Kapitel 22:
Familie
Jenny treibt sich in der Nähe der Arbeitsstelle ihres Mannes herum. Sie ist gut verkleidet, um auf der Straße nicht erkannt zu werden.
Ihr Mann wurde nach der Protestaktion auf dem Marktplatz vom Geheimdienst verhört, aber er sagte, dass Jenny verschwunden ist. Er behauptete nicht zu wissen, wo sie ist, aber in Wahrheit waren sie immer miteinander in Kontakt. Sie nutzten Kommunikations-Mittel, die nicht verfolgt werden können wie z.B. handschriftliche Notizen, versteckt an Orten, die nur sie beide kennen. Aber er hatte nun schon ein paar Tage keine Nachrichten von ihr.
Sie nähert sich, als er die Arbeitsstelle verlässt.
»Jenny? Wo warst du? Ich habe mir schon Sorgen gemacht!« ruft er.
»Sei vorsichtig. Wir könnten beobachtet werden.« flüstert Jenny.
Sie erzählt ihm kurz von den Plänen des Widerstands.
»Morgen darfst du nicht zur Arbeit gehen. Bleib zu Hause. Wir wohnen bereits in Sektor 2 und müssen uns keine Sorgen machen. Wenn du zur Arbeit gehst, würdest du außerhalb von Sektor 2 isoliert werden.« sagt Jenny.
»Aber seid ihr sicher, dass euer Plan durchführbar ist? Habt ihr bereits über alle Details nachgedacht?« fragt er.
»Steve, der neue Leiter unserer Gruppe, ist ein Mann mit großer Erfahrung, der den Mainbrain schon lange bekämpft. Ich vertraue ihm. Er ist unsere einzige Hoffnung, um diese Situation zu ändern.«
»Und deine Eltern?« entgegnet er. »Sie werden besorgt sein. Sie müssen wissen, was passieren wird.«
»Ich habe darüber nachgedacht. Ich habe Angst, dass sie durchsucht und in Gefahr gebracht werden.« sagt Jenny. »Aber du hast Recht. Sie müssen informiert werden.«
»Bitte besuche meine Eltern. Sie leben nicht in Sektor 2. Sie werden besorgt sein, wenn die Aktion geschieht. Versuch sie zu überzeugen, in unser Haus überzusiedeln. Mit uns zu leben, während die Aktion passiert. Aber sei vorsichtig, dass du nicht verfolgt wirst.« sagt sie.
»In Ordnung. Ich werde vorsichtig sein.« erwidert ihr Ehemann.
Er geht zum Haus von Jennys Eltern.
»Hast du Neuigkeiten von ihr?« fragt ihr Vater.
»Bitte kommt mit mir. Wir müssen an einem neutralen Ort sprechen. Vielleicht nimmt hier jemand unser Gespräch auf.« flüstert er in das Ohr von Jennys Vater.
Sie begeben sich zu einem öffentlichen Ort und dort sprechen über Jennys Pläne.
»Ich verstehe, dass sie uns an ihrer Seite haben will.« sagt Jennys Vater. »Aber das kann Misstrauen wecken. Ich möchte ihre Pläne nicht vereiteln. Es ist besser, dass wir in unserem Haus bleiben, während all dies geschieht.«
Jennys Mann versteht diese Haltung und geht.
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