Ausflugstipps
Weinhochburgen der Thermenregion
Nur einen Katzen- bzw. S-Bahn-Sprung (S 1 und S 2) von Wien entfernt locken die Heurigen der architektonisch pittoresken Weinhochburgen der Thermenregion, darunter Mödling, Gumpoldkirchen, Perchtolsdorf und Baden.
Mödling: Das 20.000-Seelen-Städtchen und sein landschaftliches Umfeld – von Dichter Ferdinand Raimund „Österreichische Schweiz“ genannt – haben viele Künstler inspiriert. Unter ihnen die Komponisten Beethoven und Schönberg, die hier zeitweilig wohnten und arbeiteten. Ihre als Gedenkstätten geehrten Domizile liegen an der Hauptstraße 79 bzw. der Bernhardgasse 6. Von Mödling aus empfehlen sich Abstecher zum Stift Heiligenkreuz und nach Mayerling (beides s. u.).
Beethoven-Gedenkstätte: Mo–Mi 9–13 Uhr bei vorheriger Anmeldung unter Tel. 02236/26727. Schönberg-Haus Fr 10–13 und 14–17 Uhr, 3 €. Tel. 01/712188831(Wien), allgemeine Informationen beim Tourismusverband Mödling, Kaiserin-Elisabeth-Straße 2, Tel. 02236/26727.
Stift Heiligenkreuz: Die ebenfalls von Leopold III. 1133 gestiftete, Bernard von Clairvaux gewidmete Zisterzienserabtei beeindruckt mit einer romanisch-gotischen Stiftskirche mit Altarbildern von Johann Michael Rottmayer und Martino Altomonte, den Gräbern einiger Babenberger Landesherren, einer Gemäldegalerie und Bibliothek.
Führungen: Mo–Sa 10, 11, 14, 15, 16 Uhr, So, Fei ab 11 Uhr, 7 €. Tel. 02258/8703. Busverbindungen ab Mödling.
Mayerling: Das historische Jagdschloss in der Gemeinde Alland, heute ein Karmeliterinnenkloster, ist ein schicksalsträchtiger Ort der Familiengeschichte der Habsburger, weil sich hier im Jahr 1889 die „Tragödie von Mayerling“ ereignete. Gemeint ist der Selbstmord von Kronprinz Rudolf, bei dem der einzige Sohn des vorletzten österreichischen Kaiserpaars Franz Joseph und Elisabeth seine Geliebte, die Baronesse Mary Vetsera, mit in den Tod nahm.
Führungen durch Kirche und Jagdschloss: 9–18 Uhr (Sommer), 9– 17 Uhr (Winter), So, Fei ab 10 Uhr, 2,20 €. Tel. 02258/2275. Busverbindungen ab Mödling.
Gumpoldskirchen: Das international bekannte Winzerstädtchen präsentiert sich als idyllisches architektonisches Ensemble (15.–18. Jh.) und liegt an den Ausläufern ausgedehnter Weinberge. Ein ortsnaher markierter Weinwanderweg (ca. 30 Min. Gehzeit) stimmt auf den Genuss des Rebensaftes in einem der lokalen Heurigen ein.
Perchtolsdorf: Auch hier (unmittelbar an der Wiener Stadtgrenze) fließt der Wein der Thermenregion in Strömen. Wer sich vor dessen Genuss noch bilden will, möge sich die gotische Hallenkirche oder die Herzogsburg aus dem 14. Jh. ansehen.
Baden: Obgleich immerhin 26 km von der österreichischen Metropole entfernt, ist Baden bei Wien durch die Badener Lokalbahn unmittelbar mit deren Stadtzentrum verbunden. Das hat damit zu tun, dass die dort sprudelnden, schon in römischen Tagen entdeckten heilkräftigen Schwefelthermalquellen seit Beginn des 19. Jh. die besondere Wertschätzung des kaiserlichen Hofes genossen. Von 1804 bis 1834 kaiserliche Sommerresidenz, erblühte Baden zu einem eleganten und kulturell ambitionierten Kurort mit imposanten Adelsvillen und Bürgerhäusern, gepflegten Sanatorien und Thermalbädern wie dem Thermalstrandbad oder der Römertherme. Dazwischen öffnen sich von repräsentativen Bauten flankierte Plätze: der Hauptplatz mit dem von Josef Kornhäusel entworfenen Rathaus, der ehemaligen Habsburgerresidenz und einer Dreifaltigkeitssäule aus der Bildhauerwerkstatt von Giovanni Stanetti; der Josefsplatz mit dem klassizistischen Frauenbad, einem renommierten Kunst- und Ausstellungszentrum; der Theaterplatz, an dem sich das traditionsreiche Jubiläumsstadttheater erhebt. „Garniert“ wird das Ganze durch gepflegte Parkanlagen wie dem Kurpark oder dem Doblhoffpark mit seinem entzückenden Rosarium. Im Kurpark lädt Österreichs ältestes, größtes und prächtiges Kasino zu Glücksspiel und Konzerten ein. Dass die biedermeierliche Badestadt, in der sich seit jeher die High Society und namhafte Künstler aller Sparten tummeln, rund ums Jahr mit einem reichhaltigen Kulturprogramm mit hochkarätigen Ausstellungen, Theater- und Musikveranstaltungen sowie mit eleganten Geschäften und Restaurants aufwartet, versteht sich fast von selbst.
Verbindungen: Badener Bahn von der Oper (Wien) zum Josefsplatz oder schneller mit der S 1.
Information: Tourist Information Baden bei Wien, Brusattiplatz 3, Tel. 02252/22600-600, www.baden-bei-wien.at.