Integration für Neu-Neu-Bundesländler
Sie wissen nicht, warum sich in der ehemals volkseigenen Kantine keiner neben Sie setzt? Sie halten das für Mobbing und leiden unter Heimweh nach Düsseldorf? Lassen Sie sich helfen! Ein Schnellkurs.
Wer in Leipzig einen Integrationskurs besuchen will, so belehrt mich der zuständige Referatsleiter Stojan G., muss erst seine Berechtigung dafür nachweisen. »Da Sie aber als gebürtiger Leipziger und Journalist sicher über ›ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen‹ – so der Terminus technicus – sehe ich für Sie persönlich schlechte Chancen.« Es war ein Missverständnis, trotz beidseitig »ausreichender Sprachkenntnisse«, denn eigentlich dachte ich bei der Frage nach dem nächsten Lehrgang eher an meinen zweitbesten Freund Ludger aus dem Münsterland. Ich wusste auch nicht, dass es in diesen Kursen offenbar nur um Grammatik und Vokabeln geht, nicht um Landeskunde oder andere Bedürfnisse innerdeutscher Migranten. Dabei leiden auch diese Menschen oft unter Isolation und entsprechenden Verhaltensauffälligkeiten. Also bitte – wegen der großen Nachfrage in den westdeutschen Parallelgesellschaften ostdeutscher Städte und Gemeinden – heute ein Schnellkurs für unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger (Aufbau-Tagesseminare schon ab 4.999,- Euro p.W.):