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Es war der zwanzigste Tag im Nom.
Den menschlichen Nerven war es letztlich möglich gewesen, sich an Kesriths längeren Tag anzupassen. Duncan stand auf und ging in das private Badezimmer – diesen Luxus, den ihnen schließlich ihre planetare Unterkunft bescherte, obwohl er sich mit einer Ration des im Nom erhältlichen Recycling-Wassers zufriedengeben mußte.
Das Nom hing vollständig von Lebenserhaltungssystemen wie die auf einem Schiff ab. Regul fanden das Leben auf der Oberfläche nicht bequem, aber sie ertrugen es.
Auch für Menschen war es, wie Duncan vermutete, nicht bequem.
Gefilterte Luft, Recycling-Wasser, das ursprünglich aus einem Meer gewonnen wurde, dessen Alkaligehalt kein Leben ermöglichte. Das wenige tierische Leben dieser Welt war auf die Hochländer begrenzt, und wie Duncan in dieser Beziehung aus den übersetzten Regul-Ratgebern erfuhr, war auf Kesrith nur wenig entstanden, das harmlos war.
Das Innere des Nom enthielt Gärten, die die Luft befeuchteten und Vergnügen spendeten, aber die fremdartige Rauheit der Blätter und der begleitende Duft von Regul machten die Gärten weniger vergnüglich, als sie hätten sein können.
Duncan hatte sich, wie er vermutete, an die Regul gewöhnt. Er lernte es, eine Reihe von Dingen zu ertragen, die zu akzeptieren er früher für unmöglich gehalten hatte – und das in zwanzig Tagen engen Kontaktes.
Es war ein enger Kontakt. Es gab keine Stunden der Beschränkung, keine Einschließung im Quartier, aber die Reguln verboten es ihnen, das Nom zu irgendeiner Zeit zu verlassen. Stavros würde das natürlich auch nicht tun, solange es noch Regul auf Kesrith gab – eine angemessene kurze Wartezeit: zehn Tage noch, bis die ersten menschlichen Schiffe ankommen und die Regul ersetzen sollten.
Duncan rechnete zumindest damit, daß ihre Zurechnungsfähigkeit so lange halten würde. Er hatte eine geistige Vorstellung davon, wie ihr erstes Zusammentreffen mit diesen ankommenden Menschen aussehen würde: die Landegruppe würde sie beide verändert vorfinden, durch ihren Aufenthalt auf Kesrith bizarr umgeformt. Er war nicht mehr der Mann, der die Reise angetreten hatte; der ObTak Sten Duncan auf Haven war zu einem viel impulsiveren Verhalten fähig gewesen als Sten Duncan, Assistent des neuen Gouverneurs von Kesrith. Er hatte Geduld entwickelt und die Fähigkeit, langsam zu denken; und er hatte etwas von den Verhaltensweisen der Regul übernommen, grüblerisch und unbeholfen, wie ihre Gewohnheiten eben waren. Sie fingen an, ihm so gewohnt vorzukommen, wie das Ja, Sir und Nein, Sir: Gnade, Mylord , und Sei gnädig, Ältester.
Man hatte ihm die Pensionierung nach fünf Jahren versprochen; aber fünf Jahre in dieser freudlosen Umgebung würden ihn der menschlichen Gesellschaft entfremden; in fünf Jahren mochte saubere Luft für ihn etwas Neues und das Tageslicht von Haven fremd für die Augen geworden sein – vielleicht würde er menschliche Verhaltensweisen als banal und obskur empfinden, nach der öden, überlebensorientierten Niederlassung, die die Menschen auf Kesrith zu begründen haben würden. Duncan befand sich im Prozeß der Anpassung: jede Welt, jedes Klima, jede Operation in feindlichem Gebiet, bei der die unmittelbare Arbeit menschlicher Hände erforderlich war, war der natürliche Job eines ObTak, und er war dabei, ein Gespür für Kesrith zu entwickeln.
Stavros tat auf seine intellektuelle Weise dasselbe, nahm jede Obskurität in seiner Reichweite auf – wie die Regul schien er niemals Notizen zu brauchen, sondern beobachtete einfach und hörte zu, wenn er einen seiner gelegentlichen Ausflüge von seinem Zimmer in die Gärten unternahm.
An diesem Morgen hatte er eine Verabredung in Hulaghs Büro. Es handelte sich um eine wichtige Angelegenheit.
Draußen rumpelte etwas, anders als der gewohnte Donner der abfliegenden Schiffe. Duncan schaltete die schwarzen Nom-Fenster auf Lichtdurchlässigkeit. Sein Blickfeld umfaßte den gesamten Horizont vom Meer zur Rechten bis zu den Bergen zur Linken, abgesehen davon, daß das Mri-Edun und der Hafen nicht sichtbar waren, die zwei Dinge, an denen Stavros und er am meisten interessiert waren. Das war natürlich nicht zufällig so eingerichtet worden. Im Verlaufe von zwanzig Tagen hatte sich in dieser Öde nichts verändert; aber jetzt gab es über den Hü- geln etwas Neues. Ein Sturm kam heran, mit grauen, rotschimmernden Wolken, deren Schatten ein Viertel des Meeres bedeckte. Blitze zuckten mit unmöglicher Geschwindigkeit herab.
Das Wetter, hieß es in der vorbereiteten Stellungnahme aus dem Stab des Bai, ist aufgrund der Jahreszeit nicht vorhersagbar und erzeugt gelegentlich ein Unwetter. Der Regen ist leicht ätzend, besonders dann, wenn im Gefolge von Staubstürmen Schauer auftreten. Es ist angebracht, zu baden, wenn man dem Regen ausgesetzt war. Vor allem ist es nötig, beim ersten Anzeichen eines Sturmes einen passenden Unterstand aufzusuchen. Die Winde können beträchtliche Heftigkeit erreichen. Wenn sich Richtung Meer und Gebirge Fronten überlappen, kommt es häufig zu Wirbelstürmen.
Das rote Deckenlicht flatterte. Stavros war wach und rief Duncan. Dieser zog rasch eine Tasse Soi aus dem Wandspender. Soi war das flüssige Stimulanz der Regul und besaß anders als die meisten Regul Speisen nur ein mildes Aroma. Es war eine der wenigen großzügigen Gesten der Regul, derer sie sich erfreuten. Etwas Süßstoff machte den Soi vollkommen schmackhaft. Duncan fügte zwei Tropfen davon hinzu, setzte die Tasse auf ein kleines Tablett, zog die Morgendepeschen aus dem Schlitz und brachte alles zusammen in Stavros' Quartier das auch hier wiederum nur von seinem Appartment aus betreten werden konnte.
»Guten Morgen, Sir«, murmelte er, eine Höflichkeit, die regelmäßig nur mit einem bescheidenen Nikken beantwortet wurde, und selbst das manchmal verspätet. An diesem Morgen hatte Stavros eine ausgezeichnete Laune. Er lächelte sogar, eine Geste, die seinen dünnen Mund noch dünner erscheinen ließ.
»Das Fenster, bitte«, sagte Stavros. Es donnerte wieder.
Duncan schaltete und ließ das düstere Tageslicht herein.
Die ersten Tropfen prasselten gegen die staubigen Fensterscheiben. Ein Donnerschlag ließ das Glas dröhnen und klirren, und Stavros trat ans Fenster, um die Aussicht zu genießen. Duncan spürte, wie sich seine Sinne belebten, eine in dieser sorgsam kontrollierten Umwelt ungewohnte Stimulierung. Das war etwas, das die Regul weder planen noch zensieren konnten, die Gewalt der Natur. Er konnte den Regen auf das Wasser herabrauschen sehen, das Meer mit den weißen, leicht rosa gefärbten Schaumkronen. Der Tag war in rötliche Dunkelheit gehüllt und von Blitzen durchzuckt.
»Dies«, sagte Stavros, »wird eines der Haupthindernisse für eine Besiedlung hier sein.«
Duncan spürte, daß er dazu aufgerufen war, die Sache zu diskutieren. Er wußte nicht genau, wie; seine Ausbildung bezog sich nicht auf die Zivilisierung von Welten, sondern auf ihre Eroberung. »Die Regul haben uns einen Vorteil eingeräumt«, sagte er, »mit dieser Stadt hier als Basis.«
»Wie man mir berichtet hat, unterliegen Maschinen auf Kesrith einer beträchtlichen Abnutzung; und aus irgendeinem idiotischen Grund sind die Regul dem Beispiel der Mri gefolgt und haben eine Reihe von Außenposten aus Erde und Bindemittel errichtet, billig zwar, aber für das Klima bemerkenswert ungeeignet.«
»Wenn man genug Arbeitskräfte hatte, kann man sie fortlaufend wieder aufbauen, nehme ich an.«
»Menschen können nicht auf diese Weise eine Kolonie unterhalten.« Stavros wechselte auf eine andere Gedankenlinie und nippte an dem warmen Getränk. Wieder rüttelte der Donner an den Fenstern. Der Wind schlug mit einer Kraft zu, die eine alles verbergende Sturzflut von Wasser zwischen ihnen und der Welt herabsandte. Duncan fluchte vor Überraschung und Furcht. »Die Sturmschilde«, riet ihm Stavros. Es hagelte jetzt, ein schnelles Prasseln, das die Fenster bedrohte. Es kam aus ihrer Richtung.
Duncan aktivierte rasch die Fensterläden, die über die Scheibe huschten und das Tageslicht ausschlossen. Die Innenbeleuchtung glich aus. Dann ging er zurück, um sich um die Fenster in seinem eigenen Quartier zu kümmern. Er war erschrocken und hatte sogar Angst, sich der Scheibe zu nähern wegen der Gewalt, die sie erschütterte.
Es donnerte über ihm, als er nach dem Schalter griff, und sein Herz hämmerte, während sich der Sturmschild vor das Fenster schob. In der Ferne hörte er den Alarm im Gebäude, und einen Moment lang hörte man kein Zischen von Luft mehr in den Röhren, und er verspürte in seinen Ohren einen Druck wie beim Aufsteigen eines Flugzeuges.
Er ging zur Tür und öffnete sie. Regul huschten in völliger Verwirrung mit ihren Schlitten durch die Korridore. Dann ließ der Druck wieder nach. Duncan hörte einen Ton, der zu tief war für einen Ton und der durch das Gebäude dröhnte.
»Nai chiug-ar?« – Was ist los? – fragte er den ersten Regul, den er auf seinen Füßen erblickte. »Nai chiugar?«
»Sak noi kanuchdi hoc-nar«, gab der Regul zurück, und die Wörter hatten etwas mit dem Hafen zu tun, aber Näheres konnte Duncan nicht verstehen. »Sa-ak toc dac«, zischte ihm der Regul dann zu. Im Quartier bleiben, Gnade.
Er zog sich wieder zurück, schloß die Tür und forderte über das Hauptpult Informationen an. Niemand wollte ihm jedoch antworten. Schließlich schien draußen alles ruhig zu werden nur das Rauschen des Regens gegen die Sturmschilde war noch zu hören. Er traute sich schließlich die Schilde wieder zu öffnen, sah aber nicht mehr als einen Wasserfall, der alles draußen verzerrt wirken ließ. Er schloß die Schilde wieder.
Und aus Stavros' Zimmer kam nur ein andauerndes Schweigen.
Er riß sich zusammen, schalt sich für seine Panik, und ging um nach dem alten Mann zu sehen, erwartete zynische Belustigung über einen ObTak, der Angst vor Stürmen hatte.
Eine Tasse lag in einem braunen Flecken auf dem Teppich. Duncan sah den alten Mann halb über seinem Bett liegen, immer noch im Schlafanzug.
»Sir?« rief er aus, ging hin und berührte ängstlich Stavros' Schulter, drehte ihn dann um und beobachtete eine schwache Bewegung, ein Schnappen nach Luft, ein Flattern des rechten Auges. Das linke blieb zugekrampft und diese Seite des Mundes seltsam verzerrt. Stavros versuchte, ihm etwas zu sagen aber er blieb unverständlich.
Im nächsten Moment rannte Duncan aus dem Zimmer, aus seinem eigenen Quartier in die Halle hinaus zum Dienstpult, versuchte mit jedem Wort, das ihm in den Sinn kam, seine Not auszudrücken.
»Stavros«, sagte er schließlich, »Stavros!« Und dies schien das Jungling letztlich zu beeindrucken. Es stand auf und folgte Duncan in seiner schwerfälligen Art.
Es stand eine geraume Weile am Fußende des Bettes. »Ältester«, sagte es schließlich mit dem RegulÄquivalent eines Achselzuckens. Hier war ein Ältester, der anscheinend nicht fähig war, aufzustehen, was für einen Ältesten natürlich war. Duncan ergriff den mächtigen Arm des Junglings und hob seine Stimme.
»Krank«, beharrte er.
Langsam, mit großtuerischer Langsamkeit drehte sich das Jungling um und trat an die Konsole, gab einen Anruf ein und sprach mit einer übergeordneten Autorität.
Die Autorität antwortete in einem verwirrenden Muster von Wörtern. Duncan sank nieder und stützte den Kopf in die Hände, während die Verzweiflung seinen Magen verknotete.
Und als ein Aufgebot wichtiger Regul eintraf und anfing, Stavros in einen Transportschlitten zu laden, blieb Duncan dabei stehen und beharrte mit eindringlichen Gesten darauf, daß er die Absicht hegte, Stavros zu begleiten.
Ein Regul ergriff ihn, fest, aber ohne Gewalt, und hielt ihn fest, während der Schlitten sich in Bewegung setzte und wegfuhr. Dann ließ der Regul Duncan wieder los. Das war schon der ganze Aufwand, der erforderlich war, denn es war Duncan nicht möglich, diesem Schienennetz zu folgen.
Er sank in einen Sessel seines Quartiers, zitterte vor Wut und Angst und war vollkommen unfähig dazu, irgend etwas für Stavros zu tun.
Draußen trommelte der Sturm gegen die Schilde, tat dies noch eine Stunde oder länger. Während dieser Zeit verließ Duncan viermal das Zimmer, um am Dienstpult Auskunft über Stavros' Befinden zu verlangen, rüstete sich jedesmal dazu mit nützlichen Sätzen aus dem Wörterbuch und seinen Unterrichtsbö- gen aus. Der diensthabende Regul hatte rasch herausgefunden, daß Schweigen nicht ausreichte, um Ablehnung auszudrücken; er mußte Duncan nur mit Wörtern überschütten, so rasch er nur sprechen konnte, um ihm so seine Begriffsunfähigkeit vor Augen zu führen.
»Dal«, sagte er schließlich, »seo gin.«
Geh weg! Das wurde mehrere Male wiederholt.
Duncan wandte sich ab, aber nicht zu seinem Quartier, sondern zur Rampe der ersten Ebene, wo Bai Hulagh sein Büro hatte. Worte schallten hinter ihm. Drei Regul traten zu ihm und drängten ihn mit Bestimmtheit zu seiner Tür, schubsten ihn, um ihn zum Eintreten zu bewegen.
»Stavros krank«, sagte schließlich einer.
Das war alle bis zum folgenden Morgen erhältliche Information, für eine ganze Nacht in schlafloser Furcht.
Aber mit der Dämmerung kamen sie zu mehreren, trugen ein braun eingewickeltes Bündel vom Schlitten zum Bett; und Duncan, der sich grob zwischen sie stürzte, sah, daß Stavros zwar bei Bewußtsein, seine linke Seite aber immer noch wie tot war.
Und dann legten die Junglinge reichlich Ehrerbietung an den Tag, denn ein Summen ertönte an der Tür, ein Schlitten kam durch den breiten Eingang und blieb in ihrer Mitte stehen.
Bai Hulagh.
Stavros brachte einige Worte hervor, verzerrt, in keiner der beiden Sprachen erkennbar.
»Ehrenwerter Stavros. Ruhen Sie jetzt.« Der Bai erhob sich mit großer Anstrengung in seinem Schlitten und blickte Duncan direkt an. »Jungling, das Unglück betrifft das Nervensystem.«
»Bai«, sagte Duncan, »helfen Sie ihm!«
Der Regul zuckte die Achseln. »Der menschliche Körperbau ist uns fremd. Wir bedauern es. Wir befinden uns mitten in einer außerordentlichen Katastrophe. Das Unwetter hat im Hafen einen Turm umgestürzt. Es gab viele Tote. Unsere Möglichkeiten sind durch diese Notlage in Anspruch genommen. Unser Wissen über das menschliche System ist sehr gering.«
»Ich kann es ihnen liefern – ich kann mich selbst Ihnen zur Verfügung stellen, Bai, falls Ihre Ärzte...«
»Jungling«, sagte der Regul in einem tiefen Baß, der vor Geringschätzung vibrierte, »wir haben das Wissen nicht. Wir experimentieren nicht mit Lebewesen. Wir konnten diese bescheidene Wiederherstellung von Funktionen bewirken, mehr nicht. Dies ist ein Ältester deines Volkes. Wir werden ihm Bequemlichkeit verschaffen, soweit es unsere Möglichkeiten überhaupt zulassen. Bezweifelst du diese Feststellung, Jungling?«
»Sei gnädig«, murmelte Duncan und überließ die Entscheidungen anderen; er trat an Stavros' Seite und ergriff seine gesunde Hand. Ein leichter Druck kam als Antwort. Stavros' blasse Augen glitzerten vor Feuchtigkeit, waren lebendig, erkannten alles und versuchten, ihm einen Befehl zu übermitteln – ein fester und zurechtweisender Blick. Duncan verstärkte den Druck seiner Hand, um Stavros zu beruhigen, und blickte zum Bai auf.
»Gnade, Verehrung«, sagte er. »Dies schmerzt mich.«

Der Bai winkte ihn zu sich. Er ließ Stavros' Finger fahren und gehorchte, unterwarf sich der Berührung durch den Regul-Bai, dessen grobe Finger mit beachtlichem Gewicht auf seiner Schulter ruhen blieben.
Der Bai sprach kurz zu seinen Dienstboten, die bei ihren Aufgaben umhereilten. Dann sahen die von Falten umgebenen Augen in die Duncans, und der Druck der Finger des Bai verstärkte sich, bis Duncan fast wimmern mußte.
»Jungling, man hat mir berichtet, daß du Speisen und Getränke zurückgewiesen hast. Ist das ein Ausdruck des Kummers? Ist das Religion?«
»Nein, Verehrung, ich werde essen.«
»Gut.« Das Wort polterte hervor, fast unverständlich durch den tiefen Tonfall. Der Druck verstärkte sich, bis Duncan fühlte, daß das Gelenk nachgab. Er schreckte zurück, und der Bai ließ sofort die Hand fallen.
Und der Bai wandte sich großtuerisch um und setzte sich in seinen Schlitten zurück. Dieser winselte beim Zurücksetzen drehte sich und schoß davon.
Duncan stand da und sah hinterher, auch hinter den anderen, die sich fast genauso schnell zurückzogen. Ein Geräusch kam von Stavros.
»Sir?« fragte er sofort und versuchte dabei, seine Stimme normal klingen zu lassen. Er drehte sich um und sah, daß Stavros sich zum Tisch hinüberbeugte, auf dem sich seine Unterlagen befanden. Duncan nahm sie und bot sie ihm an, aber Stavros tastete nur mit seiner rechten Hand nach dem Tablett. Duncan begriff und reichte ihm den Stift. Er kniete nieder und hielt das Tablett fest, während Stavros schrieb, mühsam und mit kindlicher Unbeholfenheit.
Regul nicht aus der Fassung, las er. Vorgang bei ihnen in dem Alter normal. Vielleicht kehrt die Beweglichkeit zurück. Kein Grund zur Panik. Die unbeholfene, schräge Schrift kam an die erreichbare Grenze der Seite. Duncan drehte das um, hielt es höher.
Menschen sind bald fällig, fuhr Stavros fort. Katastrophe am Hafen wahr. Regul-Evakuierungsprogramm behindert; HAZAN beschädigt. Regul sehr betroffen Mri – müssen herausfinden, was die Mri tun. Äußerst wichtig. Regul-Gesprächen zuhören, von Mri lernen, nicht provozieren.
»Selbst das Nom verlassen, falls es nötig ist?«
ObTak – werden Sie jetzt Diplomat. Vorsichtig. Beachten Sie meine Anweisungen. Regul töten hier Junglinge – reichlich. Immer erst konsultieren. Bewegen Sie mich. Jetzt, an die Konsole.
Er wollte ihn nicht bewegen; aber Stavros fluchte schwer und befahl es ihm laut, war offensichtlich entschlossen. Duncan hob den alten Mann sorgfältig und sanft auf und setzte ihn in den Konsolenschlitten in der Ecke, half ihm, paßte die körpergeformten Polster an, so daß Stavros sicher saß. Stavros' rechte Hand griff zur Konsole und vollführte weitere Einstellungen. Die Schlittenkonsole drehte sich. Der Schirm drehte sich unabhängig davon, und eine handverschlüsselte Botschaft erschien auf ihm.
Kann sogar das lernen.
»Ja, Sir«, sagte Duncan mit einem Kloß im Hals. Er war plötzlich dieses Mannes wegen betroffen, wegen Stavros persönlich.
Die Botschaft kroch weiter. Bestellen Sie sich Mahlzeit. Ausruhen.
»Und was ist mit Ihnen, Sir?«
Stavros drehte den Schlitten und manövrierte ihn ruckartig neben das Bett. Über die Konsole ließ er das Licht matt werden. Ich warte, sagte der Schirm. Keine Bedürfnisse.