Zentralfriedhof und Gasometer-City
„Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten …“, rockte Liedermacher und „Austropopper“ Wolfgang Ambros 1974 anlässlich des 100. Geburtstags der Totenstadt im 11. Bezirk (Simmering). Die Hymne galt einem zweieinhalb Quadratkilometer großen Areal, das doppelt so viele „Einwohner“ zählt wie das lebendige Wien und sogar über eine eigene Buslinie verfügt.
Während auf dem → Zentralfriedhof zahlreiche berühmte Maler und Musiker, Schauspieler und Schriftsteller ruhen, sind auf dem kleinen Friedhof der Namenlosen am Simmeringer Donauufer aus dem Fluss gefischte, nicht identifizierte Wasserleichen beigesetzt.
Neben den prominent bzw. anonym belegten Gräberfeldern bietet der 1892 nach Wien eingemeindete, graue Industrievorort eine weitere Attraktion: ein Ensemble aus vier ausgedienten Gasometern vom Ende des 19. Jh., die sich 100 Jahre später in einen architektonisch imposanten Einkaufs-, Büro-, Wohn- und Freizeitkomplex namens → Gasometer-City verwandelten.