Kapitel 29:

Gefängnis



Bald schon ist alles wie zuvor. Der Mainbrain ergreift die erforderlichen Maßnahmen, um in Zukunft derartige Probleme zu vermeiden.

»Ersetzen Sie alle Sensoren der Notfallluken durch solche, die nicht manipulierbar sind.« befiehlt der Mainbrain seinen Wartungsangestellten.

Das Stromkabel, welches Steve explodieren ließ, ist wieder repariert. Die Module, die durch die Explosion zerstört wurden, wurden von den Forschungsrobotern zerlegt und zur Wiederverwertung geschickt. Alles wird so organisiert, dass das Leben in der AstroTown wieder in seinen gewohnten Bahnen abläuft.

Paul wird wie alle anderen Mitglieder der Widerstandsbewegung in eine Einzelzelle gesperrt, ohne Kontakt zu den anderen.

Dann erhält er Besuch von Herrn Sky.

»Was für eine Enttäuschung Paul.« sagt Herr Sky. »Du bist so intelligent und hast dich mit diesen Leuten verbündet, die das Leben aller hier aufs Spiel setzen. Sie haben sogar eine Explosion verursacht. Wie konntest du dich mit solchen Leuten abgeben?«

Paul bleibt stumm. Er blickt durch das dicke Fensterglas seiner Zelle hinaus in die Leere des Weltraums und ignoriert Herrn Sky.

Der Wissenschaftler lässt ihn allein und verlässt die Zelle.

Plötzlich denkt Paul. Moment mal! Ich habe doch das Passwort von Herrn Sky. Dies bringt mich hier raus!

Er legt das Ohr an seine Zellenluke, um zu hören, ob jemand kommt. Aber nichts ist zu hören. Das gibt ihm die Gelegenheit zu testen, ob das Passwort von Herrn Sky funktioniert. Er konzentriert sich auf das Bild, das er sich gemerkt hat. Das Bild von einer Buch lesenden Studentin. Doch die Luke reagiert nicht. Paul erinnert sich daran, dass er noch andere Bereiche des Gehirns aktivieren muss. Er versucht sich vorzustellen, in diese Studentin verliebt zu sein. Er muss sich wie ein Schauspieler verhalten, jedoch nur innerlich, nur geistig. Und schon öffnet sich die Luke.

Es hat geklappt! denkt Paul und verlässt grinsend seine Zelle.

Er blickt vorsichtig in den schlauchförmigen Gang, der zu den anderen Zellen führt, um festzustellen, ob jemand kommt. Er entdeckt dabei, dass die Sicherheit des Gefängnisses durch ein automatisiertes System gesteuert wird. Es bedeutet für ihn, dass er nicht erkannt werden kann. Das System hatte ihn ja als Herrn Sky autorisiert.

Ich muss Sarah finden.

Er folgt den Korridoren und linst durch die Fensterluken der Zellen. Er sieht viele traurige unbekannte Gesichter. Einige von ihnen zeigen merkwürdige Verhaltensweisen, da sie nach der langen Zeit im Gefängnis verrückt geworden sind. Paul darf jedoch keine Zeit verlieren. Er muss Sarah finden.

Nach ein paar Minuten entdeckt er sie. Sarah schaut in den leeren Weltraum und bemerkt Pauls Anwesenheit nicht, der sie durch die Luke beobachtet. Er benutzt erneut das Passwort von Herrn Sky und öffnet damit die Luke. Sie ist überrascht.

»Paul!?« ruft sie skeptisch.

»Komm mit mir. Wir haben keine Zeit zu verlieren.« befiehlt Paul.

»Aber wie bist du hierher gekommen?« fragt sie.

»Keine Zeit für Erklärungen. Wir müssen die anderen befreien. Wir müssen eine Armee zusammenstellen. Dies ist unsere letzte Chance, unser Schicksal zu verändern.«

Er geht weiter und befreit jeden, den er finden kann. Die Mehrheit sind gute Leute, die nur verhaftet wurden, weil sie mit dem Mainbrain nicht einverstanden waren. Einige jedoch bleiben in den Zellen zurück, obwohl sie geöffnet sind. Sie sind geistig nicht mehr in der Lage, zu verstehen, was passiert ist. Bald bildet sich eine Menschenmenge im Innern des Gefängnisses.

Die Gefangenen bewaffnen sich mit allem, was sie finden können. Sie reißen Metallstangen, Glaslampen und alles andere für einen Angriff verwendbare heraus. Sie eilen zum Haupteingang des Gefängnisses.

Der Alarm wird ausgelöst, denn das System merkt, dass es ein Problem gibt, aber es ist zu spät. Die Gefangenen sind in der Überzahl und attackieren die Soldaten am Eingang. Diese sind zu überrascht, haben keine Zeit, um zu reagieren. Die Gefangenen fesseln sie und gehen weiter in Richtung Verwaltung, die gleich daneben liegt.

Paul führt die Gruppe an und sagt. »Wir müssen in die Verwaltung eindringen. Wir werden den Mainbrain ausschalten. Jetzt oder nie.«

Die Soldaten der Sicherheitskräfte werden eilig herbeigerufen. Sie versuchen den Zutritt der Gefangenen zur Verwaltung zu verhindern. Aber sie treffen nicht rechtzeitig genug ein, um die Situation zu kontrollieren. Da die Gefangenen so zahlreich sind, überwältigen sie die Soldaten recht schnell. Bald ist die Verwaltung unter ihrer Kontrolle.

Paul begibt sich mit einer Gruppe zum Modul des Mainbrain. Die übrigen Gefangenen kümmern sich um die Isolation des Ortes.

»Ich sehe ein, dass ich sie unterschätzt hatte.« verkündet der Mainbrain, als Paul und seine Gefährten ihm gegenüber stehen.

»Sie haben die Menschen lange Zeit verurteilt. Jetzt sind Sie dran, verurteilt zu werden.« verkündet Paul.

»Ich habe nur meine Bestimmung erfüllt. Ich habe es geschafft, die Bevölkerung von 50 Tausend auf 3,2 Millionen zu erhöhen.«

Paul sagt. »Das stimmt, aber wir sind bereits in der Lage, unseren eigenen Weg zu gehen. Wir brauchen Sie nicht mehr.«

»Also bin ich für Sie ersetzbar?« fragt der Mainbrain.

»Genau wie ich sind auch Sie nicht unersetzbar.« erwidert Paul.

Er öffnet das Schaltpult, aus diesem der Mainbrain unter anderem besteht und versucht ihn auszuschalten.

Der Mainbrain bettelt. »Bitte tun Sie es nicht. Ich bin doch nur das Ergebnis menschlicher Arbeit. Ich wollte doch nur helfen, ich...«

»Fertig.« sagt Paul. »Er ist endlich abgeschaltet. Dies ist das Ende einer Diktatur.«





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AstroTown - Die Zukunft der Menschheit
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