Hüften im Takt mit seiner Hand. Ohne jeden Zweifel hatte sie noch nie etwas Aufregenderes empfunden. Ihr ganzer Körper kribbelte und spannte sich an.

Er ließ von ihrer Brust ab und hauchte darauf. Sie schauderte. Dann, plötzlich, waren die langsamen, trägen Kreise nicht mehr genug. Sie grub ihre Finger in seinen Rücken. »Robby.«

»Ja, Liebes.« Er schlüpfte mit seiner Hand unter den Bund der weiten Pyjamashorts und strich durch ihre feuchten Haare.

Etwas Intensives und Unglaubliches begann in ihr zu wachsen.

Dieser Mann wusste genau, was zu tun war, schoss es Olivia durch den Kopf, als er sanft die Pyjamahose ihre Beine hinabzog.

Olivia war noch nie vollkommen nackt vor einem Mann gewesen, aber statt sich deswegen zu schämen, war sie nur verzweifelt vor Begehren. »Robby, bitte.«

Die Zeit für sanftes Streicheln war vorbei, das schien Robby zu verstehen. Er drang mit einem Finger in ihre nasse Öffnung ein und presste seinen Daumen auf ihre Klitoris.

Als der Orgasmus über sie hereinbrach, schrie sie auf und presste ihre Beine zusammen, als sich ihre Muskeln um seinen Finger schlossen.

Minuten später beruhigte sich ihr Atem langsam wieder. Robbys Augen waren wieder gerötet. Seltsam, aber vielleicht spiegelte sich nur das Feuer darin. Sein Lächeln war ausgesprochen selbstzufrieden.

Sie grinste. Er hatte einen guten Grund, stolz auf sich zu sein. »Du warst unglaublich. Ich habe noch nie etwas so Wunderbares erlebt.«

Seine Mundwinkel zuckten. »Bist du sicher?«

»Ja.«

Er legte sich zwischen ihre Beine und drückte einen Kuss auf ihren Bauch. »Bist du wirklich sicher?«

Sie öffnete ihre Lippen, als er einen Pfad ihren Bauch hinabküsste, bis in ihre Schamhaare und weiter zwischen ihre Beine. Und als seine Zunge ihre Klitoris berührte, bäumte sie sich erneut auf. Lieber Gott, er hatte recht. Das fühlte sich sogar noch besser an.

Bereitwillig öffnete sie ihre Beine, damit er mit ihr tun konnte, was er wollte. Sie wand sich unter ihm, während die Spannung in ihr wieder anstieg. »Oh Robby.«

Er drang mit einem Finger in sie ein und bewegte ihn vor und zurück, während er mit seiner Zunge schnalzte. Ein zweiter Orgasmus brach über ihr zusammen, und sie presste ihre Schenkel um ihn zusammen, als sie dabei aufschrie.

»Oh mein Gott, Robby.« Olivia hatte Mühe, wieder zu Atem zu kommen.

»Olivia, ich sterbe, wenn ich nicht gleich in dir sein kann.« Robby löste das Band an seinem Hosenbund.

Sollte sie ihm sagen, dass sie noch unberührt war, oder warten, bis er es von selbst merkte?

»Ich will, dass du weißt, wie ernst mir die Sache zwischen uns ist. Wenn ich dich genommen habe, lasse ich dich nie mehr los. Nie mehr.«

Sie setzte sich auf und berührte seine Wange. »Ich wäre nicht hier, wenn ich dich nicht lieben würde.«

»Olivia.« Er nahm ihr Gesicht in beide Hände. »Ich habe so lange auf dich gewartet.«

Ein lautes Klopfen ertönte von der Eingangstür.