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»Also, Majestät, ich weiß nicht recht, ob wir wirklich Grund zum Jubeln haben. Diese Burschen vom Innenministerium haben so ziemlich alles getan, außer Türen und Fenster vernageln, damit wir bloß nicht an dieses gewisse Papierkramszeug rankommen, und auf einmal taucht's völlig unerwartet unter einem andern Stoß Papierkram auf, den wo ich ganz bestimmt selber schon höchstpersönlich mindestens vier- bis fünfmal danach durchstöbert hab'. Das denkt Ihr doch auch, daß da was oberfaul ist, oder?«

Kaiser Sarabian, der immer noch seine Schwierigkeiten mit Caaladors Dialekt hatte, fragte Ehlana: »Was hat er gesagt? Ich habe nicht alles verstanden.«

»Er ist mißtrauisch«, erklärte sie. »Er meint, wir hätten diese Akten plötzlich viel zu leicht gefunden. Und da muß ich ihm recht geben.«

Sie waren wieder im königlichen Salon von »Ehlanas Burg« – wie sie jetzt allgemein genannt wurde – zusammengekommen, um über die bis vor kurzem unauffindbaren Personalakten zu sprechen, die nun auf dem Tisch und dem Boden gestapelt lagen.

»Müßt Ihr die Dinge immer komplizieren, Meister Caalador?« klagte der Kaiser. Sarabian trug, wie jetzt fast immer, westliche Kleidung. Ehlana fand allerdings, daß er mit dem schwarzen Samtwams und dem perlgrauen Beinkleid keine besonders gute Wahl getroffen hatte. Der schwarze Samt ließ seine bronzefarbene Haut fahl und kränklich erscheinen.

»Ich bin berufsmäßiger Schwindler und Betrüger, Majestät«, erwiderte Caalador, diesmal ohne Dialekt. »Ich weiß, daß manchmal gerade die Dinge die größten Schwierigkeiten nach sich ziehen, die am einfachsten aussehen.«

Stragen las in einer der Akten. »Das ist ja erstaunlich!« sagte er. »Jemand im Innenministerium scheint das Geheimnis ewiger Jugend entdeckt zu haben.«

»Redet nicht in Rätseln, Stragen.« Ehlana glättete die Falten ihres blauen Morgengewands. »Sagt, was Ihr meint!«

Stragen nahm einen Bogen Papier aus einem der Ordner. »Dieses Dokument sieht aus, als hätte man es erst vergangene Woche ausgestellt – was vermutlich der Fall ist! Die Tinte ist kaum trocken.«

»Diese Akten werden immer noch benutzt, Durchlaucht«, gab Oscagne zu bedenken. »Wahrscheinlich handelt es sich bloß um ein vor kurzem abgelegtes Dokument.«

Stragen nahm ein anderes Schriftstück aus dem Ordner und reichte dem Außenminister beide Dokumente. »Fällt Euch daran etwas Ungewöhnliches auf, Exzellenz?«

Oscagne zuckte die Schultern. »Das eine ist ziemlich neu, das andere vom Alter vergilbt und die Tinte so verblaßt, daß die Schrift kaum noch zu lesen ist.«

»Stimmt«, bestätigte Stragen, »aber findet Ihr es nicht ziemlich merkwürdig, daß das Dokument mit der frischen Tinte fünf Jahre älter sein soll als das vergilbte?«

Oscagne betrachtete die beiden Papiere eingehender. »Wollt Ihr damit sagen, daß ein amtliches Dokument gefälscht wurde?« rief er. »Das wäre ein Kapitalverbrechen!«

»Laßt mich mal sehen!« bat Sarabian.

Oscagne reichte ihm die Dokumente.

»O ja!« Sarabian nickte. »Chalba! Kolata lobt ihn seit fast fünfzehn Jahren in den Himmel!« Er hielt das verdächtige Dokument in die Höhe. »Das hier ist angeblich seine Berufung ins Ministerium. Es ist weniger als eine Woche nach Kolatas Ernennung datiert.« Er blickte Stragen an. »Ihr glaubt, es wurde gegen das ursprüngliche Dokument ausgetauscht?«

»Es sieht ganz so aus, Majestät.«

Sarabian runzelte die Stirn. »Was könnte auf der echten Urkunde gestanden haben, daß man es vertuschen will?«

»Ich habe keine Ahnung, Majestät. Aber zweifellos irgend etwas, von dem wir nichts wissen sollen.« Er blätterte durch die Akte. »Dieser Chalba hat im Ministerium eine sehr schnelle und steile Karriere gemacht. Es hat den Anschein, als wäre er jedesmal befördert worden, wenn er sich auch nur umgedreht hat.«

»Das sieht sehr nach Vetternwirtschaft aus«, grübelte Oscagne laut.

Sarabian lächelte leicht. »Ja, nicht wahr? Ging der Aufstieg Eures Bruders Itagne nicht ebenso schnell vonstatten?«

Oscagne verzog das Gesicht. »Das war nicht meine Idee, Majestät. Itagne ist kein fest angestellter Beamter des Außenministeriums. Er ist sozusagen der Mann für besondere Aufgaben und erpreßt mich jedesmal, ihn zu befördern. Ich würde liebend gern darauf verzichten, Itagne zu beschäftigen, aber er macht seine Sache so hervorragend, daß ich keine andere Wahl habe. Mein jüngerer Bruder ist sehr ehrgeizig. Es würde mich nicht überraschen, wenn er es auf meinen Posten abgesehen hätte.«

»Dieses Dokument, das Stragen da gefunden hat, könnte ein Grundstein für unsere weiteren Ermittlungen sein«, sagte Caalador nachdenklich. »Wenn Kolata einer ganzen Gruppe von Freunden und Verwandten Posten im Ministerium verschafft hat, dürften diese Leute ohnehin die einzigen sein, denen er trauen kann, nicht wahr?«

»Das ist anzunehmen«, stimmte Stragen zu. »Und aus dem Datum der Ernennung können wir ersehen, wer seine Spießgesellen sind. Höchstwahrscheinlich hat er sich ihnen anvertraut, als er beschloß, sich dem Hochverrat als Steckenpferd zu widmen. Ich würde sagen, daß die Leute, deren Berufung kurz nach Kolatas Ernennung erfolgte, wahrscheinlich in diese Sache verwickelt sind.«

»Zumindest diejenigen, die noch leben«, fügte Caalador trocken hinzu. »Jemand, der das Angebot von Freunden ablehnt, sich an Hochverrat zu beteiligen, dürfte anschließend wohl keine große Lebenserwartung mehr haben.«

»Darf ich etwas sagen, Majestät?« fragte Alean schüchtern.

»Natürlich, meine Liebe.«

Das sanfte Mädchen hielt einen der Ordner in der Hand. »Verblaßt Tinte und vergilbt Papier immer, wenn sie alt werden?« fragte sie kaum hörbar.

»Ja, mein Kind«, versicherte ihr Sarabian. Er lachte. »Zur Verzweiflung der Bibliothekare.«

»Und falls in einem dieser Papierpäckchen etwas niedergeschrieben war, das die Mitarbeiter des Innenministeriums vor uns verbergen wollten…« Sie verstummte verlegen. »Verzeiht, Majestät, ich bin nur ein unwissendes Mädchen. Ich hätte mich nicht einmischen dürfen.«

»Alean«, sagte Sarabian sanft. »Ihr habt vorgeschlagen, daß wir die Akten aller Ministerien aus den Regierungsgebäuden holen und auf den Rasenflächen ausbreiten. Das hat sich als großartige Idee erwiesen. Ich kann nicht für die anderen reden, aber ich werde auf alles hören, was Ihr sagt. Bitte, sprecht weiter.«

Alean errötete tief. »Es ist so, Majestät. Wenn ich recht verstehe, was Durchlaucht Stragen gesagt hat, wollen diese Leute Dinge verbergen, die niedergeschrieben waren. Zu diesem Zweck schrieben sie neue Papiere und tauschten sie gegen jene aus, die sie vor uns geheimhalten wollen.«

»Ja. Es hat den Anschein, als hätten sie genau das getan.«

»Nun, wenn neues Papier weiß ist und altes gelblich, würde das dann nicht bedeuten, daß jeder etwas zu verbergen hat, in dessen Akte weißes Papier unter das vergilbte gemischt ist?«

»Großer Gott!« stieß Stragen hervor und klatschte sich mit der Handfläche auf die Stirn. »Wie konnte ich nur so dumm sein!«

»Und ich nicht minder!« rief Caalador. »Wir müssen beide völlig vernagelt gewesen sein, daß wir nicht an die einfachste und offensichtlichste Lösung gedacht haben. Wieso sind wir nicht selber darauf gekommen?«

»Wenn ich boshaft sein wollte, könnte ich sagen, weil ihr Männer seid.« Baroneß Melidere lächelte süß. »Und Männer lieben unnötige Komplikationen. Aber da ich nicht boshaft sein möchte, werde ich es nicht sagen.« Sie bedachte die beiden Unterweltkönige mit einem schalkhaften Blick. »Ich denke es vielleicht, aber ich werde es nicht sagen

»Die Erklärung ist einfach, Majestät«, erwiderte Teovin ruhig.

»Vielleicht seid Ihr selbst schon darauf gekommen.« Teovin, der Leiter der Geheimpolizei im Innenministerium, war ein dürrer Mann ohne besondere Merkmale. Er sah so durchschnittlich aus, daß Ehlana ihn sich gut als fast perfekten Geheimpolizisten vorstellen konnte.

»Und wie lautet diese brillante Erklärung, auf die ich vielleicht selbst schon gekommen bin?« erkundigte Sarabian sich ätzend.

Teovin hielt das vergilbte Blatt in die Höhe, das der Kaiser ihm soeben gegeben hatte. »Ihr habt darauf hingewiesen, daß die Tinte auf diesem Dokument sehr verblaßt ist. Die Informationen in unseren Akten sind für die Sicherheit des Imperiums von allergrößter Wichtigkeit, deshalb dürfen wir nicht zulassen, daß die Zeit diese Dokumente löscht. Die Akten werden ständig überprüft. Jedes Dokument, an dem man Anzeichen drohender Unleserlichkeit feststellt, wird kopiert, um die Information zu bewahren.«

»Warum wurde das Dokument in Eurer Hand dann nicht ausgetauscht, Teovin?« fragte der Kaiser. »Es ist selbst mit großer Mühe kaum noch zu entziffern!«

Teovin hüstelte. »Äh – aus finanziellen Erwägungen, Majestät«, erklärte er. »Der Finanzminister hat in diesem Jahr unseren Haushalt gekürzt. Die Mitarbeiter des Finanzministerium sind mitunter sehr merkwürdig. Sie tun immer so, als wäre es ihr eigenes Geld, das sie ausgeben.«

»Da habt Ihr allerdings recht.« Sarabian lachte. Ehlana stellte zu ihrem Erstaunen fest, daß der Kaiser die Situation sehr gut im Griff hatte. »Kanzler Gashons Hände zittern jedesmal, wenn ich davon anfange, daß die gesprungenen Fliesen im Thronsaal ersetzt werden müssen. Freut mich, daß wir einmal Gelegenheit hatten, diese Sache zu klären, mein Freund. Ich kann Euch ob Eures Pflichtbewußtseins nur loben – und ob Eurer Sorge um die Dokumente, die Euch anvertraut wurden.«

»Ich lebe, um zu dienen, Majestät«, erwiderte Teovin und fragte nach einer kurzen Pause: »Dürfte ich um eine Unterredung mit Innenminister Kolata bitten? Es gibt einige Dinge – reine Routinesachen, selbstverständlich –, auf die ich ihn hinweisen möchte.«

Sarabian lachte. »Ich fürchte, der Zeitpunkt ist sehr ungünstig, alter Junge«, entgegnete er. »Kolata würde Euch heute wenig Aufmerksamkeit schenken.«

»Ach?«

»Er hat gestern abend Fisch gegessen, der offenbar nicht mehr ganz frisch war. Schon seit Mitternacht übergibt der arme Kerl sich immer wieder und weicht kaum einen Schritt von seinem Eimer. Er spuckt sich die Seele aus dem Leib, der arme Kolata. Ich kann mich nicht entsinnen, je einen Menschen gesehen zu haben, dem so übel war.«

»Ist es etwas Ernstes, Majestät?« fragte Teovin, offenbar ehrlich besorgt.

»Oh, eigentlich nicht. Jeder hat irgendwann einmal verdorbene Nahrungsmittel gegessen. Wir alle wissen also, wie das ist. Er glaubt allerdings, daß er sterben wird. Vermutlich wünscht er es sich momentan sogar. Doch der Arzt, der Kolata behandelt, ist der Meinung, daß unser pflichtbewußter Innenminister morgen wieder vollkommen gesund sein wird – ein bißchen dünner vielleicht, und noch ein wenig zittrig, aber soweit erholt, daß er wieder seinen Geschäften nachgehen kann. Besucht ihn morgen vormittag. Ich kümmere mich darum, daß Ihr vorgelassen werdet.«

»Wie Majestät befehlen.«

Teovin warf sich vor dem Kaiser nieder und berührte mit der Stirn beinahe den Boden. Dann erhob er sich und verließ den Audienzsaal.

Sie warteten.

»Er ist weg«, meldete Mirtai, die an der Tür stand und ihm nachschaute. »Er ist eben auf den Schloßhof getreten.«

»Flink, nicht wahr?« bemerkte Caalador. »Er hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt, als Majestät ihm das Dokument reichte.«

»Er war darauf vorbereitet«, meinte Stragen. »Er hatte sich seine Geschichte längst ausgedacht.«

»Seine Erklärung ist glaubhaft«, gab Sarabian zu bedenken.

»Natürlich, Majestät. Geheimpolizisten sind sehr erfindungsreich. Wir wissen, daß Innenminister Kolata an den Umsturzplänen beteiligt ist. Allein wäre er keine große Gefahr; deshalb steht sein ganzes Ministerium unter dem Verdacht des Hochverrats. Wir müssen beinahe annehmen, daß jeder Untergebene Kolatas darin verwickelt ist. Denn wie Caalador so anschaulich erklärte, widerfuhr wohl jedem, der nicht mitmachen wollte, der Fenstersturz.«

»Der was?« fragte Melidere.

»Der Fenstersturz. Das bedeutet, aus einem Fenster geworfen zu werden – einem hohen, für gewöhnlich. Denn es bringt nicht viel, wenn man jemanden bloß aus einem Fenster im Erdgeschoß stößt.«

»So etwas gibt es doch gar nicht, Stragen. Das habt Ihr Euch ausgedacht.«

»Nein, ehrlich, Baroneß. Es ist eine durchaus übliche Lösung von Problemen, wenn man der Meinung ist, man hat es mit politisch unzuverlässigen Leuten zu tun.«

»Ich glaube, wir schweifen vom Thema ab«, rügte Ehlana. »Sarabian, weshalb habt Ihr Teovin dieses Märchen von Kolata und dem verdorbenen Fisch aufgetischt?«

»Seine Untergebenen sollten besser nicht erfahren, daß wir Kolata so unter Drogen setzen, daß er die meiste Zeit in anderen Regionen schwebt. Meint Ihr nicht auch?«

»Da habt Ihr recht. Wollt Ihr Teovin morgen vormittag wirklich zu Kolata vorlassen?«

»Vielleicht ist es das beste. Wir halten Kolatas Untergebene bereits seit drei Tagen hin, und mir gehen allmählich die Ausreden aus. Wir sollten wenigstens einen zu Kolata lassen, ehe seine Mißarbeiter allzu argwöhnisch werden.«

»Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee ist, aber vielleicht habt Ihr recht. – Alean, sei so freundlich und geh in die Küche. Sag den Köchen, sie sollen Minister Kolatas Abendessen heute nicht mit den üblichen Drogen würzen.«

»Jawohl, Majestät.«

»Ihr könntet sie statt dessen anweisen, das Essen mit einem Brechmittel anzureichern«, schlug Stragen vor.

»Warum das denn?« fragte Melidere.

»Kaiser Sarabian hat dem hochgeachteten Teovin soeben erklärt, daß Kolata sich den ganzen Tag erbrochen hat. Wir möchten doch nicht, daß jemand Majestät des Lügens bezichtigt, nicht wahr? Minister Kolata sollte zumindest ein bißchen unwohl aussehen, wenn Teovin ihn morgen besucht. Das dürfte ein gutes Brechmittel bewirken.«

Alean kicherte.

Die königliche Prinzessin Danae saß auf einem Diwan und zog Murr ein neues Puppenkleid an. Aphrael war im Laufe der Jahrhunderte aufgefallen, daß kleine elenische Mädchen so etwas gern und häufig taten. Die Kindgöttin fand es zwar merkwürdig, aber da es offenbar schon so etwas wie eine Tradition war … »Halt doch still!« ermahnte sie ihre sich sträubende Katze. »Ich tu' dir doch nicht weh!«

Murr protestierte laut und miaute zum Gotterbarmen.

»In einem hatte Teovin recht«, sagte Stragen zu den anderen. Sie alle hatten sich erneut im königlichen Salon eingefunden, und der thalesische Unterweltkönig ergriff wieder das Wort. Danae mochte Stragen, doch daß er sich so schrecklich gern reden hörte, machte seine Gesellschaft mitunter ein wenig anstrengend. »Das Innenministerium würde eher Massenselbstmord begehen, ehe es auch nur einen Fetzen Papier vernichtet. Die Dokumente, die sie aus den Akten genommen haben, befinden sich bestimmt noch irgendwo im Gebäude. Und diese Dokumente würden uns bestimmt so manches über die Verschwörung verraten, was wir nicht einmal ahnen. Für einen Blick auf diese Akten würde ich meine Zähne hergeben!«

»Und Euer Lächeln verunstalten, Stragen?« warf Melidere ein. »Beißt Euch lieber die Zunge ab.«

»Das war natürlich nur bildlich gesprochen!«

»Stragen hat wahrscheinlich recht, Majestäten«, meinte Caalador. »Diese Originaldokumente sind vermutlich eine Goldmine. Ich würde meine Zähne zwar nicht dafür riskieren, aber ich gäbe viel darum, wenn ich sie mir näher ansehen dürfte.«

Danae verdrehte die Augen. »Elenier! Wenn es dir wirklich so wichtig ist, Caalador, dann schau sie dir doch an!«

»Wir wissen leider nicht, wo die Akten versteckt sind, mein kleiner Schatz.«

»Such sie, Caalador«, riet Danae mit übertriebener Geduld. »Du hast die ganze Nacht Zeit dazu. Jede Nacht in diesem Monat und vielleicht noch im nächsten, oder etwa nicht? Talen erzählte mir einmal, daß er keine Viertelstunde braucht, um in jedes x-beliebige Haus einzudringen. Du und Stragen habt in solchen Dingen sogar noch mehr Erfahrung; deshalb würdet ihr wahrscheinlich noch schneller sein. Ihr wollt die Dokumente ja nicht einmal stehlen, sondern nur lesen. Wenn ihr sie anschließend dorthin zurückgelegt, wo ihr sie gefunden habt, wird niemand auch nur ahnen, daß ihr die Akten gesehen habt.«

Die beiden Unterweltkönige blickten einander verlegen an. »Warum sind wir nicht auf diese Idee gekommen?«

»Ich glaube, das Thema hatten wir schon mal«, sagte Melidere. »Müssen wir es noch einmal zur Sprache bringen? – Es ist wirklich eine großartige Idee, Prinzessin. Die beiden mögen sich manchmal zwar dumm anstellen, wenn's ums Denken geht, aber sie sind wahrscheinlich ziemlich geschickte Einbrecher. Beide haben diesen durchtriebenen, lauernden Blick.«

»Ja, nicht wahr?« Danae setzte Murr zu Boden. »Na, sieht er nicht entzückend aus?«

Daß Murr wütend mit dem Schwanz peitschte, verdarb die Wirkung jedoch völlig.

»Der Schwanz paßt nicht so recht zum modischen Gesamteindruck, Danae.« Sarabian lächelte nachsichtig.

»Oh, dagegen kann ich etwas tun, Sarabian«, versicherte sie ihm. »Weißt du was, Murr. Wie würde es dir gefallen, wenn ich dir als modisches i-Tüpfelchen eine rosa Samtschleife an die Schwanzspitze binde? Du könntest sie nach Belieben schwenken wie einen Sonnenschirm.«

Murr hörte abrupt auf, mit dem Schwanz zu peitschen.

»Dacht' ich's mir doch, daß du mich verstehst.«

»Sollen wir uns für Euren Fechtunterricht ins Verlies begeben, Majestät?« fragte Stragen. »Caalador und ich werden heute nacht wohl zu sehr damit beschäftigt sein, uns als Einbrecher zu betätigen.«

»Nicht nur heute nacht, fürchte ich«, fügte Caalador hinzu. »Ich bin seit Jahren auf kein Dach mehr geklettert.«

»Das ist wie beim Schwimmen«, versicherte Stragen ihm. »Wenn man's einmal kann, verlernt man's nie.«

»Ich würde heute gern auf den Fechtunterricht verzichten, Durchlaucht Stragen«, sagte Sarabian. »Mir tut von gestern noch alles weh.«

»Fechten ist nicht wie Schwimmen, Majestät! Man muß in ständiger Übung bleiben. Wenn Ihr schon einen Degen tragt, solltet Ihr auch damit umgehen können. In einer bedrohlichen Lage könnte das Eure letzte Chance sein, Euch zu verteidigen.«

Sarabian seufzte. »Manchmal wünsche ich mir, ich hätte nie auch nur etwas von euch Eleniern gehört.«

»Weil Ehlana es mir befohlen hat«, erklärte Mirtai, als sie, Engessa, Kring und die beiden Unterweltkönige den von unzähligen Akten bedeckten Rasen zum Innenministerium überquerten. »Sie will sichergehen, daß ihr nicht gestört werdet.«

Stragen seufzte tief. »Mirtai, ich liebe Euch wie eine Schwester, aber Einbruch ist eine heikle Kunst.«

»Meine Liebste schafft das sehr gut, Freund Stragen«, beruhigte ihn Kring. »Ich habe einmal gesehen, wie sie durch einen Haufen trockener Blätter ging, ohne das leiseste Geräusch zu verursachen.«

»Es gefällt mir einfach nicht!« jammerte Stragen.

»Muß es auch nicht, Stragen-Einbrecher«, sagte Engessa. »Ehlana-Königin hat Mirtai-Tochter befohlen, euch zu begleiten, und das wird sie tun!«

Mirtai blickte lächelnd zu dem Ataner auf, der noch größer war als sie. »Danke, Engessa-Vater. Manchmal ist es nicht leicht, Elenier zur Einsicht zu bringen!«

»Engessa und ich werden die beiden Ritter ablösen, die jetzt Wache bei den Akten halten«, erklärte Kring. »Wir werden dicht beim Gebäude stehen. Außerdem haben wir weitere Männer in der Nähe auf Posten. Ruft, falls euch jemand da drin überrascht; dann kommen wir euch sofort zu Hilfe.«

»Das ist mir auch noch nicht passiert, daß ein ganzer Trupp Soldaten über mich wacht, während ich in ein Haus einbreche.« Caalador lachte. »Das verleiht der Sache einen ganz besonderen Reiz.«

»Das raubt ihr den ganzen Spaß«, brummte Stragen verärgert. »Der größte Reiz bei einem Einbruch ist ja die Gefahr, erwischt zu werden.«

»Einbruch habe ich nie versucht«, gestand Kring. »Das wäre bei uns Peloi auch keine echte Herausforderung, da wir ja alle in Zelten wohnen. Eine scharfe Klinge genügt, selbst durch die dickste Zeltplane zu kommen. Wenn wir ein fremdes Lager plündern wollen, schicken wir erst ein paar Männer, um die Pferde zu verjagen. Der Betroffene verfolgt die vermeintlichen Pferdediebe, und wir können das Lager ungestört ausräumen.«

»Bei einem Einbruch muß man unauffällig vorgehen, Kring«, erklärte Stragen. »Er gibt einem Gelegenheit, nachts herumzuschleichen und über Dächer zu klettern. Es macht eine Menge Spaß – und ist wirklich sehr lohnend.«

»Sei da oben auf dem Dach bloß vorsichtig, Mirtai!« mahnte Kring seine Lebensgefährtin. »Ich habe viel auf mich genommen, dich zu gewinnen, und ich möchte dich um nichts auf der Welt verlieren. Ach ja, wo wir gerade davon reden, Freund Stragen – und auch Ihr, Freund Caalador –, falls Mirtai irgend etwas zustößt, werde ich euch töten. Das ist euch doch klar, oder?«

Stragen nickte. »Wir würden es Euch sehr übelnehmen, würdet Ihr anders darüber denken.«

Mirtai strich zärtlich über den Kopf ihres Liebsten – was sie sehr oft tat, wie Stragen nicht entgangen war. Er fragte sich, ob das Gefühl bei der Berührung des geschorenen Kopfes irgend etwas mit Mirtais Entschluß zu tun hatte, den kleinen Mann zu heiraten. »Du brauchst eine Rasur«, sagte die Riesin. »Erinnere mich morgen früh daran, daß ich mich darum kümmere.«

Dann huschten Stragen, Caalador und Mirtai – alle in enganliegender schwarzer Kleidung – durch die Dunkelheit zu einer Baumgruppe dicht am Gebäude des Innenministerium. »Ihr mögt den kleinen Burschen wirklich, nicht wahr, Mirtai?« fragte Stragen leise und duckte sich unter einen Ast.

»Kring? Er ist der richtige Mann für mich.«

»Das ist eine ziemlich lauwarme Erklärung für Leidenschaft.«

»Leidenschaft ist etwas Privates. Sie sollte nicht in der Öffentlichkeit Ausdruck finden!«

»Dann empfindet Ihr wirklich Leidenschaft für ihn?«

»Ich glaube nicht, daß Euch das etwas angeht, Stragen!«

Feiner Nebel hing über den Rasen der kaiserlichen Schloßanlage. Der Herbst hatte Einzug gehalten, und jeden Abend kroch der Nebel von der Tamulischen See heran. Erst in einigen Stunden würde der Mond aufgehen. Es war die perfekte Nacht für einen Einbruch.

Caalador schnaufte heftig, als sie die Mauer erreichten, die das Innenministerium umgab. »Meine Kondition war auch schon besser«, flüsterte er.

»Ihr seid fast so schlimm wie Platime!« rügte Stragen leise, während er blinzelnd in die Höhe blickte und einen schweren Enterhaken in der Hand schwang. Dann trat er ein paar Schritte zurück, wirbelte den Haken in immer weiteren Kreisen herum, und warf ihn schließlich mit dem herabhängenden Seil in die Höhe. Der Haken flog über die Mauer, fiel nach innen und schlug mit metallischem Klirren gegen die Steine. Stragen ruckte mehrmals am Seil, damit die Spitzen sich fest einhaken konnten. Dann setzte er sich ins Gras.

»Klettern wir denn nicht hinauf?« fragte Mirtai verwundert.

»Noch nicht. Jemand könnte uns gehört haben. Wir warten, bis mögliche Aufmerksamkeit sich gelegt hat.«

»Männer, die mitten in der Nacht Wache halten müssen, sind nicht gerade versessen darauf, nachzusehen, von wo ein Geräusch kommt, Schätzchen«, erklärte Caalador. »Nach meiner Erfahrung ist für sie eine ruhige Wache eine gute Wache; also machen sie sich keine Mühe, sich umzusehen, sofern es nicht unbedingt nötig ist. Solange niemand das Haus in Brand steckt, sind sie nicht gerade von Neugier getrieben. Außerdem«, fügte er hinzu, »trinken Wachtposten meist ganz gern. Und nach einem Krug oder Beutel, oder gar zwei, hören sie für gewöhnlich nichts mehr.« Er blickte Stragen an. »Möchtest du es erst mal im Erdgeschoß versuchen, bevor wir aufs Dach klettern?«

»Nein. Erdgeschoßfenster werden immer zweimal nachgesehen, wenn ein Gebäude abgeschlossen wird. Und Wachen vertreiben sich in den einsamen Nachtstunden gern die Zeit damit, an Türklinken zu rütteln und auf tiefe Fenster zu drücken. Ich habe immer die Dachböden vorgezogen.«

»Was ist, wenn alle Dachfenster ebenfalls verriegelt sind?« fragte Mirtai.

»Dann schlagen wir eine Scheibe ein.« Stragen zuckte die Schultern. »Das Gebäude ist so hoch, daß ein zerbrochenes Dachfenster von unten schwer zu sehen ist.«

»Wir dürfen es nicht zu auffällig machen, Stragen«, warnte Caalador. »Ich hab' das Gefühl, daß wir mindestens zwei Wochen jede Nacht diesen Weg nehmen müssen. Es ist ein riesiges Gebäude!«

»Dann sollten wir jetzt wohl anfangen.« Stragen stand auf und blickte über den Rasen. Der Nebel war merklich dichter geworden. Stragen zog ein paarmal am Seil, um sich zu vergewissern, daß der Haken nicht nachgab. Dann kletterte er hinauf.

»Ihr als nächstes, Schätzchen«, forderte Caalador Mirtai leise auf.

»Warum nennt Ihr mich so?«

»Das ist meine Art, freundlich zu sein und ist nicht persönlich gemeint. Also beklagt Euch nicht bei Eurem o-beinigen Liebsten. Er ist ein netter Kerl, aber ziemlich empfindlich, wenn es um Euch geht.«

»Stimmt.« Mirtai kletterte rasch das Seil hinauf und gesellte sich zu Stragen auf dem Dach. »Was jetzt?« fragte sie.

»Sobald Caalador ebenfalls hier oben ist, klettern wir weiter und schauen uns nach offenen Dachfenstern um.«

»Werdet Ihr wieder den Haken benutzen?«

Stragen nickte.

»Einbrecher sind halbe Affen, nicht wahr?«

»Ich ziehe es vor, uns als wendig zu bezeichnen. Also, falls wir im Haus irgend jemanden sehen sollten, versuchen wir zunächst, uns zu verstecken. Falls das nicht geht, schicken wir ihn mit einem Schlag auf den Kopf in den Schlaf. Caalador hat einen Weinbeutel dabei und wird Wein über den Betreffenden schütten. Dieser Geruch dürfte seine Aussage weniger glaubwürdig machen, wenn er aufwacht und leugnet, eingeschlafen zu sein. Versucht, niemanden zu töten. Wir würden die ganze Nacht brauchen, um die Spuren zu verwischen, und müßten die Leiche obendrein mitnehmen, wenn wir uns zurückziehen. Das ist kein gewöhnlicher Einbruch, und niemand soll auch nur ahnen, daß wir hier waren.«

»Ihr wiederholt, was selbstverständlich ist, Stragen.«

»Ich habe mehr als einmal gesehen, wie Ihr reagiert, Liebes. Ich kenne Eure Instinkte. Falls Ihr nicht dagegen ankommt und jemanden töten müßt, dann versucht wenigstens, nicht allzuviel Blut zu vergießen. Ich möchte nicht mit einem Wischlappen in der Hand ertappt werden, wenn die Sonne aufgeht.«

»Weshalb seid ihr beide heute nacht so liebevoll?« fragte Mirtai.

»Ich fürchte, ich weiß nicht, was Ihr meint.«

»Seit wir aufgebrochen sind, hat Caalador mich schon mehrmals ›Schätzchen‹ genannt, und Ihr habt soeben ›Liebes‹ zu mir gesagt. Hat das eine bestimmte Bedeutung?«

Stragen lachte. »Wenn Einbrecher zusammenarbeiten, vertrauen sie einander ihr Leben an. Das schafft enge Bindungen, die für gewöhnlich halten – bis es um die Aufteilung der Beute geht.«

»Erst wenn alles geklärt ist und wir im Besitz sämtlicher Informationen sind, können wir offen gegen die Feinde des Reiches vorgehen, Sarabian«, sagte Ehlana. »Das Innenministerium weiß, daß wir irgend etwas planen, aber wir tun so, als liefe alles ganz normal. Bei der üblichen Vorgehensweise werden alle Verdächtigen festgenommen und in den Kerker geworfen, ehe man eine Verwaltungsbehörde auflöst und eine Regierungserklärung abgibt.«

»Ich verstehe natürlich, was Ihr meint.« Sie standen wieder auf der Brustwehr und blickten über die Stadt, während die Sonne aufging und sich aus dem dichten Bodennebel erhob. »Ist das nicht schön?« rief Sarabian. »Der Farbton des Nebels paßt genau zum Blaßlila der Mauern und Kuppeln!«

»Ihr habt eine wundervolle Stadt.«

»Mit einigen leider gar nicht so wundervollen Bewohnern. Was soll ich an Stelle der Polizeigewalt einsetzen, nachdem ich das Innenministerium aufgelöst habe?«

»Vermutlich müßt Ihr den Ausnahmezustand erklären.«

Sarabian zuckte zusammen. »Ich fürchte, dank der Ataner werde ich auch noch die letzten Freunde verlieren. Diese Rasse hat eine sehr vereinfachte Vorstellung von Gerechtigkeit.«

»Wir müssen uns ja nicht zur Wiederwahl stellen, Sarabian. Deshalb können wir auch unpopuläre Entscheidungen treffen.«

»Nur bis zu einem bestimmten Punkt«, widersprach er. »Ich muß mit den alteingesessenen Familien von Tamul zurechtkommen, die mir immer noch bitterböse Briefe wegen der Söhne und Brüder schreiben, die bei dem Putsch von den Atanern getötet oder verstümmelt wurden.«

»Aber diese Leute waren doch Hochverräter, oder nicht?«

»Nein.« Sarabian seufzte. »Wahrscheinlich nicht. Wir Tamuler verwöhnen unsere Kinder; ganz besonders die tamulischen Edelleute. Matherion ist eine politische Stadt, und wenn junge Tamuler die Universität besuchen, wird von ihnen erwartet, daß sie sich aktiv mit Politik beschäftigen – für gewöhnlich Politik der radikalsten Art. Name und Rang ihrer Familien schützen sie vor den Folgen allzu überschwenglichen jugendlichen Ungestüms. Als Student war ich Anarchist. Ich habe sogar mehrere Demonstrationen gegen die Regierung meines Vaters veranstaltet.« Sarabian lächelte leicht. »Normalerweise wurde ich mindestens einmal in der Woche verhaftet. Man hat mich aber nie in den Kerker geworfen, egal, wie sehr ich meinen Vater beschimpfte. Dabei habe ich mir wirklich alle Mühe gegeben! Aber den Kerker habe ich nie von innen gesehen. Die Polizei spielte da einfach nicht mit.«

Ehlana lachte. »Warum in aller Welt wolltet Ihr unbedingt in den Kerker geworfen werden?«

»Junge Tamulerinnen sind ungemein beeindruckt von politischen Märtyrern. Wäre es mir gelungen, ein paar Tage eingesperrt zu werden, hätte ich jede Menge Eroberungen machen können.«

»Ich dachte, Ihr wurdet schon als Wickelkind verheiratet. Ist es denn nicht unziemlich für einen verheirateten Mann, auch nur daran zu denken, andere Frauen zu erobern?«

»Meine erste Gemahlin und ich haben zehn Jahre lang nicht miteinander geredet, und das fing kurz nach unserer Hochzeit an. Und daß ich durch Tradition gezwungen war, acht weitere Gemahlinnen zu nehmen, machte die Vorstellung von ehelicher Treue lachhaft.« Plötzlich kam ihm ein Gedanke. »Ob Caalador wohl bereit wäre, einen Posten in meiner Regierung in Erwägung zu ziehen?«

»Keine schlechte Idee. Ich habe Platime in meine Regierung aufgenommen. Er ist in der cammorischen Unterwelt so etwas Ähnliches wie Caalador hier in Tamuli.« Ehlana blickte den Wehrgang entlang und sah, daß Mirtai zu ihnen kam. »Und? Hattet ihr Glück?« fragte sie.

»Schwer zu sagen.« Die Riesin zuckte die Schultern. »Wir gelangten ohne Schwierigkeiten hinein, fanden aber nicht, was wir suchten. Stragen und Caalador werden sich zur Universität begeben und sich dort mit einigen Leuten unterhalten.«

»Hungern und dursten sie plötzlich nach Gelehrtheit?« fragte Sarabian lachend.

»Wohl kaum, Schätzchen«, antwortete Mirtai und ahmte dabei gekonnt Caaladors Akzent nach.

Sarabian starrte sie an. »›Schätzchen‹?« fragte er ungläubig.

»Das seid Ihr doch, Sarabian«, antwortete die goldhäutige Riesin und strich ihm sanft über die Wange. »Ich habe heute nacht erfahren, daß Verschwörer, Einbrecher und andere Gauner sehr liebevoll zueinander sein sollen. Ihr habt Euch mit uns verschworen, die Polizei zu stürzen; deshalb seid Ihr jetzt gewissermaßen ein Familienmitglied. Stragen will mit einigen Gelehrten sprechen, deren Fachgebiet Architektur ist. Er vermutet, daß es im Innenministerium geheime Räume gibt, und daß die Originalbaupläne in irgendeiner Bibliothek aufbewahrt werden.« Sie bedachte den Kaiser mit einem verschmitzten Blick und ahmte aufs neue Caaladors Akzent nach, als sie sagte: »So ist die Lage, Schätzchen.«

»Seid Ihr immer noch sicher, daß Ihr Caalador in Eurer Regierung haben wollt, Sarabian?« fragte Ehlana. »Seine Redeweise scheint ansteckend zu sein. In ein oder zwei Jahren werden alle in der Schloßanlage ›Schätzchen‹ zu Euch sagen.«

»Das ist wahrscheinlich einigen anderen Namen vorzuziehen, mit denen man mich in letzter Zeit bedacht hat.«