Das literarische Irland erschien massenhaft zur Beerdigung des Professors. All die müden üblichen Verdächtigen, die ihn jahrelang nicht zur Kenntnis genommen hatten, lobten die beiden Bücher über das Theater, die er geschrieben hatte. Dass diese Bände seit Jahren vergriffen waren, wurde nicht erwähnt. Die Zeitungen widmeten ihm höfliche Nachrufe, und in einem Artikel wurde angedeutet, sein Tod sei ein tragischer Unfall gewesen. Zwischen den Zeilen stand das unausgesprochene Wort, das den tragischen Unfalltod seiner Frau und seines Bruders thematisierte, ohne die suizidale Veranlagung direkt beim Namen zu nennen.

Ich saß bei Nestor’s, las all dies, vor mir eine Tasse vernachlässigten Kaffees. Jeff tauschte ein Fass aus, und wir tanzten am Rande des gähnenden Abgrunds herum, der sich zwischen uns auftat. Der Wachposten sah Sky News, die Schlacht um Bagdad war in vollem Gange. Man U hatte Liverpool mit vier Toren Abstand vernichtend geschlagen. Leeds hatte, trotz großer Schwierigkeiten, sechs Tore zwischen sich und Boton gelegt. Ferguson deutete an, Man Us Unentschieden gegen Real Madrid sei Schiebung gewesen.

Das Wetter war fabelhaft, wahrscheinlich unser Sommer, obwohl der Mai noch ein ganzes Ende entfernt lag. Margaret hatte angerufen, um zu sagen, sie wolle mich erst mal nicht sehen, bis ich herausgefunden hätte, was für mich wichtig und was für mich eher unwichtig sei. Ich hatte gesagt:

»Großartig.«

Cathy erschien, fragte:

»Jack, würdest du eine Stunde auf Serena May aufpassen?«

»Klar.«

Ich ging hinauf, und das kleine Mädchen war entzückt, mich zu sehen, verpasste mir eine einzigartige Umarmung. Sie war noch energiegeladener als sonst, sauste durch das Zimmer, brabbelte froh. Ich fühlte mich sterbensmatt, las ihr aber ein bisschen vor, auch wenn wir beide nicht über die Maßen gebannt waren. Ich öffnete das Fenster, um die Hitze abzumildern, sah auf die Forster Street hinunter, vollgepackt mit Menschen. Ich ging zurück, setzte mich an den Tisch, sagte zu Serena:

»Süße, morgen gehe ich ein paar neue Bücher kaufen, wie wäre das?«

Sie streckte beide Daumen in die Höhe. Als ich ihr das zum ersten Mal gezeigt hatte, war sie fasziniert gewesen, und es wurde eine Geste, die wir beide gern verwendeten.

Ich dachte an den Professor, und mir wurde klar, dass ich zum Pikenträger geworden war. Genau die Bürgerwehrmentalität, die mich an Jeff abgestoßen hatte, war durchgekommen in dem, was ich dem Dramatiker angetan hatte. Ich hatte mit Stewart noch nicht Kontakt aufgenommen, fragte mich, ob ich den Trip zum Mountjoy machen sollte. Ich weiß nicht, wie lange ich in diese Gedanken vertieft war, wahrscheinlich nur minutenlang, als ich einen leisen alarmierten Schrei hörte, dann einen Chor des Entsetzens, der sich von der Straße erhob.

Ich drehte mich um, das Fenster war weit offen. Serena May war weg.