Otto-Wagner-Werkschau in Penzing und Ottakring
Otto Wagners private Sommervillen und seine Krankenhauskirche am Steinhof gelten als wertvollste Stücke in der Kollektion des berühmten Jugendstilarchitekten und lohnen die Straßen- oder U-Bahn-Anreise an den westlichen Grüngürtel der Stadt, zumal sich die Wagner-Werkschau gut mit einem Ausflug zum aussichtsreichen Wilhelminenberg verbinden lässt.
Die beiden Wagner-Villen wurden 1886–88 und 1912/13 nur wenige Meter voneinander entfernt an der steil ansteigenden, von zweigeschossigen Gemeindehäusern, kleinen Sommerresidenzen und Waldstücken flankierten Hüttelbergstraße im 14. Bezirk Penzing erbaut. In die ältere und prachtvollere, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben und in den 1960er Jahren sogar vom Abriss bedroht war, zog 1972 der bekannte Maler und Bildhauer Ernst Fuchs ein, der sie 1988 zum öffentlich zugänglichen → Ernst-Fuchs-Museum umwidmete. Die heute privat genutzte, kleinere und schlichtere → Wagner-Villa II war der letzte Familienwohnsitz des weltbekannten Wiener Architekten, der mit der → Kirche am Steinhof die – wie es in einem Aufsatz über Wagner etwas pathetisch heißt – „Krone seines Lebens“ schuf. Das schmucke Gotteshaus liegt auf dem Gelände der 1907 eröffneten und ebenfalls von Otto Wagner konzipierten Landesheil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke, die wegen der weiten Ausbreitung der Tuberkulose nach dem Ersten Weltkrieg teilweise in eine Lungenheilstätte umgewandelt worden war. Nachdem die zeitweise selbständigen Kliniken inzwischen wieder fusioniert haben, firmiert der gesamte Krankenhauskomplex an den Ausläufern des Wilhelminenberges heute unter dem Namen Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe – Otto-Wagner-Spital.
Einige Bushaltestellen weiter östlich steht das Wilhelminenspital, auf dessen Areal mit dem 1913 fertig gestellten → Lupuspavillon ein weiterer Wagnerbau in Augenschein zu nehmen ist. Er liegt wie der → Wilhelminenberg am grünen Rand des stadteinwärts von grauen Zinskasernen aus dem 19. Jh. geprägten, inzwischen vornehmlich von Türken bewohnten Arbeiterstadtteils Ottakring.