KAPITEL 17
Das Schluchzen traf Xylos unvorbereitet und mit voller Wucht. Der Laut eines verletzten Tieres, welches seinen nahenden Tod spürte, hätte nicht erschütternder klingen können.Der Vampir war bei Melanie, die in der hintersten Ecke des Raumes saß, noch bevor sie das Öffnen der Tür registriert hatte. Doch die fötale Haltung, in der sie sich zusammengekauert hatte, erinnerte ihn an seine Frau und ließ ihn zögern. Bilder aus seiner Vergangenheit stiegen aus seinem Unterbewusstsein nach oben, bohrten sich in die Realität und erinnerten ihn daran, welch gute Schauspielerin Helena stets gewesen war, und wie gut sie ihn mit ihren Tränen hatte manipulieren können.
„Du bist wieder da?!“ Immer noch konnte er Melanies Gesichtsausdruck nicht erkennen, hörte nur ihren ungläubigen Tonfall, bevor sie sich nach vorne warf und sich an ihm festklammerte, als wäre er das einzig Reale in dieser Welt.
Unsicher, ob es nicht besser wäre, sie in Ruhe schmollen zu lassen, legte er einen Arm um sie. Das Zittern, welches ihren ganzen Körper schüttelte, rührte an seiner Überzeugung und hielt ihm eine andere Möglichkeit vor Augen. Es könnte Wahrheit sein. Er zog sie fester in seine Umarmung, und sie schmiegte sich enger an ihn, presste ihr Gesicht an seine Schultern.
Der kurze Blick, den er dabei auf ihr Gesicht erhaschen konnte, zeigte ihm, dass sie tatsächlich weinte. Ohne jede Schönheit und ohne jede absichtliche Manipulation. Anders als Helena sah sie dabei nicht hübsch, hilflos und gewollt verletzlich aus, sondern verzweifelt. Ihre Nase war rot, ihre Augen geschwollen, und die Tränenspur schien zwei Rinnsaale in ihre Haut gegraben zu haben. Sie sah aus wie ein halb ertrunkenes Kätzchen, welches im letzten Moment gerettet worden war. Bedauernswert.
Xylos sah sich selbst, wie er dasaß, und versuchte emotionale Distanz zu wahren. Wenn die anderen dich so sehen würden, wie du eines deiner Opfer tröstest, würden sie lachen. Xylos, der mächtige Womanizer, empfindet Mitleid. Er konnte ihre Spötteleien jetzt schon in seinen Ohren hören.
Doch da war es: Mitleid. Er drehte und wendete das Wort und die damit verbundene Emotion in Gedanken hin und her. Sie schmeckte bittersüß und fühlte sich herrlich herb an. Wahr und ehrlich.
„Sie kommen nie wieder, nie wieder …“, Melanies stammelnde Stimme erstickte in ihren Tränen.
„Wer kommt nie wieder?“ Xylos strich ihr tröstend über die Haare. Eine Geste aus uralten Tagen.
Melanie reagierte nicht. Weder auf seine Frage, noch auf seine Geste. Er verschob die Frage auf später. Würde sie auf jeden Fall und unter allen Umständen im Gedächtnis behalten.
„Nie … nur Sofia …“, Melanie versteifte sich in seinen Armen. „Sofia!“ Ein tränenzerrissener Schrei.
Bei ihrem animalischen Klagelaut griff Angst auf eiskalten Klauen nach Xylos. Suizidgefährdet! Er hatte sie allein gelassen. Aber sie hat nicht lebensmüde gewirkt, als du gegangen bist! Sie hat sogar selber gesagt, dass sie leben will!
Langsam löste er seine Arme und schob sich aus der Umklammerung, um ihr Gesicht anzuheben und sie anzusehen. Innerlich verfluchte er sich, weil er bei ihrer Jennifer Schreiner Honigblut Umwandlung in einen Vampir nicht den Mut aufgebracht hatte, ihren Geisteszustand zu überprüfen – oder ihre Vergangenheit.
Sie war nicht hysterisch, sie war zerschmettert!
Bar jeglichen Selbstwertgefühls, voller Angst und Panik. Er hatte noch nie jemanden gesehen, der so vollständig zerstört war, so voller Angst. Elementar, als ginge ein Verlust direkt durch ihre Seele und verzehrte ihre Persönlichkeit.
Melanie starrte Xylos ungläubig an, konnte nicht fassen, dass er wirklich bei ihr war. Wie in Trance sah sie, wie sich ihr rechter Arm hob, und sie die Hand nach ihm ausstreckte. Vorsichtig legte sie ihre Finger an seine Wange. Doch er war real.
„Du bist wirklich wieder da.“ Melanie ließ ihre Hand sinken.
„Wo sollte ich sonst sein?“ Xylos gab sich Mühe, ruhig und gefasst zu klingen, obwohl ein Kloß in seinem Hals saß, und er kaum sprechen konnte.
„Du bist einfach gegangen …!“ Ihre Worte kamen ohne Betonung, und doch meinte er die Anklage in ihnen zu hören, die erst in ihrem nächsten Satz kam: „Du hast mich zurückgelassen!“
Sie sah ihn direkt an, und die Anklage und die Wut waren unmissverständlich.
Also doch Absicht – nur besser gespielt! Melanie hatte nur nicht in seinem Versteck bleiben wollen, nicht allein, und hatte ihm auch nicht geglaubt, dass es zu ihrer Sicherheit war, obwohl sie die Wahrheit in seinen Worten gespürt hatte.
„Ich habe dir gesagt, es ist zu deiner Sicherheit!“ Er gab sich keine Mühe, seine Ungeduld und seinen Ärger zu verbergen.
„Du hast keinen Ton gesagt, nicht wann du zurückkommst … oder ob überhaupt …. du bist einfach gegangen …“ Melanie fing wieder an zu weinen. Xylos starrte sein Geschöpf an, während sich Erkenntnis als eisiger Kloß in seinem Verstand verdichtete.
„Großer Gott!“, murmelte er. Das habe ich wirklich, oder? Ich bin schuld! Wirklich und wahrhaftig.
Er fasste ihre Schlussfolgerung und ihre Angst zusammen: „Du hast gedacht, ich lasse dich zurück und komme nicht wieder?“
Melanie erwiderte seinen Blick, als könnte sie nicht verstehen, dass jemand zu einer anderen Schlussfolgerung ob der Situation hatte kommen können.
Und tatsächlich konnte Xylos nicht verstehen, wie sie das Schlechteste von ihm hatte annehmen können. Zu gerne wollte er wissen, woher ihre Ängste stammten.
„Was ist los mit dir?“ Er nutzte absichtlich einen barschen Ton, um sie aus der Deckung zu locken und in ihrem Moment der Schwäche zu überrumpeln. Sicher, nur so hinter ihre Abwehr gelangen zu können.
Bei seiner abwertenden Frage zuckte Melanie zusammen, und er sah die Ablehnung in ihren Augen, glaubte sogar erkennen zu können, wie sie ihre Barrikaden um ihre Vergangenheit, den Ursprung ihrer Ängste, wieder errichtete. Er konnte zusehen, wie sich ihre Persönlichkeit langsam um sie verdichtete, als erinnerte sie sich erst jetzt daran, was und wer er war – und was er getan hatte …
„Du hast mich behandelt wie den letzten Dreck!“ Sie entwand sich seinem Griff und staunte über den gnadenlos berechnenden Blick, mit dem Xylos sie taxierte.
„Anscheinend war ich nicht der Einzige!“, versuchte er abermals sie aus der Deckung zu locken. Die Ohrfeige traf ihn, bevor er sie abwehren konnte.
Melanie starrte ihn perplex an. Selber zu überrascht von ihrem Schlag und der Wut, die er entfacht hatte. Innerlich wappnete sie sich für einen Gegenangriff. Jennifer Schreiner Honigblut
Der kam anders als erwartet. „Aua!“, Xylos rieb sich die Wange und meinte gespielt jämmerlich: „Bei Sofia hätte die Provokation sicher funktioniert!“ Er senkte den Kopf in einer demütigen Geste und sah sie durch seine dichten Wimpern heraus an. Der Humor in seinen Augen ließ etwas von dem jungen Mann durchblitzen, der er einmal gewesen sein musste. Gut aussehend, schalkhaft und charmant.
Melanies Gesichtsausdruck veränderte sich, wurde erst ungläubig, und als sie begriff, dass er sie absichtlich geärgert hatte, schlich sich ein Lächeln auf ihr Antlitz. Dann musste sie lachen. „Ja!“, gab sie zu. „Bei Sofia hätte es ganz sicher funktioniert!“
Erleichterung flutete durch Xylos. Endlich hatte er den Schlüssel zu dieser Frau gefunden. Nicht Macht, Schönheit oder Spiele, nicht Provokation oder Wissen, sondern Humor. Doch es war nicht der schützende Zynismus, den er sonst benutzte, oder Wortspiele und schlagfertiger Witz wie bei Sofia, sondern Selbstironie und entspannter Spaß, entwaffnender Esprit, der Melanie öffnete.
Für Sekunden entglitt Xylos sein Lächeln. Er hatte lange nicht mehr gelacht oder Spaß gehabt. Ob er es überhaupt noch konnte?
Melanie sah den kurzen Anflug Melancholie in Xylos‘ Gesicht. Sofort war ihr schlechtes Gewissen wieder da. Sie stahl seine Zeit und hielt ihn an einem Ort, wo er nicht sein wollte.
Mit sanfter Stimme erlaubte sie ihm eine Alternative, die sie während ihrer Umwandlung in einen Vampir in seiner Erinnerung gelesen hatte: „Du musst nicht bei mir bleiben und dich schuldig fühlen. Geh zu deinen hübschen Frauen, zu den sündhaft attraktiven Schönheiten, die dir sogar Geld bieten, um sich in deiner Aufmerksamkeit zu sonnen.“
Xylos blinzelte, und sein Gesichtsausdruck entglitt ihm endgültig. Anscheinend hatte sein Geschöpf mehr in ihm und seinem Blut gelesen als er in ihrem. Und nutzte nun ihr Wissen – mehr Wissen, als ihm lieb war – um ihn zu manipulieren.
„Ich bin schon bei einer schönen Frau!“ Die Wut war deutlich aus seinen Worten und seinem Ton zu hören.
„Lass das!“, winkte sie ab. „Ich weiß, dass ich nicht schön bin!“ Wahrheit. Ihre Gewissheit durchdrang jede Faser seines Körpers, mäanderte sich durch sein Gehirn, wo sich die Sicherheit um ihre Worte verdichtete, verkrampfte, und dann langsam in alle Richtungen zerfaserte, bis sie verschwunden war.
„Lügnerin!“, stieß er hervor.
Ihr Gegenüber war mit einem Mal so wütend, so aggressiv, dass Melanie schützend eine Hand hob und einen Schritt nach hinten in die Ecke machte.
Nun endlich durchschaute Xylos ihre Taktik. Sie behauptet, schwach und hilflos zu sein, sagt, sie sei nicht hübsch, nicht schön und nicht verführerisch. Verneint ihre Macht. – Nur damit der Mann sich in Sicherheit wiegt und ihr auch noch bestätigt, wie groß ihr Einfluss auf ihn ist. Bis er ihr die Macht gibt, ihn zu vernichten. – Nun, er würde ihr keine Macht geben und ihr auch nicht sagen, wie schön sie ist.
„Du weißt, dass es die Wahrheit ist“, hörte er Melanie sagen, doch ihre Worte drangen nur oberflächlich in sein Bewusstsein. Er wusste nur, dass sie schön war, unglaublich schön, und er sie haben wollte. Mit einer Intensität, die ihn erschreckte und wütend machte. Er spürte, wie ihm die Kontrolle über diese Zweisamkeit entglitt, und er Gefühle für sie empfand - Mitleid, Mitgefühl. Er wollte ihre Vergangenheit Jennifer Schreiner Honigblut durchleuchten, ihr ihre Angst nehmen, ihr Freude schenken und sie zum Lachen bringen, um Teil ihrer Gegenwart und Zukunft zu werden.
All das machte ihn wütend.
Mit seiner Hand in ihrem Nacken hatte Xylos Melanie aus der Ecke gefischt wie ein Kätzchen, bevor sich die Vampirin auf Abwehr einstellen konnte, und schob sie vor sich her, bis er sie vor den großen Spiegel platziert hatte. Mit festem Griff zwang er sie dazu, geradeaus zu sehen.
„Was siehst du?“
„Mich.“
„Sehr geistreich!“, spottete er. „Und? Bist du schön?“
Melanie warf sich einen kurzen Blick zu, nur um zu sehen, ob Xylos etwas anderes sehen konnte als sie in all den Jahren zuvor. „Nein!“ Sie versuchte sich ihm zu entziehen, doch er hielt sie gnadenlos fest.
„Öffne deine Bluse!“
Melanie versuchte den Kopf zu schütteln, doch er hielt sie zu fest. Langsam, um sicher zu gehen, dass sein Geschöpf stehenblieb, löste Xylos den Griff seiner Linken von ihrer Taille und begann einen Knopf nach dem anderen zu öffnen. Ignorierte ihren vorwurfsvollen Blick, der sich an seinen Fingern festgesaugt hatte, und beobachtete ihre Reaktionen im Spiegel.
Schließlich folgte Melanie seinem Blick und sah in den Spiegel. Ihre weiße Bluse klaffte auseinander und entblößte cremige Haut, die vor wollüstiger Sinnlichkeit zu prickeln schien, kleine, feste Brüste mit aufgerichteten, leicht nach oben stehenden Brustwarzen, die der Schwerkraft trotzten, und die sanfte Wölbung ihres Bauches.
Melanie beobachtete, wie sich Xylos Züge veränderten und sich seine Augen vor Verlangen und Leidenschaft verschleierten, und fragte sich nach dem Grund.
„Bist du schön?“ Seine Stimme war Grausamkeit pur.
„Nein!“ Melanie versuchte ihren Blick von dem Spiegelbild abzuwenden, doch es gelang ihr nicht.
Trotz seines Tonfalles waren seine Hände sanft, als er sie über Melanies Taille tanzen ließ, sie unter den Bund des Rockes glitten, bis er ihn schließlich nach unten strich, über ihre Oberschenkel, von denen der Rock abrutschte und nach unten fiel. Xylos hob sie leicht an und schob die Kleidung mit den Füßen weg.
Nun offenbarte ihr Spiegelbild ihren ganzen Körper. Ihre Beine, die sie viel zu dünn und zu lang fand, staksig, die unförmige Hüfte und die hässlichen Knie.
„Du bist schön!“, stellte er fest.
Melanie blickte überrascht von ihren Füßen auf und in sein Gesicht. Doch sie fand dort weder Hohn noch Spott, keine Grausamkeit, nur Anbetung und stille Wut auf sich selbst.
„Nein!“, widersprach sie leise.
Xylos sah sie finster an. Ein düsterer Engel, voller Argwohn und Missbilligung. Er schob sie näher an den Spiegel als könne sie dann etwas sehen, was ihr bisher verborgen blieb.
„Ist Sofia schön?“, erkundigte sich Xylos. Seine Frage klang sanfter.
„Ja!“ Melanies Antwort kam ohne Überlegung.
„Ihr seid Zwillinge!“, erinnerte er sie. Triumph schwang in seinen Worten mit. Jennifer Schreiner Honigblut
„Vielleicht sehe ich mehr als nur die Oberfläche!“, meinte Melanie leise, konnte jedoch die simple Tatsache, die er vor ihr ausgebreitet hatte, nicht leugnen.
Der Druck seiner Hände verstärkte sich um ihr Genick und ihre Taille, tat ihr weh. Sehr. Xylos schien es nicht einmal zu bemerken. Er sah an ihrem Spiegelbild vorbei, als habe ihm ihre Bemerkung den Blick in eine andere Realität ermöglicht.
Schließlich löste der Callboy seinen Griff und hob Melanies Kinn an, indem er sanft mit dem Zeigefinger nachhalf. Sie warf ihm über die Spiegelung hinweg einen zweifelnden Blick zu.
„Ich habe in all den Jahrhunderten gesehen, wie sich das Schönheitsideal verändert hat. Große Brüste, kleine Brüste, breite Hüften, schmale Hüften, rundliche Frauen, dünne Frauen, Dunkelhaarige, Brünette, Rothaarige und Blondinen. Aber sei dir gewiss: Hier und heute bist du schön. Und ich hätte dich in allen Jahrhunderten ebenso begehrt wie jetzt.“
Er ließ seinen hungrigen Blick über ihren Körper gleiten, über den Ansatz ihres Halses, die Schwellungen ihrer Brüste. Melanies Brustwarzen zogen sich unter der eindringlichen Musterung prompt zusammen und reckten sich weiter in die Höhe. Xylos Lippen verzogen sich zu einem leichten, nur allzu wissenden Lächeln, dann setzte er seine genüssliche Musterung ihres Körpers fort, betrachtete ihren straffen Bauch und hielt schließlich bei den hellen Löckchen zwischen ihren Schenkeln inne.
Die sinnliche Hitze seines Blickes ließ einen Schauder der Erregung über Melanies Körper huschen. Und beinahe kam sie sich genauso schön vor, wie es sein Blick behauptete. Wahrscheinlich hat sich das Leben nur eine weitere Grausamkeit für dich ausgedacht.
„Zweifele nie daran, dass ich zu dir zurückkehren werde!“ Xylos hasste sich für diese anbetungsvoll geäußerten Worte. – Und sie ebenfalls.
Melanie lächelte spöttisch, als sie sich an ihre Vision erinnerte. Die Motten und das heiße Licht. „Das sagst du allen Frauen auf die ein oder andere Art und Weise, oder?“
Die Wut kehrte mit unvermittelter Macht zurück, als sie ihren Zweifel äußerte. Ich bin nicht derjenige der log und betrog! – Ich habe nie einer Frau falsche Hoffnungen gemacht.
„Sie haben gehofft und geträumt, aber du bist nie zurückgekommen. Wieso also sollte ich anders sein, als all die anderen Frauen, die du gehabt hast? Wieso solltest du bei mir anders handeln?“
„Du bist nicht anders als sie!“, zischte Xylos verletzend und lachte abfällig. „Im Gegenteil: Du bist einer der vielen weiblichen Prototypen, und wenn du hoffst und träumst wie die anderen, ist das nicht meine Schuld. Gelogen habe ich nie!“
Für Sekunden sah er Tränen in Melanies Augen aufblitzen, bereute seine harten Worte und war versucht, sie zurückzunehmen. Doch dann schloss die Vampirin ihre Lieder, schloss ihn von dem kurzen Einblick in ihre Gefühle aus und katapultierte den Callboy zurück in seine Realität, in der Frauen Heuchlerinnen waren.
Xylos Mund verzog sich zu einem Lächeln, welches Melanie das Fürchten gelehrt hätte, wenn sie ihre Augen nicht vor ihm verschlossen hätte. So konnte sie nicht sehen, dass er den kleinen Tisch holte und hinter sie stellte.
„Ich komme zurück!“, flüsterte Xylos an ihrem Ohr. Die einzige Entschuldigung, die er ihr bot. Sie schien sich damit zufriedenzugeben, nickte nur stumm und sah zu Boden. Jennifer Schreiner Honigblut Als er sie hochhob und auf den Tisch setzte, sträubte sie sich nicht, sondern sah ihn nur verständnislos an, bis er hinter sie trat.
Erst als sie begriff, welchen Anblick sie im Spiegel bot, versuchte sie fortzurutschen.
„Scht!“ Xylos hielt sie fest, bis sie ihre Gegenwehr einstellte, und er sie wieder loslassen konnte.
Melanie saß nun auf höchst reizvolle Weise vor ihm ausgebreitet auf dem Tisch, die Beine leicht gespreizt, während er sich seinen nächsten Schritt überlegte. Er hatte es nicht eilig zu beginnen, zu gut wusste er, was ihre augenblickliche Position – ihr nackter Körper seinen begehrlichen Blicken preisgegeben – bei der verführerischen Vampirin bewirkte. Denn trotz ihrer Einstellung zu ihrer Optik und zu ihrem Körper konnte sie seine Emotionen deuten, sein Verlangen nach ihr, wusste, wie sehr ihr Anblick ihn erregte – und das erregte sie.
Langsam ließ er seine Hände von ihren Handgelenken und ihrer Taille über ihren Körper gleiten und freute sich, weil sie zusah, wie seine Finger auf ihrer Haut tanzten.
Melanie wurde heiß und kalt zugleich, als sie sah, wie er sie berührte. Die Anspannung in seinem Körper war ihr nicht entgangen, ebenso wenig wie die Konzentration und die Leidenschaft in seinem Gesicht – und die vollkommene Hingabe.
Die erotische Spannung zwischen ihnen, das Zuschauen im Spiegel war interessanter und verführerischer, als sie es für möglich gehalten hatte. Beinahe konnte sie zusehen, wie sie sich unter seinen kundigen Händen tatsächlich in eine Schönheit verwandelte. Mit jedem Prickeln ihres Körpers und jedem Druck seiner Hände schmolz sie mehr dahin, fühlte, wie sich die sinnliche Hitze zwischen ihnen verwob.
Xylos hob Melanies Arme, streckte sie und nutzte den antiken Kronleuchter über ihnen als Fesselhaken für ein Seidenband, mit dem er ihre Gelenke umschlang und sie in dieser sitzenden Position fixierte. Dann schob er die Vampirin bis zur Kante des kleinen Tisches nach vorne und drückte mit jedem Zentimeter, den er sie schob, ihre Schenkel weiter auseinander.
Sie war offen für ihn.
Und er konnte ihr Verlangen erkennen, ihre Geilheit wittern. Reine, unverfälschte Gier, die sie in ihrer Unschuld nicht einmal durchschaute.
Der Vampircallboy beobachtete das Gesicht seines Geschöpfes, während er mit hauchzarten Berührungen über die seidige, zarte Haut ihrer Schenkel strich. Ihre Pupillen wurden größer. Langsam ließ er seine Hände nach oben wandern, bis er schließlich mit den Fingerspitzen ihren Bauch liebkoste. Dann erst wagten sich seine Finger ganz langsam tiefer, erst über den einen, dann über den anderen Schenkel und langsam wieder nach oben bis zu den seidigen Locken zwischen ihren Schenkeln.
Melanie sog scharf den Atem ein, als er ihr Geschlecht entblößte und sie so hielt, dass sie zusehen musste, wie er sie – selber immer noch vollständig bekleidet – dort berührte. Sie versuchte ihre Augen vor dem Anblick zu verschließen, den sie bot. Versuchte sich einzureden, dass es falsch war, unsittlich und peinlich, doch es erregte sie, zuzusehen.
Xylos konnte den Schauer spüren, der ihren Körper durchlief, wusste im selben Moment, dass die Wirkung des Spiegelbildes an ihr nicht verschwendet war, sondern ein Aphrodisiakum, welches Erwartung, Erregung und heißes Glück versprach. Er schob die weichen Falten ihrer Schamlippen auseinander und berührte Melanie an ihrer intimsten Stelle. Sie war bereits heiß, pulsierte und wurde unter seiner Liebkosung Jennifer Schreiner Honigblut feucht. Er fand die kleine, verborgene Knospe und umkreiste sie mit seinem feuchten Finger.
Melanie wollte nachgeben, wollte sich hinlegen und den Callboy gewähren lassen, doch die Fesseln hielten sie, zwangen sie, sitzen zu bleiben und dem Schauspiel zuzusehen, das er für sie inszeniert hatte. Sie war ihm und seinen Berührungen ausgeliefert, und er streichelte, liebkoste und tastete dann ganz vorsichtig mit seinem Finger weiter.
Xylos fand den Eingang, ignorierte die plötzliche Anspannung in Melanies Körper und schob einen Finger in sie hinein. Und obwohl sie erschrocken aufkeuchte, drang sein Finger langsam tiefer.
Er fühlte, wie ihr Körper bebte. Vorsichtig strich er an den Grenzen ihrer heißen Enge entlang, drückte und drängte, bis Melanie keuchte und ihre Vagina sich weitete. Erst dann ließ er einen zweiten Finger folgen.
Nun war sie feucht, so feucht, dass er sich konzentrieren musste, um nicht die Kontrolle über seine Selbstbeherrschung zu verlieren. Dieses Mädchen stellte etwas mit seinem Denken und seiner Lust an, was ihn wieder zu einem geistlosen, triebgesteuerten Jüngling machte.
Er ließ die zwei Finger aus ihr gleiten, verteilte die lustvolle Nässe weiter, schob die Feuchtigkeit tiefer zwischen ihre Schenkel und ergötzte sich an ihrem Stöhnen.
Er hob sie leicht an und veränderte ihre Position. Mit langsamem Druck umkreiste er ihren Anus, lockte und nutzte seine zweite Hand, um sich ihrer Klitoris zu widmen und um mit ihrem Eingang zu spielen.
Nach und nach verstärkte er den Druck an ihrem Schließmuskel, erfreute sich an seiner Weichheit und der Nachgiebigkeit, mit der er dort begrüßt wurde. Fragend verharrte er. Melanies Seufzen war Antwort genug. Während er mit dem Daumen in ihre Vagina drang, verstärkte er den Druck, bis sich ihr Anus öffnete und seinen Finger langsam fest und eng umschloss.
Melanie konnte nicht mehr denken und sich nicht vorstellen, wie sie so lange ohne ihn überlebt hatte – und ohne ihn weiterleben sollte. Er brachte ihren Körper zum Brennen. Die Flammen hatten tief in ihrem Inneren begonnen und breiteten sich jetzt bis in ihre Glieder aus, wobei sie an Intensität gewannen und immer heißer wurden. Ihre Nerven waren zum Zerreißen angespannt und erhitzt, so sehr erwartete sie sein nächstes, tiefes Eindringen in ihren Körper. Sie würde verbrennen, wenn es nicht kam.
Xylos war sich ihres Zustandes bewusst. Er ließ einen zweiten Finger seinem Daumen folgen, dehnte und weitete sie, während er seinen anderen Finger langsam aus ihrem Anus herauszog und wieder zurückgleiten ließ. Die Vampirin wand sich, ihr Körper jedoch nahm seinen Finger sofort auf. Der Callboy drang noch tiefer in sie ein, ihr leises Aufkeuchen war Musik in seinen Ohren.
Melanie konnte es nicht begreifen. Sie konnte nicht einmal an das denken, was er tat – was sie ihm erlaubte. Bisher hatte sie keine Ahnung gehabt, dass körperliche Intimität so erschreckend intensiv sein konnte. So erregend und verheerend zugleich.
Als Xylos einen zweiten, dickeren Finger benutzte, um sie anal auszufüllen, schrie sie vor Lust auf, konnte nicht fassen, was ihr Körper ihr sagte. Das es nicht nur anatomisch möglich war, sondern auch noch schön, unglaublich schön. Jennifer Schreiner Honigblut
Seine Finger sponnen ein Netz aus Erregung und Verlangen zwischen ihrer Klitoris, ihrer Vagina und ihrem Anus, die Empfindungen verbanden sich, lösten sich wieder und woben ihren Tanz in ihrem Körper weiter, bis sie glaubte, den Verstand zu verlieren.
Seine Finger in ihrem Körper verschwinden zu sehen, die Leidenschaft in seinem Gesicht und die verhaltene Gier in seinen Augen, war mehr, als sie ertragen konnte, und sie war dankbar, als er von ihr abließ, um den Tisch trat, seine Hose öffnete und die störenden Kleidungsstücke ein Stück nach unten bugsierte.
Xylos wusste, dass sie sich ihm nicht entziehen, ihm keinen Wunsch verweigern würde, und doch liebkoste er ihren analen Eingang mit den Fingern in einem langsamen, stetigen Rhythmus, bis sie seinen Blick suchte und stumm nickte.
Den Ausdruck auf Melanies Gesicht würde er in seinem ganzen Leben – Untot – nicht vergessen. Ihre Augen weiteten sich, als er seinen Penis an ihren Anus führte, während er sie gleichzeitig klitoral stimulierte. Der Druck, den er nutzte, war leicht, um sie nicht zu überrumpeln oder zu verletzten. Doch ihr Anusmuskel war weich und herrlich nachgiebig. Vorsichtig erhöhte Xylos den Druck, ließ einen Finger in ihre Vagina gleiten.
Zu keiner Zeit unterbrach Melanie den Blickkontakt, sah den Vampir an, während er langsam anal in sie eindrang und langsam immer weiter vorstieß und dehnte.
Sie war eng, aber zu seiner Erleichterung verspannte sie sich nicht. Und so hörte er nicht auf, fühlte, wie ihr unerfahrener Körper sich um ihn bog und drang stetig weiter vor, füllte sie aus, bis sie ihn ganz in sich aufgenommen hatte, und er in ihrer süßen Hitze begraben war. Heiß umschloss sie ihn, so eng, dass er glaubte, den Verstand zu verlieren.
Xylos küsste die Vampirin, und es gelang ihm nur mit Mühe sich zurückzuhalten, den wilden Drang zu zügeln, sie zu besitzen, dass herrliche Gefäß ihres Körpers vollständig in Beschlag zu nehmen und sie wieder und wieder mit seinem Fleisch zu füllen.
Melanie umschloss ihn mit ihren Beinen, hob ihre Hüften, um ihm näher zu sein, und erlaubte ihm einen langsamen Rhythmus. Doch erst als Xylos merkte, wie leicht sie sich anpasste und wie geschmeidig sie ihn aufnahm, herrlicher und kostbarer als alles, was er seit seinem Tod und seiner vampirischen Wiedergeburt erlebt hatte, begann er sie zu stoßen.
Melanie fühlte den Druck seines Penis‘ und seiner Finger in ihrem Inneren, die Fülle, die ihr unbekannt war ganz besonders, weil sie sich noch nie zuvor leer gefühlt hatte. Aber jetzt liebte er sie so sanft, so tief und mühelos, dass sie begriff, wie sehr er ihr fehlen würde, wenn er sie verließ. Sie – und ihren Körper. Doch es war nicht reine Körperlichkeit, die sie vermissen würde, es war die Hitze zwischen ihnen, eine Hitze, die sie schwindelig machte vor Glück.
Ihre Haut selbst schien sich mit kinetischer Energie aufzuladen, dort wo er sie berührte. Sie nahm seine Zärtlichkeiten auf wie ein Schwamm. In der Hoffnung, von den gespeicherten Erinnerungen zehren zu können, wenn er eines Tages – sie war sich sicher, der Tag würde rasch kommen – nicht zu ihr zurückkam.
Vorbei waren die Momente, während denen er die Kontrolle gehabt und sich an ihrer Gier erfreut hatte, zerstoben unter dem Druck des Verlangens nach ihr. Ein Verlangen, das so ursprünglich war, so primitiv und mächtig, dass es ihn erschütterte und alles ins Lächerliche zog, was er je für Helena empfunden hatte. Jennifer Schreiner Honigblut
Er drang in Melanie ein, wieder und wieder, hörte ihr einnehmendes Seufzen, verlockend wie ihre Vereinigung; erquickte sich an den Antworten, die ihr Körper ihm gab, an ihrer alles verzehrenden Willigkeit, bis seine Welt nur noch aus ihr bestand, aus dem Versprechen, welches ihr Körper ihm wieder und wieder gab.
Das Lustfeuerwerk explodierte in all seinen Sinnen, verbrannte seinen Körper und seinen Geist in einem farbenfrohen Kaleidoskop aus Gerüchen, Berührungen, Versinken, Nehmen und Geben, während ihre ekstatischen Schreie die Erinnerungen an Liebesspiele mit Helena auslöschten. Jennifer Schreiner Honigblut