Martin Reinl

Puppenkomisch

Martin Reinl wurde am 15. Oktober 1975 in Mainz geboren. Er ist Stand-up-Comedian, Autor, Regisseur, Synchronsprecher … vor allem aber Puppenspieler. Und mit dieser Profession treibt er mir (Hella) seit Jahren Tränen des Glücks in die Augen.

Wuchs ich doch mit Telemekel und Teleminchen auf, dem Spatz vom Wallrafplatz, Peter René Körner und Hund Wuschel, Arno Görke und dem Hasen Cäsar! Nicht zu vergessen die AUGSBURGER PUPPENKISTE.

Als Teenie gab’s dann SESAME STREET und als Twen die MUPPET SHOW … von putzigen Marionetten oder Handpuppen bin ich schlicht und ergreifend ein Riesenfan. Nur Ratz und Rübe fand ich eklig.

Oh! Die elenden Klugscheißerpuppen fand ich (Conny) auch sehr anstrengend. Mich hat das Cookie Monster immer sehr beeindruckt. Mit seinen zotteligen Pranken. Ich liebe laute Kekse doch so sehr. Und niemand hat Kekse so lecker gegessen wie das Krümelmonster.

Sooooo … zurück zu Martin. Er hat uns mit seiner Arbeit bei «Zimmer frei» so begeistert, dass ich (Hella) bei der Pilotierung von zwei «Hella von Sinnen Shows» darauf bestand, ihn als Side- Kick haben zu wollen. Bei einem ersten Treffen entstand dann die Idee einer zickigen Puderquaste, die bereits Marlene Dietrich abgepudert hat. Der Name wurde auch an dem Tag gefunden: CLARA SIL. Die zwei Shows mit Clara und ihm haben einen Riesenspaß gemacht, und ich wünsche mir sehr, dass es irgendwann eine erneute Zusammenarbeit gibt, weil Martin so ein außergewöhnliches Talent hat. TV-GÖTTIN! Hast du diese Wörter gelesen!?!

Na, jedenfalls: Wir machten uns an einem sonnigen Winternachmittag auf den Weg und besuchten ihn in seiner Firma BigSmile-Entertainment bei uns um die Ecke hier in Köln.

 

HvS: Du bist ja nicht nur ein wunderbarer Puppenspieler, sondern auch ein geschickter Handwerker und Künstler, denn du baust alle deine Puppen selber. Dank der gemeinsamen Arbeit mit «unserer» Puderquaste Clara Sil weiß ich, dass du ein sehr privates Verhältnis zu deinen Puppen hast.

– Moment! Liebe Lesenation, das können Sie jetzt nicht sehen, da auf dem Tisch wird gerade eine Kleidermotte gebastelt – wie praktisch. Ich wollte nämlich wissen, ob’s etwas gibt, womit du beim Bau startest. Gibt’s da so eine Art Ritual? Fängst du mal mit dem Flügel an, mal mit …

 

MR: Erst mal fange ich mit einer Zeichnung an. Wenn es dann an den Bau geht, beginne ich grundsätzlich mit dem Kopf. Also mit der Kopfform. Dann kommt der Bauch, dann die Arme und ganz zum Schluss dann wiederum erst das Gesicht auf den Kopf. Das ist der letzte Schliff.

 

Mit dem Gesicht hast du dann eine Persönlichkeit geformt?

 

Ja. Da kommt die Seele rein. Ich denke oft: «Ach, heute muss ich nur noch das Gesicht machen. Das habe ich in einer halben Stunde!» Und dann brauche ich den kompletten Tag, um zwei Augen anzukleben. Weil die dann nicht richtig sitzen oder weil … weil es eben nicht stimmt. Die Puppe muss mich irgendwann angucken und sagen: «Da bin ich!» Das dauert manchmal länger, als Arme und Füße zu nähen.

 

Und es ist das Gesicht, was die Seele macht? Du würdest nicht sagen, es ist deine Hand in der Puppe? Oder deine Stimme?

 

Ja, schon auch. Aber erst mal muss die Puppe mir «Guten Tag» sagen, bevor ich durch sie dann wiederum «Guten Tag» sagen kann.

 

Wenn die Puppe fertig ist und vor dir steht, und du hast ihr die Äugelchen und Näschen und Öhrchen drangepappt, gibt’s da ein Ritual, wie du die Puppe dann entjungferst? Oder besser: zum ersten Mal bespielst?

 

Die entjungfert sich während des Bauens schon. Wenn ich den Kopf baue, stecke ich immer wieder die Hand rein und gucke: Kann der richtig plappern? Was kann der? Was kann ich schon alles mit dem Gesicht machen? Dann merke ich schon, was das für eine Figur wird und was sie kann.

 

CS: Wenn die Puppen fertig sind, sind das dann Freunde von dir? Kollegen? Kinder?

 

Bei Foto-Shootings bin ich zum Beispiel sehr pingelig. Ich sage aus Spaß immer: «Ich bin wie eine Mutti, die möchte, dass ihr Kind ordentlich auf dem Foto aussieht.» Da kann ich auch sehr zickig werden, wenn es sein muss.

 

Was dürfen Fremde nicht, wenn sie so wie ich zutraulich auf das Puppenensemble zulatschen?

 

Darauf zuzulatschen ist ja eigentlich gewollt, das ist ja der Sinn der Sache. Ich bin natürlich ein bisschen empfindlicher, wenn die Leute sie selber auf den Arm, also auf die Hand nehmen wollen. Gerade Figuren, die ich sehr intensiv spiele, wie den Wiwaldi oder das Haselhörnchen, die sehr eng mit mir zu tun haben, gebe ich ungern in fremde Hände. Es gibt Ausnahmen. Wenn man mich nett fragt, dann darf man auch mal die Hand in eine Figur reinstecken. Aber nicht in jede.

 

Hast du Angst, dass die etwas falsch machen? Oder hat es etwas mit Intimität zu tun?

 

Es ist eher eine Sache der Intimität. Ich gebe dir ja auch nicht meine Unterwäsche zum Anziehen.

 

Glaubst du, dass deine Puppen unterschiedlich schüchtern oder zutraulich sind? Gibt es Puppen, die von Fremden auch mal auf den Arm genommen werden wollen?

 

(Lacht.) Darüber habe ich noch nicht nachgedacht.

 

Hast du mit einigen eine offene Beziehung?

 

Ja, tatsächlich. Ich spiele nicht alle Figuren alleine. Wir haben ein paar Kollegen, mit denen ich auch sehr eng zusammenarbeite. Umgekehrt gibt es auch Figuren, die ich selbst kaum oder ungern auf die Hand nehme, weil sie für mich mit einem Kollegen belegt sind. Ein Kollege ist Carsten; seine Figuren will ich nie auf den Arm nehmen.

 

Also, das ist gar keine Zille von dir persönlich? Ist das eher ein Code unter Puppenspielern?

 

Ja, mein Kollege Carsten stand mal vor dem Regal und sagte: «Den Affen da, den traue ich mich nie zu nehmen!» Den verbindet er zu sehr mit mir. Und andererseits gibt es Figuren, bei denen haben wir quasi eine «offene Beziehung». Die sind neutral oder noch nicht so geprägt. Die spiele mal ich, mal er oder mal jemand anderes.

 

Was ist denn der Prozess, in dem du zu einer Puppe eine besonders intime Beziehung entwickelst? Liegt das vor allen Dingen an der Dauer des Spiels, wie jetzt bei Wiwaldi, der regelmäßig bei «Zimmer frei» auftritt, oder hat es auch mit etwas anderem zu tun?

 

Die Dauer ist nicht unbedingt ausschlaggebend. Es gibt Figuren, da hängt vielleicht noch ein Stück mehr Persönlichkeit drin. Manche Puppen sind mir so ein Anliegen, die wollte ich immer schon machen.

 

Wann kriegen die eigentlich ihren Namen?

 

Gibt es ein Taufritual?

 

Nein, Namen sind zum Kotzen, muss ich sagen. Ich tue mich sehr schwer mit Namen. Die meisten meiner Figuren heißen ja im Grunde genommen so wie das, was sie sind. Der Jammerlappen. Der blaue Hai …

 

Also, die Kleidermotte wird KLEIDERMOTTE heißen?

 

Keine Ahnung. Ich habe ja noch nicht mit ihr gearbeitet. Es gibt manchmal Figuren, da ist schon der Name vorgegeben. Da weiß ich, jetzt mache ich eine Figur, die heißt Uschi und hat Lockenwickler am Kopf. Oder eben Clara Sil, und die ist eine richtige Puderquaste – also Figuren, die speziell für einen Sketch oder für eine Show erarbeitet wurden.
Und manchmal gibt es nur eine Idee: «Ich mach mal einen Schießbuden-Teddy, der völlig angeschossen ist!»

 

Haben die Puppen denn Rituale? Gibt es etwas, was die Puppen nicht machen?

 

Die treten nicht ohne mich auf!

 

Die sind abergläubisch!

 

Ja, genau. Die lassen sich während der Arbeit immer nur hochheben.

 

(Gelächter.)

 

Wenn du die Puppen transportierst: Haben die immer frischen Wind um die Nase, oder kommen die auch in Kisten?

 

Das ist interessant. Das finden andere irgendwie brutaler als ich. Wenn ich zu «Zimmer frei» gehe, kommt Wiwaldi in eine große Reisetasche. Und wenn dann zwei, drei andere Figuren dabei sind, dann stopfe ich die auch noch dazu. Die sind ja alle aus Schaumstoff. Das kann man auch mal für eine halbe Stunde zusammendrücken.

 

Bist du denn mit denen auch schon mal geflogen?

 

Ja.

 

Und müssen sie dann unten beim Gepäck mitreisen?

 

Nein, das mache ich nicht. Aber das ist mehr aus Angst, dass da was verloren gehen könnte. Wenn ich fliege, kommen die Puppen immer ins Handgepäck. Neulich musste ich zu einer Tagung in München und hatte drei Figuren dabei, das Haselhörnchen, Wiwaldi und den Jammerlappen. Das Haselhörnchen musste ich auspacken, und es wurde auf Sprengstoff untersucht.

 

(Großes Gelächter.)

 

Komischerweise haben sie nur das Haselhörnchen untersucht. Ich sagte: «Ich habe auch noch die anderen Puppen!» Da sagten sie: «Nein, nein, die wollen wir nicht.» Da kam ein Mann mit Maschinenpistole auf mich zu und sagte: «Spielen Sie diese Puppe?» – «Ja!» – «Sprechen Sie mal wie die!» Ich dachte: «Okay, da steht ein Mann mit Maschinenpistole. Ich sollte tun, was er sagt.» Und dann stand ich auf dem Flughafen und rief in der passenden Stimme: «Hallo! Ich bin das Haselhörnchen, und ich habe keinen Sprengstoff dabei!» Und dann sagte dieser Mann furztrocken: «Witzig!»

 

Gibt es denn Puppen, die sich untereinander nicht verstehen, die du gar nicht zusammen in eine Tasche tun könntest?

 

Also, so beknackt bin ich dann doch nicht.

 

Okay, liebe Lesenation. Ich merke gerade, dass ich hier am Tisch die Bekloppte bin. Wir sprechen mit einem sehr rationalen Puppenspieler.

 

Es gibt vielleicht Figuren, die sich vor der Kamera nicht verstehen, aber nein, in der Tasche, das ist wie beim «Tetris», da wird es so zusammengepackt, wie es am kompaktesten ist.

 

Freuen sie sich denn auf den Auftritt? Oder haben die den starren Blick aufs Geld?

 

Nein, die freuen sich schon. Wenn wir jetzt bei Macken sind – oder beim Thema Rituale: Ich gucke den Puppen immer kurz vorher nochmal in die Augen. Wenn ich zum Beispiel bei «Zimmer frei» hinter dem Sofa liege – ich muss mich ja erst mal verstecken, bevor der Auftritt kommt –, habe ich den Hund meistens auf dem Bauch. Die Schnauze guckt in meine Richtung. Und dann ist es tatsächlich so, dass ich mir – ich muss dann auch ein bisschen kichern – weil ich mir dann quasi selber zunicke. Also, Wiwaldi nickt mir zu.

 

Aber ihr bespuckt euch nicht?

 

Nein, das machen wir nicht.

 

Wie schön, ein tiefer Blick in die Augen.

 

Gibt es eigentlich Menschen, die am Telefon sagen: «Mennooo, ich bin traurig. Du musst jetzt sprechen wie Wiwaldi, damit es mir besser geht!» Verlangen Menschen von dir, dass du die Stimmen der Tiere machst?

 

Freunde weniger, wenn, dann eher …

 

Menschen mit Maschinenpistolen …

 

(Ganz großes Gelächter.)

 

Und der Mensch Martin Reinl ohne die Puppen? Da gibt es doch bestimmt irgendwas, was dich von anderen Leuten unterscheidet? Oder auch nicht unterscheidet? Fällt dir spontan etwas ein, was du als Privatmensch machen musst, wobei du denkst: «Na, ich habe den Schuss nicht gehört!»

 

Ich gerate immer in Panik, dass ich irgendein Gerät habe laufen lassen, wenn ich das Haus verlasse.

 

Wie oft musst du nachgucken? Reicht ein Mal?

 

Ich habe mir jetzt eine Kaffeemaschine gekauft, die geht nach zwei Stunden von alleine aus. Das finde ich ganz toll. Früher bin ich manchmal zwei Stationen mit der U-Bahn zurückgefahren, weil ich dachte, die Kaffeemaschine läuft noch. Ich glaube, da passiert überhaupt nichts, wenn die Kaffeemaschine den ganzen Tag läuft. Trotzdem – diese Angst, die Kaffeemaschine läuft, oder der Herd ist noch an, die habe ich immer wieder.

Ja, guck mal!

 

Ha! Ha! Das interessiert euch.

 

Jepp! Da sind wir nämlich beim Thema Kontrollzwang.

 

Es gibt ein wunderbares Mittel dagegen.

 

Nicht mehr kochen!

 

Nein, wenn du etwas kochst, machst du den Herd aus und dann mit dem Handy ein Foto davon. Mit der Tageszeitung daneben. Und dann guckst du, wenn du dir nicht sicher bist, auf dein Handyfoto.

 

Hast du überhaupt ein Handy, was Fotos macht?

 

Das habe ich wohl. Aber keine Tageszeitung.

 

Aber dieser Kontrollzwang beutelt natürlich oft Menschen, die auch Perfektionisten sind. Und ich denke schon, dass du ein sehr perfektionistischer Mensch bist.

 

Ja, würde ich auch sagen. Gebt ihr denn noch andere Lösungsansätze außer Handyfotos?

 

Das war doch ein toller Lösungsansatz.

 

Hoffentlich ergibt sich daraus nicht ein neuer Kontrollzwang: «Habe ich ein Handyfoto gemacht?»

 

Na gut! Vielleicht hilft dir ein Reim, den ich an einem Sonntagmorgen gelernt habe: «Und am Ende fragt die Maus: ‹Sind auch alle Platten aus?›»

 

Bist du jemand, der sich schnell ekelt?

 

Ja. Vor allem, was krabbelt und mehr als vier Beine hat. Damit komme ich nicht klar.

 

Und woran machst du das fest?

 

Also, ich zähle nicht vorher die Beine durch, bevor ich mich ekle.

 

Machst du die tot, oder schmeißt du die raus?

 

Oder springst du auf ’nen Stuhl?

 

Viele sagen: «Ja, dann setz sie doch in ein Glas.» Aber dann kann ich das Glas nicht mehr benutzen, da war die Spinne dran!

 

Ich bin auch ein bisschen fies vor allem, was krabbelt. Dennoch versuche ich, das Getier irgendwie einzufangen oder auf Pappen zu setzen. Wir haben spezielle Becher, die für Insekten sind, ich möchte nämlich auch nicht mehr aus dem Glas trinken müssen. Aber ich habe da so ’ne Karma-Klatsche … ich denke immer, reinkarnationstechnisch könnte es ja meine Urgroßmutter sein.

 

Ach so. Okay.

 

Wirf das nächste Marmeladenglas mal nicht weg. Behalte das für Spinnen und Käfer …

 

Ja, aber es geht ja noch weiter. Wenn ich die einfange und nach draußen bringe, dann kommt die doch wieder rein! Die weiß doch, wie schön es hier drinnen ist!

 

Gibt es denn Speisen, vor denen du dich ekelst?

 

Fisch. Ich mag keinen Fisch.

 

Und wenn du im Meer schwimmst …

 

Ich schwimme nicht im Meer.

 

Wie jetzt?

 

Nächste Macke.

 

Warum nicht?

 

Alles, was im Wasser so vor sich hin schwimmt, kommt gleich nach Insekten. Es gibt ja auch Insekten im Wasser. Ich kann auch nicht wirklich gut schwimmen. Ich bin ein idealer Reisepartner, wenn man jemanden braucht, der am Strand bleibt und auf die Sachen aufpasst.

 

Oder Eis holt …

 

Das ist aber putzig. Kannst du denn Bötchen fahren?

 

Nein, mache ich auch nicht: Da wird mir schlecht!

 

Ich würde gerne noch wissen: Wenn du mit den Puppen in einer fremden Stadt in ein Hotelzimmer einziehst, werden die dann schön hingesetzt, oder bleiben sie in der Tasche, bis du am nächsten Tag zu deinem Auftritt fährst?

 

Sag das nicht in einem so strengen Ton. Hier wird nach einer anderen Antwort verlangt, als ich sie gebe.

 

Ich will dich zu überhaupt nichts verleiten! Ich will nur sagen, dass ich es nicht könnte. Ich könnte meine Puppen nicht bis zum nächsten Tag in der Tasche lassen. Ich würde die nett drapieren.

 

Nein, das mache ich nicht. Aber ich kann da noch eine andere verrückte Geschichte erzählen: Wenn ich allein in den Urlaub fahre, nehme ich den Jammerlappen mit, als Reisebegleitung. Der ist schön handlich, den kann ich in die Tasche stecken. Der ist schon sechsmal in New York gewesen.

 

Und machst du Fotodokumentationen? Das ist doch Kult! Warum kennt man das Buch noch nicht? «Jammerlappen in New York». Wieso habe ich das noch nicht?

 

Ja, ich mache das wirklich so. Im Urlaub finde ich es immer so blöd, anderen Leuten meinen Apparat in die Hand zu geben und zu sagen: «Machen Sie mal ein Foto von mir, wie ich da vor der Freiheitsstatue stehe!» Dann ist immer die Statue so groß und ich so klein, oder irgendwie ist das Foto nicht so, wie ich das möchte. Also macht man das Foto allein von sich, das geht ja auch noch. Aber wenn ich keine Fotos von mir mache, mache ich eben welche von der Puppe. Die ist ja ein Teil von mir. Ich stand mal am Times Square und hatte ein Bild im Kopf: Jammerlappen sitzt am Bordstein, man sieht im Hintergrund die ganzen Leuchtreklamen – und er sollte von einem New-York-Taxi überfahren werden …

Du nun wieder!

 

Da war ich so vertieft, habe ihn hin und her platziert auf dem Boden, lag da auf der Erde herum und habe bestimmt eine Viertelstunde immer nur Fotos geschossen und gewartet, bis ein Auto kommt. Irgendwann war ich mit ihm fertig, stehe auf, packe den in die Tasche, drehe mich um, da stand hinter mir eine kleine philippinische Omi mit einem Quietsche-Entchen auf der Hand und sagt nur (mit hoher Stimme): «What a good idea!» – schmeißt sich an derselben Stelle auf den Asphalt! Die hat mich die ganze Zeit beobachtet und fand das sehr inspirierend.

 

Wahrscheinlich eine philippinische Puppenspielerin.

 

Oder eine Quietsche-Entchen-Sammlerin.

 

Und wo schläft Jammerlappen im Hotelzimmer?

 

Entweder im Koffer oder …

 

… oder in der Jackentasche?

 

Mal sitzt er auch auf dem Nachttisch, aber da komme ich mir so bescheuert vor, wenn ich mir vorstelle, dass jemand zum Zimmerputzen kommt und den da sitzen sieht. Das ist meine Intimsphäre. Das brauchen die nicht mitkriegen!

 

Da kommst du dir bescheuert vor? Also, ich bin wirklich erschüttert. Wenn wir unseren Petzi mitgenommen haben, dann saß der aber so was von prominent auf dem Bett. Und manchmal machen die Zimmermädchen auch schöne Dinge mit dem Petzi.

 

Was machen die denn für Dinge?

 

Na ja, sie freuen sich offensichtlich, wenn sie einen Petzi sehen, setzen ihn auf ein Kissen, geben ihm ein Schokolädchen in die Pfote …

 

Nun sieht ein Bär ja auch noch ein bisschen anders aus als mein Lappen. Nicht, dass die anfangen, mit dem zu putzen.

 

Ja! Wenn du reinkommst …

 

… steht das Zimmermädchen putzend da, strahlt mich an und ruft: «What a good idea!»

 

(Ganz, ganz großes Gelächter.)

Des Wahnsinns fette Beute: Macken und Marotten auf der Spur
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