Prolog
Royal Pavilion, Brighton
Oktober 1815
 
»Seine Königliche Majestät muss sich ja in einer argen Notlage befinden, wenn er die Elite der britischen Krone extra herbeizitiert, um sich schlicht und ergreifend in ihrem Ruhme zu sonnen.«
Der beiläufige Kommentar triefte nur so vor Sarkasmus; Tristan Wemyss, vierter Earl of Trentham, ließ seinen Blick flüchtig über den stickigen Musiksalon schweifen, wo sich Gäste, Opportunisten und Speichellecker aller Art drängten.
Prinny - wie der Prinzregent gemeinhin genannt wurde - stand von Bewunderern dicht umringt. Ganz in Purpur und mit Goldtressen und gefransten Epauletten ausstaffiert, verströmte der Regent leutselige Geselligkeit und schwelgte in lebhaften Nacherzählungen wagemutiger Taten, die er den Depeschen über die jüngsten militärischen Engagements, vornehmlich denen in Waterloo, entnommen hatte.
Tristan ebenso wie der Gentleman an seiner Seite, Christian Allardyce, Marquess of Dearne, kannten die bittere Wahrheit hinter den Geschichten; sie waren selbst dabei gewesen. Die beiden hatten sich ein wenig von der Menge abgesondert und in einem ruhigeren Winkel des opulenten Saals Zuflucht gesucht, um sich weitere kunstvolle Lügen des Regenten zu ersparen.
Der sarkastische Kommentar stammte von Christian.
»Im Grunde«, murmelte Tristan, »würde ich den heutigen Abend eher als eine Art Ablenkungsmanöver betrachten - eine Finte, wenn man so will.«
Christian zog seine dichten Brauen hoch. »Erhört meine Lobreden auf Englands Ruhm … und vergesst, dass die Kassen leer sind und die Menschen hungern?«
Tristans Mundwinkel verzogen sich. »So was in der Art.« Christian wandte seinen Blick von Prinny und dessen Gefolge ab und ließ ihn stattdessen prüfend über die übrige Menge in dem kreisrunden Saal wandern. Es war eine rein männliche Veranstaltung, die sich in erster Linie aus Vertretern aller wichtigen Regimenter und Truppen zusammensetzte, die vor Kurzem noch im aktiven Dienst gestanden hatten; der Raum war ein bunter Ozean von verschiedenen Paradeuniformen, verziert mit Tressen, Pelzbesatz, glänzendem Leder und sogar Federn. »Die Tatsache, dass er seine aufwendig inszenierte Siegesfeier hier in Brighton stattfinden lässt und nicht in London, lässt tief blicken, findest du nicht? Ich frage mich, ob Dalziel da nicht ein Wörtchen mitzureden hatte.«
»Soweit mir zu Ohren gekommen ist, wird der Prinz in London nicht allzu gern gesehen; aber wie mir scheint, ist unser vormaliger Befehlshaber mit seinen Vorschlägen zur Gästeliste keinerlei Risiko eingegangen.«
»Ach?«
Sie sprachen leise, wie immer bestrebt, ihre Unterhaltung nach belanglosem Geplänkel unter Bekannten aussehen zu lassen. Die Macht der Gewohnheit. Sie ließ sich nur schwer abschütteln, zumal eine solche Verhaltensweise bis vor Kurzem noch für beide unerlässlich gewesen war - um zu überleben.
Tristan lächelte oberflächlich, und zwar geradewegs durch einen Gentleman hindurch, dessen Blick eben in ihre Richtung gewandert war; der Herr entschied sich, die beiden lieber nicht zu unterbrechen. »Ich bin bei Tisch Deverell begegnet - er saß nicht weit weg von mir. Er erwähnte, dass Warnefleet und St. Austell auch hier seien.«
»Tregarth und Blake ebenfalls. Sie sind mir aufgefallen, als ich hereinkam …« Christian brach nachdenklich ab. »Ach, verstehe. Dalziel hat wohl nur denjenigen eine Einladung zugestanden, die ihren Dienst kürzlich beendet haben?«
Tristan sah ihn vielsagend an; das Lächeln, das seinen ausdrucksstarken Lippen nie fern war, wurde intensiver. »Du glaubst doch wohl nicht, Dalziel würde es irgendjemandem - und sei es Prinny - gestatten, die geheimsten seiner Geheimagenten der Öffentlichkeit preiszugeben?«
Christian unterdrückte ein Grinsen, hob sein Glas an die Lippen und nahm einen Schluck.
Dalziel - niemand nannte ihn je bei seinem vollen Namen oder Titel - hielt die Zügel der englischen Außenpolitik fest in den Händen; in seinem Büro in Whitehall liefen sämtliche Fäden des britischen Spionageapparats zusammen - ein Apparat, der Englands Siege auf der Iberischen Halbinsel und kürzlich bei Waterloo überhaupt erst möglich gemacht hatte. Gemeinsam mit einem gewissen Lord Whitley, seinem persönlichen Gegenstück im Innenministerium, war Dalziel für alle verdeckten Operationen innerhalb und außerhalb Englands verantwortlich.
»Mir war nicht bewusst, dass Tregarth und Blake mit uns im selben Boot sitzen; die beiden anderen kenne ich nur vom Hörensagen.« Christian sah Tristan flüchtig an. »Bist du dir sicher, dass die vier ebenfalls ausscheiden?«
»Von Warnefleet und Blake weiß ich, dass sie aus ähnlichen Gründen ausscheiden wie wir. Bei den anderen beiden ist es pure Spekulation, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Dalziel die Integrität eines Agenten vom Kaliber eines St. Austell - oder auch eines Tregarth oder Deverell - gefährden würde, nur um Prinnys Launen zu befriedigen.«
»Wohl war.« Christian ließ seinen Blick erneut über das Meer von Köpfen gleiten.
Er und Tristan waren beide hochgewachsen, breitschultrig, schlank und hatten den typisch muskulösen Körperbau von Männern, die regelmäßig an aktiven Kampfhandlungen teilnahmen - eine Tatsache, die von ihrer elegant geschnittenen Abendgarderobe nur ansatzweise vertuscht wurde. Unter ihrer Kleidung trugen beide die Narben des jahrelangen Militäreinsatzes; und obwohl ihre Fingernägel makellos manikürt waren, würde es noch Monate dauern, ehe die letzten Spuren - Schwielen, Rauheit, lederartige Haut - ihrer außergewöhnlichen und oftmals groben Tätigkeit ganz von ihren Händen verschwunden waren.
Die beiden Männer hatten - ebenso wie die fünf anderen Kollegen, von deren Anwesenheit sie wussten - über zehn Jahre lang in Dalziels Diensten und denen ihres Vaterlandes gestanden; Christian sogar fast fünfzehn Jahre lang. Ihren Pflichten entsprechend hatten sie jede erdenkliche Rolle gespielt - die des Adeligen wie die des Straßenkehrers, die des Kaufmanns wie die des Dachdeckers. Erfolg bedeutete für sie nur eines: die geheimen Informationen einzutreiben, um derentwillen man sie in feindliches Gebiet entsandt hatte, und lange genug zu überleben, um selbige Informationen an Dalziel zu übergeben.
Christian leerte sein Glas und seufzte. »Ich werde das alles vermissen.«
Tristan lachte knapp. »Werden wir das nicht alle?«
»In Anbetracht der Tatsache, dass wir von nun an nicht mehr auf der Gehaltsliste Ihrer Majestät stehen«, Christian stellte sein Glas auf eine nahe gelegene Anrichte, »sehe ich nicht ein, warum wir eigentlich noch hier herumstehen und uns unterhalten, wo wir dies doch genauso gut in einer sehr viel angenehmeren Umgebung tun könnten …« Sein ausdrucksloser Blick kreuzte sich mit dem eines Gentleman, der anscheinend erwogen hatte, zu ihnen herüberzukommen; er revidierte seine Entscheidung und wandte sich ab. »Und zwar ohne ständig Gefahr zu laufen, einem dieser Kriecher in die Hände zu fallen und ihm artig von unseren Abenteuern berichten zu müssen.«
Er sah Tristan mit hochgezogenen Brauen an. »Was meinst du …? Wollen wir uns in freundlichere Gefilde begeben?«
»Unbedingt.« Tristan übergab sein Glas einem vorbeigehenden Diener. »Hast du einen bestimmten Ort im Sinn?«
»Ich hatte schon immer eine Schwäche für das Ship and Anchor. Mir gefällt die behagliche Atmosphäre dort.«
Tristan nickte ihm zu. »Also, auf ins Ship and Anchor. Meinst du, wir können es wagen, gemeinsam hinauszugehen?«
Christians Lippen zuckten amüsiert. »Wenn wir mit ernster Miene und zusammengesteckten Köpfen - natürlich gewichtig flüsternd - gleichermaßen zielstrebig wie unauffällig auf den Ausgang zusteuern, werden wir höchstwahrscheinlich unbehelligt durchkommen.«
 
Ihr Plan ging auf. Jeder, der sie bemerkte, nahm an, dass einer der beiden geschickt worden war, um den anderen zu einem äußerst wichtigen und natürlich hochgeheimen Treffen zu geleiten; die Diener beeilten sich, ihre Mäntel zu holen, und bald traten die beiden Männer hinaus in die frische Nachtluft.
Sie hielten kurz inne und atmeten tief ein, so als müssten sie ihre Lungen von der lähmend stickigen Luft des überheizten Palastes reinigen. Dann lächelten sie einander fast unmerklich zu und ließen den Royal Pavilion hinter sich.
Sie entfernten sich von dem hell erleuchteten Eingangsportal und bogen in die North Street ein. Mit dem entspannten, aber entschlossenen Schritt zweier Gentlemen, die genau wissen, wohin sie wollen, wandten sie sich nach rechts und steuerten auf den Brighton Square und die dahinter befindlichen Sträßchen zu. Als sie die schmalen, von Fischerhäusern gesäumten, gepflasterten Gassen erreichten, mussten sie hintereinander hergehen; sie tauschten an jeder Weggabelung ihre Positionen und spähten prüfend in jeden Winkel … Falls einem der beiden in diesem Moment bewusst war, dass dieser Ort zu Hause und Frieden bedeutete, dass sie fortan nicht länger auf der Flucht, nicht länger im Krieg waren, so unterließen doch beide jeglichen Kommentar und machten keinerlei Anstalten, jenes seltsame Verhalten zu unterdrücken, das ihnen beiden so selbstverständlich geworden war.
Sie gingen kontinuierlich in Richtung Süden - auf das Geräusch des Meeres zu, das in der Dunkelheit gegen das Ufer rauschte. Schließlich bogen sie in die Black Lion Street ein. Am Ende der Straße befand sich der Ärmelkanal - jene Grenze, hinter der sie den überwiegenden Teil der vergangenen zehn Jahre verbracht hatten. Unter dem schaukelnden Schild des Ship and Anchor blieben sie stehen und hielten kurz inne. Eine salzige Brise und der vertraute Geruch von Meer und Algen umfingen die beiden Männer.
Die Erinnerung zog sie vorübergehend in ihren Bann, doch wie in stummer Übereinkunft wandten sie sich im nächsten Moment ab. Christian öffnete die Tür, und sie traten gemeinsam ein.
Einladende Wärme, der Klang englischer Stimmen und der Duft guten englischen Biers schlugen ihnen entgegen. Beide entspannten sich, so als wäre eine unbestimmte Last ganz unvermittelt von ihnen gefallen. Christian trat an den Tresen. »Zwei Krüge Ihres Allerbesten.«
Der Wirt nickte zur Begrüßung und zapfte umgehend zwei Pints.
Christians Blick fiel auf die Tür hinter der Bar. »Wir setzen uns in Ihr Hinterzimmer.«
Der Wirt blickte kurz auf, stellte dann zwei schaumgekrönte Humpen auf die Theke. Sein Blick wanderte zu der besagten Tür. »Nun, das Hinterzimmer, Sir … Sonst jederzeit gern, nur heut sitzen da schon ein paar Gen’lemen, und denen wär’s wohl nich so recht, wenn da noch fremde Gesellschaft hinzukäm, wie?«
Christian zog die Augenbrauen hoch. Er griff nach der Klappe in der Theke und hob sie an. Während er hindurchtrat, schnappte er sich einen der Humpen. »Wir werden es einfach mal riskieren.«
Tristan unterdrückte ein Grinsen, warf dem Wirt ein paar Münzen für das Bier hin, schnappte sich das zweite Ale und folgte seinem Freund auf dem Fuße.
Er stand direkt neben ihm, als dieser die Tür zum Hinterzimmer weit aufstieß. Die Gruppe von Männern, die es sich um zwei zusammengeschobene Tische herum bequem gemacht hatte, blickte geschlossen auf; fünf Augenpaare waren fest auf Christian und Tristan gerichtet.
Ein fünffaches Grinsen begrüßte sie.
Charles St. Austell, der am gegenüberliegenden Ende des Tisches saß, lehnte sich zurück und winkte sie großmütig herein. »Was seid ihr zwei doch für ehrbare Männer. Wir wollten schon Wetten darauf abschließen, wie lange ihr es wohl aushalten würdet.«
 
Alle standen auf, um Tische und Stühle umzustellen. Tristan schloss die Tür hinter sich, stellte seinen Humpen ab und gesellte sich dazu, während man einander bereits vorstellte.
Obwohl jeder von ihnen in Dalziels Diensten gestanden hatte, waren sie sich in dieser Konstellation noch nie begegnet. Jeder kannte den einen oder anderen, doch niemand kannte sie alle.
Der Älteste unter ihnen, Christian Allardyce, der zugleich am längsten gedient hatte, war zumeist im Osten Frankreichs sowie in der Schweiz, Preußen und einigen kleineren Staaten und Fürstentümern zum Einsatz gekommen; mit seinem blonden Haar und einem besonderen Talent für Sprachen hatte er sich mühelos in diese Gegenden eingefügt.
Tristan selbst war weit herumgekommen und oft mitten im Herzen des Geschehens - in Paris oder anderen industriellen Metropolen - eingesetzt worden; die Tatsache, dass er fließend Französisch sprach, ebenso wie Deutsch und Italienisch, und dazu die Kombination von braunem Haar und braunen Augen, gepaart mit seinem unwiderstehlichen Charme, hatten ihm und seinem Vaterland gute Dienste geleistet.
Er war Charles St. Austell, der einen besonderen Hang zur Extravaganz zu haben schien, noch nie zuvor begegnet. Mit seinen zerzausten, schwarzen Locken und seinen strahlend dunkelblauen Augen zog Charles die Frauen, jung wie alt, gewiss in Scharen an. Er war Halbfranzose und besaß sowohl eine schnelle Zunge wie auch einen schnellen Intellekt, weshalb er sein Äußeres mühelos zu seinem größten Vorteil einzusetzen wusste; er war Dalziels wichtigster Agent in Südfrankreich - vornehmlich in Carcassonne und Toulouse - gewesen.
Der aus Cornwall stammende Gervase Tregarth, mit lockigem braunem Haar und haselnussbraunen Augen, hatte, wie man Tristan erklärte, den überwiegenden Teil der vergangenen zehn Jahre in der Bretagne und in der Normandie verbracht. Er war mit St. Austell bekannt, hatte aber nie mit ihm zusammengearbeitet.
Tony Blake kam ebenfalls aus einem englischen Hause mit zur Hälfte französischer Abstammung. Sein dunkles Haar und seine dunklen Augen verliehen ihm eine ganz besondere Eleganz, die ihn von den anderen abhob, doch hinter seiner edlen Fassade ahnte man eine gewisse Härte; ihn hatte Dalziel am häufigsten beauftragt, um in das Spionagenetz der Franzosen einzudringen und dieses von innen heraus fehlzuleiten, ein überaus gefährliches Unterfangen, das sich zumeist auf die nordfranzösischen Hafenstädte konzentrierte. Allein schon die Tatsache, dass Tony noch am Leben war, bewies die stählerne Zähigkeit dieses Mannes.
Jack Warnefleet war auf den ersten Blick ein Mysterium; er sah so durch und durch englisch aus und war noch dazu außergewöhnlich gut aussehend, mit hellbraunem Haar und ebenso hellbraunen Augen, dass man sich kaum vorstellen konnte, wie es ihm jahrelang gelungen war, in sämtliche Bereiche der französischen Schifffahrt und in sonstige Handelsgeschäfte unbegrenzt Einblick zu erhalten. Er war, mehr noch als alle anderen, wandelbar wie ein Chamäleon und hatte eine solch ungezwungene, überschwängliche Art, dass kaum jemand hinter seine Fassade blickte.
Zuletzt schüttelte Tristan die Hand von Deverell, einem Gentleman mit gepflegter Erscheinung, einem ungezwungenen Lächeln, dunkelbraunem Haar und grünlichen Augen. Trotz seines attraktiven Äußeren hatte er die Gabe, sich unauffällig in jede beliebige Gruppe einzufügen. Er hatte fast ausschließlich in Paris gearbeitet und war nie aufgeflogen.
Nachdem sich alle miteinander bekannt gemacht hatten, nahm man wieder Platz. Das Hinterzimmer war nun angenehm gefüllt; im Kamin brannte ein heimeliges Feuer, das den Raum in flackerndes Licht tauchte, während die Männer sich beinahe Schulter an Schulter um die beiden Tische scharten.
Sie waren allesamt kräftig gebaut; jeder hatte als Gardist in dem einen oder anderen Regiment gedient, bevor Dalziel ihn aufgespürt und davon überzeugt hatte, sich in seine Dienste zu begeben.
Allzu viel Überzeugungskraft war freilich nicht vonnöten gewesen.
Tristan nahm einen ersten genüsslichen Schluck von seinem Ale und ließ den Blick über die Gruppe wandern. Rein äußerlich hatten sie nicht viel gemeinsam, doch unter der Oberfläche waren sie eindeutig miteinander verwandt. Sie waren allesamt adeliger Abstammung, besaßen ähnliche Fähigkeiten, Qualitäten und Talente, wenn auch in unterschiedlicher Verteilung. Doch vor allem war jeder von ihnen willens und in der Lage, der Gefahr ins Auge zu sehen und ohne zu zögern - vielmehr mit einem natürlichen Selbstvertrauen, das an leichtsinnige Arroganz grenzte - ein Spiel auf Leben und Tod zu spielen.
Es floss weit mehr als nur eine Spur von Abenteuerlust in ihren Adern. Und sie waren alle loyal bis aufs Blut.
Deverell stellte seinen Krug ab. »Stimmt es, dass wir allesamt ausscheiden?« Zustimmendes Nicken und neugierige Blicke von allen Seiten; Deverell grinste. »Wäre es unhöflich zu fragen, warum?« Er wandte sich an Christian. »In deinem Fall gehe ich davon aus, dass Allardyce durch Dearne ersetzt werden soll. Richtig?«
Christian neigte zynisch den Kopf. »In der Tat. Nachdem mein Vater gestorben ist und ich somit den Titel geerbt habe, bleibt mir keine andere Wahl. Wäre Waterloo nicht dazwischengekommen, würde ich bereits bis zum Hals in der Schaf- und Viehzucht stecken - und zweifellos in Ketten liegen.«
Sein leicht angewiderter Tonfall trug ihm die mitfühlenden Blicke der anderen ein.
»Das kommt mir nur allzu bekannt vor.« Charles St. Austell starrte vor sich auf den Tisch. »Ich hatte nie damit gerechnet, den Titel zu erben, aber während ich fort war, haben meine beiden Brüder mich sträflich im Stich gelassen.« Er verzog das Gesicht. »Und nun bin ich der Earl of Lostwithiel - und, wie meine Schwestern, Schwägerinnen und meine werte Mutter mir unablässig in Erinnerung rufen, längst überfällig, vor den Traualtar zu treten.«
Jack Warnefleets Lachen klang wenig amüsiert. »Und unerwarteterweise muss auch ich mich eurem Klub anschließen. Der Titel war zwar keineswegs unerwartet - mein Herr Vater hat ihn mir hinterlassen -, aber die Häuser und Ländereien stammen von einer entfernten Großtante, von der ich gerade mal wusste, dass es sie gibt. Und nun - so habe ich mir sagen lassen - stehe ich ganz weit oben auf der Liste begehrter Junggesellen und kann mich so lange auf eine erbitterte Jagd einstellen, bis ich schließlich kapituliere und mich in die Zwänge der Ehe begebe.«
»Moi aussi.« Gervase Tregarth nickte Jack beipflichtend zu. »Bei mir war es ein Cousin, welcher der Schwindsucht erlegen und somit völlig verfrüht gestorben ist; mit einem Mal bin ich der Earl of Crowhurst, besitze ein Haus in London, das ich noch nie gesehen habe, und muss mir, wie ich ständig zu hören bekomme, schleunigst eine Ehefrau suchen, um mit ihr einen Erben zu zeugen, da ansonsten die Linie der Crowhursts auszusterben droht.«
Tony Blake machte ein abwehrendes Geräusch. »Zumindest hast du keine französische Mutter - ihr könnt mir glauben, wenn es darum geht, jemanden vor den Altar zu treiben, sind sie nicht zu übertreffen.«
»Also, auf dich!« Charles erhob seinen Krug. »Aber soll das etwa bedeuten, dass du ebenfalls seit deiner Rückkehr belagert wirst?«
Tony rümpfte die Nase. »Ich habe es meinem Vater zu verdanken, dass ich mich nunmehr Viscount Torrington schimpfen darf - ich hatte ja gehofft, dass er sich noch ein paar Jahre Zeit lässt, aber …«, er zuckte die Schultern. »Mir war hingegen nicht bewusst, dass mein alter Herr in den vergangenen zehn Jahren umfangreiche Investitionen getätigt hat. Ich wusste durchaus, dass ich ein ordentliches Auskommen erben würde, aber auf diesen geballten Reichtum war ich beileibe nicht gefasst. Und dann musste ich auch noch feststellen, dass die gesamte feine Gesellschaft bereits bestens darüber Bescheid weiß. Auf meinem Weg hierher habe ich einen kurzen Zwischenstopp in der Stadt eingelegt, um meiner Patentante einen Besuch abzustatten.« Er schauderte. »Man ist regelrecht über mich hergefallen. Es war grauenhaft.«
»Das rührt daher, dass wir in Waterloo so hohe Verluste verzeichnen mussten.« Deverell starrte nachdenklich in seinen Krug; einen Moment lang herrschte Stille. Jeder hing seinen Erinnerungen an verlorene Kameraden nach, dann erhoben alle ihre Krüge und tranken.
»Ich muss gestehen, mir ist ein ganz ähnliches Schicksal widerfahren«, bemerkte Deverell, während er seinen Humpen abstellte. »Als ich England verließ, hatte ich keinerlei Aussichten auf einen Titel, doch als ich zurückkehrte, musste ich feststellen, dass ein entfernter Cousin dritten Grades kürzlich das Zeitliche gesegnet und ich seinen Titel Viscount Paignton geerbt hatte, mitsamt den Häusern, dem Einkommen und - ebenso wie ihr - dem drängenden Zwang, mir eine Gattin suchen zu müssen. Mit dem Land und dem Geld kann ich umgehen, nicht aber mit den Häusern, geschweige denn den daran gebundenen gesellschaftlichen Verpflichtungen - jedem französischen Komplott könnte man eher entrinnen als diesem verhängnisvollen Netz.«
»Und wenn man scheitert, kann man sich gleich sein eigenes Grab dazu schaufeln«, fügte St. Austell hinzu.
Von allen Seiten erklang bittere Zustimmung. Alle Blicke richteten sich auf Tristan.
»Das ist schon eine recht eindrucksvolle Litanei, aber ich garantiere euch, ich kann all eure Geschichten noch mühelos übertreffen.« Er ließ den Blick sinken und schob seinen Krug gedankenverloren in den Händen hin und her. »Seit meiner Rückkehr habe ich ebenfalls eine ungewohnte Last zu tragen: einen Titel, zwei Häuser, eine Jagdhütte und ein erhebliches Vermögen. Allerdings beherbergen diese besagten Häuser zudem ein buntes Sortiment an älteren Damen - Großtanten, Cousinen und entferntere Verwandte. Das Erbe stammt von meinem Großonkel, dem kürzlich verstorbenen dritten Earl of Trentham, der seinen Bruder - das heißt, meinen Großvater - wie auch meinen Vater und mich abgrundtief verabscheute.
Er war der Meinung, wir wären allesamt Prasser, Taugenichtse, die kommen und gehen, wie es ihnen gerade passt, die ständig durch die Weltgeschichte reisen und so weiter. Ich muss schon zugeben, jetzt, da ich meine Großtanten und ihr weibliches Gefolge kennengelernt habe, kann ich seinen Groll durchaus nachvollziehen. Der alte Knabe wurde geradezu Opfer seiner gesellschaftlichen Stellung, gefangen von einer Horde überfürsorglicher Frauen, die sich bei allem einmischen.«
Ein regelrechtes Schaudern erfasste den ganzen Raum.
Tristans Blick verfinsterte sich. »Als zuerst sein Enkelsohn und dann sein Sohn starben und dem alten Herrn somit bewusst wurde, dass ich ihn eines Tages beerben würde, ließ er sein Testament um eine tückische Klausel erweitern. Ein Jahr lang steht mir das volle Erbe zur Verfügung, sprich Titel, Ländereien, Häuser sowie das gesamte Vermögen. Sollte ich allerdings nach Ablauf dieses Jahres noch nicht vermählt sein, bleiben mir zwar der Titel, die Ländereien und die Häuser, das ungeheure Vermögen hingegen, das nötig ist, um die umfangreichen Anwesen zu betreiben, würde mir abgesprochen und stattdessen für mildtätige Zwecke gespendet.«
Es herrschte Stille, dann fragte Jack Warnefleet: »Und was würde aus der Horde älterer Damen werden?«
Tristan sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an. »Darin besteht ja gerade die besondere Tücke. Sie würden ihr Leben lang bei mir wohnen. Wo sollten sie auch sonst hin - ich könnte sie wohl kaum vor die Tür setzen.«
Alle starrten ihn an, sichtlich betroffen von seinem schweren Los.
»Wie überaus niederträchtig.« Gervase machte eine kurze Pause, dann sprach er weiter: »Und wann läuft dein Jahr ab?«
»Juli.«
»Dir bleibt demnach noch die nächste Saison, um deine Wahl zu treffen.«
Charles stellte seinen Humpen ab und schob ihn von sich. »Wir sitzen also alle mehr oder minder im selben Boot. Wenn ich bis dahin keine Ehefrau gefunden habe, werden meine Schwestern, Schwägerinnen und meine geliebte Mutter mich in den Wahnsinn treiben.«
»Wir begeben uns da keineswegs in ruhiges Fahrwasser, so viel steht fest.« Tony Blake blickte in die Runde. »Nachdem ich meiner Patentante nur knapp entronnen war, suchte ich Zuflucht bei Boodle’s.« Er schüttelte den Kopf. »Fataler Fehler. In weniger als einer Stunde hatten mich nicht einer, sondern gleich zwei wildfremde Gentlemen angesprochen und zum Dinner eingeladen!«
»Du wurdest in deinem eigenen Klub verfolgt und gejagt!« Jack verlieh dem Entsetzen Ausdruck, das sie alle befallen hatte.
Tony nickte grimmig. »Und es kam sogar noch schlimmer. Als ich mein Haus betrat, erwartete mich bereits ein Stapel von Einladungen - ohne Übertreibung einen Fuß hoch -, die allesamt eingetroffen waren seit meiner Ankündigung, nach Hause zu kommen. Ich hatte meine Tante unglücklicherweise vorgewarnt, dass ich vermutlich bei ihr vorbeischauen würde.«
Schweigen legte sich über die Gruppe, während ein jeder die Nachrichten verdaute, Schlüsse zog, Überlegungen anstellte …
Christian beugte sich vor. »Ist sonst schon irgendjemand in der Stadt gewesen?«
Alle schüttelten die Köpfe. Sie waren erst kürzlich nach England zurückgekehrt und hatten sich umgehend auf ihre jeweiligen Landsitze zurückgezogen.
»Na schön«, fuhr Christian fort. »Meint ihr, wir müssen davon ausgehen, dass wir alle so erbarmungslos gejagt werden, sobald wir uns in der Stadt zeigen?«
Sie malten sich die Lage aus …
»Um ehrlich zu sein«, begann Deverell, »ich fürchte, es wird noch viel schlimmer werden. Viele Familien trauern noch. Selbst wenn sie bereits in der Stadt sind, werden sie sich kaum in der Öffentlichkeit zeigen. Dementsprechend dürfte es zurzeit nur recht wenige Einladungen geben.«
Alle Blicke richteten sich fragend auf Tony, doch dieser schüttelte nur den Kopf. »Kann ich nicht sagen - ich hatte keinerlei Drang, das herauszufinden.«
»Aber Deverell hat recht, es muss so sein.« Gervases Züge hatten sich verhärtet. »Aber wenn die neue Saison beginnt, ist die obligatorische Trauerzeit längst beendet, und dann werden die Geier kreisen und sich nur so auf ihre Opfer stürzen - verzweifelter und entschlossener denn je.«
»Gott bewahre!«, rief Charles und sprach damit allen aus der Seele. »Wir werden«, er gestikulierte heftig, »Opfer genau der Hetzjagd werden, der wir uns in den letzten zehn Jahren so hartnäckig entzogen haben.«
Christian nickte ernst und bemerkte nüchtern: »Wir stehen auf einem anderen Schlachtfeld, aber wir befinden uns nach wie vor im Krieg - anders kann man dieses gesellschaftliche Spielchen der Damenwelt nicht nennen.«
Tristan lehnte sich kopfschüttelnd zurück. »Es ist schon ein Trauerspiel, wenn wir allen erdenklichen Grausamkeiten der Franzosen zum Trotz heldenhaft nach England zurückkehren, nur um hier einer noch größeren Gefahr ausgesetzt zu werden.«
»Und zwar einer Gefahr, die unsere gesamte Zukunft aufs Spiel setzt und der wir, dank unseres unermüdlichen Einsatzes für König und Vaterland, weit weniger gewachsen sind als manch anderer, jüngerer Gentleman«, fügte Jack hinzu.
Stille.
»Aber wisst ihr was …?« Charles St. Austell schob seinen Bierkrug ziellos im Kreis herum. »Wir haben schon schlimmeren Feinden ins Auge gesehen - und gewonnen.« Er blickte in die Runde. »Wir sind alle etwa im gleichen Alter … Wie viele Jahre mögen wohl zwischen uns liegen? Fünf vielleicht? Wir sehen uns alle der gleichen Gefahr ausgesetzt, haben ähnliche Ziele und ähnliche Beweggründe. Sollten wir uns nicht sinnvollerweise zusammentun und einander unterstützen?«
»Einer für alle, alle für einen?«, fragte Gervase.
»Warum nicht.« Charles ließ seinen Blick weiter über die Runde wandern. »Was strategische Planung angeht, haben wir reichlich Erfahrung. Ich sehe keinen guten Grund, warum wir dieses Problem nicht wie jeden anderen Kampfeinsatz angehen sollten.«
Jack erhob sich. »Und es ist schließlich nicht so, als wenn wir einen ernsthaften Konkurrenzkampf zu befürchten hätten.« Er sah ebenfalls jeden der Reihe nach an. »Wir sind uns alle in gewisser Weise ähnlich, doch wir unterscheiden uns in ebenso vielen Punkten, wir entstammen unterschiedlichen Familien, unterschiedlichen Grafschaften. Und es ist schließlich nicht so, als gäbe es zu wenig junge Damen, die um unsere Gunst buhlen, es gibt vielmehr zu viele - darin besteht ja gerade das Problem.«
»Also, ich finde die Idee hervorragend.« Christian hatte seine Arme auf den Tisch gestützt und blickte erst Charles, dann die anderen an. »Wir müssen alle heiraten. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht - ich jedenfalls werde bis aufs Blut kämpfen, um mein Schicksal fest in den Händen zu behalten. Ich werde meine Braut selber wählen und sie mir nicht in irgendeiner Weise aufdrängen lassen. Dank Tonys unfreiwilliger Erkundung wissen wir, dass der Feind bereits auf der Lauer liegt und uns angreifen wird, sobald wir unsere Deckung verlassen.« Er blickte sich erneut um. »Welche Initiative sollen wir ergreifen?«
»Die übliche«, entgegnete Tristan. »Fundierte Informationen sind der Schlüssel zum Sieg. Wir werden all unser Wissen teilen - über die Grundhaltung des Feindes, seine Angewohnheiten, seine bevorzugten Handlungsweisen.«
Deverell nickte. »Wir lassen die anderen wissen, wenn sich eine Taktik als erfolgreich erweist, und warnen einander vor besonderen Gefahren.«
»Aber was wir vor allen Dingen brauchen«, schaltete Tony sich ein, »ist ein sicherer Rückzugsort. Dies ist unweigerlich der erste Schritt, wenn man sich auf feindliches Territorium begibt.«
Sie schwiegen für einen Moment, überlegten.
Charles verzog das Gesicht. »Bevor wir uns hier ausgetauscht haben, hätte ich gesagt, einer unserer Klubs würde einen geeigneten Ort abgeben, aber dem ist offenbar nicht so.«
»Keineswegs, und unsere eigenen Häuser scheiden ebenfalls aus - und zwar aus ganz ähnlichen Gründen.« Jack runzelte die Stirn. »Tony hat vollkommen recht, wir brauchen einen absolut sicheren Rückzugsort, an dem wir uns ungestört treffen und Informationen austauschen können.« Er zog seine Augenbrauen hoch. »Wer weiß? Es könnte sich sogar noch als nützlich erweisen, wenn man unsere Verbindungen nicht kennt - zumindest nicht unsere privaten.«
Die anderen nickten und sahen einander an.
Christian sprach aus, was die anderen dachten. »Wir brauchen einen privaten Klub. Nicht, um dort zu wohnen - obwohl ein paar Schlafzimmer unter Umständen ganz nützlich sein könnten -, sondern einen Klub, der uns als Treffpunkt dient und wo wir unsere Aktionen gezielt planen und in die Tat umsetzen können, ohne dabei Angst haben zu müssen, dass uns jemand in den Rücken fällt.«
»Aber nicht irgend so ein Schlupfloch«, kommentierte Charles. »Eher eine Art Festung …«
»Ein Bollwerk auf feindlichem Terrain.« Deverell nickte entschlossen. »Ohne welches wir dem Feind schutzlos ausgeliefert wären.«
»Außerdem sind wir zu lange fort gewesen«, knurrte Gervase. »Wenn wir uns völlig unvorbereitet aufs gesellschaftliche Schlachtfeld begeben, werden die Harpyien nur so über uns herfallen und uns in Fesseln schlagen. Wir sind schließlich völlig aus der Übung - wenn wir die überhaupt je hatten.«
Sie waren sich stillschweigend einig, dass sie sich in unbekannte und somit gefährliche Gewässer begaben. Nicht einer von ihnen hatte sich je über einen längeren Zeitraum in gesellschaftlichen Kreisen bewegt - zumindest nicht mehr, seit sie zwanzig waren.
Christian ließ seinen Blick in die Runde schweifen. »Uns bleiben volle fünf Monate, ehe wir unsere Zuflucht wirklich benötigen. Wenn sie uns ab Ende Februar zur Verfügung steht, können wir uns an den feindlichen Posten vorbei ungefährdet in die Stadt schleichen und jederzeit untertauchen …«
»Mein Anwesen liegt in Surrey.« Tristan sah die anderen an. »Wenn wir uns darauf einigen, wie und wo wir unsere Festung errichten wollen, könnte ich mich ganz unauffällig in die Stadt begeben und alles Nötige regeln, ohne dabei irgendwelche Wellen zu schlagen.«
Charles kniff die Augen zusammen; sein Blick wirkte abwesend. »Wir brauchen einen Ort, der nahe am Geschehen ist, aber auch wiederum nicht zu nah.«
»Eine Gegend, die gut erreichbar, aber wenig offensichtlich ist.« Deverell trommelte gedankenverloren auf den Tisch. »Je weniger man uns in der Nachbarschaft kennt, desto besser.«
»Vielleicht ein Haus, das …«
Sie wogen die verschiedenen Anforderungen gegeneinander ab und kamen zu dem Schluss, dass ein Haus außerhalb von Mayfair - aber in dessen Nachbarschaft und zwar auf der dem Stadtkern abgelegen Seite - am ehesten ihren Ansprüchen genügen würde. Das Haus sollte mehrere Empfangszimmer besitzen, die ausreichend Platz bieten müssten, um sich - gegebenenfalls in Damengesellschaft - bequem dort treffen zu können; der übrige Teil des Hauses sollte zur damenfreien Zone erklärt werden und - für den Notfall - zumindest drei Schlafzimmer, eine Küche sowie Wirtschaftsund Personalräume umfassen; natürlich müsste das Personal den besonderen Ansprüchen der Herren gerecht werden …
»So weit, so gut.« Jack schlug auf den Tisch. »Also!« Er nahm seinen Krug und hielt ihn in die Luft. »Auf Prinny und seine geringe Popularität - denn ohne ihn wären wir heute nicht hier versammelt und hätten keinerlei Gelegenheit, unser aller Leben deutlich sicherer zu gestalten.«
Mit einem breiten Grinsen nahm jeder einen Schluck aus seinem Humpen. Dann schob Charles seinen Stuhl zurück, stand auf und erhob seinen Krug. »Gentlemen, auf unseren Klub! Eine letzte Bastion gegen die Kupplerinnen der Gesellschaft und ein sicherer Stützpunkt, von dem aus wir die weiblichen Kreise infiltrieren, die Braut unserer Wahl identifizieren und isolieren werden, um die weibliche Gesellschaft schließlich im Sturme zu erobern und unsere Siegestrophäe heimzuführen!«
Alle jubelten, trommelten auf die Tische und erhoben sich.
Charles nickte Christian zu. »Auf unsere Bastion! Die uns erlauben wird, unser Schicksal fest in den eigenen Händen zu behalten und selbst darüber zu regieren. Gentlemen!« Charles hob seinen Krug hoch in die Luft. »Auf den Bastion-Klub!«
Alle jubelten und tranken voller Begeisterung.
Der Bastion-Klub war geboren.