Kapitel 14:
Verliebt
Wie vereinbart geht Paul am nächsten Tag in Sarahs Konzert. Das Theater ist voll. Der Auftritt des Orchesters ist sehr gut. Sie spielen ein Musikstücke von Händel und Tschaikowski. Sie spielen auch Kompositionen von Orchester-Mitgliedern, in denen Sarah eine wichtige Rolle mit einem Violinensolo hat. Sie spielt zwei Violinen gleichzeitig, eine mit den Händen und eine mit den Füßen. Paul ist beeindruckt. Das Publikum ist begeistert. Der verdiente Applaus hallt in der Konzertmuschel des Theaters nach.
Nach der Vorstellung findet Paul Sarah in der Garderobe im hinteren Teil des Theaters. »Ich bin wirklich beeindruckt.« sagt er. »Wer bin ich, um deine Leistung zu beurteilen? Du bist eine Expertin.«
Sarah antwortet bescheiden. »Einfach jahrelange Hingabe.«
»Ich bin sicher, dass du eine besondere Leidenschaft dafür hast.«
»Du hast recht. Ich mag, was ich tue. Ich war nicht unglücklich, als ich für den Posten einer Violinistin ausgewählt wurde. Viele Orchester-Mitglieder wollen andere Tätigkeiten ausüben und machen Musik nur aus beruflicher Verpflichtung.« sagt Sarah.
»Meinst du damit, dass die Leute als Musiker ausgewählt wurden? Tun die Leute das nicht freiwillig?« fragt Paul schockiert und zeigt hiermit seinen Status als fremdes Mitglied dieser Gesellschaft. Paul bemerkt, dass er etwas gesagt hat, was er nicht sagen sollte und wird nervös.
Sarah versteht den Kommentar von Paul nicht und entgegnet. »Ja, wie alle anderen Berufe wird auch dieser von der Nachfrage bestimmt. Der Mainbrain trifft oft falsche Entscheidungen bei der Berufsauswahl.«
Paul kann nicht weiter vorspielen, ein normales Mitglied dieser Gesellschaft zu sein. Er entscheidet sich, Sarah die Wahrheit zu sagen. »Sarah, ich muss dir etwas sagen. Mein Name ist nicht Drummond. Ich bin der Paul Driefontein, über den die Leute sprechen.« und während er das sagt, nimmt er seine weiße Perücke ab.
Sarah ist überrascht und nimmt Pauls Hand. »Wie interessant.« sagt sie. »Ist dann alles hier neu für dich?«
Paul sagt. »Ich hoffe, dass du nicht wie einige Leute bist, die mich für das, was ich verkörpere, hassen. Weil ich ein Außenseiter in dieser Gesellschaft bin.«
»Wie könnte ich eine solch süße und nette Person wie dich hassen?« erwidert Sarah. »Jetzt verstehe ich deine tollpatschige Art im Umgang mit unserem Alltag.«
Die beiden lachen zusammen und Paul entscheidet sich, seine Schminke, die ihm das weiße Aussehen verleiht, zu entfernen.
Sarah sagt. »Du hast dich großartig verkleidet. Dein Aussehen würde wirklich überall, wo du hingehst, Aufmerksamkeit erregen.«
Sarah beginnt, Gefühle für Paul zu entwickeln. Er ist wie ein Kind, das verloren in der Mitte dieser seltsamen Realität ist. Sie machen aus, sich regelmäßig zu treffen und Sarah verspricht, all das zu erklären, was Paul wissen will.
Die Tage vergehen. Paul und Sarah treffen sich mit zunehmender Häufigkeit. Dies erregt die Aufmerksamkeit des Labor-Teams, das ihn überwacht. In einer Routine-Sitzung beim Mainbrain sagt Herr Sky. »Er integriert sich mehr und mehr in die Routine der AstroTown. Nachdem er seine Neugierde über das Alltagsleben befriedigen konnte, hat er jetzt sogar eine Freundin.«
Der Mainbrain antwortet. »Es ist wichtig, dass er sich im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten befindet. Aber halten Sie ihn unter Beobachtung. Er braucht eine Routine, damit ihn die Realität hier nicht verrückt macht. Halten Sie diese Frau auch unter Beobachtung. Wir müssen uns über ihre Absichten sicher sein.«
Sarah und Paul treffen sich stets in der Öffentlichkeit und sprechen leise. Sarah erklärt ihm alles über den Alltag der Bewohner in der AstroTown und sie lachen viel über die Unterschiede zum Leben auf der Erde.
Sie werden von einem Agenten des Nachrichtendienstes beobachtet, der Herr Hawk heißt. Er speichert alle möglichen Datensätze über die Freundschaft von Paul und Sarah.
Sarah will Paul in privater Atmosphäre begegnen. Sie will ihn so sehen, wie er ist. Sie hat eine gewisse Bewunderung für dieses farbige Aussehen von Paul, das bei ihren öffentlichen Treffen stets versteckt ist. Paul will sich auch gerne ein Bild davon machen, wie das Zuhause eines normalen Mensches der AstroTown aussieht. Sarah lädt ihn in ihre Wohnung ein.
»Gern.« antwortet Paul. Sie gehen zu Sarahs Wohnung. Ihre Wohnung ist klein, aber gemütlich und sie hat diesen dekorativen Einfluss, wie ihn nur eine Frau erschaffen kann.
»Hier kannst du dich wohlfühlen.« sagt Sarah. Sie hilft Paul dabei, die Schminke zu entfernen und die Klamotten auszuziehen. Seine farbige Haut und seine schwarzen Haare erwecken ihre tiefsten Gefühle. Paul kann sich auch nicht mehr zurückhalten. Ein leidenschaftlicher Kuss passiert schnell. Sie ziehen ihre Klamotten aus, und Paul erfährt, wie sich Sex in der Schwerelosigkeit anfühlt.
Herr Hawk, der das Paar bis zu Sarahs Wohnung verfolgt hat, schickt eine Nachricht an den Mainbrain. »Wir müssen die Kommunikation dieser Frau abhören. Das geht zu weit. Wir müssen die Wahrheit über ihre Absichten herausfinden.«
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