Kapitel 9

 

Großmutter Kojotes Portal war mit einer großen Höhle bei den Hügelgräbern am Rand von Elqaneve, der Stadt der Elfen, verbunden. In der Höhle gab es mehrere Portale und noch ein paar vor den Grabhügeln. Ich sah mich nach den Wachen um. Wir sollten über ein weiteres Portal nach Y'Elestrial springen, um dort meinen Vater zu treffen, und dann über das nächste nach Dahnsburg. Nicht viele Leute konnten es sich leisten, durch die Portale zu reisen. Die Preise waren saftig, und einige waren für die Regierung reserviert, doch eine Reihe Portale waren öffentlich, und eines davon verband Y'Elestrial mit dem Wayfarer Bar & Grill.

Am Eingang der Höhle entdeckte ich jemanden, den wir kannten. Trenyth - Königin Asterias Sekretär. Ich winkte ihm zu, und er eilte überrascht herbei.

»Stimmt etwas nicht?«, fragte er und musterte uns mit alterslosen Augen.

»Nein. Na ja, nichts, was ein gutes Dämonenspray nicht lösen könnte. Aber deshalb sind wir nicht hier. Wir treffen gleich meinen Vater, und dann reisen wir nach Dahnsburg, wo Trillian auf mich wartet.«

Trenyth lächelte mich freundlich an. »Aha, Trillian, so, so. Es freut mich sehr, dass er all das überlebt hat. Ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen dir gegenüber, als wir seiner geheimen Mission wegen behaupten mussten, er sei verschwunden.«

Ich seufzte. Noch hatte ich ihnen nicht ganz verziehen, dass sie mich derart zu Tode erschreckt hatten, aber da ich selbst dem AND angehörte, hatte ich Verständnis für Top-Secret-Einsätze. »Ich weiß, Trenyth. Du bist schon in Ordnung, und die Königin kann sich glücklich schätzen, dass du in ihren Diensten stehst.«

Er errötete. »Danke sehr, verehrte Camille. Immerhin steht es Trillian jetzt frei, mit dir zurückzukehren. Da Tanaquar in eurer Heimatstadt die Kontrolle übernommen hat, kann er sich aus diesem Krieg zurückziehen. Es gibt immer noch einzelne Gefechte, aber nichts, womit die neue Regierung nicht allein fertig wird.« Er blätterte in einem Stapel Unterlagen. »Wartet noch einen Moment. Ich glaube, die Königin wollte jemanden hinüberschicken, der mit euch sprechen soll. Vielleicht wäre es ihr angenehmer, diese Unterredung selbst mit euch zu führen, in Elqaneve.«

»Aber wir sind nicht alle hier ...«, begann ich zu protestieren und verstummte dann. Wenn die Elfenkönigin rief, gehorchten wir prompt. Sie war sehr viel mächtiger, als sie nach außen hin erschien, und sie war unsere Verbündete. »Wir können sicher eine Stunde erübrigen.«

Trenyth bedeutete uns, Platz zu nehmen, während er zu dem Flüsterspiegel ging, der in der Nähe des Eingangs aufgestellt war.

Vor tausend Jahren hatten die Hügelgräber ein Orakel der Elfen beherbergt, das auch das Portal gehütet hatte. Inzwischen wandelte sie im Schatten, doch sie war halb Svartanerin, halb Elfe gewesen, mit einer ungeheuren Gabe dafür, die Zukunft zu lesen. Sie war bei einem Scharmützel mit Banditen umgekommen, und seither hatte es in den Hügelgräbern gespukt. Der Hügel über dieser Höhle war kahl - es wuchsen weder Gras noch andere Pflanzen darauf. Er war ein öder Fleck inmitten der saftigen Wiesen von Kelvashan, dem Elfenreich.

Als wir uns auf eine Bank setzten, berührte Iris mich am Arm. »Kannst du das spüren? Geister wandeln in diesen Hügeln. Sie sind hier, sie beobachten uns.«

Ich warf Morio einen Blick zu. Er nahm meine Hand, wir schlössen die Augen und atmeten uns langsam in Trance. Die Luft war so klar und köstlich im Vergleich zur Erdwelt, und mir sträubten sich die Härchen im Nacken. Iris hatte recht. In diesen uralten Höhlen hausten Geister.

Als ich die Augen wieder öffnete, konnte ich sie sehen - schwache Umrisse von Rittern, die in der Schlacht gefallen waren, und von Elfenfrauen, so durchscheinend, dass sie viel älter sein mussten als die meisten Feen, denen ich je begegnet war. Sie nahmen keine Notiz von uns und sahen uns nicht an, sondern spazierten nur ihre angestammten Pfade entlang. Ich fragte mich, weshalb sie nicht zu ihren Ahnen heimgekehrt waren. Was fesselte sie an die Welt der Sterblichen?

Als Trenyth zurückkehrte, seufzte ich tief. »Wer sind sie? Die Geister, die in diesem Hügel spuken? Warum finden sie keine Ruhe?«

Verblüfft blickte er von mir zu Morio und dann zu Iris. »Ihr könnt sie also sehen? Das hätte mir klar sein müssen, da vor allem ihr beide mit so übler Magie herumspielt.« Er nickte Morio und mir zu und wandte sich dann an Iris. »Und Ihr spürt sie selbstverständlich, Priesterin Ar'jant d'tel.«

Ihre Miene verdüsterte sich. »Eine Priesterin bin ich, ja. Aber dieser Titel wurde mir vor langer Zeit aberkannt. Ich habe nicht das Recht, ihn zu führen«, sagte sie mit gepresster Stimme. »Bitte sprecht mich nie mehr so an.«

Ar'jant d'tel... Ar'jant d'tel... Das Wort kam mir bekannt vor, und ich versuchte, mich an meinen Dialektunterricht zu erinnern. Und dann fiel es mir ein. Ar'jant d'tel war ein Wort aus der Alten Sprache und bedeutete »von den Göttern erwählt«. Damit bezeichnete man jemanden, der sich allerhöchste Ehre erworben hatte. Ich warf einen Seitenblick auf Iris, doch ihr Gesicht war bleich, und sie presste die Lippen fest zusammen.

Trenyth sah sie noch einen Moment lang mit sanftem Blick an. Dann legte er ihr eine Hand auf die Schulter und sagte leise: »Ich wollte Euch nicht verletzen. Viele Wege versperrt der Zufall, andere das Schicksal. Und manche versperren die Götter selbst aus Gründen, die wir nicht ahnen können. Seid beruhigt, Lady Iris. Ihr habt nicht getan, wessen man Euch beschuldigt hat.« Auf ihren verblüfften Blick hin fügte er hinzu: »In der Vergangenheit zu lesen ist eine meiner Gaben. Und jetzt kommt.« Er nickte Morio und mir zu. »Königin Asteria erwartet euch im Palast. Sie hat mir versichert, dass es nicht lange dauern wird.«

Obwohl ich nichts lieber getan hätte, als ihn in irgendeine Ecke zu treiben und ihn nach Iris auszufragen, schaffte ich es, den Mund zu halten. Wir folgten ihm, und Iris ging uns voran, mit gestrafften Schultern und nun wieder undurchdringlicher Miene.

Die Grabhügel lagen am Rand von Elqaneve. Trenyth und zwei Wachen führten uns durch die gepflasterten Straßen. Es war Abend, und wie in der Erdwelt nahte auch hier der Herbst. Die Luft war frisch und kühl, und ohne die Lichtverschmutzung strahlten die Sterne wie Brillanten. In den Blumenkästen vor den Häusern und Läden waren die Frühlings- und Herbstblüten Kräutern gewichen, die man bald ernten und für den Winter trocknen würde. Weicher Lichtschimmer fiel durch die Vorhänge vor den Fenstern.

Die wenigen Elfen, die noch unterwegs waren, achteten kaum auf uns. Die meisten verneigten sich nur im Vorübergehen vor Trenyth.

Als ich tief die klare, saubere Luft einatmete, wurde mir bewusst, wie froh ich war, wieder zu Hause zu sein. Elqaneve mochte die Stadt der Elfen sein, aber sie gehörte zur Anderwelt. Doch sosehr mir die Vorstellung gefiel, hierzubleiben, wusste ich, dass das nicht so einfach wäre. Ich fühlte mich jetzt auch erdseits zu Hause und von beiden Seiten meiner Abstammung angezogen.

Als könnte Morio meine widerstreitenden Gefühle spüren, schloss er zu mir auf, nahm meine Hand und hielt sie fest, während wir weitergingen. Aber seine Berührung brachte mir nur noch mehr Verwirrung. Da meine Seele mit seiner und Smokys verbunden war, mussten beide in meiner Nähe bleiben. Ich konnte mich nur an einem Ort niederlassen, wo auch sie sich wohl fühlten. Frustriert schob ich dieses geistige Gejammer beiseite. Solange Schattenschwinge uns bedrohte, lagen sowieso alle Gedanken an die Zukunft auf Eis.

Vor uns schimmerte die Alabasterfassade von Königin Asterias Palast im Abendlicht. Die Steine stammten aus dem Tygeria-Gebirge westlich von hier. Der Palast war von Gärten und uralten Eichenhainen umgeben und viel schlichter gestaltet als der in Y'Elestrial. Trotzdem strahlte er mehr Macht aus.

Die Elfenkönigin gehörte zu den ältesten Herrschern in Y'Eírialiastar - der Anderwelt -, und das ganze königliche Anwesen war von ihrer Präsenz durchdrungen, als sei sie selbst ein Teil des Landes, auf dem es stand. Vielleicht war es auch so. Vielleicht war die Königin nach diesen Jahrtausenden so eng mit ihrer Stadt verknüpft, dass eine ohne die andere nicht mehr sein konnte.

Trenyth führte uns in einen großen Raum, den Thronsaal. Der Thron der Königin war aus Eichen- und Stechpalmenholz geschnitzt und erinnerte mich an den meiner Hohepriesterin. Aber dieser hier war feiner und glänzender, nicht so wild wie der im Tempel der Mondmutter. Ich schaute mich nach Königin Asteria um, aber sie war nirgends zu sehen.

»Folgt mir«, sagte Trenyth. Er führte uns in einen kleineren Raum, an den ich mich erinnerte - hier hatte ich zum ersten Mal vor der Elfenkönigin gestanden, als Smoky, Delilah und ich ihr das erste Geistsiegel gebracht hatten. War tatsächlich nicht einmal ein ganzes Jahr vergangen, seit wir Schattenschwinges Plan aufgedeckt und den Krieg gegen ihn begonnen hatten? So viel hatte sich seitdem verändert.

Stumm hing ich diesem Gedanken nach. Königin Asteria starrte auf eine Karte der Anderwelt. Sie drehte sich um, als wir eintraten, und sah uns mit bekümmertem Lächeln entgegen. Mit einer Geste lud sie uns ein, sich an den polierten Tisch zu setzen.

»Willkommen, meine junge Mondhexe«, sagte sie, und ihr Gesicht legte sich in freundliche Falten. Sie sah zwar nicht annähernd so uralt aus wie Großmutter Kojote, doch auch auf Königin Asterias Gesicht zeigten sich die Straßen und Täler des Lebens. Sie wandte sich Morio zu. »Schön, dass du gekommen bist, Yokai. Iris, es freut mich, dich wohlauf zu sehen. Trenyth hat mir berichtet, dass ihr unterwegs seid, um Trillian abzuholen.«

»Ja, wir werden ihn in Dahnsburg treffen, nachdem wir meinen Vater in Y'Elestrial besucht haben. Ich habe die Stadt seit dem Bürgerkrieg nicht mehr gesehen«, murmelte ich. »Ich fürchte mich beinahe davor, denn sie hat sicher sehr gelitten.«

»Vieles ist zerstört.« Trenyth verzog das Gesicht. »Du solltest dich auf einiges gefasst machen. Doch die Türme von Königin Tanaquars Palast werden bald wieder schimmern wie einst - also sei nicht allzu niedergeschlagen, wenn du siehst, was der Krieg in deiner Heimat angerichtet hat.«

»Ich werde dich nicht lange aufhalten«, erklärte die Königin. »Aber ich muss dir etwas sagen. Ich wollte Trenyth mit einer Botschaft nach Dahnsburg schicken, aber da ihr nun schon einmal hier seid ... Weißt du, warum du dich ausgerechnet in Dahnsburg mit Trillian treffen sollst?«

Ich schüttelte den Kopf. Um ehrlich zu sein, hatte ich mich auch schon darüber gewundert. Dahnsburg war eine Hafenstadt am westlichen Rand der Silofel-Ebene, die zum Windweidental gehörte. Dort lag der Hof der Dahns-Einhörner, aber die Stadt selbst beherbergte Feen und Kryptos vieler verschiedener Rassen. Was Trillian da zu suchen hatte, war mir schleierhaft.

»Feddrah-Dahns' Vater - der König der Dahns-Einhörner - möchte dich sprechen. Den Grund werde ich dir nicht nennen, das ist seine Angelegenheit. Aber ich will dir sagen, dass dieses Treffen wegen der Kostbarkeit, die du bei dir trägst, sehr wichtig ist. Ich kann spüren, dass du das Horn mitgebracht hast.« Ihre Miene verdüsterte sich.

Besorgnis ballte sich zu einem kleinen Knoten in meinem Magen. Ich hatte mich ja daran gewöhnt, von den Ewigen Alten als Spielball benutzt zu werden, vielleicht sogar von den Göttern, aber jetzt wollten auch noch die Einhörner mitmischen?

»Wenn Ihr mir nicht sagen wollt, weshalb der Dahns-König mich sprechen möchte, könntet Ihr mir vielleicht raten, worauf ich bei diesem Treffen achten sollte? Ich will ihn nicht verärgern, und ich bin nicht ganz auf der Höhe, was Einhorn-Etikette betrifft. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar nach unserer Begegnung mit Feddrah-Dahns noch ziemlich unsicher, wie man vierbeinigen Hochadel anspricht.«

Feddrah-Dahns war der Kronprinz der Dahns-Einhörner und derjenige, der mir das Horn des Schwarzen Tiers gebracht hatte. Ich mochte ihn. Sehr sogar. Aber die Vorstellung, seinem Vater gegenüberzutreten, schüchterte mich ein. Kryptos konnten gefährlich sein, und ich wusste nicht, wie wahrscheinlich es war, dass er jemanden einfach durchbohrte, wenn ihm etwas nicht passte. Ich hatte gehört, dass er sehr streng sein sollte. Fair, aber streng.

Königin Asteria schnaubte leise und hielt sich rasch die Hand vor den Mund, als hätte sie gerülpst, doch über diesen uralten Fingern blitzten ihre Augen. »Ach, Camille. Keine Sorge. Du bist eine Frau, die nach ihren eigenen Regeln spielt, und das darf auch so bleiben. Meine Liebe, mit Feddrah-Dahns hast du dich sehr gut verstanden. Wie kommst du darauf, dass sein Vater dich nicht ebenso charmant finden wird?«

Ich verzog das Gesicht beim Gedanken an Smoky und Hyto. »In letzter Zeit hatte ich nicht viel Glück mit dem Versuch, Väter zu bezaubern. Und nicht jeder Sohn ist ganz der Vater.«

»Was bedrückt dich, Camille? Ist etwas geschehen? Ist dein Vater aus irgendeinem Grund zornig auf dich?«

Ich zuckte mit den Schultern, immer noch verlegen und wütend über die ganze Geschichte. »Nein, nicht mein Vater. Smokys Vater. Wir haben uns kennengelernt. Er ist mit der Brautwahl seines Sohnes nicht einverstanden - ganz und gar nicht einverstanden. Und das ist nur ein Teil des Problems.«

Königin Asteria setzte sich und sah mich streng an. »Sei vorsichtig, junge Hexe. Drachen können tückisch sein, vor allem Weißschwingen und Rotrücken. Reize ihn nicht, wenn du es vermeiden kannst. Smoky ist ein feiner junger Mann, aber wie du eben sagtest - Söhne kommen nicht immer nach ihrem Vater, und wenn sein Vater tatsächlich ein reinblütiger Weißer Drache ist...«

»Ist er«, sagte ich tonlos.

»Dann darfst du ihm nicht trauen. Gib gut auf dich Acht, meine Liebe. Und Morio, behalte sie stets im Auge.«

Na toll. Schon zum zweiten Mal heute wurde Morio ermahnt, auf mich aufzupassen und den Bodyguard zu spielen. Allmählich kam ich mir vor wie eine wandelnde Zielscheibe, und das gefiel mir nicht. Überhaupt nicht.

Morio nickte. »Das habe ich vor, Euer Hoheit.«

Sie schenkte ihm ein wohlwollendes Lächeln. »Gut. Zurück zum Thema. Camille, König Upala-Dahns wird dir eine Chance bieten sowie einige Informationen. Du musst sein Angebot annehmen. Ich habe versprochen, dir vorerst nicht mehr zu sagen, aber bitte - lehne nicht ab, was er dir anbietet, obwohl es für dich gefährlich werden könnte. So wertvoll ist der mögliche Lohn.«

Wunderbar, noch mehr Rätsel. Von Großmutter Kojote war ich nichts anderes gewöhnt, aber jetzt trieb auch Königin Asteria dieses Spielchen mit mir? Und »gefährlich« hieß für mich im Klartext: Du wirst hei diesem Fiasko einstecken müssen, und zwar ziemlich übel.

Doch ich tat, was von mir erwartet wurde. Ich lächelte und sagte: »Danke sehr.«

Morio brummte, widersprach aber nicht. Iris warf mir nur einen dieser Du sitzt mächtig in der Scheiße-Blicke zu, die sie so gut draufhatte.

Aber Königin Asteria war noch nicht mit mir fertig. »Ich durchschaue dich, Camille. Ich sehe diesen teils entsetzten, teils skeptischen Ausdruck in deinen Augen.« Sie beugte sich dicht zu mir vor. »Glaube mir, wenn ich dir sage, dass du das unbedingt durchstehen musst. Vertraust du mir?«

Irgendetwas an ihrer Art machte mir Angst. Sie meinte es ernst, aber ich war alles andere als zuversichtlich. Allerdings hatte Großmutter Kojote etwas ganz Ähnliches gesagt. »Ich will Euch nicht beleidigen. Ich bin es einfach leid, immer nur Rätsel zu hören und im Dunkeln zu tappen.«

Als sie sich erhob, sprangen wir auf. Sie nickte, Morio verbeugte sich und Iris und ich knicksten. »Meine Liebe, manchmal ist die Dunkelheit deine Freundin. Falls Schattenschwinge durchbrechen sollte, werden die Feuer so hell lodern, dass du dich nach dem samtenen Schoß der Nacht sehnen wirst.«

Trenyth bedeutete uns, ihm wieder hinaus in den Großen Saal zu folgen. Unterwegs berichtete ich ihm, was wir über Stacia Knochenbrecherin herausgefunden hatten - wenn es auch herzlich wenig war. Er machte sich Notizen.

»Danke sehr«, sagte er. »Es tut mir leid, Camille. Ich weiß, dass es dir so vorkommt, als hielte es niemand für nötig, dich ausreichend zu informieren. Aber glaub mir, die Königin hat gute Gründe dafür, und schon bald wirst du mehr erfahren.«

»Du kannst ja nichts dafür«, entgegnete ich und zuckte mit den Schultern. »Manchmal sind wir alle nur Spielfiguren in den Händen der Götter.«

»Und manche von uns tun ihr Bestes, damit die Spielfiguren nicht in Schwierigkeiten geraten«, erwiderte er mit schelmischem Grinsen. »Geh in Frieden, und ich wünsche dir eine gute Reise.« Er begleitete uns zurück zu den Portalen und bezahlte für unseren Sprung nach Y'Elestrial. Als wir Hand in Hand durch das Portal traten, konnte ich nur noch daran denken, dass ich gleich zum ersten Mal seit zwei Jahren meine Heimat wiedersehen würde. Ich hoffte nur, dass es noch ein Zuhause gab, in das ich heimkehren konnte.