Kapitel 16

 

Der heilige Georg? Ich starrte den Mann an, verstand einen Moment lang überhaupt nichts mehr, und dann schnippte ich mit den Fingern. »Georgio Profeta – ist das sein Name?«

In diesem Moment kam Delilah die Stufen heruntergerannt. Georgio – oder St. Georg, oder wie immer er heißen mochte – bemerkte sie nicht, bis sie ihm in den Rücken sprang und ihn zu Boden schleuderte. Chase folgte ihr in gemächlicherem Tempo. Er sah immer noch ein bisschen grünlich aus, und ich hatte das Gefühl, dass er seine Kronjuwelen so bald wie möglich auf Eis legen wollte. Delilah würde heute Nacht nicht viel von ihnen haben, das war mal sicher.

Smoky schlenderte auf den Möchtegern-Helden zu. Er kniete sich hin und warf Delilah einen kurzen Blick zu, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder dem Mann zuwandte, der unter ihr am Boden lag. »Georg, Georg, Georg. Was soll ich nur mit dir machen? Ich habe dir schon so oft gesagt, dass du das lassen sollst. Du wirst es nie schaffen, mich zu töten, also geh einfach nach Hause, vergiss die ganze Sache, und geh nächstes Mal auf Windmühlen los.« Er hörte sich an, als hätte er den Mann eigentlich ganz gern.

Delilah sprang auf, als ich rutschend neben ihr zum Stehen kam. »Wer sind diese Leute?«, fragte sie.

Ich blinzelte. »Nun, ich glaube, Mr. Profeta haben wir schon kennengelernt – zumindest seine Jacke. Und dies« – ich wies auf Smoky, der die Arme verschränkt hatte und die ganze Szene mit einem Ausdruck milder Belustigung beobachtete – »ist Smoky, der Drache.«

»Ich dachte, Smoky wäre ein Bär«, sagte sie kichernd.

»Nein, nein, nein. D-r-a-c-h-e. Also keine Namen, klar?«

Sie schlug sich die Hand vor den Mund. »Oh... oh! Ja, alles klar.«

Drachen waren gerissen, und obwohl ich Smoky allmählich richtig sympathisch fand, wäre es nicht gut für uns, wenn er unsere Namen erführe.

»Du bist eine hartherzige Frau, mein kleiner Hexling«, sagte er und beugte sich vor, um mich sanft auf die Stirn zu küssen. Ich wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, so hoch wirbelte die Energie auf, als seine Lippen meine Haut berührten, schaffte es aber von diesem Gedanken schnell genug zurückzurudern, ehe ich mich in Schwierigkeiten bringen konnte. Der Ansatz eines Grinsens spielte um seine Mundwinkel, als er Delilah herbeiwinkte, die uns ungläubig anstarrte. »Du – Mädchen – hilf ihm auf. Er kann mir nichts tun, und er wird auch euch nichts tun.«

Delilah sah mich an. Ich nickte. Sie streckte den Arm aus, packte Georgio am Ellbogen und hievte ihn hoch. Während er versuchte, sein Möchtegern-Kettenhemd geradezurücken, half sie ihm, sich den Staub von der Rüstung zu klopfen. Chase hatte uns nun ebenfalls erreicht, und als er nach seiner Waffe griff, schüttelte ich den Kopf.

»Keine gute Idee«, sagte ich und wies mit dem Kopf möglichst unauffällig in Smokys Richtung.

Smoky musterte Chase ausgiebig und schenkte ihm dann ein breites, einnehmendes Lächeln. »Wie geht es Ihnen. Sie sind bestimmt... ?« Er ließ seine Stimme ersterben. Das war eine charmante Stimme, angenehm und einladend, bei der man den Drang verspürte, dem Sprecher so richtig sein Herz auszuschütten.

Chase öffnete den Mund, doch ich packte ihn am, Arm, zerrte ihn ein paar Schritte beiseite und erntete als Dank für meine Bemühungen nur ein empörtes »Autsch!«

»Tut mir leid, du hast sicher noch Schmerzen, aber glaub mir, du darfst diesem Mann nicht deinen Namen nennen. Und pass bloß auf, dass du in seiner Gegenwart auch keinen von uns mit Namen ansprichst. Erinnerst du dich an den Drachen, von dem wir gesprochen haben? Willkommen in seinen Wäldern.«

»Drache?« Chases Blick, eben noch verwirrt, schien nun zu sagen: O Gott, nicht schon wieder.

»Ja, ich sagte Drache. Und ein sehr mächtiger obendrein. Smoky mag wie ein Mensch aussehen, aber glaub mir, in diesem Prachtexemplar von einem gutaussehenden Mann steckt ein wahrhaftiger, feuerspeiender Drache. Und wenn er deinen Namen erfährt, kann er ihn benutzen, um dich zu beherrschen.«

Chase warf einen Blick auf Smoky und sah dann wieder mich an. »Prachtexemplar, was? Er sieht nicht aus wie ein Drache, obwohl ich zugeben muss, dass er ganz schön arrogant wirkt.«

»Tja, noch vor einer Stunde war er groß genug, um dein Haus zu zerquetschen.«

»Du meinst, Drachen können die Gestalt von Menschen annehmen?« Er stöhnte. »Na toll. Das heißt, ich könnte mich vor... hm, sagen wir zwanzig Jahren... mit einem Drachen unterhalten haben, ohne es zu ahnen?«

»So ungefähr«, sagte ich. »Die meisten von ihnen legen es allerdings nicht darauf an, durch die Straßen von Großstädten zu streifen und eine Unterhaltung mit Menschen anzufangen. Sie neigen eher dazu... na ja... Menschen zu essen. Oder zu versklaven.«

Wieder einmal grinste er auf diese trockene Art, hinter der gerade genug Angst steckte, um mir zu versichern, dass er mir glaubte. »Sag mal«, begann er dann so beiläufig, dass ich wusste, es musste etwas dahinterstecken. »Glaubst du, Delilah findet ihn scharf?«

Ich unterdrückte ein höhnisches Kichern. »Chase, mein Freund... wach auf. Findest du Supermodels scharf? Heidi Klum? Tyra Banks?«

Er errötete – ein seltener Anblick – und starrte zu Boden. »Äh... hm... «

»Ja, das dachte ich mir. Also finde dich einfach damit ab, dass Smoky ein Supermodel der Feenwelt ist. Gutaussehend, sexy, ein Alpha-Tier. Neben ihm sieht Trillian aus wie ein Pfadfinder, und das ist wirklich selten.« Wieder schnürte es mir beim Gedanken an meinen svartanischen Liebhaber, der zwischen Leben und Tod schwebte, die Kehle zu, doch ich rief mich zur Ordnung. Traurig sein konnte ich später, jetzt hatte ich Wichtigeres zu tun.

Chase verzog das Gesicht. »Schon gut, schon gut. Und wer ist der Kerl auf dem Boden?«

»Georgio Profeta, unser geheimnisvoller Besucher, der uns das Notizbuch mit Tom Lanes Foto dagelassen hat. Übrigens, wir haben etwas über Tom herausgefunden. In Wahrheit ist er der Tam Lin aus der Legende. Vor Jahrhunderten hat die Feenkönigin ihn in ihren Bann geschlagen, und seither hat er eine ganze Reihe gut geplanter Leben gelebt. Allerdings erinnert er sich nicht daran, wer er ursprünglich war oder wie alt er wirklich ist.«

»O Mann, das wird ja immer schöner«, stöhnte Chase. »Er ist also so eine Art Highlander, ja?«

Ich runzelte die Stirn, doch dann verstand ich die Anspielung. Es ging um einen Film, den Chase uns vor einiger Zeit empfohlen hatte. Delilah und ich hatten ihn uns angesehen, waren aber nicht beeindruckt gewesen, außer von Christopher Lamberts phantastischer Stimme.

»Nein, nicht so genau. Tom wird am Ende nicht die Welt regieren, und er ist nicht unsterblich, aber vermutlich einer der ältesten Menschen aller Zeiten, dank eines regelmäßigen Gläschens vom Nektar des Lebens.«

»Nektar des Lebens?« Chases Augenbrauen führten einen kleinen Tanz auf. »Wir müssen uns irgendwann mal in Ruhe unterhalten. Also, was tun wir jetzt? Waren die Dämonen da draußen? Und was fangen wir mit dem jungen Gemüse an, das immer noch da drin an den Pfeiler gefesselt ist?«

Ich runzelte die Stirn. Wir sollten sie wirklich in die Anderwelt bringen, damit man sie dort befragen konnte. »Wir nehmen sie mit, was bedeutet, dass sie die ganze Zeit über gut gefesselt und geknebelt sein muss. Unser kleiner Ausflug entwickelt sich allmählich zum Horrortrip, was? Ich werde jetzt Georgio befragen und feststellen, was er vor unserem Haus zu suchen hatte. Wie wäre es, wenn du mit Delilah und Morio nach drinnen gehst und sie für die Rückfahrt verschnürst?«

Chase warf Smoky einen Blick zu. »Kann man dich wirklich mit diesem Ding allein lassen?«

Ich lächelte. »Ja, ich glaube, er mag mich. Ob das gut ist oder nicht, weiß ich noch nicht so recht. Na los, wir müssen hier weg, ehe Bad Ass Luke und Co. zurückkommen. Falls sie kommen, hätte ich Smoky jedenfalls gern auf meiner Seite.«

Chase gab Delilah und Morio einen Wink, und die drei eilten ins Haus. Tom setzte sich und scharrte mit dem Absatz eines Stiefels auf dem Boden herum. Smoky warf mir einen verschleierten Blick zu, den ich kaum deuten konnte, doch das wenige, was ich herauslas, machte mich nervös.

Drachen nahmen manchmal menschliche Gestalt an, um menschliche Geliebte anzulocken – sie waren ebenso lüstern wie mächtig. Aus solchen Vereinigungen gingen zwar keine Kinder hervor, doch sie waren für sich schon bizarr und oft beängstigend. Nicht, dass ich das je selbst erlebt hätte, das möchte ich doch betonen – aber wenn ich mir die große, schlanke, absolut umwerfende Gestalt ansah, die Smoky angenommen hatte, verstand ich die Versuchung.

Ich schüttelte den Kopf, um meine Gedanken zur Ordnung zu rufen. Offenbar war meine vorübergehend eingefrorene Libido dank Trillian und Morio wieder vollständig aufgetaut, doch es sah ganz so aus, als neigte ich weiterhin zu gefährlichem – wenn auch ungeheuer aufregendem – Terrain. Ich rückte näher an Georgio heran, der zusammengesunken auf dem Boden hockte und zu Smoky aufstarrte. Ich kniete mich neben ihn und tippte ihn auf die Schulter. Er sah aus wie ein kleiner Junge, der es geschafft hatte, das Karussell zu besteigen, um dann den Chip zu verlieren, so dass er nun doch nicht mitfahren durfte.

Er blickte zu mir auf, und sein Gesichtsausdruck war zugleich freundlich und verwirrt. »Ja bitte?«

»Sie heißen Georgio, nicht? Georgio Profeta.«

Er blinzelte, als müsse er über die Frage nachdenken, und nickte dann.

Nicht sonderlich gesprächig. Ich versuchte es erneut. »Was haben Sie vor meinem Haus gemacht? Wir haben Ihre Jacke und Ihr Notizbuch.«

Nach weiterem kurzen Zögern sagte er flüsternd: »Ich war in der Bar, als Sie sich mit diesem Japaner darüber unterhalten haben, dass Sie nach Tom Lane suchen. Ich dachte, Sie wollten hier herauskommen, um den Drachen zu töten, und das konnte ich nicht zulassen. Das ist mir bestimmt, also bin ich Ihnen nach Hause gefolgt, um herauszufinden, wer Sie sind.«

Er glaubte also, wir hätten es darauf abgesehen, Smoky zu erschlagen? »Georgio, wir wussten gar nichts von dem Drachen, bis Sie uns Ihre Jacke dagelassen haben. Wie lange wissen Sie denn schon von ihm?«

»Sehr lange«, sagte er mit gesenktem Blick.

Ich blickte zu Smoky auf, der interessiert zuhörte. »Wie viele Leute wissen noch von dir?«

Er zwinkerte, und seine Oberlippe kräuselte sich zu einem schiefen Lächeln. »Zu viele. Ich bin schon sehr lange hier in der Gegend. Aber die meisten Leute finden nie auch nur eine Spur von mir. Illusionen beherrsche ich sehr gut, wie du und dein Partner ja nun wisst.«

»Er ist nur ein Freund«, sagte ich.

»Wenn er nur ein Freund ist, würde ich zu gern mal sehen, wie du mit einem Liebhaber umgehst«, sagte Smoky schnaubend. Ein dünnes Rauchfähnchen drang aus seiner Nase, und ich blinzelte und fragte mich, wo genau die Grenze zwischen Drache und Mann verlaufen mochte. Mit einnehmender Stimme fügte er hinzu: »Du hast also keinen festen Partner, Hexling?«

»Wisch dir dieses Grinsen vom Gesicht«, sagte ich. Mir war eben erst aufgegangen, dass Smoky vermutlich von einem Logenplatz aus hatte zusehen können, wie Morio und ich es miteinander getrieben hatten. Falls das stimmte, hatte er wirklich etwas geboten bekommen. »Ich habe einen festen Freund, und er ist Svartaner, also sei ja nett zu mir, denn er wäre nicht nett, wenn er den Eindruck hätte, dass mich jemand belästigt.«

Smokys Augen blitzten. »Droh mir nicht, Mädchen. Vergiss niemals, niemals, mit wem du redest.«

Ich wand mich innerlich. Nicht gut, nein, gar nicht gut. Ganz egal, wie schmeichlerisch ein Drache wurde, er blieb ein Drache, in Menschengestalt oder nicht. »Es tut mir leid«, sagte ich zerknirscht. »Bitte grill mich nicht.«

Er stieß ein lautes Brummen aus. »Feen... ihr seid doch alle eine Plage.« Nach einer kurzen Pause bemerkte er: »Du bist also mit einem Svartaner zusammen und amüsierst dich nebenher mit einem Fuchsdämon? Das ist mal was anderes.«

Ich biss mir auf die Zunge. Manchmal war Schweigen wirklich Gold.

Er fuhr fort: »Nun, jedenfalls hat man mich mehrmals für eine fliegende Untertasse gehalten, was nur beweist, dass die Leute eben sehen, was sie sehen wollen. Menschen sind schon ein versponnenes Völkchen.«

Ich wandte mich wieder Georgio zu und sagte: »Mein Freund, wir sind nicht hier, um Smoky zu töten. Wir haben nach Tom gesucht, das ist alles. Aber hören Sie mir zu. Sie können nicht herumlaufen und Drachen erschlagen. Das ist gefährlich, und am Ende werden Sie noch gefressen.«

Georgios Unterlippe zitterte. »Aber ich bin der heilige Georg. Es ist meine Bestimmung, Drachen zu erschlagen.«

Ich starrte ihn an und erkannte, dass Georgio wirklich glaubte, was er sagte. Im Gegensatz zu Tom mit seiner berühmten Vergangenheit war Georgio aber nicht der leibhaftige Drachentöter, der er zu sein behauptete, und falls er versuchen sollte, tatsächlich einen Drachen zu töten, würde er tot sein, ehe er sein Schwert heben konnte. Er sollte irgendwo sicher untergebracht und bewacht werden, damit er sich nicht selbst in Gefahr brachte. Ich streckte die Hand aus und befühlte das Kettenhemd. Wie ich bereits vermutet hatte, war es nicht echt. Es bestand aus silbergrau angesprühtem Plastik – unbequem und vollkommen nutzlos.

Ich stand auf und ging zu Smoky hinüber; als ich mich ihm näherte, bebten meine Nasenflügel. Der Geruch von Rauch und Moschus hing in der Luft, und ich straffte die Schultern.

»Erzähl mir mehr von ihm«, bat ich und wies mit einem Nicken auf Georgio, der an den Ringen seines Kettenhemds herumspielte.

Smoky runzelte die Stirn, und ein angewiderter Ausdruck trat auf sein Gesicht. »Er hält sich für einen Drachentöter. Als er das erste Mal zu mir kam, war ich misstrauisch, aber irgendetwas an ihm hat mich fasziniert, also ließ ich ihn am Leben. Nach seinem zweiten Besuch bin ich verkleidet in die Stadt gegangen und habe ein wenig nachgeforscht. Es stellte sich heraus, dass Georgio ein paar Schrauben locker hat, aber nicht gefährlich ist. Er wohnt bei seiner Großmutter und arbeitet in einem Supermarkt – wischt die Böden und so weiter.«

Jeder andere Drache hätte den armen Mann einfach gefressen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden. Ehe ich merkte, was ich da tat, legte ich die Hand auf Smokys Arm.

»Du hast Mitleid mit ihm, nicht wahr? Deshalb tötest du ihn nicht.«

Smoky blickte lange auf meine Hand hinab und schüttelte sie dann sanft ab. »Ich empfinde für keinen Menschen Mitleid.« Doch sein Gesichtsausdruck sagte mir, dass ich ins Schwarze getroffen hatte. »Außerdem wäre der da viel zu zäh und sehnig.«

»Tom hast du auch nicht getötet, obwohl du die Gelegenheit dazu hattest«, sagte ich. »Gib es zu – du hast eine Schwäche für Menschen. Wann hast du denn zuletzt einen gefressen?«

Smoky packte mich um die Taille und riss mich an sich. Meine Füße baumelten in der Luft. Sein heißer Atem traf mich, als er die Stirn an meine presste und mir tief in die Augen sah. »Hexlein, ich warne dich zum letzten Mal: Treib es nicht zu weit.«

Ich wand mich, doch er hielt mich fest. Ich kam mir sehr dumm vor und stammelte bedrückt: »Es tut mir ehrlich leid. Bitte lass mich runter.«

Smoky drückte mich noch fester. »Ich könnte dich einfach wegtragen«, murmelte er und schnupperte an meinem Haar. »Niemand würde es wagen, mich aufzuhalten. Immerhin schuldet ihr mir noch etwas für den Schutz, den ich euch geboten habe.«

»Smoky«, sagte ich und versuchte, meine Stimme ruhig klingen zu lassen, »bitte lass mich los. Es hängt so viel davon ab, dass wir Tom Lane von hier fortbringen, ehe die Dämonen zurückkommen.« Ich hatte nicht vor, ihm zu sagen, dass Toms Anhänger gewaltige Macht besaß – damit hätte ich nur dafür gesorgt, dass Smoky zum neuen Wächter des Siegels wurde.

Seine Augen begannen sich zu drehen, und schwindelerregende Farben wirbelten in den eisigen Tiefen des Gletscherblaus herum. Ich spürte, wie ich in den Wirbel hineingesogen wurde und jedes Interesse daran verlor, mich zu befreien. Er grub die Nase in mein Haar und leckte mir langsam und genüsslich über die Ohrmuschel. Ich schloss die Augen, doch in diesem Moment ließ er mich los und stellte mich sanft ab.

Zitternd sagte ich: »Danke, dass du mich losgelassen hast. Ich entschuldige mich noch einmal.«

Der Drache betrachtete mich mit kühlem, überheblichem Blick. »Geh«, sagte er. »Mach dir keine Sorgen um den kleinen Georg hier; ich kümmere mich darum, dass er ohne einen Kratzer wieder nach Hause kommt. Aber, kleine Hexe, wir sehen uns bald wieder. Das garantiere ich dir.«

Hastig wich ich zurück. »Komm mit, Tom, wir müssen uns beeilen«, sagte ich. Als wir auf das Haus zugingen, warf ich einen Blick über die Schulter. Smoky stand am Waldrand, und ich konnte spüren, wie er jeden meiner Schritte beobachtete. Als er meinen Blick bemerkte, hob er kurz die Hand; dann verschwand er im Wald, und Georgio folgte ihm wie ein Hündchen.

Wir eilten auf die Tür zu und sahen Delilah und Chase herauskommen, die Morio vorsichtig die Stufen hinunterführten. Er hatte sich Wisteria über die Schulter geworfen. Sie war so fest verschnürt wie ein Weihnachtspaket, ihr Mund dick geknebelt.

»Fahren wir«, sagte ich und spürte, wie mich etwas zur Eile drängte. »Die Dinge geraten in Bewegung. Ich spüre es im Wind.«

Wir stiegen ins Auto. Delilah erbot sich zu fahren, da Chase immer noch Schmerzen hatte. Wisteria hatte wohl um ein Haar dafür gesorgt, dass er nie Kinder zeugen würde. Als wir aus der Einfahrt auf den Feldweg einbogen, dankte ich meinem Glück und den Sternen, dass wir es geschafft hatten, Tom von Titania loszueisen. Alles in allem war die Aktion viel glatter verlaufen, als ich erwartet hatte, aber wir waren ja noch längst nicht zu Hause.

Die Stimmung auf der Heimfahrt war bedrückt. Erstens hatten wir eine geknebelte und gefesselte Floreade dabei, die ganz versessen darauf war, den Dämonen bei der Auslöschung der Menschheit zu helfen. Zweitens wusste Bad Ass Luke inzwischen, dass wir Tom hatten. Ein Flüstern im Wind hatte mir gesagt, dass er es herausgefunden hatte und unsere Namen verfluchte. Je länger ich darüber nachdachte, desto besorgter wurde ich. Frustriert starrte ich aus dem Fenster.

»Kann dieses Auto denn nicht schneller fahren?«

Chase auf dem Beifahrersitz schüttelte den Kopf. »Das wäre keine gute Idee, Camille. Wir wollen doch nicht von der State Patrol angehalten werden. Ich habe meine Dienstmarke, aber trotzdem – mit der verschnürten Wisteria hinten drin würde es für uns nicht gut aussehen.«

Da hatte er recht. Ich blickte zu Morio zurück, der neben der gefesselten, geknebelten Floreade ganz hinten im Jeep saß. Er ließ sie nicht aus den Augen und achtete wachsam auf das kleinste Anzeichen dafür, dass sie etwas vorhaben könnte. Der AND musste erfahren, dass es eine Spionin in unseren Reihen gab. Und Wisteria konnte uns möglicherweise viel über Schattenschwinges Pläne erzählen.

»Soll ich direkt zum Wayfarer fahren?«, fragte Delilah.

Ich dachte nach. Das wäre die schnellste Route, aber wahrscheinlich lauerte uns dort mindestens einer der beiden verbliebenen Dämonen auf. Ich schüttelte den Kopf. »Nein. Menolly hat gesagt, es gebe ein paar geheime Eingänge zur Bar, aber um die zu finden, brauchen wir sie. Ich finde, wir sollten uns zu Hause verkriechen, bis sie aufwacht; dann kann sie uns ungesehen in den Wayfarer bringen.«

»Den Fellgänger haben wir getötet, aber ich bin ziemlich sicher, dass die Dämonen außer ihm und unserem Pflänzchen hier noch mehr Gehilfen haben«, warf Morio ein. »Also sollten wir nicht nur nach Bad Ass Luke und dem Psychoschwafler Ausschau halten.«

»Das stimmt«, sagte ich. »Fahr nach Hause, Delilah, aber über Nebenstraßen, und fahr von hinten ans Haus heran. Wir wollen unsere Ankunft nicht groß verkünden.«

 

Der erste Anflug der Dämmerung kroch gerade über den Himmel, als wir in die unbefestigte Einfahrt bogen, die durch unseren großen Garten zur Hintertür führte. Während ich die Umgebung absuchte, huschte ein Kribbeln von meinem Nacken aus über meine Arme. Dämonische Aura – das konnte nichts anderes sein.

»Hier ist jemand«, murmelte ich. »Ich will nur hoffen, dass zu Hause alles in Ordnung ist.«

Delilah ging vom Gas, und wir hielten neben der riesigen Eiche, deren Äste sich bis über unser Haus erstreckten. Sie ließ den Motor laufen und drehte sich zu mir um.

»Was jetzt? Steigen wir einfach aus und gehen rein?«

Ich ging die Möglichkeiten durch. »Ich glaube, ich sollte als Erste reingehen. Chase, du kommst mit. Delilah und Morio, ihr bleibt hier und passt auf Wisteria und Tom auf. Falls uns etwas zustößt, verschwindet sofort. Fahrt direkt zum Wayfarer.«

Chase und ich traten auf den durchweichten Boden. Er sah immer noch schmerzgeplagt aus, doch es schien ihm insgesamt recht gutzugehen. Als er unter seine Jacke griff und seine Waffe zog, trat ich zu ihm.

»Kugeln werden dir gegen einen Dämon nichts nützen, außer du hast sie in gesegnetes Wasser getaucht.«

Er blinzelte. »Weihwasser?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, gesegnetes – Weihwasser könnte auch funktionieren, aber gesegnetes Wasser wird von Magiern verzaubert, die auf den Kampf gegen Dämonen spezialisiert sind.«

Chase räusperte sich. »Ich nehme nicht an, dass du welches dahast?«

»Nein«, erwiderte ich, »und ich habe auch zufällig keinen Magier dieses Kalibers dabei. Schön wär’s, dann wäre das hier viel einfacher. Aber der AND ist im Lauf der Jahre so faul geworden, dass wir auf Einsätze wie diesen eigentlich gar nicht mehr vorbereitet sind. Allerdings... « Ich zögerte und dachte an den Wayfarer. »Vielleicht lagern ein, zwei Flaschen in der Bar. Ich glaube es eigentlich nicht, aber vielleicht haben wir Glück.«

»Sollen wir jetzt hinfahren?« Zögernd starrte er auf die hintere Veranda. Ich erkannte, dass Chase Angst hatte. Die Arbeit mit dem AND war bisher ein lustiges Spiel gewesen, bei dem er sich mächtig wichtig vorgekommen war, doch nun, da wir tatsächlich einem Feind gegenübertreten mussten, fand er seinen Job wohl doch nicht mehr so toll.

Ich ging voran die Treppe hinauf. »Diesen Luxus können wir uns nicht leisten. Damit würden wir sie nur auf uns aufmerksam machen. Komm schon, Chase. Verlier nur nicht den Kopf. Vielleicht rieche ich auch die Aura irgendeines niederen Wesens, das durch unseren Garten gezogen ist. Ein Wichtel oder so.«

Vorsichtig zog ich die Fliegengittertür auf. Wir lagerten einen Großteil unserer Outdoor-Ausrüstung auf der hinteren Veranda, hier standen die Kühltruhe und diverse Gartenmöbel – wie bei jeder menschlichen Familie auch. Allerdings musste ich zugeben, dass bei den meisten Durchschnittsfamilien wohl kein Hundert-Pfund-Sack Steinsalz bereitgehalten wurde, oder eine Katzentoilette für die Schwester. Chase folgte mir, und ich spürte seinen Blick im Rücken. Er orientierte sich völlig an mir, und ich hoffte nur, dass ich uns beide nicht im Stich lassen würde.

Die Tür zur Küche war verschlossen. Lautlos schob ich den Schlüssel ins Schloss und versuchte durch den Spalt zu spähen, wo die Vorhänge nicht ganz übereinandergezogen waren. Nach allem, was ich sehen konnte, war die Küche sauber, aber das bewies gar nichts, und ich wusste, dass einige Dämonen sich ihrer Umgebung optisch anpassen konnten.

Ehe ich die Tür aufstieß, holte ich tief Luft und rief die Macht der Mondmutter herab. Die Ladung baute sich in meinen Händen auf, und sobald ich mich ausreichend bewaffnet fühlte, stieß ich vorsichtig mit der Schulter die Tür auf, schlüpfte in die Küche und überprüfte den Raum mit einem einzigen Blick.

Die Küche war leer, doch irgendetwas fühlte sich seltsam an. Während ich mich umsah und versuchte, die disharmonische Energie einzuordnen, bemerkte ich, dass Maggies Kiste fehlte. Iris, die normalerweise mit dem Kopf im Kühlschrank anzutreffen war, war ebenfalls nirgends zu sehen. Hausgeister aßen für ihr Leben gern. Verdammt, was war mit den beiden passiert?

Chase drängte sich dicht hinter mich.

»Bleib ein paar Schritte zurück. Ich habe genug Energie in den Händen, um dich in zwei Hälften zu spalten – es wäre wirklich nicht ratsam, versehentlich in meine Schussbahn zu geraten«, sagte ich leise.

Er gehorchte, richtete seine Waffe vorsichtshalber an die Decke und blickte sich nervös um. »Was jetzt?«

»Ich will wissen, wo Maggie und Iris sind«, sagte ich. »Eigentlich müssten sie beide in der Küche sein. Vielleicht gibt es eine logische Erklärung dafür, dass sie nicht hier sind, aber mir gefällt die Energie nicht, die hier drin hängt.«

Als ich mich darauf einstimmte, fühlte es sich an, als hätte statisches Rauschen alle Sender überlagert. Ich konnte Maggie nirgends aufspüren, und Iris und Menolly ebenso wenig. Ich starrte den Flur entlang zum Wohnzimmer. Die dämonische Aura kam von dort und wurde ständig intensiver. Wer auch immer uns dort erwartete, besaß mehr Macht, als ich am anderen Ende eines Zauberstabs begegnen wollte.

Ich dachte daran, Delilah und Morio zu holen, doch dann wäre Tom ungeschützt gewesen. Wir konnten es nicht wagen, ihn ins Haus zu bringen, ehe wir uns davon überzeugt hatten, dass es sicher war. Mir kam der scheußliche Gedanke, dass auch die Dämonen sich getrennt haben könnten – das sähe ihnen ähnlich. Das würde uns die Arbeit erleichtern, denn einer war einfacher zu töten als zwei, aber es würde auch bedeuten, dass wir viel länger wachsam bleiben müssten.

Schritt für Schritt schlich ich den Flur entlang und betete darum, dass die Dämonen Iris und Maggie nichts getan hatten. Ich hatte heute Morgen gar nicht daran gedacht, dass die beiden in Gefahr sein könnten – unser Haus war mit Bannen geschützt. Aber irgendetwas war durchgebrochen. Mit einem flauen Gefühl im Magen ging ich die Möglichkeiten durch und hoffte inständig, dass mir nur meine lebhafte Phantasie einen kleinen Streich spielte. Es war sehr dumm von mir gewesen, die beiden schutzlos zurückzulassen.

Chase folgte mir. Ich roch seine Angst, aber auch gespannte Erwartung, und ich merkte, dass ein Teil von ihm dies hier genoss. Die Jagd. Das verstand ich nur zu gut. Die Mondmutter und alle, die ihr folgten – Mondhexen, Werwesen oder Mitglieder der Wilden Jagd –, konnten ein blutrünstiger Haufen sein. Sie war keine sanfte Göttin, die Kinder beschützte und Gutenachtgeschichten erzählte, sondern eine kalte, strenge Herrin, die einforderte, was ihr zustand.

Wir näherten uns dem Ende des Flurs, und ich spürte eine Bewegung in der Nähe. Ich holte tief Luft und machte mich bereit.

Als ich um die Ecke ins Wohnzimmer sprang, sah ich einen großen Mann mitten im Raum stehen. Er hatte eine schockierende, goldene Punkfrisur, und seine Augen leuchteten scharlachrot und hatten keine sichtbaren Pupillen. Er trug ein Seidenhemd und eine braune Hose, doch sie waberten mitsamt seinem ganzen Körper, und ich erkannte, dass ich eine Illusion vor mir hatte. Morio hätte sie zerstören können, damit wir die wahre Natur des Geschöpfs erkennen konnten, doch ich hatte Chase dabei, und der blieb abrupt stehen, vollkommen bezaubert von diesem Anblick.

»Er ist wunderschön –«, begann Chase.

»Nein«, fiel ich ihm ins Wort. »Das ist eine Illusion. Das ist der Psychoschwafler, und er kann dich bezaubern, also sei vorsichtig.«

Der goldene Mann lachte, doch es klang nicht freundlich. Definitiv nicht der Weihnachtsmann, dachte ich. Ich hatte den Weihnachtsmann kennengelernt, und der war wahrhaftig ein Heiliger in hässlichen Klamotten. Dieser Mann... nein, kein Mann – Dämon... dieser Dämon sah zwar hübsch aus, aber er war das personifizierte Böse, und wenn ich mich nicht voll konzentrierte, würde er jeden kleinen Fehler, jede Blöße ausnutzen. Dann wären wir auf dem direkten Weg in die Hölle.

»Sieh ihm nicht ins Gesicht«, sagte ich zu Chase und hielt den Blick auf die Hände des Psychoschwaflers gerichtet. Plötzlich merkte ich, dass ich keine Ahnung hatte, was dieses Wesen noch für Fähigkeiten besaß außer der, Menschen und Halbmenschen zu bezaubern. Soweit ich wusste, konnte er ebenso gefährlich sein wie Smoky. Was hätte ich im Augenblick nicht darum gegeben, diesen Drachen an meiner Seite zu haben.

»Gib mir den Mann, dann lasse ich dich leben«, sagte der Dämon.

»Welchen Mann? Diesen Mann?« Ich wies mit einem Nicken auf Chase und stellte mich dumm. Ich wollte nach Iris und Maggie fragen, aber falls sie es doch geschafft hatten, sich zu verstecken, hätte ich das Wesen damit nur auf sie aufmerksam gemacht.

Der Schwafler betrachtete Chase und schnaubte. Einen Augenblick lang schwankte seine Illusion, und ich sah seine wahre Gestalt. Er war dunkel und plump mit schuppiger Reptilienhaut und sah aus wie ein Gecko auf zwei Beinen; aus seinem Maul ragten zwei gekrümmte Hauer, wie bei einem Warzenschwein. Seine Finger endeten in rasiermesserscharfen Klauen. Mit einem einzigen Hieb konnte er mir die Eingeweide aus dem Leib reißen.

»Verflucht. Chase, raus hier, schick mir Morio und Delilah. Bleib du im Wagen und verriegle die Türen.« Ich trat zwischen die beiden Männer. Als Chase zögerte, zischte ich: »Sofort! Tu, was ich sage, sonst stirbst du. Vertrau mir.«

Chase fuhr herum und rannte los, während ich mich auf die schimmernden Kugeln aus Mondlicht an meinen Fingerspitzen konzentrierte. Genug geredet.

»Verbrenne!«, schrie ich und schleuderte dem Psychoschwafler die Handflächen entgegen. Die Kraft schoss aus meinen Händen und traf ihn mitten in die Brust. Er taumelte rückwärts, Rauchfähnchen kräuselten sich auf seiner Haut, und die Illusion, die er projiziert hatte, verschwand. Ich schoss zur Tür hinaus, um die Ecke, und versteckte mich hinter dem bogenförmigen Durchgang, um mehr Energie herabzurufen. Als ich das Mondlicht in meine Hände zog, ging ich im Geiste mein Inventar an Sprüchen durch, doch keiner war so direkt und wirkungsvoll wie diese Energieblitze. Bei denen war außerdem ein Kurzschluss am unwahrscheinlichsten.

Ich lauschte und versuchte, den schweren Atem des Dämons zu orten, doch es war still. Das war seltsam. Ich hätte ihn hören müssen, vor allem wegen der Banne, die ich auf das Haus gelegt hatte. Ich wusste es besser, als den Kopf um die Ecke zu schieben, aber ich musste herausfinden, wo er steckte. Wenn er sich direkt hinter der Tür verbarg, brauchte er nur einen Schlag um die Ecke zu führen. Er könnte aber auch durch das Fenster auf die hintere Veranda hinausgeklettert sein.

Ich nahm all meinen Mut zusammen, schob mich vorsichtig um die Ecke und spähte ins leere Wohnzimmer. Die Fenster waren geschlossen, doch er war nirgends zu sehen. Wohin zum Teufel war er verschwunden? Es sollte nicht allzu schwer sein, seiner Signatur zu folgen, doch das würde mich angreifbar machen, weil ich nicht gleichzeitig meinen Zauber bereithalten und den Dämon orten konnte.

Widerstrebend verschob ich meine Aufmerksamkeit und begann, nach seiner aurischen Signatur zu suchen. Da! Er war in die Mitte des Zimmers gerückt – die violetten und scharlachroten Funken waren so deutlich wie Fußabdrücke in nassem Sand –, doch da endete die Spur abrupt. Verdammt. Er hatte sich teleportiert oder seine Spur auf irgendeine Weise verwischt. Er könnte sonstwo sein.

Frustriert ließ ich die Hände sinken. Mein erster Fehler. Mein zweiter Fehler hätte mich beinahe das Leben gekostet. Ich war so auf das Rätsel konzentriert, wo der Psychoschwafler stecken mochte, dass ich ein leises Rascheln hinter mir nicht beachtete. Ehe ich mich versah, schlangen sich kräftige Hände um meine Taille, und der Dämon hatte mich gepackt.

»Gib mir den Mann, dann reiße ich dich nicht in Stücke«, sagte er mit schnarrender Stimme. Doch noch während er sprach, hörte ich ein weiteres Geräusch hinter uns. Der Psychoschwafler stieß einen kurzen Schrei aus, und ich fiel zu Boden. Ich fing mich ab und wirbelte gerade rechtzeitig herum, um ihn über Iris aufragen zu sehen, die ihm eine Gartenschere in den Rücken gestochen hatte. Er trat einen Schritt auf sie zu, und sie wich zurück, das pure Entsetzen in den Augen.