Kapitel 12:

Sarah



Paul bekommt nichts von der Protestaktion mit. Er sieht sich so viele Einrichtungen an, wie er kann: Die Landwirtschafts-Module, mit ihren riesigen Roboter-Plantagen; die Schulen und Universitäten, an denen sich die jungen Leute für die Berufe ausbilden lassen, die benötigt werden; die Fabrik, in welcher die Meteoriten aus dem Weltraum in Rohstoffe für den Ausbau der AstroTown konvertiert werden. Paul ist von allem sehr beeindruckt.

Er spricht mit den Leuten, aber gibt sich nicht zu erkennen. Er benutzt falsche Namen, verhält sich so, als ob er ein Passant wie jeder andere wäre. Er besucht dann das Erden-Museum. In diesem werden mehrere Szenarien und Filme über das Leben auf dem Planeten Erde gezeigt. Die Tiere, die Geographie, alles in 3D. Es befindet sich in einem Teil der Stadt, in dem es ein großes Drehmodul gibt, um durch die Zentrifugalkraft die Schwerkraft der Erde zu simulieren. Es ist ein Ort, an dem die Leute der AstroTown erleben können, auf eigenen Füßen zu gehen. Etwas, das die meisten von ihnen nicht tun können.

Paul sieht sich eine Präsentation über die globale Erwärmung an und bemerkt, dass neben ihm eine Frau ist. Trotz ihres Albino-Aussehens ist sie sehr hübsch.

Um ein Gespräch zu beginnen, sagt er. »Die Menschheit ist eigentlich inkonsequent. Findest du auch?«

Sie sagt. »Manchmal ist es schwer zu glauben, dass all dies geschah. Tatsache ist, dass Menschen nicht mit ihrer eigenen Realität zufrieden sind und alles rund um sich verändern wollen.«

Paul ist von der Tiefe ihres Kommentars beeindruckt. »Vielleicht, aber diese Ereignisse sind wirklich passiert. Wie würde sich sonst unser gegenwärtiges Leben erklären? Was ist unser Ursprung?«

»Ich weiß, dass diese Ereignisse, die hier gezeigt werden, wirklich passiert sind. Und wir müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Dies war sicherlich eine Zeit, wo man das Leben genossen hat, ohne an morgen zu denken. Gelebt wie in einem Traum. Aber das ist sehr weit von unserer heutigen Realität entfernt.«

Paul fühlt sich versucht zu sagen, dass er in dieser Zeit selbst gelebt hat. Aber er hält sich zurück.

»Ich glaube, dass du eine Menge über die Realität der Menschheit von heute nachgedacht hast.« sagt Paul. »Es gibt nicht viele Leute hier, die das tun.«

Die Frau antwortet. »Zum Glück habe ich noch die Freiheit zu denken. Ich hoffe, dass mir diese Freiheit in der Zukunft nicht genommen wird. Hast du schon von dem neuen Stück von Mister K gehört? Es ist eine Oper, die die Geschichte eines Paares erzählt, welchen die Zulassung, ein Kind zu bekommen, verwehrt wird. Die Premiere ist um 16 Uhr.«

»Ich würde gerne hingehen, aber habe im Moment keine Begleitung. Würdest du mich begleiten?« fragt Paul.

»Wieso nicht? Es ist gut mit jemanden in Gesellschaft zu sein, der über die Ereignisse nachdenkt. Wie heißt du?« fragt sie.

»Paul Drie... Drummond. Und du?«

»Sarah Stump. Freut mich dich kennenzulernen.«

Sie unterhalten sich lange, bis das Stück beginnt.

Paul versucht sich zu benehmen, als ob er mit dem Rhythmus des Lebens in der Schwerelosigkeit vertraut wäre. Sarah findet Paul lustig und ignoriert die tollpatschige Art und Weise, wie er sich in dieser Situation verhält.

Während der Oper beobachtet Paul, wie sich Tanz und Theater in einer Umgebung ohne Schwerkraft entwickelt haben. Die Paare tanzen eine Choreographie, in der die Tänzer wie ein Kaleidoskop wirken.

Alle singen, tanzen und kreieren dabei symmetrische Figuren schwebend im Raum. Sie nutzen alle Möglichkeiten der schwerelosen Bewegung. Ultra-futuristische Ballerinas drehen sich zusammen in der Luft und Paul erinnert sich an Gruppen von Vögeln, die er in seiner Kindheit auf der Erde am Himmel sah.

Die Licht- und Raucheffekte schaffen eine wolkenähnliche Atmosphäre, die sich auf das Paradies im Buch Genesis beziehen. Das arme Paar in dem Stück wird dann wegen ihres unverantwortlichen Lebensstils aus dem Paradies, das in dem Fall die Erde ist, verbannt und muss im Weltraum leben. Und als Strafe für ihre Sünden dürfen sie keine Kinder mehr gebären.

Paul ist von den Veränderungen und den Bezügen auf die Erzählungen der Antike beeindruckt.

Nachdem sie das Stück gesehen haben, sagt Sarah außerhalb des Theaters. »Ich habe deine Begleitung wirklich genossen. Du bist nicht wie die anderen. Können wir uns wiedersehen?«

»Natürlich.« sagt Paul.

»Wie wär's mit morgen?« schlägt Sarah vor. »Es gibt ein klassisches Konzert im Theater. Ich spiele in der Präsentation mit meinen Violinen. Du kannst meine Leistung bewerten.«

»Ich bin sicher, dass du eine große Violinistin bist.«

»Nach der Präsentation kannst du mich in der Garderobe auf der Rückseite des Theaters treffen.«

»Ich sehe dich morgen.« sagt Paul und verabschiedet sich.





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AstroTown - Die Zukunft der Menschheit
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