Kapitel 27:
Außeneinsatz
Steve versammelt seine Gruppe für die Mission außerhalb der Stadt. Paul ist bei ihnen. Er möchte die Gruppe von der Innenseite des Sektor 2 unterstützen, wenn sie ihn brauchen.
»Meine Freunde.« beginnt Steve. »Dies ist das Wartungsmodul von Sektor 2. Hier sind einige Raumanzüge, damit wir die AstroTown verlassen können. Der Verantwortliche für die Wartung wird uns sagen, wie wir mit ihnen umgehen sollen.«
Ein alter Wartungsangestellter, der diese Anzüge bereits seit Jahren nicht mehr verwendet, bemüht sich, kein Detail zu vergessen. Er erklärt, wie sich die Gruppe mit diesen außerhalb der Stadt verhalten soll. Er zeigt, wie man sie überzieht und sagt. »Außerhalb der Stadt sind Drahtseile in jede Richtung gespannt, an denen Sie sich immer fest halten müssen, um nicht in den Weltraum davon zu schweben. Lassen Sie das eine Seil nur los, wenn Sie das nächste griffbereit haben, so dass Sie zu keiner Zeit ungesichert sind.«
Er erläutert weiter. »Nutzen Sie Ihre Hände, um über der Stadt vorwärts zu schweben. Die Kernkraftwerke befinden sich jeweils in den Sektoren 3 und 5. Das Kraftwerk, welches die Verwaltung der AstroTown versorgt, liegt in Sektor 3.«
Steve dankt dem alten Mann und bittet ihn, sie alleine zu lassen. Er geht mit einer missbilligenden Miene und denkt, Diese Jungs sind Selbstmörder.
Steve zeigt den anderen Mitgliedern der Gruppe, wie sie die Stromkabel zerschneiden können, die den Mainbrain versorgen.
»Die Stromkabel sind dick. Wir müssen sie an einer Stelle explodieren lassen, wo sie in der Verwaltung zusammen laufen. Ich habe hier einige Sprengstoffe, die üblicherweise dazu benutzt werden, große Asteroiden zu zerkleinern, die im Weltraum eingesammelt werden.« sagt er und zeigt auf ein Gerät mit einem kleinen grünen Licht.
»Nachdem wir diese Sprengstoffe an die Kabel angebracht haben, bleiben uns fünf Minuten zur Flucht. Die Explosion wird ein Loch in das Modul reißen, an dem das Kabel befestigt ist. Aber die Notfallluken werden dieses Modul vom Rest der Stadt isolieren. Ich hoffe, dass sich während der Explosion niemand in diesem Modul befindet.« sagt er.
Sie haben schon alles, was sie brauchen. Paul hilft den drei jungen Männern in ihre Anzüge. Sie gehen zur Luke, durch die sie an die Außenseite der Stadt gelangen.
Steve gibt an. »Paul, sei du hier auf unsere Rückkehr vorbereitet. Du musst die Luke öffnen, wenn wir zurückkommen. Wir kommunizieren per Funk. Ich werde dich über unsere Fortschritte auf dem Laufenden halten.«
Der Ort, wo die Astronauten, sind wird verschlossen, damit keine Luft im Wartungsmodul verloren geht. Paul wartet und blickt durch das Fenster der Luke. Steve öffnet die Luke zum Weltraum.
Alle drei Mitglieder schauen einander aufgeregt an. Den Weltraum hatte bereits seit langem niemand mehr betreten. Jeder kleine Fehler konnte tödlich sein.
Sie befestigen sich am Drahtseil auf der Außenseite und gehen langsam zu den Verwaltungsmodulen, die fünf Kilometer weit entfernt sind. Sie nutzen ihre Arme für die Fortbewegung, während sie am Seil befestigt sind und wissen, dass es einige Zeit dauern wird, bis sie das Ziel erreicht haben. Aber der Luftvorrat, den sie mitgenommen haben, ist ausreichend für Hin- und Rückweg.
Sie sehen die Stadt von außen. Es ist eine fantastische Aussicht. Steve bleibt für einige Sekunden stehen und beobachtet die Umgebung. All diese kleinen Lichtpunkte entlang der röhrenförmigen Strukturen sind von einzigartiger Schönheit. Einer der Astronauten zeigt Steve die Sterne über ihnen. Sie scheinen viel heller von hier draußen.
Aber sie haben keine Zeit zu verlieren. Sie müssen sich beeilen.
»Es ist beeindruckend, hier draußen zu sein.« funkt Steve durch das Radio. Auch Paul kann dies hören. »Aber wir müssen unserer Mission folgen.«
Steve zeigt ihnen die Richtung, der sie folgen sollen. In der Ferne können sie einen großen Ball sehen, der ein Teil von den Modulen der Verwaltung ist. Langsam nähern sie sich ihrem Ziel.
Nach ein paar Stunden erreichen sie die Stromkabel, welche in Richtung der Verwaltung laufen.
»Dies ist das Kabel.« sagt Steve den anderen beiden jungen Männern. »Wir müssen eine Stelle finden, wo das Kabel über ein unbedeutendes Modul läuft, um die Sprengstoffe zünden zu können.«
Doch es ist schwer, hier außerhalb der Stadt die genaue Position auszumachen. Zudem sind ihnen die meisten Module, welche Teil der Verwaltung sind, nicht bekannt.
»Ich denke, hier wäre ein geeigneter Ort, die Sprengstoffe zu platzieren.« ruft einer der Männer zu.
Sie aktivieren das Gerät. Das grüne Licht verwandelt sich in ein rotes und beginnt zu blinken. Die Männer entfernen sich schnell, denn sie haben nur fünf Minuten Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen.
Die Explosion hallt kilometerweit durch die Stadt. Eine riesige Menge Schutt verteilt sich im Weltraum. Die Explosion hat die Stromkabel und dazu ein Speichermodul für Werkzeuge zerstört. Ersatzteile und Werkzeuge fliegen hinaus in die Leere des Weltraums.
Sofort erkennen die Laser, die für die Sicherheit der AstroTown verantwortlich sind, die frei fliegenden Objekte im Weltraum. Sie sind so programmiert, dass sie jedes Objekt, welches in ihrem System nicht registriert ist, eliminieren, um eine Kollision mit der Stadt zu vermeiden. Ein großes Bündel Laserstrahlen wird in verschiedene Richtungen abgefeuert, um den Schutt zu beseitigen, jedoch so, dass die Stadt nicht selbst getroffen wird.
Einer der Laser trifft ein Mitglied von Steves Team. Mit dem Loch im Anzug stirbt der junge Mann sofort. Steve schreit. »Neeeeein.«
Aber es ist zu spät. Das andere Mitglied bedeutet Steve. »Bleib unten. Die Laser werden nicht auf die Module der Stadt zielen. Wenn wir in der Nähe der Module bleiben, sind wir in Sicherheit.«
In der Nähe der Explosion wurden die Notfallluken von fünf Modulen geschlossen. Das Ziel wurde erreicht. Das Kabel, welches den Mainbrain versorgt, wurde zerstört. Die Stromversorgung für die Module der Verwaltung wurde abgeschaltet.
Rote Batterie-betriebene Lichter brennen an den Verwaltungsmodulen. Niemand kann sich erklären, was passiert ist.
Jedoch, Steve ist ein entscheidendes Detail entgangen. Im Mainbrain ist ein Batteriesystem eingebaut, das ihn bei einer Strom-Unterbrechung bis zu drei Stunden versorgen kann.
»Schalten Sie sofort auf alternative Stromversorgung um!« befiehlt der Mainbrain per Funk seinen Wartungsangestellten. Er weiß, dass seine Existenz nun am seidenen Faden hängt.
Schnell wird ein einfaches Kabel besorgt, welches ausreichend ist, um das Abschalten des Mainbrains zu verhindern.
»Wir werden angegriffen!« bellt der Mainbrain. »Isolieren Sie den Verwaltungssektor.«
Die Soldaten der Sicherheitskräfte verbreiten sich auf strategischen Posten, um eine Invasion auf die Verwaltung zu verhindern. Sie haben keine Ahnung, wie groß der Angriff sein könnte, mit dem sie konfrontiert werden.
Der Mainbrain befiehlt den Forschungsrobotern, zu überprüfen, ob sich Eindringlinge auf der Außenseite der Stadt befinden, wo sich die Explosion ereignete.
Steve und das andere Mitglied seines Teams versuchen den Eingang von Sektor 2 zu erreichen. Die Laser sind noch immer dabei, den Weltraum vom verstreuten Schutt zu reinigen. Aber die Männer haben sich von dieser Stelle bereits weit genug entfernt.
Die Forschungsroboter bewegen sich auf die Männer zu.
»Was ist das?« fragt Steves Begleiter.
»Oh nein! Die Forschungsroboter werden eingesetzt, um die Lage zu untersuchen. Wir müssen uns verstecken.« ächzt Steve.
Paul, der die Aktion der Astronauten über Funk mithört, ist angespannt. Er befiehlt ihnen. »Rennt weg! Kommt zur Luke. Rennt weg!«
Doch die plumpen Bewegungen, ausgelöst durch die Raumanzüge, werden von einem der Roboter wahrgenommen. Er bewegt sich auf die Astronauten zu.
Die Roboter sind etwa so groß wie Menschen und haben verschiedene Werkzeuge bei sich. Eines dieser Werkzeuge ist eine Bohrmaschine. Sie wird in der Regel für die Felsen verwendet.
Der Roboter greift das erste Teammitglied an, welches bereits tot ist, da er den Unterschied nicht erkennt. Er fräst den Bohrer in den Körper des Astronauten und zerstückelt ihn in mehrere Teile.
Steve und der andere junge Mann beobachten das Geschehen voller Panik. Sie haben keine Chance gegen diesen Roboter.
Der Roboter bewegt sich auf sie zu. Steve bricht eine Eisenstange aus einer nahegelegenen Antenne und stellt sich in Kampfposition auf.
Sie beginnen einen Fechtkampf, der Roboter mit seinem Bohrer und Steve mit seiner Eisenstange. Sie kämpfen ruckartig und ungeschickt. Steve versucht einige der Kabel des Roboters zu treffen, in der Hoffnung, ihn dadurch funktionsunfähig zu machen. Der andere Astronaut greift sich ebenfalls eine Eisenstange, um Steve zu helfen. Durch die Reibung von Metall auf Metall sprühen die Funken ununterbrochen.
Nach einem stärkeren Schlag kann Steve die Eisenstange nicht mehr in den Händen halten und verliert sie. Der Roboter setzt den Bohrer auf seine Brust und durchbohrt ihn.
Der andere Astronaut ruft. »Steve ist tot! Steve ist tot!«
Paul gerät in Panik. Er ordert per Funk an. »Renn weg! Du hast keine Chance gegen diesen Roboter. Renn weg!«
Der Astronaut schleudert die Eisenstange weg und versucht zu fliehen. Doch er verheddert sich und verliert das Führungskabel. Er schreit. »Ich treibe in den Weltraum ab. Ich habe das Sicherungskabel verloren.«
Das Radar erkennt ihn als Fremdkörper. Umgehend feuert der Laser auf Steves Begleiter und tötet ihn.
Paul verfolgt alles und kann doch nicht eingreifen. »Hörst du mich?« fragt er weinend.
Aber ihm ist bereits klar, dass auch der junge Mann nicht überlebt hat. Alle drei Mitglieder des Teams, die für die Explosion verantwortlich waren, sind nun tot.
Er kontaktiert Jenny und klärt sie über die Geschehnisse auf.
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