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Lieblingsinteressen

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich dem Thema Interessen nähern kann. Eine davon ist, sich anzuschauen, was ein Mensch gerne liest.

 

Wenn Sie durch Ihr Bücherregal schauen, welche Themen begegnen Ihnen dort vorwiegend? Welche Bücher haben Sie sich in den letzten zwei Jahren gekauft? In welcher Abteilung findet man Sie in einer großen Buchhandlung (also auch dort, wo Sie Bücher nur anschauen, die Sie nicht unbedingt kaufen, wie zum Beispiel Reiseführer, Bildbände, juristische Fachbücher)?

Bitte beantworten Sie wie bisher erst die Fragen, bevor Sie weiterlesen. Sie werden später erfahren, warum das so wichtig ist. Notieren Sie jetzt die Art der Bücher, die Sie gekauft haben oder die Sie in einer Buchhandlung in die Hand nehmen.

Gibt es Zeitschriften, die Sie besonders gerne lesen, also zum Beispiel Architektur und Wohnen, Geo, Psychologie heute, Zeitschriften zum Thema Wirtschaft, Fitness, Gesundheit, Mode und so weiter? Gemeint sind wieder nur die Zeitschriften, die Sie wirklich von Herzen gerne lesen, nicht die, die Sie aus beruflichen Gründen oder um am Ball zu bleiben lesen müssen. (Sie ahnen gar nicht, wie viele meiner, vor allem männlichen Kunden den Spiegel und das manager magazin nach dieser Erläuterung wieder wegstreichen.) Bitte zählen Sie die Zeitschriften, die Sie wirklich gerne lesen, auf.

Wenn Sie eine Tageszeitung in die Hand nehmen, welche Seite schlagen Sie als Erstes auf, was interessiert Sie wirklich in einer Zeitung. Vielleicht Sport, Wirtschaft, Kultur, Politik, Feuilleton oder Lokales? Was |92|macht Ihnen Freude beim Lesen? Bitte schreiben Sie die entsprechenden Rubriken auf.

Die letzte Frage zu Ihren Interessen betrifft Ihre Hobbys und zwar nicht nur die, die Sie tatsächlich ausüben, sondern auch die, denen Sie sich widmen würden, wenn Sie genügend Zeit hätten. Denken Sie zum Beispiel an Sportarten, Handwerken, Tanzen oder Singen. Was sind Ihre Hobbys und wobei können Sie die Zeit vergessen?

 

Sie haben Ihre Lieblingsinteressen systematisch zusammengetragen. Wenn Sie den richtigen Job haben, passen mindestens 70 Prozent der Themen, die Sie als Antworten aufgeschrieben haben, zu Ihrer Arbeit. Bei den meisten meiner Kunden ist das nicht der Fall. Wenn Sie Ihrer Berufung folgen, entsprechen die Dinge, die Sie besonders interessieren, den Dingen, mit denen Sie den größten Teil Ihrer Zeit verbringen – und das ist bei den meisten nun mal der Beruf.

Betrachten Sie deshalb Ihre Antworten und lassen Sie sie auf sich wirken. Bitte finden Sie jetzt ein bis drei rote Fäden in Ihren Antworten. Das nachfolgende Beispiel verdeutlicht, was ich damit meine.

 

Beispiel: Kerstin ist seit drei Jahren in einer Stadtverwaltung für den Bereich Events und Veranstaltungen zuständig. Auch wenn die Tätigkeit interessant klingt, ist sie damit nicht glücklich. Nach ihren Hobbys gefragt, beginnen ihre Augen zu leuchten und sie erzählt, dass sie dafür keine Zeit hat, weil sie jede freie Minute mit der Sanierung, Vermietung und Verwaltung eines geerbten Wohnhauses beschäftigt ist. Die Bücher, die Kerstin sich am liebsten ansieht, sind solche, in denen es um Architektur geht. Als Zeitschrift nennt sie Selbst ist der Mann und andere, die praktische Anleitungen zum Heimwerken geben. In der Tageszeitung liest sie vor allem die Anzeigen für Immobilien, obwohl sie in ihrer Wohnung gerne wohnt und auch dort bleiben möchte. Sie sehen schon, worauf es hinausläuft. Der rote Faden in Kerstins Antworten ist das Thema Immobilie. Egal, ob Kauf, Renovierung, Vermietung |93|oder Verwaltung, das Thema fasziniert sie. Bisher ist sie allerdings noch nie auf die Idee gekommen, daraus einen Beruf zu machen – sie wusste nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Seit einiger Zeit arbeitet sie nun als Facility Managerin, mit Spezialisierung auf die Sanierung und anschließende Vermietung von Großprojekten. Zum ersten Mal ist sie wirklich zufrieden mit ihrem Job.

 

Können Sie einen bis maximal drei rote Fäden in Ihren Antworten finden? Da dieser Schritt vielen meiner Kunden allein oft schwer fällt, bitten Sie wieder eine Person Ihres Vertrauens um Unterstützung. Nicht immer ist es so eindeutig wie bei dem Beispiel von Kerstin. Wenn Sie Ihre roten Fäden gefunden haben, markieren Sie diese bitte wieder mit einem bunten Stift und schreiben Sie die Begriffe zusammen mit allem, was Ihnen sonst noch dazu einfällt, auf ein separates Blatt, das Sie wieder in Ihren Ordner einsortieren und bei Bedarf ergänzen können.

 

Die Dinge, die Sie wirklich interessieren, für die Sie schwärmen, für die Sie sich leidenschaftlich erwärmen können, sind ein Ausdruck Ihrer Seele und ein Hinweis auf Ihre Berufung.