IX

Valerius wartete lange Zeit auf dem Gang draußen vor der Tür. Das Lazarett war in konzentrischen Blöcken um einen Haupthof herum angeordnet; die Fenster der ruhigsten Zimmer gingen auf den Innenhof hinaus, weit fort von der Kakophonie der Festung. Die Wände waren weiß getüncht und mit den Insignien der Legionen und ihrer Flügel geschmückt; Steinbock, Keiler und Pegasus prangten, in gedämpften Farben aufgemalt, in regelmäßigen Abständen entlang der gesamten Korridorwände. Die Luft roch sauber, erfüllt von dem Duft von frischem Salbei und Rosmarin: Der süßliche Beigeschmack eitrigen, verfaulenden Fleisches war auf die Bereiche um die wenigen Zimmer herum beschränkt, in denen ganz offensichtlich Sterbende lagen.
Valerius stand vor einer Tür, auf die das Auge des Horus frisch mit blauer Farbe aufgemalt worden war, und atmete Luft ein, die mit Zitronenmelisse und einem leicht pfeffrigen Duft gewürzt war, vermischt mit dem Geruch eines Mannes, den er selbst mit geschlossenen Augen überall und jederzeit wieder erkennen würde.
Zweimal schon hatte er versucht, den Raum zu betreten, doch beide Male ohne jede innere Überzeugung. Es war nicht so sehr Marcus Ostorius’ Anweisung, sondern vielmehr sein eigener Mangel an Mut und Nervenstärke, der den Arzt veranlasst hatte, ihn wieder zurückzuschicken. In den wenigen Tagen, die seit der Schlacht vergangen waren, hatte Valerius festgestellt, dass er seine eigenen Motive ebenso sauber und mit ebenso wenig gefühlsmäßiger Anteilnahme analysieren konnte, wie er auch andere beurteilte. Während er nun vor der geschlossenen Tür stand, wusste er, dass er sich innerlich dagegen sträubte, das ganze Ausmaß von Corvus’ Verletzungen zu sehen, dass er lieber nicht herausfinden wollte, ob ein Körper, der sich bis vor kurzem noch seiner von Kampfnarben gezeichneten Vollständigkeit erfreut hatte, jetzt unheilbar verkrüppelt war, wie es bereits als möglich erschienen war, als sie Corvus über die Barriere hinweg hinausgebracht hatten. Und stärker noch als diese Furcht war Valerius’ Angst, dass eine andere Tür, die immer für ihn offen gestanden hatte, nun endgültig zugefallen war. Wenn dem so war, dann hatte sie sich schon vor der Schlacht geschlossen, und nichts von alledem, das seither geschehen war, würde sie wieder öffnen.
Das erste Zeichen dafür, dass jene Tür im Begriff war, für immer zuzufallen, hatte er in dem Chaos von sich abmarschbereit machenden Soldaten erhalten, als sie sich versammelten, um zu der Festung auf dem Gebiet der Eceni aufzubrechen. Männer und Pferde waren in ziemlich unkoordinierter Hektik in dem Nebengebäude umhergelaufen, wo sich die Armee vor dem Abmarsch versammelte. Valerius war gerade mit den Pferden seiner Truppe beschäftigt gewesen, als Corvus ihn zu sich rief.
Sie waren Knie an Knie geritten und hatten sich ein kleines Stück von dem Flügel entfernt. Corvus ritt sein Ersatzpferd, eine junge Rotschimmelstute mit bis zum Fesselgelenk weißen Beinen und gestreiften Hufen. Sie war von edlem Geblüt und den meisten anderen Tieren des Flügels weit überlegen, aber sie war nicht das Pferd, das Corvus durch die Invasionsschlachten getragen hatte und das ihn nun auch durch diese hätte tragen sollen; das war eine braune Stute von pannonischer Abstammung, und Corvus hatte sie ausgeliehen, möglicherweise sogar verschenkt - wer kann schon von dem Sohn eines römischen Statthalters verlangen, eine Leihgabe zurückzugeben? - an Marcus Ostorius.
Valerius nahm dies mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis. Einem anderen Mann gegenüber hätte diese Geste alles bedeuten können. Corvus las darin eine stumme Frage, die auch sogleich beantwortet wurde. »Wenn er gegen die Eceni kämpfen und überleben soll, dann braucht er ein vernünftiges Pferd.«
Valerius lächelte verkniffen. »Die Ala Quinta Gallorum verfügt über etliche ausgezeichnete Pferde. Du hättest ihm nicht deines überlassen müssen.«
»Wäre es dir lieber, wenn ich ihm deinen gescheckten Menschenfresser gäbe?«
»Der Statthalter würde dich wegen versuchten Mordes hängen, wenn du es wagen solltest, ihm das auch nur anzubieten.«
»Eben, und deshalb hat er stattdessen mein Pferd, das ihn nicht umbringen, sondern vielleicht sogar dafür sorgen wird, dass er am Leben bleibt.«
»Und weiß er auch, dass sein Pferd sein Kindermädchen ist, ebenso wie sein Präfekt?«
Er hatte schon immer Corvus’ jeweilige Stimmung deuten können. Und wie immer, so spürte er den Stimmungsumschwung auch diesmal, noch bevor er ihn sah. Und als er dann begriff, da war die Erkenntnis wie ein wuchtiger Schlag auf die Brust, der sein Herz abrupt aus seinem Rhythmus brachte.
In den Augen des Präfekten glomm Zorn. Mit ruhigem Nachdruck sagte er: »Wenn du das - oder irgendetwas in der Art - noch einmal sagst, dann werde ich dich auspeitschen lassen und zum einfachen Soldaten degradieren. Hast du mich verstanden?«
In den gesamten acht Jahren ihrer Beziehung hatte Corvus seine leitende Stellung niemals als Waffe benutzt, ganz gleich, wie heftig sie sich gestritten haben mochten. Valerius, der fühlte, wie sich seine Kopfhaut zusammenzog, erwiderte gepresst: »Voll und ganz.«
Du wirst weder Liebe noch Freude kennen… Der Fluch hatte ihn nicht davon ausgeschlossen, den Entzug von Liebe zu spüren oder über ihren Verlust zu trauern. Er hatte sich diese Liebe stets als etwas Immerwährendes vorgestellt, ebenso sicher und verlässlich wie das Aufgehen und Untergehen des Mondes, etwas Stabiles, gegen das er gefahrlos wettern und zu dem er später, wenn der Zorn erloschen war, wieder zurückkehren konnte. Nun kämpfte er noch immer mit dem Schock, der ihm das seltsame Gefühl vermittelt hatte, hohl und schwerelos zu sein, und er bemühte sich angestrengt, zuzuhören, sich an Corvus’ Worte zu erinnern und an ihre Bedeutung, sowohl die vordergründige als auch die tiefere.
»Gut«, sagte Corvus. »Dann hör mir zu und überleg dir deine Antworten sorgfältig. Wie du vielleicht weißt, erhebt der Vasallenkönig Prasutagos jetzt Anspruch auf die Herrschaft über die Eceni. Er tut dies mittels einer Frau namens Silla, die Mitglied der königlichen Familie ist. Sie hat ihrem ›König‹ bisher zwei Söhne geschenkt, die allerdings tot zur Welt kamen, aber es kann durchaus sein, dass sie ihm noch ein lebendes Kind schenkt, das später als sein Nachfolger fungiert.«
Corvus hielt inne und wartete auf eine Antwort. Er bekam jedoch keine. Valerius hatte bereits durch die Klatschmäuler in der Festung von Tagos’ Königswürde erfahren, aber über den Grund für seine Erhebung hatten sie nichts gesagt. Die Soldaten, die in einer reinen Männerwelt aufgewachsen waren, hatten Wein und Gold für ausreichend gehalten, um sich gesellschaftliches Prestige zu erkaufen. Valerius, in einer anderen Welt groß geworden, hätte die Wahrheit erkennen müssen, hatte sie aber nicht gesehen. In seiner Vorstellung war Silla noch viel zu jung, um sich einen Mann zu nehmen, ganz gleich, wen. Sie war drei Jahre alt und teilte das Bett mit ihm, und dabei klebte sie wie eine Klette an ihm, immer auf der Suche nach Wärme und Geborgenheit; selbst im Hochsommer schmiegte sie sich beim Schlafen eng an ihn, denn sie konnte das Gefühl des Alleinseins nicht ertragen, das sie jedes Mal überkam, wenn sie weit auseinander lagen. Sie war sechs und lag draußen vor einer Schmiede im Gras, während sie ihrem Vater dabei zuschaute, wie er ein Schwert schmiedete, das eines Tages das Zeichen des Schlangenspeers auf seinem Knauf tragen würde. Sie interessierte sich nicht für Schwerter, und daher schweifte ihre Aufmerksamkeit nach einer Weile ab, und sie beobachtete stattdessen, wie eine verspätete Wespe auf einem Blatt landete, und versuchte, nach ihr zu greifen. Ihr Bruder brachte ihr die zerstoßenen Schwarzwurzblätter und verrieb sie auf dem Wespenstich, um den Schmerz zu lindern. Sie war acht und kniete im Schlamm, ihre Arme fest um den Hals eines Jagdhundes geschlungen, um den Rüden davon abzuhalten, hinter den Reitern herzurennen, die auf dem Weg zu Cunobelins Festung waren. In Gedanken konnte Valerius noch immer ihre Stimme hören, hoch und kindlich, wie sie ihn damals beschworen hatte: Bleib nicht länger als einen Monat fort. Ohne dich wird er nicht mehr fressen und sterben! Ihr Kleid war von dem Grün alter Eichenblätter, kurz bevor sie sich herbstlich verfärben. Um den Saum hatte es eine Borte in leuchtendem Safrangelb. Der Anblick seiner kleinen Schwester in dem hübschen Kleid hatte sich Valerius als angenehme Erinnerung eingeprägt.
Er war eine Ewigkeit fortgeblieben. Es konnte durchaus sein, dass der Hund vor Kummer zu fressen aufgehört hatte und gestorben war. Silla hatte Tagos zwei Söhne geboren und beide waren tot zur Welt gekommen. Ihre Töchter, falls sie welche hatte, würden in den Augen Roms allerdings nicht zählen.
Corvus sprach wieder. »... was bedeutet, dass wir auf unserem Weg zu der Festung durch seine Ländereien kommen werden, und der König wird uns ganz unzweifelhaft seine Gastfreundschaft anbieten wollen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass du diesem Mann oder irgendjemandem aus seiner engeren Verwandtschaft vielleicht lieber nicht begegnen möchtest. Wenn das der Fall ist, könnte es durchaus sein, dass es Gründe gibt, die dich zwingen würden zurückzubleiben. Noch ist Zeit genug, um einen ausgebildeten Ersatzmann zu finden, der dich als stellvertretenden Kommandeur der dritten Schwadron vorübergehend vertritt.«
»Du meinst, du könntest mich auspeitschen lassen, und dann müsste ich notgedrungen zurückbleiben?« Valerius hatte seine Bemerkung als eine Art Scherz gemeint, als ein Mittel, um die Förmlichkeit zu durchbrechen.
Corvus nickte, als ob diese Möglichkeit real wäre. »Wenn du möchtest, selbstverständlich... obwohl ich eigentlich etwas Zuverlässigeres ins Auge gefasst hatte. Solltest du nämlich jetzt ausgepeitscht werden, würde der Statthalter, so fürchte ich, trotzdem von dir verlangen, dass du am Mittag ausreitest.«
»Das würde er ganz bestimmt. Ich bin Euch sehr dankbar für Euer Angebot, aber wenn der Präfekt gestattet, möchte ich doch lieber mit heiler Haut reiten.«
»Und du bist dir sicher, dass du mit der Truppe reiten möchtest?«
»Das bin ich, ja.«
Sie hatten inzwischen das Südtor der Festung erreicht. Valerius zog das Krähen-Pferd wieder herum. Er war der Wortspiele plötzlich überdrüssig. In der Vergangenheit waren sie nicht nötig gewesen. In der Zukunft würden sie vielleicht nicht mehr möglich sein, ersetzt durch die kühle, unpersönliche Förmlichkeit im Umgang zwischen Soldat und vorgesetztem Offizier. Es war keine Vorstellung, über die er genauer nachzudenken wünschte. Er erwiderte: »Es war eine gute Idee, und ich bin dir aufrichtig dankbar, aber es ist wirklich nicht nötig. Mag sein, dass Tagos dich erkennt, wenn ihr euch begegnet. Aber mich wird er ganz sicher nicht wiedererkennen.«
Corvus griff Krähe in die Zügel. Er konnte als Einziger von allen mit dem Schecken umgehen, ohne dabei seinen Arm zu riskieren. Ganz unverblümt sagte er: »Und wenn die Krieger, gegen die wir kämpfen, das Zeichen des Schlangenspeers auf ihren Schilden tragen, oder wenn sie von der rothaarigen Frau angeführt werden, deren Zeichen der Speer ist - was dann?«
Zwischen ihnen heulte der Wind - so eisig, dass sich die kleinen Härchen auf ihren Unterarmen aufrichteten. In den letzten vier Jahren hatte keiner von ihnen auch nur ein einziges Mal die Existenz des Schlangenspeers erwähnt oder die der Frau, deren Zeichen er war. Dass Corvus jetzt darauf zu sprechen kam, war entweder ein Zeichen für seine Verzweiflung oder aber ein Hinweis auf seine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Valerius’ Gefühlen.
Während er gegen die in seinem Inneren aufsteigende Panik ankämpfte, erwiderte Valerius: »Die Kriegerin, die den Schlangenspeer trägt, ist nicht hier. Du hast doch gehört, was der Tribun gesagt hat. Sie ist im Westen und führt dort zusammen mit Caradoc den Aufstand an.«
Corvus schüttelte den Kopf. »Das war vor über einem Monat. Marcus Ostorius ist seitdem quer durch das Land geritten, und Breaca hat unterdessen genügend Zeit gehabt, das Gleiche zu tun. Wenn ich deine Schwester wäre, würde ich auch hier im Osten zum Widerstand aufrufen. Wenn sie und Caradoc uns an zwei Fronten angreifen, können sie uns schlagen.«
Valerius fühlte, wie seine Welten miteinander kollidierten, so wie sie es seit vor der Invasion nicht mehr getan hatten. Verzweifelt schloss er die Augen und suchte seinen Gott, der aber nicht kam. Das Brandzeichen lag kalt auf seiner Brust. Eine Großmutter verfluchte ihn höhnisch lachend.
Ich hatte damals keine andere Wahl. Und ich habe auch jetzt keine.
Idiot.
Mit gepresst klingender Stimme sagte er: »Ich werde das tun, was auch du tust, und aus den gleichen Gründen. Ich bin den Legionen verpflichtet, ich habe den Eid vor dem Kaiser geleistet und einen anderen vor dem Gott. Ganz gleich, auf wen wir stoßen, ganz gleich, wie diese Begegnung auch verlaufen mag, ich werde die Befehle meiner Vorgesetzten befolgen, und ich werde kämpfen.«
»Und wenn du nun den Befehl erhältst, ihre Kinder zu kreuzigen?«
Der Schecke warf jäh den Kopf hoch, wodurch Corvus der Zügel aus der Hand gerissen wurde. Julius Valerius biss sich fest auf die Unterlippe und salutierte vor seinem Präfekten. »Dann werde ich deinem Beispiel folgen, in diesem einen Punkt wie auch in allen anderen.«
 
Es war eine Trennung der schlimmsten Art gewesen, und nichts von dem, was seither passiert war, hatte die Sache besser machen können. Sie hatten tatsächlich eine Nacht unter Prasutagos’ Obhut verbracht, und der Vasallenkönig hatte keinen von ihnen wiedererkannt. Allerdings war das Risiko, dass er Valerius oder Corvus erkennen würde, in Wahrheit auch ziemlich gering gewesen; ihre Unterhaltung hatte sich um andere, schwerer wiegende Dinge gedreht. Und mehr noch - sie hatte die Beendigung von etwas gekennzeichnet, von dem keiner geglaubt hatte, dass es jemals enden würde.
Jetzt stand Valerius in dem Lazarettkorridor draußen vor einem Zimmer, in dem es nach Zitronenmelisse duftete, und wusste, dass er einfach nicht den Mut hatte, die Tür zu öffnen.
»Sieh einer an, der Held der Schlacht! Beim letzten Mal habt Ihr mir gar nichts davon gesagt. Ich hatte mich schon gefragt, wie lange es wohl dauern würde, bis Ihr wieder herkommt.«
Valerius wirbelte herum. Theophilus, der magere, langnasige Arzt, lehnte hinter ihm an einer Wand. Früher einmal war er einem Kaiser zu Diensten gewesen, aber dann war ein anderer Kaiser an die Macht gekommen, und daraufhin war es für die Mitglieder des alten Hofes nicht mehr ratsam gewesen, noch länger in Rom zu bleiben. Theophilus war nach Germanien geflohen und hatte bei den Legionen am Rhein eine Bleibe gefunden, um dann einige Zeit später als Angehöriger der Invasionsarmee mit ihnen zur neuen römischen Provinz Britannien zu reisen. Seitdem war er der einzige Medikus für eine ganze Festung und kümmerte sich abwechselnd um Soldaten, die an einem Fieber erkrankt waren, und um jene, die im Kampf verwundet wurden. Es war schwer zu sagen, wann Theophilus glücklicher war - wenn die Männer verletzt von einer Schlacht zurückkehrten oder wenn sie noch heil waren.
Jetzt sah er Valerius unter dichten, buschigen weißen Brauen hervor an. Genau wie die Träumer der Stämme, kannte auch Theophilus die tiefsten Geheimnisse des menschlichen Herzens.
»Ich wollte gerade wieder gehen«, erklärte Valerius. »Ich möchte ihn nicht stören.«
»Nein, aber vielleicht möchte er Euch stören.« Theophilus sprach niemals ohne triftigen Grund, und immer verbarg sich hinter seinen Worten noch eine andere, tiefere Bedeutung. An seiner Brust glitzerte ein neuer Äskulapstab in Gold, ein Geschenk des Statthalters. Darunter hing sein alter, aus Apfelbaumholz geschnitzter Stab an einer Lederschnur. Jetzt berührte er diesen mit seinem Daumen, ganz so, wie Valerius sein Brandmal zu berühren pflegte. »Der Tribun ist gerade bei ihm. Wusstet Ihr das?«
»Ich habe es vermutet. Und selbst wenn er nicht da wäre, steht es mir doch nicht zu, den Präfekten zu besuchen. Ich werde jetzt also lieber wieder gehen und...«
»Nein. Geht nicht.« Die Tür schwang auf. Der Duft von Zitrusölen strömte auf den Korridor hinaus, vermischt mit dem unterschwelligen Geruch nach altem, verkrustetem Blut. Marcus Ostorius Scapula, eine strahlende Erscheinung in Weiß und Scharlachrot, stand auf der Schwelle. Wenn sie ihn zum Kaiser gemacht und in Purpur gekleidet hätten, hätte er nicht majestätischer aussehen können. Er heftete seinen Blick aus dunklen, glutvollen Augen auf Valerius und lächelte liebenswürdig. »Duplikarius, kommt doch herein. Der Präfekt würde sich freuen, Euch zu sehen.«
Es war ein Befehl, getarnt als freundliche Aufforderung, und daher konnte man ihn nicht verweigern, auch wenn man es noch so gerne tun würde. Im Inneren des Zimmers herrschte Stille; der Atem des Mannes auf dem Bett ging ganz flach. Corvus lag ausgestreckt auf dem Rücken, sein Gesicht so weiß wie das Leinen. Man hatte ihm einen Teil seiner Kopfhaut kahl geschoren, um die Wunde an seinem Kopf besser behandeln zu können. Seine Brust war mit Bandagen umwickelt, und sein rechter Arm lag schlaff auf den Laken.
Die Tür schloss sich wieder, und der Tribun stand nun mit Valerius im Raum. Offenbar war es dem Duplikarius nicht vergönnt, mit seinem Präfekten allein gelassen zu werden. Valerius trat an das Fußende des Bettes und salutierte. Corvus musterte ihn einmal kurz von oben bis unten, dann schweifte sein Blick wieder zu Valerius’ Gesicht hinauf, der Ausdruck in seinen Augen zu komplex, als dass Valerius ihn hätte entziffern können. Corvus rang ganz offen um Fassung; gegen wie viel Schmerz er dabei ankämpfen musste und wie viel Anstrengung ihn dies kostete, konnte keiner ermessen.
»Julius Valerius...« Das Sprechen kostete ihn Kraft, und das Atmen war offensichtlich schmerzhaft für ihn. Valerius fasste sich also in Geduld.
Der Sohn des Statthalters war weitaus weniger geduldig. Zu Valerius gewandt, sagte er: »Ihr wisst, dass das Wetter besser geworden ist und dass südlich der Festung ein Schiff angelegt hat. Es hat eine Botschaft des Kaisers überbracht, in der Seine Majestät voll des Lobes für das Vorgehen des Statthalters ist und sich überdies dafür ausspricht, die Kriegsführung im Westen in noch größerem Umfang zu betreiben. Besagtes Schiff wird auf seiner Rückreise einen Kriegsbericht an den Kaiser mitnehmen, der ihn ausführlich über die friedliche Entwaffnung der loyalen östlichen Stämme informiert sowie über die erfolgreiche Niederschlagung einer Revolte unter den Eceni und ihren Verbündeten, den Coritani - und zwar unter besonderer Erwähnung der Heftigkeit, mit der die Stammesangehörigen kämpften, und des außergewöhnlichen Mutes und der Disziplin, die unsere Männer bei ihrem Sieg bewiesen haben. Es wird das letzte Schiff in diesem Winter sein, das die Meere bereist. Bis zum Frühjahr, wenn der Kaiser neue Berichte über die Lage in seiner Provinz Britannien erwartet, müssen wir weitere Erfolge zu vermelden haben. Der Präfekt und ich hatten gerade darüber gesprochen, dass...«
Die erfolgreiche Niederschlagung einer Revolte… Valerius lachte spöttisch. Sein Lachen hallte laut in dem stillen Raum wider. Corvus’ Augen waren regelrecht dunkel vor Schmerz. Er blickte Valerius beschwörend an.
Valerius ignorierte jedoch die stumme Bitte in den Augen seines einstigen Freundes und Geliebten und erwiderte: »Vergesst die Frühjahrsberichte. Bis zum Ende des Winters werden wir besiegt worden sein. Diese Krieger von den Eceni und den Coritani, die die so genannte ›Niederschlagung‹ überlebt haben, feiern in genau diesem Augenblick mit dem Fuchs-Sänger den Erfolg seiner Lachsfalle. Sie werden nicht gemütlich in ihren Rundhäusern schlafen und sich die Bäuche voll schlagen, nur weil Schnee auf dem Erdboden liegt.«
»Duplikarius, damit geht Ihr wirklich entschieden zu...«
»Nein. Er hat ja Recht. Wir hatten ihm früher schon einmal die Erlaubnis erteilt, seine Ansichten ganz offen auszusprechen. Es ist nur fair, dass er auch jetzt ganz offen sagen darf, was er denkt, solange er sich dabei bewusst ist, dass seine Äußerungen nur für die jetzt hier in diesem Raum befindlichen Anwesenden bestimmt sind und dass sie als hetzerisch gelten würden, sollten sie im Beisein anderer wiederholt werden.«
Marcus Ostorius lächelte nun nicht mehr. Er war zwanzig Jahre alt, und er konnte jede Art von Strafe über einen rangniederen Offizier der Hilfstruppe verhängen; er brauchte es nur anzuordnen, und seine Anordnung würde prompt und zweifellos befolgt werden. Sein Ton und seine Haltung ließen deutlich erkennen, dass er das ohne weiteres konnte; möglicherweise auch, dass er das unter anderen Umständen bereits getan hatte. Er stand am offenen Fenster und starrte in den Hof. Schräg einfallende Sonnenstrahlen glitten über ihn hinweg, so dass sein Gesicht im Schatten lag. Draußen erinnerte ein verspätet krähender junger Hahn daran, dass der Tag schon längst angebrochen war.
»Sagt mir eines.« Er sprach, ohne sich zu Valerius umzuwenden. »Wenn Ihr der Statthalter wärt und dringend sicherstellen müsstet, dass die vereinigten Stämme gespalten würden oder zumindest nicht mehr in der Lage wären, ihren Vorteil auszunutzen, würdet Ihr dann daran denken, Repressalien gegen sie zu ergreifen, die noch strenger sind als die Strafen, die bereits gegen sie verhängt wurden?«
Ihr könntet auch ebenso gut ihre Kinder kreuzigen.
»Es ist unsere einzige Hoffnung.« Valerius hatte an kaum etwas anderes gedacht, seit es ihm gelungen war, aus der Lachsfalle zu entkommen. »Nachdem die Festung niedergebrannt wurde und bevor es zu der Schlacht kam, hätten wir vielleicht noch mit dem Ältestenrat sprechen können, aber das ist jetzt nicht mehr möglich, dafür ist es inzwischen zu spät. Wenn Euer Vater also Statthalter einer Provinz bleiben will, die noch immer unter römischer Herrschaft steht, wird er mindestens eines der Stammesdörfer herausgreifen und restlos auslöschen müssen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.«
»Hattet Ihr schon ein bestimmtes Dorf ins Auge gefasst?«
»Das erste Dorf, das die Revolte angezettelt hat: diejenigen, die die thrakische Schwadron angegriffen haben. Wenn Ihr sämtliche Bewohner dieses Dorfes aufhängt und so viele von den in der Umgebung lebenden Eceni, wie Ihr finden könnt, dazu zwingt, bei den Hinrichtungen zuzuschauen, werden sie den Übrigen davon erzählen. Die Sache wird sich wie ein Lauffeuer herumsprechen. Lasst durch sie und durch Prasutagos überall publik werden, dass für jeden Legionssoldaten oder Soldaten der Hilfstruppen, der künftig getötet wird, eine ganze, willkürlich ausgewählte Familie mit ihrem Leben dafür büßen muss. Mit den Folterungen der Kundschafter und ihrem Überfall aus dem Hinterhalt haben sie die Sache eindeutig auf die Spitze getrieben. Der Statthalter muss nun dagegenhalten, und zwar so rigoros und so schnell, dass die Stammesangehörigen den Träumern nicht gestatten werden, ihren Krieg fortzuführen.«
Marcus Ostorius runzelte verwirrt die Stirn. »Wird der Krieg von den Träumern geführt? Ich dachte, derjenige mit dem Fuchs-Zeichen sei einer ihrer Sänger.«
»Das ist er auch, obwohl er die Waffen eines Kriegers trug und ich ihn habe kämpfen sehen. Trotzdem, die Sänger und die Träumer sind praktisch eine Einheit, und sie besitzen große Macht. Die Krieger folgen ihrem Kommando, nicht umgekehrt. Die Träumer haben sich jetzt gegen uns verschworen, und sie haben die Krieger hinter sich. Unsere Hoffnung, diesen Krieg zu überleben, beruht auf unserer Bereitschaft, ihnen größeren Schaden zuzufügen, als sie uns zufügen können. Wenn wir das nicht schaffen, sollten wir besser gleich das nächste Schiff zurück nach Rom nehmen.«
»Das sagt sich so leicht.« Marcus Ostorius wandte sich abrupt vom Fenster ab. »Aber Ihr verlangt von den Männern, dass sie kaltblütig und willkürlich Frauen und Kinder töten. Wärt Ihr dazu fähig? Würdet Ihr so etwas tun?«
Valerius blickte Corvus an. »Wenn mein Dekurio es mir befehlen würde. Oder mein Präfekt.«
Marcus Ostorius schloss für einen flüchtigen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, sagte er: »Regulus ist tot. Ihr habt keinen Dekurio mehr. Für ihn und für all die anderen, die gefallen sind, muss dringend Ersatz gefunden werden. Zumindest einige der Beförderungen werden auf der Basis von außergewöhnlicher Tapferkeit und der Fähigkeit zur Führung von Soldaten ausgesprochen werden. Wenn Ihr befördert werden solltet, zum - sagen wir mal - Dekurio der zweiten Schwadron der Thraker, und somit stellvertretender Kommandeur des Flügels wärt, würdet Ihr die Männer dann im Auftrag des Statthalters führen, wie immer sein Befehl auch lauten würde?«
Um Valerius drehte sich plötzlich alles, und seine Welt geriet ins Trudeln. Sein ganzes Erwachsenenleben über - genauer gesagt, den ganzen Teil seines Lebens über, der jetzt zählte - hatte er unter Corvus, dem Präfekten der Quinta Gallorum, gedient. Er war schon lange Angehöriger von Corvus’ Truppe, schon beinahe von dem Tag an, an dem diese ursprünglich aufgestellt worden war. Wenn er auch nur wenige Freunde hatte, so hatte er doch Kameraden, an deren Seite er in Schlachten gekämpft hatte, denen er das Leben gerettet hatte, denen er zutraute, dass sie auch ihm das Leben retten würden - kurzum Kameraden, die er so gründlich kannte, als wären sie seine Brüder. Alle bis auf zwei dieser Männer waren Gallier. Longinus und die Thraker kämpften unter einem römischen Präfekten, der den Befehl erteilt hatte, ein schwangeres Mädchen zu hängen, ein Präfekt, der vor allen Dingen nicht Corvus war.
In Gedanken hörte Valerius sich selbst sagen: Ich dachte, es würde der Entwicklung meiner Karriere förderlich sein. Und Corvus, gesund und munter und mühelos atmend, erwiderte lachend: Das wird es sicherlich, davon bin ich überzeugt. Keiner von ihnen war damals auf den Gedanken gekommen, dass Valerius eines Tages um seiner Karriere willen gezwungen sein würde, den Flügel zu verlassen, der sein Zuhause war, und damit auch den Mann, der an der Spitze dieses Flügels stand. Und keiner von ihnen hatte es gewollt, bis jetzt.
Beinahe erdrückt von der Stille im Raum, hatte Valerius plötzlich das dringende Bedürfnis, sich hinzusetzen.
Vom Bett her sagte Corvus: »Marcus...?«
Der Tribun zog träge eine Braue hoch und erwiderte lächelnd: »Natürlich. Ich bin draußen, wenn du mich brauchst.«
Die Tür schloss sich, und sie waren plötzlich allein miteinander, ein frisch gebackener Dekurio und der Mann, der nun nicht länger sein Präfekt war.
Neben das Bett war eine Sitzbank gestellt worden. Valerius ließ sich darauf nieder, ohne um Erlaubnis zu fragen, sprang dann - als ihm wieder einfiel, dass ihm das nicht zustand - hastig wieder auf und setzte sich auf Corvus’ Nicken hin abermals.
Schweigen erfüllte den Raum. Was sollte er sagen? Ich habe dich sterben sehen, und wenn meine Welt nicht ohnehin schon in Trümmern gelegen hätte, wäre sie in genau jenem Moment zerbrochen. Aber ich bin nicht mehr länger dazu fähig, Zorn oder Schmerz oder Liebe zu empfinden, sondern kann nur noch um ihren Verlust trauern. Das ist der Fluch der Götter, und der eine Gott ist nicht im Stande, diesen Fluch von mir zu nehmen. Kannst du mir verzeihen? Kann es zwischen uns beiden wieder so sein, wie es früher war, auch wenn wir beide wissen, dass ich nichts empfinden kann?
Es hatte keinen Zweck. Es war nicht nur das beklemmende Bewusstsein, dass der Tribun gleich hinter der Tür wartete, das Valerius daran hinderte, das auszusprechen, was ihm auf dem Herzen lag, sondern auch die Erinnerung an die zwanglose, vertrauliche Art der Anrede, die Corvus gegenüber ebenjenem Tribun gebraucht hatte. Sicherlich würde nur sehr wenigen Menschen außerhalb des engsten Familienkreises das Recht gewährt werden, den Sohn des Statthalters beim Vornamen zu nennen.
Schweigend beugte Valerius sich vor und ergriff Corvus’ schlaffe, kraftlose rechte Hand. Dabei fühlte er ein Zittern durch die Finger des Präfekten laufen, ganz so, als ob Corvus versuchte, seine Muskeln anzuspannen und seine Hand zu bewegen. Im Geiste konnte Valerius bereits sehen, wie die Hand mit der Zeit wieder heilen würde. Das zumindest war gut. Nach einer Weile, als er sich wieder besser unter Kontrolle hatte, blickte er an der Hand vorbei in Corvus’ Gesicht. Was früher einmal wie ein offenes Buch für ihn gewesen war, war nun geschlossen, und es stand nicht mehr in seiner Macht, es zu öffnen. »Warum?«, fragte er.
Er meinte nicht die Beförderung, doch für Corvus war es leichter, seine Frage so zu beantworten, als ob die Beförderung gemeint wäre. »Deine Taten auf dem Schlachtfeld sind nicht unbemerkt geblieben«, erklärte er. »Man hat dein Tun beobachtet und dem Statthalter davon berichtet. Sowohl der Angriff auf den Träumer als auch das Holen der Pferde waren unvergleichlich mutige Taten und ein großes Vorbild für alle Soldaten. Zwar können diese Dinge nicht in dem Bericht an den Kaiser erwähnt werden - es darf nichts darin aufgeführt sein, was die Taten des Tribuns noch in den Schatten stellen würde -, aber man kann sie belohnen.« Corvus’ Blick wurde noch konzentrierter. »Ich wusste gar nicht, dass du eine ganze Schar von Pferden allein mit deiner Stimme lenken und beherrschen kannst.«
»Das kann ich auch nicht. Sie sind Krähe gefolgt. Das Einzige, was ich tun musste, war, sie zu der Barriere zu lotsen, und zwar dorthin, wo die meisten Krieger waren und die wenigsten Soldaten, und dann darauf zu vertrauen, dass sie auch wirklich hinüberspringen würden. Die Eceni würden kein reiterloses Pferd töten. Das ist einfach nicht ihre Art.«
»Aber reiterlose Pferde wären im Stande, die Eceni zu töten?«
»Nur wenn sie sich angegriffen fühlen. Das ist Teil ihrer Dressur.«
»Und ein Pferd, das ja nun einmal kein Gewissen hat, wird so agieren, wie man es ihm beigebracht hat. Einen Mann dagegen kostet es sehr viel mehr Mut, das zu tun.« Corvus’ Stimme hatte mittlerweile ihre spröde Schärfe verloren und war rauer, kehliger geworden. Er streckte seine gesunde Linke aus, um Valerius’ Hand zu ergreifen, und fragte leise: »Was hat es dich gekostet?«
Ich wusste, dass du hinter der Barriere warst und dass du sterben würdest. Ich wollte dich stolz auf mich machen, wenigstens dieses eine letzte Mal noch. Der Fluch hat nämlich nicht meinen Stolz zerstört. Oder den deinen. Es war mein Geschenk an dich, und dein schwarzäugiger Tribun hat es mir gestohlen.
Valerius schüttelte den Kopf. »Nichts.« Er ließ die Hand los, die er gehalten hatte, und zog sich zurück. Dort, wo Corvus sich gerade eben erst noch versteckt hatte, dort nahm auch er jetzt Zuflucht. »Warum muss ich zu den Thrakern überwechseln, wenn ich doch die ganzen vergangenen neun Jahre über bei den Galliern gedient habe?«
Der Augenblick der Annäherung war vorbei; die Schärfe in Corvus’ Stimme kehrte wieder zurück und auch die zwischen ihnen stehenden Rangunterschiede. Corvus sagte: »Die zweite Schwadron braucht dringend einen Dekurio. Es ist eine eindeutige Beförderung für dich, ein klarer Beweis dafür, dass deine Taten Aufmerksamkeit erregt und Anerkennung gefunden haben. Du bist ein gutes Vorbild für die anderen. Wenn wir den Winter überleben sollen, dann werden wir Männer brauchen, die Eigeninitiative zeigen, wenn es darauf ankommt, und die eindeutigen Mut beweisen.«
»Regulus ist ebenfalls ums Leben gekommen. Insofern könnte ich doch auch bei den Galliern bleiben.« Dann würde ich weiterhin unter dir dienen. Bitte lass mich bleiben, ja?
»Nein. Deine Versetzung zu den Thrakern ist die beste Lösung. Die endgültige Entscheidung darüber liegt zwar beim Statthalter, aber ich denke doch, er wird auf den Rat des Tribuns hören.«
Und bestimmt erst recht auf den des Präfekten, dem sein Sohn so überaus kühn und heldenhaft das Leben gerettet hat.
Valerius hätte dies laut sagen können, doch so groß war sein Mut nun auch wieder nicht, und schließlich wollte er nicht ausgepeitscht und zum einfachen Soldaten degradiert werden, nur um des Gefühls willen, das letzte Wort behalten zu haben. »Ich gehe jetzt besser wieder«, sagte er. »Der Tribun wartet draußen, und er sollte nicht länger dort im Gang stehen müssen als unbedingt nötig. Ich wünsche dir alles Gute und eine rasche Genesung.«
Er war schon an der Tür, als Corvus sprach. »Valerius?«
»Ja?« Er fuhr zu schnell herum. Noch war die Hoffnung in ihm nicht gänzlich erloschen.
»Longinus Sdapeze wird zum Duplikarius der zweiten Schwadron befördert werden und damit direkt unter dir dienen. Theophilus schwört, dass er bis zum Ende des Winters so weit wiederhergestellt ist, dass er wieder reiten kann. Er ist ein guter Mann. Wenn ihr beide aufeinander aufpasst, könnten wir vielleicht alle noch lebend aus dieser Sache rauskommen.«