La Rambla & Barri Gòtic
Highlights
Über die quirligste Straße der Stadt, die Rambla, mit ihren lebenden Statuen,
Café- und Restaurantterrassen, Blumenständen und Flaneuren aus
aller Welt bummeln.
Die versteckten Ecken und Winkel der Kathedrale, eines großartigen
Meisterwerks der Gotik, erkunden.
Durch die Ruinen des römischen Barcino im Museu d’Història
de Barcelona wandeln.
Die originelle Sammlung des Museu Frederic Marès bestaunen.
Auf der malerischen Plaça
Reial eine Verschnaufpause einlegen.
Rundgang: La Rambla & Barri Gòtic
La Rambla ist die bekannteste Flaniermeile in Spanien mit einem sehr facettenreichen Ambiente. Alles hat hier Platz: Blumenstände, historische Bauten, überteuertes Bier und Touristennepp – von den Menschenmassen ganz zu schweigen. Einst ein Abwasserkanal am Rand des mittelalterlichen Barcelona, begrenzt La Rambla heute die Südwestflanke des alten Stadtkerns, des Barri Gòtic.
Auf der Rambla geht es eigentlich mehr ums Flanieren als darum, Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Am friedlichsten ist es am frühen Vormittag, während sich die Straße am Nachmittag von ihrer quirligsten Seite zeigt.
Leicht könnte man eine Woche nur mit der Erkundung der mittelalterlichen Straßen des Barri Gòtic zubringen. In dem Labyrinth von engen Gassen und stillen Plätzchen verstecken sich einige der stimmungsvollsten Geschäfte, Restaurants, Cafés und Bars der Stadt. Natürlich sind hier jede Menge Touristen unterwegs – und daher gibt’s auch einige überteuerte Restaurants, die man meiden sollte.
Ziellos umherzustreifen macht Spaß, aber trotzdem sollte man die Kathedrale und die römischen Ruinen im Museu d’Història de Barcelona nicht versäumen. Ein weiteres Highlight ist es, bei einem Kaffee oder einem Essen auf einem der vielen Plätze im Barri Gòtic zu verweilen.
Abends verwandelt sich das Barri Gòtic in eine Ansammlung von Bars und Clubs, die tagsüber nicht als solche zu erkennen sind. Die Straßen um die Plaça Reial und die Plaça de George Orwell (auch bekannt als Plaça del Trippy) eignen sich gut für einen Kneipenbummel, doch finden sich im gesamten Viertel Kneipen und Clubs.
Lokalkolorit
Volkstanz Samstags um 18 und
sonntags um 12 Uhr wird vor der Kathedrale der traditionelle katalanische
Tanz, die Sardana, getanzt.
Treffs Beliebt sind die
Kneipen Bootleg und La
Clandestina sowie das Čaj Chai.
Kneipenbummel Die Plaça Reial,
die Plaça de George Orwell und die Gassen dazwischen bilden das
Zentrum des Nachtlebens im Barri Gòtic.
Anfahrt
U-Bahn Wichtige Haltestellen an
der Rambla sind Catalunya, Liceu und Drassanes; im Osten des Barri
Gòtic sind Jaume I und Urquinaona praktisch.
Bus Flughafen- und Nachtbusse
fahren von der Plaça de Catalunya ab.
Taxi Man findet sie z. B. auf
der Rambla und der Plaça de Catalunya.
Top-Tipp
Am preisgünstigsten speist man mittags. Viele Restaurants im Barri Gòtic bieten dreigängige Menüs inklusive Wein für 10 bis 12 €.
Gut essen
Schön ausgehen
Historische Schätze
HIGHLIGHTS
LA RAMBLA
Zwei schmale, verkehrsreiche Straßen begrenzen den breiten, mit Bäumen gesäumten Fußgängerboulevard La Rambla. Bis in die frühen Morgenstunden drängt sich hier eine bunte Menschenmenge aus Einwohnern und Auswärtigen. Gespickt mit Cafés, Restaurants, Kiosken, Zeitungsständen, Straßenmusikanten, Pflastermalern, Performancekünstlern und lebenden Statuen erlebt die Rambla kaum eine ruhige Minute.
NICHT VERSÄUMEN
Palau de la Virreina
Centre d’Art Santa Mònica
Mosaïc de Miró
PRAKTISCH & KONKRET
Catalunya, Liceu oder Drassanes
Ihren Namen verdankt die Rambla (von Arabisch raml, sandiges Flussbett) dem Fluss, der einst hier verlief und den die Stadtbewohner ab dem frühen Mittelalter Cagalell (Kotfluss) nannten. Bis zum 14. Jh. lag das meist ausgetrocknete Flussbett außerhalb der Stadtmauer. Vom 16. bis zum frühen 19. Jh. wurden hier Klostergebäude errichtet und Wohlhabende ließen sich Häuser bauen. Inoffiziell ist die Rambla in fünf Abschnitte unterteilt. Das erklärt auch, warum so viele Einheimische von les rambles (Spanisch: las ramblas) sprechen.
La Rambla de Canaletes
Der Abschnitt der Rambla nördlich der Plaça de Catalunya ist nach der Font de Canaletes Karte offline Google Maps benannt, einem unauffälligen Trinkbrunnen, der um die Wende vom 19. zum 20. Jh. errichtet wurde. Gespeist wird er angeblich von dem Wasser, das man einst die Quellen der Canaletes nannte. Früher galt als echter Einwohner von Barcelona, wer das Wasser von Les Canaletes trank. Heute heißt es: Wer Wasser aus diesem Brunnen trinkt, kehrt bestimmt nach Barcelona zurück. Außerdem ist der Brunnen der traditionelle Treffpunkt aller Fans des FC Barcelona, die hier ausgelassen gewonnene Meisterschaften und Pokale feiern.
Einen Häuserblock weiter östlich entlang dem Carrer de la Canuda liegt die Plaça de la Vila de Madrid. Sie birgt die Via Sepulcral Romana mit mehreren römischen Gräbern.
La Rambla dels Estudis
An der Rambla dels Estudis, die sich vom Carrer de la Canuda Richtung Süden bis zum Carrer de la Portaferrissa zieht, gab es 150 Jahre lang einen Vogelmarkt, der jedoch 2010 geschlossen wurde.
Església de Betlem
Karte offline Google Maps Die Kirche unmittelbar nördlich des Carrer del Carme ist eine von den Jesuiten erbaute Barockkirche, die Ende des 17. und Anfang des 18. Jhs. eine 1671 niedergebrannte Vorgängerkirche ersetzte. Feuer ist offenbar das Schicksal dieses Gotteshauses: Einst zählte es zu den großartigsten Zeugnissen der in Barcelona raren Barockarchitektur, doch Anarchisten steckten die Kirche 1936 in Brand.
Palau Moja
Google Maps Auf der östlichen Seite der Rambla findet sich ein Beispiel für die ähnlich dünn gesäten Gebäude im rein klassizistischen Stil: der Palau Moja (Karte) mit Verwaltungsbüros und einem Buchladen der Generalitat (der katalanischen Regierung) – hier gibt’s schöne Bildbände über katalanische Kunst und Architektur, allerdings meist auf Katalanisch. Die klaren klassizistischen Linien des Bauwerks sind von der gegenüberliegenden Seite am besten zu erkennen.
La Rambla de Sant Josep
Die nach einem nicht mehr existierenden Kloster benannte Rambla de Sant Josep (Carrer de la Portaferrissa bis Plaça de la Boqueria) ist von Blumenständen gesäumt; ihnen verdankt der Abschnitt seinen Zweitnamen La Rambla de les Flors.
Palau de la Virreina
Der
Palau de la
Virreina Karte offline
Google Maps ist ein stattliches
Rokoko-Herrenhaus mit mehreren klassizistischen Elementen. Er
beherbergt ein städtisches Informations- und Ticketbüro sowie
das Centre de la Imatge
Google Maps (Karte;
93 316 10 00;
www.bcn.cat/virreinacentredelaimatge;
99 Palau de la Virreina) mit
wechselnden Fotoausstellungen (Eintrittspreise und Öffnungszeiten
variieren).
Unmittelbar südlich befindet sich in El Raval der Mercat de la Boqueria, einer der größten und buntesten Lebensmittelmärkte Europas.
Mosaïc de Miró
Google Maps An der Plaça de la Boqueria, nördlich des U-Bahnhofs Liceu, kann man über einen Miró gehen – ein buntes Mosaik (Karte) im Bürgersteig. Miró wählte die Stelle, da sie sich in der Nähe seines Geburtshauses in der Passatge del Crèdit befindet. Miró-Fans erkennen sofort die kräftigen Farben und die lebendigen Kreisformen des Meisters. Die Signatur des Künstlers findet man auf einer Kachel unten am Werk.
La Rambla dels Caputxins
Der Name dieses Abschnitts von der Plaça de la Boqueria bis zum Carrer dels Escudellers geht auf ein nicht mehr existierendes Kapuzinerkloster zurück. Namensgeber des Carrer war die Töpferzunft, die sich im 13. Jh. zusammenschloss und deren Mitglieder hier lebten und arbeiteten. An der Westseite der Rambla steht das Gran Teatre del Liceu; weiter südlich befindet sich auf der Ostseite ein Zugang zur Plaça Reial, wo Palmen Schatten spenden. Ab diesem Punkt wird die Rambla schäbiger und es tauchen Stripteaselokale und Peepshows auf.
La Rambla de Santa Mònica
Der letzte Abschnitt endet vor dem Mirador de Colom, hinter dem sich der
Port Vell erstreckt. Benannt ist dieses Teilstück nach dem
ehemaligen Convento de Santa Mònica an der Westflanke der Straße.
Das Kloster wurde in das Centre d’Art Santa Mònica (Karte;
93 567 11 10;
www.artssantamonica.cat; La
Rambla de Santa Mònica 7; Eintritt frei;
Di–So &
Feiertage 11–21 Uhr;
Drassanes)
umgewandelt, das v. a. moderne Multimedia-Installationen zeigt.

Detailansicht der Karte folgt


ESSEN & AUSGEHEN IN LA RAMBLA
Bosc de les Fades – eine
urige Kneipe wie aus dem Märchenbuch.
Café de
l’Òpera – elegantes Jugendstilcafé gegenüber vom Gran
Teatre del Liceu.
Plaça Reial – für eine echte
Mahlzeit im Sitzen sind die Restaurants um diesen Platz am
besten.

KRZYSZTOF DYDYNSK / LONELY PLANET IMAGES ©
HIGHLIGHTS
KATHEDRALE & UMGEBUNG
Wenn man sich Barcelonas Kathedrale von der Avinguda de la Catedral her nähert, bietet sie einen besonders prachtvollen Anblick. Durch die reich verzierte Hauptfassade mit ihren Wasserspeiern und feinen Steinmetzarbeiten, wie man sie sonst von der nordeuropäischen Gotik kennt, unterscheidet sich La Seu deutlich von den anderen Kirchen der Stadt. Die Fassade wurde erst 1870 angefügt, beruht aber auf einer Skizze von 1408. Das restliche Gebäude wurde zwischen 1298 und 1460 errichtet. Alle übrigen Fassaden der Kathedrale weisen deutlich weniger Verzierungen auf. Dies zeigt (ebenso wie die schlichten, achteckigen Glockentürme), dass selbst hier die Prinzipien der katalanischen Sonderform der Gotik vorherrschen.
NICHT VERSÄUMEN
Kreuzgang mit 13 Gänsen
Ausblick vom Dach
Krypta
Coro
PRAKTISCH & KONKRET
93
342 82 60
Plaça de la Seu
Eintritt frei, Sonderbesuch 5 €,
Eintritt Chor 2,20 €, Eintritt Sala Capitular 2 €
Mo–Sa 8–12.45 & 17.15–20 Uhr, Sonderbesuch
Mo–Sa 13–17, So & Feiertage 14– 17 Uhr, Sala Capitular Mo–Sa
10–12.15 & 17.15–19, So 10–12.45 & 17.15–19 Uhr
Jaume I
Das Innere
Das Kircheninnere ist ein hoher Raum mit einem breiten Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, die jeweils durch eine Reihe schlanker Säulen abgetrennt sind. Die Kathedrale gehört zu den wenigen Kirchen, die während des Spanischen Bürgerkriegs von den Anarchisten verschont blieben. Daher ist ihre schlichte Innenausstattung so unversehrt.
Coro
In der Mitte des Hauptschiffs befindet sich der kunstvoll geschnitzte coro (Chorgestühl) aus dem späten 14. Jh. Auf dem Gestühl sind u. a. die Wappen der barcelonischen Mitglieder des Ordens vom Goldenen Vlies zu sehen, die hier 1519 unter dem Vorsitz von Kaiser Karl V. (Carlos V.) zusammentraten.
Krypta
Eine Treppe vor dem Hauptaltar führt zur Krypta mit dem Grab der Schutzheiligen Santa Eulàlia.
Das Dach
Wer das mittelalterliche Barcelona aus der Vogelperspektive betrachten möchte, sollte bei der Capella de les Animes del Purgatori in der Nähe des nordöstlichen Querschiffs den Aufzug nehmen (2,20 €) und auf das Dach der Kathedrale fahren.
Claustre
Vom südwestlichen Querschiff führt ein romanisches Portal in den Kreuzgang mit einem Brunnen und 13 Gänsen. Die Zahl der Gänse entspricht angeblich dem Alter, in dem Santa Eulàlia als Märtyrerin starb. Gänse, die als Wache dienten, wurden hier schon im Mittelalter gehalten. Eine der Kapellen im Kreuzgang erinnert an 930 Priester, Mönche und Nonnen, die während des Spanischen Bürgerkriegs umkamen.
In der Nordwestecke des Kreuzgangs befindet sich die gotisch ausgestaltete Capella de Santa Llúcia Karte offline Google Maps, eines der seltenen intakten Zeugnisse des romanischen Barcelona.
Casa de L’Ardiaca
Von der Capella de Santa Llúcia aus überquert man nur die Straße und gelangt zur Casa de L’Ardiaca aus dem 16. Jh., in der heute das Stadtarchiv untergebracht ist. Es ist schön, durch den ruhigen Innenhof zu schlendern, in dem Bäume und ein Springbrunnen stehen. Nachdem das Gebäude als Juristenschule säkularisiert worden war, wurde es 1902 von Lluis Domènech i Montaner, einem der drei berühmten Architekten des Modernisme, renoviert. Domènech i Montaner entwarf auch den Briefkasten mit Schwalben als Symbol für eine schnelle Wahrheitsfindung und – als Gegenbild dazu – einer Schildkröte, die die langsamen Mühlen der Justiz darstellen soll. In dieser Ecke finden sich außerdem Überreste der römischen Stadtmauer. Von oben hat man einen schönen Blick in den Innenhof und zur Kathedrale hinüber.
Palau Episcopal
Google Maps Auf der anderen Seite des Carrer del Bisbe liegt der Palau Episcopal (Karte; Palau del Bisbat; Bischofspalast) aus dem 17. Jh. Von der romanischen Bausubstanz aus dem 13. Jh. ist fast nichts erhalten. In der Römerzeit stand hier das Nordwesttor der Stadt. Reste der beiden antiken Tortürme sind noch an der Basis des Palau Episcopal und an der Casa de L’Ardiaca auszumachen. Der ganze untere Teil der nordwestlichen Mauer der Casa ist römischen Ursprungs.
HIGHLIGHTS
MUSEU FREDERIC MARÈS
Google Maps In diesem riesigen mittelalterlichen Komplex, einst Teil des Königspalasts, befindet sich eine der wildesten Sammlungen historischer Kuriositäten. Wie das etwas abgenutzte Wappen an der Mauer zeigt, hatte hier eine Zeit lang die spanische Inquisition ihren Sitz.
NICHT VERSÄUMEN
Das Sammlerkabinett
Skulpturen im 1. Stock
Marès’ Arbeitszimmer
Café im Innenhof
PRAKTISCH & KONKRET
93
256 35 00
Plaça de Sant Iu 5
Eintritt 4,20 €, So nach 15 Uhr &
1. So des Monats frei
Di–Sa 10–19, So 11–20 Uhr
Jaume
Frederic Marès i Deulovol (1893–1991) war ein wohlhabender Bildhauer, Weltenbummler und besessener Sammler. Sein Spezialgebiet waren mittelalterliche spanische Skulpturen, von denen unzählige im Untergeschoss, im Erdgeschoss und im 1. Stock ausgestellt sind – u. a. einige wundervoll bemalte Holzkruzifixe und Statuen der Jungfrau Maria. Ein echter Blickfang ist die Rekonstruktion einer vierbogigen römischen Eingangstür aus dem 13. Jh., die aus einer Dorfkirche in der aragonischen Provinz Huesca stammt.
Die beiden oberen Stockwerke umfassen das „Sammlerkabinett“, ein umwerfendes Sammelsurium mittelalterlicher Waffen, schön geschnitzter Pfeifen, feiner Damenfächer, komplizierter Blumenbilder aus Muscheln, Daguerreotypien und Fotografien aus dem 19. Jh. Ein Raum, der Marès einst als Arbeitszimmer und Bibliothek diente, ist vollgestopft mit Skulpturen. Im Sommer gibt’s im schattigen Innenhof ein hübsches Café (Cafè de l’Estiu), das durchaus einen Besuch wert ist.
HIGHLIGHTS
MUSEU D’HISTÒRIA DE BARCELONA
Eines des faszinierendsten Museen der Stadt entführt Besucher zurück durch die Jahrhunderte zu den Fundamenten des römischen Barcino. Man wandelt durch die weitläufigen Ruinen der Stadt, die nach ihrer Gründung unter Kaiser Augustus ca. 10 v. Chr. erblühte.
NICHT VERSÄUMEN
Waschanstalt
Weinkellereien
Saló del Tinell
Mittelalterliches Barcelona
PRAKTISCH & KONKRET
93
256 21 00
Plaça del Rei
Erw./Kind 7 €/frei
Di–Sa 10–19, So 10–20 Uhr
Jaume I
Unterirdisch können Besucher auf einem etwa 4 km² großen Areal zwischen Ausgrabungen des römischen und westgotischen Barcelonas spazieren. Lässt man das Modell eines typischen römischen domus (Villa) hinter sich, gelangt man zu den Resten einer öffentlichen Waschanstalt mit Behältern zum Urinieren: Urin wurde damals als Desinfektionsmittel genutzt. Der Weg führt vorbei an Färbereien, einem öffentlichen Kaltwasserbad und Läden, in denen garum (eine Fischsauce, die im gesamten Römischen Reich beliebt war) hergestellt wurde, außerdem an einer Kirche des 6. Jhs. und Weinkellereien.
Befestigungswälle führen dann an den Überresten des Innenhofs eines römischen Hauses vorbei nach oben zum mittelalterlichen Palau Episcopal (Bischofspalast) und in zwei große Hallen mit Gewölbedecken, in denen Ausstellungen zum mittelalterlichen Barcelona gezeigt werden. Den Abschluss bildet der Saló del Tinell, der Bankettsaal des Königspalastes – ein schönes Beispiel katalanischer Gotik (1359–1370 erbaut). Hier lauschte das Königspaar Ferdinand und Isabella Kolumbus’ ersten Berichten aus der Neuen Welt.
Zurück zum Anfang des Kapitels
SEHENSWERTES
LA RAMBLA STRAßE
Google Maps (Klicken Sie hier).
KATHEDRALE KIRCHE
PALAU DEL LLOCTINENT
HISTORISCHE STÄTTE
Karte offline
Google Maps (Carrer dels
Comtes;
10–19 Uhr;
Jaume I)
Der 2006 restaurierte Palast aus dem 16. Jh. verfügt über einen
friedvollen Innenhof, der einen Blick lohnt. Besucher sollten auf
der Haupttreppe den Blick nach oben richten, um den
außergewöhnlichen artesonado zu bewundern, eine getäfelte
Decke im Mudéjar-Stil. Diese kunstvolle Holzdecke, die wie ein
umgedrehter Schiffsrumpf aussieht, hat Antoni Carbonell im 16. Jh.
geschaffen. Hin und wieder werden im Palast Dokumente aus dem
Archiv ausgestellt.
Der Palast an der Plaça del Rei wurde um 1550 als Residenz des spanischen lloctinent (des Vizekönigs) für Katalonien erbaut und später in ein Kloster umgewandelt. Seit 1853 beherbergt der Bau das Arxiu de la Corona d’Aragón, das Archiv der Krone von Aragón, ein einzigartiges Archiv, das die Geschichte des Königshauses und seine Bedeutung für Katalonien bezeugt. Die Dokumentation beginnt im 12. Jh. und reicht bis ins 20. Jh.
MUSEU DIOCESÀ MUSEUM
Karte offline
Google Maps (Casa de la Pia
Almoina;
93 315 22 13; www.arqbcn.org; Avinguda de la Catedral
4; Erw./Kind 6/3 €;
Di–Sa 10–14 &
17–20, So 11–14 Uhr;
Jaume I)
Barcelonas römische Stadtmauer verlief über die heutige Plaça de la
Seu. In ihre Rudimente wurde später die Casa de la Pia Almoina
integriert. Das bedeutendste Armenhaus der Stadt existiert seit dem
11. Jh.; die an dem Gebäude noch erkennbaren Überreste stammen
jedoch aus dem 15. Jh. Heute birgt es das Diözesanmuseum, das im
obersten Stockwerk eine kleine Ausstellung über Antoni Gaudí zeigt,
einschließlich eines faszinierenden Dokumentarfilms über sein Leben
und seine Philosophie. Außerdem gibt’s hier eine kleine Sammlung
mittelalterlicher sakraler Kunst, gewöhnlich
ergänzt um ein oder zwei Wechselausstellungen.
PLAÇA DE SANT JAUME PLATZ
Karte offline
Google
Maps (
Jaume I)
Seit sich die Römer vor gut 2000 Jahren auf dem Boden der heutigen
Stadt niederließen, steht die Gegend rund um diesen – häufig
umgestalteten – Platz im Mittelpunkt des Gemeindelebens. Wo sich
einst das römische Forum befand, dominieren heute zwei offizielle
Bauwerke, die sich gegenüberstehen: der Palau de la Generalitat
(Sitz der katalanischen Regierung) an der Nordseite und der Ajuntament (das Rathaus) an der
Südseite. Leider nicht zu übersehen ist hinter dem Rathaus das
hässliche Bürogebäude der Stadtverwaltung, das in den 1970er-Jahren
an der Plaça de Sant Miquel errichtet wurde. Gegenüber, an der Ecke
zur Baixada de Sant Miquel, steht dafür ein weiterer prachtvoller
Bau aus dem 15. Jh., die Casa Centelles. Falls das Tor geöffnet
ist, sollte man einen Blick in den schönen Innenhof werfen; er
weist Elemente aus Gotik und Renaissance auf.
AJUNTAMENT ARCHITEKTUR
Karte offline
Google Maps (
93 402 70 00;
www.bcn.cat; Plaça de Sant
Jaume;
So 10.30–13.30 Uhr;
Liceu oder Jaume
I) Im Ajuntament, auch bekannt als Casa de la Ciutat,
residieren seit Jahrhunderten die Stadtverordneten. Schon im 14.
Jh. tagte hier der Consell de Cent (Rat der Hundert), der Stadtrat.
Doch das Bauwerk erfuhr seit Barcelonas glanzvoller gotischer Ära
leider manch gravierende Veränderung.
Vom Original übrig geblieben ist nur der Eingang am Carrer de la Ciutat, ein Portal mit gotischen Ornamenten. Den heutigen, im 19. Jh. entstandenen Bau mit seiner klassizistischen Fassade betrachten die Einwohner von Barcelona als einen der schlimmsten Schandflecken ihrer Stadt. An die alte Pracht erinnert im Inneren des Gebäudes der Saló de Cent, in dem der Rat der Stadt einst seine Versammlungen abhielt. Das Deckengewölbe besticht durch seine reine katalanische Gotik – die Täfelung der Decke (artesonado) ist ein Meisterwerk für sich. Die schweren Schäden durch den Beschuss von 1842 sind Stück um Stück ausgebessert worden. Das hölzerne neugotische Gestühl und der herrliche retablo (Altaraufsatz) aus Alabaster stammen aus dem frühen 20. Jh. Rechts vom Saló de Cent liegt der wesentlich kleinere, 1860 fertiggestellte Saló de la Reina Regente, in dem der heutige Stadtrat seine Sitzungen abhält. Links grenzt der Saló de les Croniques an. Die Fresken darin erzählen, wie das aufstrebende katalanische Reich sich anstrengte, seinen Einfluss bis nach Griechenland und in den Nahen Osten auszudehnen.
PALAU DE LA GENERALITAT PALAST
Karte offline
Google Maps (www.gencat.cat; Plaça de Sant
Jaune;
Liceu oder Jaume I) Der im frühen 15. Jh.
erbaute Palau de la Generalitat ist nur sehr eingeschränkt
öffentlich zugänglich, am zweiten und am vierten Wochenende des
Monats und an Tagen der offenen Tür. Der eindrucksvollste Festsaal
ist der nach dem hl. Georg, dem Schutzpatron der Region, benannte
Saló de Sant Jordi. Jederzeit kann man
aber den gotischen Originaleingang am Carrer del Bisbe bewundern.
Für eine Palastbesichtigung am Wochenende kann man sich auf der
Website anmelden.
Der Entwurf für den gotischen Eingang (den ursprünglichen Haupteingang) im Carrer del Bisbe stammt von Marc Safont. Der heutige Haupteingang an der Plaça de Sant Jaume ist ein Spätrenaissance-Gebilde mit klassizistischem Einschlag. Wer in den Abendstunden einen Blick durch die Fenster des hell erleuchteten Saló de Sant Jordi wirft, gewinnt einen Eindruck von der Pracht der Inneneinrichtung.
Wer es schafft, in den Palast zu gelangen, bekommt einiges zu sehen. Besucher betreten den Bau gewöhnlich durch einen Eingang am Carrer de Sant Sever. Sie durchqueren zunächst einige Räume mit niedrigen Gewölbedecken, um dann über eine Treppe in den spätgotischen Pati dels Tarongers (Orangenhof) zu gelangen, eine bescheidene Orangerie. Hier kommt man an einem bestimmten Tag im Monat in den Genuss des Glockenspiels des Palastes. Die Sala Daurada i de Sessions aus dem 16. Jh., einer der an den Hof grenzenden Räume, ist ein Sitzungssaal mit riesigen Kronleuchtern. Der Saló de Sant Jordi im Renaissancestil mit Fresken aus dem 20. Jh. wirkt allerdings noch imposanter – hier finden viele wichtige Empfänge statt. Den Abschluss bildet der Pati Central, ein gotischer Innenhof; hier führt eine Treppe zum ursprünglichen Haupteingang des Gebäudes hinunter.
INSIDERWISSEN
GRAFFITIKÜNSTLER
Gegenüber der Kathedrale, auf der anderen Seite der Plaça Nova, fallen an der Fassade des Col.legi de Arquitectes (Hochschule für Architektur, Karte) Kritzeleien auf, die wie Kinderzeichnungen aussehen. Aber weit gefehlt: Die Darstellung mediterraner Feste ist eine Arbeit von Picasso aus dem Jahr 1962. Bei der Enthüllung wurde das Werk allerdings von der örtlichen Presse ziemlich verspottet.
MIBA (MUSEU D’IDEES I INVENTS DE BARCELONA) MUSEUM
Karte
(Museum der Ideen und
Erfindungen;
93 332 79 30; www.mibamuseum.com; Carrer de la
Ciutat 7; Erw./Kind 7/5 €;
Di–Sa 10–19, So
bis 14 Uhr;
Jaume I) Das 2011 eröffnete Museum bietet
eine faszinierende Sammlung von Kuriositäten aus der Welt der
brillanten wie bizarren Erfindungen: Wischmops mit Mikrofon am
Griff, sodass man bei der Arbeit singen kann, einen Stuhl fürs
Einführen von Zäpfchen, Becher mit Stauraum für Kekse, Armbänder,
die die UV-Strahlung messen, und Brillen, die sich auf jede Stärke
einstellen lassen. Zwischen den Stockwerken befinden sich
Metallrutschen – wer braucht schon Treppen? – und es gibt auch
einige ziemlich kreativ gestaltete Toiletten.
PLAÇA DE SANT JOSEP ORIOL PLATZ
Karte offline
Google Maps (
Liceu)
Dieser kleine Platz ist der netteste des Barri Gòtic. Seine vielen
Bars und Cafés locken jeden Tag Straßenmusiker und sonstige
Künstler an, die für eine entspannte Atmosphäre sorgen. In vielen
der abzweigenden Gassen findet man weitere einladende Cafés und
Restaurants sowie eine ganze Reihe hübscher Läden.
An
den Platz grenzt die Seitenfassade der Església de
Santa Maria del Pi Karte offline
Google Maps (
9.30–13 &
17–20.30 Uhr;
Liceu).
Die Bauzeit der gotischen Kirche zog sich vom
14. bis ins 16. Jh. Der größte Teil wurde zwischen 1320 und 1391
fertiggestellt. Die wunderschöne Fensterrose über dem Hauptportal
an der Plaça del Pi zählt mit ihrem Durchmesser von 10 m zu den
größten der Welt. Anarchisten plünderten die Kirche 1936 schon in
den ersten Monaten des Bürgerkriegs und setzten sie in Brand. Auch
das alte Buntglas verschwand und musste durch modernes ersetzt
werden. Das Feuer zerstörte die neugotische Bestuhlung aus dem 19.
Jh., die dann durch das barocke Originalgestühl ersetzt wurde (der
einzige Vorteil, den der Brand mit sich brachte).
Die dritte Kapelle auf der linken Seite ist Sant Josep Oriol geweiht, der hier 1687–1702 Gemeindepfarrer war und 1909 heiliggesprochen wurde. In der Kapelle zeigt eine Karte die Plätze in der Kirche, an denen er seine Wunder vollbracht haben soll. Eine Legende erzählt, einem Fischer sei im 10. Jh. die Jungfrau Maria in einer Pinie (pi) erschienen, als er diesen Baum für den Bau seines Bootes fällen wollte. Beeindruckt von der Vision, ließ er den Baum stehen und errichtete daneben eine kleine Kapelle – die später durch den gotischen Kirchenbau ersetzt wurde. Noch heute wächst eine Pinie auf der Plaça del Pi.
Von der Plaça del Rei lohnt sich ein Abstecher Richtung Nordosten zu den beiden am besten erhaltenen Abschnitten der römischen Stadtmauer, die einst über 78 Türme verfügte – eine Frage des Prestiges ebenso wie der Verteidigung. Das eine Mauerstück (Karte) ist auf der Südwestseite der Plaça Ramon de Berenguer El Gran zu sehen, mit der Capella Reial de Santa Àgata Karte offline Google Maps oben drauf. Der Platz selbst wird von einer Statue des Grafen und Königs Ramon de Berenguer el Gran von Josep Llimona aus dem Jahr 1880 beherrscht. Das andere Mauerstück (Karte) ist ein bisschen weiter südlich am nördlichen Ende des Carrer del Sotstinent Navarro. Die Römer bauten und verstärkten diese Mauern im 3. und 4. Jh. nach den ersten Angriffen germanischer Stämme aus dem Norden.
PLAÇA REIAL PLATZ
Karte offline
Google Maps (
Liceu)
Die Plaça Reial, einer der fotogensten Plätze der Stadt, ist ein
wunderbarer Rückzugsort abseits des Trubels auf der nahen Rambla.
Zahlreiche Restaurants, Bars und Nachtlokale verbergen sich unter
den Arkaden des klassizistischen Gebäudes aus dem 19. Jh. – hier
ist immer was los.
Die Plaça Reial erstreckt sich auf dem Gelände eines Klosters, das zerstört wurde, als man in ganz Spanien die Trennung von Kirche und Staat gesetzlich verankerte. Im Zuge dessen verlor die Kirche einen stattlichen Teil ihrer Besitztümer. Sein Schicksal teilte das Kloster mit einer ganzen Reihe weiterer christlicher Einrichtungen an der Rambla, die im Mittelalter mit kirchlichen Gebäuden geradezu gepflastert war. Die Laternenpfähle am Springbrunnen in der Platzmitte sind Antoni Gaudís erste bekannte Arbeiten in der Stadt.
In der Südhälfte des Barri Gòtic ist der Maler Pablo Picasso noch heute allgegenwärtig. Als Teenager lebte er mit seiner Familie im Carrer de la Mercè. Sein erstes Atelier bezog er im Carrer de la Plata. Im Bordell im Haus Carrer d’Avinyó 27 war er Stammgast. Letzteres inspirierte ihn vielleicht zu dem 1907 entstandenen Gemälde Les Demoiselles d’Avignon.
GRAN TEATRE DEL LICEU ARCHITEKTUR
Google Maps (
93 485 99 14;
www.liceubarcelona.com;
La Rambla dels Caputxins 51–59;
Führung 10 Uhr,
Besuche ohne Führung 11.30, 12, 12.30 & 13 Uhr;
Liceu) Wer keine Karten für die Oper
ergattern konnte, kann sich immerhin ein wenig in diesem zu den
größten Opernhäusern Europas zählenden Haus umsehen. Bei den
Einheimischen wird die Oper nur das „Liceu“ genannt. Es ist zwar
kleiner als die Mailänder Scala, aber größer als Venedigs La Fenice
oder die Bayerische Staatsoper und bietet in seinem
hufeisenförmigen Zuschauerraum bis zu 2300 Personen Platz.
In dem 1847 erbauten Opernhaus begann die Karriere bekannter katalanischer Stars wie José Carreras und Montserrat Caballé. Ein Großbrand zerstörte das Haus 1994, die Stadtobersten sorgten jedoch für einen raschen Wiederaufbau. Der Zuschauerraum aus dem 19. Jh. wurde behutsam instandgesetzt, ohne äußerlich viel zu verändern; gleichzeitig wurde modernste Theatertechnik eingebaut. So konnte schon im Oktober 1999 der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Besucher können die öffentlichen Bereiche besichtigen – entweder rund 20 Minuten auf eigene Faust oder im Rahmen einer einstündigen Führung.
Wer sich einer Führung anschließt, kommt auch in das große Foyer mit seinen imposanten Pfeilern und den kostbaren Kronleuchtern. Über das Marmortreppenhaus geht es hinauf in den Saló dels Miralls (Spiegelsaal), in dem sich die Besucher traditionell während der Pause aufhalten. Foyer und Spiegelsaal überstanden den Brand von 1994 unversehrt. Der Saló dels Miralls mit seinen Spiegeln, üppigen Deckengemälden und kannelierten Säulen wirkt bis ins Detail wie eine Hymne an die Kunst. Die ganze Pracht strahlt einen typisch neubarocken Reichtum aus, der der Liceu-Mäzene des 19. Jhs. würdig ist. Zum Abschluss geht es hinauf in den 4. Rang, von dem aus sich der ganze Saal überblicken lässt.
Im Rahmen der Führung wird auch der Privatclub El Cercle del Liceu besucht, wo eine Sammlung von Werken des Modernisme – darunter einige von Ramon Casas – zu sehen ist. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Sonderführungen zu buchen. Eine davon gleicht der oben vorgestellten Tour, schließt aber zusätzlich ein halbstündiges Konzert im Saló dels Miralls ein. Auf einer anderen Führung lernen die Teilnehmer das Innenleben der Bühne und die Werkstätten kennen.
Die Finanzkrise hat in ganz Spanien Auswirkungen auf die Kultur gezeitigt, und das Liceu hatte wegen der Anfang 2012 angekündigten Budgetkürzungen seine ganz eigene Auseinandersetzung mit der Regierung. Der Generaldirektor des Liceu, Joan Francesco Marco, drohte für das Frühjahr und den Sommer 2012 mit einer zweimonatigen Schließung des Hauses, wofür er in der örtlichen Presse heftig angegriffen wurde, und das Personal mit Streiks drohte. Nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften wurde die Krise vorerst beigelegt, indem versucht wurde, die Haushaltslücke in Höhe von 3,7 Mio. € zu schließen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich das Liceu in den kommenden Jahren finanzieren wird.
MIRADOR DE COLOM AUSSICHTSPUNKT
Karte offline
Google Maps (
93 302 52 24;
Plaça del Portal de la Pau; Aufzug Erw./Kind 4/3 €;
8.30–20.30 Uhr;
Drassanes)
Während der Verkehr rund um das Denkmal tost, hält Kolumbus hoch
oben unbeirrt Wache. Sein ausgestreckter Arm weist vage Richtung
Mittelmeer. Die Statue wurde 1888 für die Weltausstellung
errichtet. Ein Aufzug befördert die Besucher auf 60 m Höhe hinauf.
Von oben bietet sich ein schöner Blick aus der Vogelperspektive auf
die Rambla und den Hafen von Barcelona.
In Barcelona soll Christoph Kolumbus den erfreuten Katholischen Königen einen Bericht über seine ersten Entdeckungsreisen nach Amerika 1492 gegeben haben. Im 19. Jh. vereinnahmten viele Einwohner den Genuesen als einen der berühmten Söhne der Stadt, auch wenn das nicht den historischen Tatsachen entspricht. Einige Historiker folgen jedoch noch heute diesem Wunschdenken.
ESGLÉSIA DE SANTS JUST I PASTOR KIRCHE
Karte offline
Google Maps (
93 301 74 33;
www.basilicasantjust.cat;
Plaça de Sant Just 5;
Mo–Sa 11–14 &
17.30–20, So 10–13 Uhr;
Liceu oder
Jaume I) Die etwas abseits
stehende einschiffige Kirche mit Kapellen auf beiden Seiten der
Strebepfeiler wurde 1342 im katalanisch-gotischen Stil an der
Stelle erbaut, an der sich die älteste Gemeindekirche von Barcelona
befunden haben soll. Im Inneren leuchten einige sehenswerte farbige
Kirchenfenster. Gegenüber der Kirche steht auf einem hübschen
kleinen Platz der angeblich älteste gotische Brunnen der Stadt. Der
Platz diente übrigens 1996 als Set für die Verfilmung von Patrick
Süskinds Roman Das Parfum.
Am Morgen des 11. September 1924 wurde Antoni Gaudí festgenommen, als er die Kirche zu einer Messe betreten wollte. Damals – unter der Diktatur von General Primo de Rivera – reichte wenig, um die offiziellen Machthaber zu reizen. Bei Gaudí war es seine Weigerung, mit den Soldaten der Guardia Civil Kastilisch (also die offizielle spanische Hochsprache) zu sprechen, um ihn für den größten Teil des Tages in einer Gefängniszelle schmoren zu lassen. Die konnte er erst wieder verlassen, als ihn ein Freund gegen Kaution auslöste.
CENTRE D’INTERPRETACIÓ DEL CALL
HISTORISCHE
STÄTTE
Karte
(
93 256 21 22;
www.museuhistoria.bcn.cat;
Placeta de Manuel Ribé;
Di– Fr 11–14, Sa
& So bis 19 Uhr;
Jaume I oder
Liceu) Im 14. Jh. war es das Haus des jüdischen Webers Jucef
Bonhiac, heute ist es ein kleines Museum über die Geschichte des
jüdischen Viertels in Barcelona, El Call. Einige verglaste
Abschnitte des Fußbodens geben den Blick frei auf die früheren
Brunnen und Lager des Webers Bonhiac. Das Haus
ist auch als Casa de l’Alquimista (Haus des Alchimisten) bekannt
und beherbergt eine kleine Sammlung jüdischer Artefakte, darunter
Keramikgegenstände, die man bei Ausgrabungen im Gebiet von El Call
fand. Die Sammlung wird ergänzt durch Karten des ehemaligen
jüdischen Viertels.
Den Kern von El Call Major bildeten damals der Carrer dels Banys Nous und die Plaça de Sant Jaume. Im 14. Jh. wurden die Juden durch ein blutiges Pogrom aus ihrem Viertel verjagt. Mit der anschließenden Vertreibung aller Juden aus Spanien im 15. Jh. endete die Präsenz der Juden in Barcelona. El Call Menor wiederum war ein abgegrenztes Wohnviertel zwischen dem heutigen Carrer de Ferran, der Baixada de Sant Miquel und dem Carrer d’en Rauric. Wo sich heute die Església de Sant Jaume am Carrer de Ferran erhebt, stand einst eine Synagoge.
Aber schon vor dem Pogrom von 1391 waren die Juden wenig geachtete Bürger ihrer Stadt. Wie in vielen mittelalterlichen Städten mussten sie auch in Barcelona ein spezielles Erkennungszeichen tragen und durften ihr Ghetto nicht vergrößern, als die Bevölkerungszahl in El Call stieg (damals lebten bis zu 4000 Menschen in den winzigen Gässchen von El Call Major).
INSIDERWISSEN
EL CALL
Eines der schönsten Gebiete für einen Altstadtbummel ist El Call (sprich: „kai“), das mittelalterliche jüdische Viertel, das hier bis zu einem Pogrom im 14. Jh. bestand. Heute verbergen sich in den engen Gassen einige Überraschungen wie eine in den 1990er-Jahren ans Tageslicht beförderte alte Synagoge und die Überreste eines Frauenbadehauses im Keller des Cafés Caelum. Einige der ungewöhnlichsten Geschäfte der Altstadt, die u. a. exquisite Antiquitäten, handgemachte Lederwaren und sogar koscheren Wein verkaufen, befinden sich hier. Am Abend sind die gut versteckten Restaurants und kerzenbeschienenen Bars und Cafés gute Adressen.
El Call – das Wort stammt wahrscheinlich vom hebräischen „kahal“ (Gemeinde) – ist nicht ganz leicht zu finden: Es ist ein winziges Gebiet in etwa zwischen Carrer del Call, Carrer dels Banys Nous, Baixada de Santa Eulalia und Carrer de Sant Honorat.
SINAGOGA MAJOR SYNAGOGE
Karte offline
Google Maps (
93 317 07 90;
www.calldebarcelona.org;
Carrer de Marlet 5; Spende von 2,50 € erwünscht;
Mo–Fr
10.30–18.30, Sa & So bis 14.30 Uhr;
Liceu) Als
ein argentinischer Investor das heruntergekommene Elektrogeschäft
kaufte, um es zur x-ten Bar in Barcelona umzugestalten, konnte er
nicht ahnen, dass er dort auf bauliche Überreste der zentralen
mittelalterlichen Synagoge der Stadt stoßen würde. (Es gibt
allerdings auch Historiker, die bezweifeln, dass dies die
Hauptsynagoge der Stadt war.) Eine Broschüre, die den Besuchern die
besondere Bedeutung dieses Ortes nahebringt, ist in mehreren
Sprachen erhältlich.
Das schmale Gewölbe, das Besucher von der Straße her betreten, enthält Teile mittelalterlicher und römischer Mauern. Auch die Reste der Bottiche einer Gerberei aus dem 15. Jh. sind zu sehen. Der zweite, von Grund auf renovierte Raum wurde als Synagoge genutzt. Aus dem Rest einer spätrömischen Mauer, die gen Jerusalem ausgerichtet ist, ziehen manche Experten den Rückschluss, dass hier bereits in römischer Zeit eine Synagoge gestanden haben muss. Im Mittelalter gab es in der Stadt vier Synagogen, nach dem Pogrom von 1391 wurde die Sinagoga Major (sofern es sich wirklich um diese handelt) konfisziert und christianisiert, indem man eine Statue des hl. Dominik auf das Gebäude stellte.
TEMPLE ROMÀ D’AUGUST
RUINE
Karte
(Carrer del Paradis;
Di–So 10– 20 Uhr;
Jaume I)
Gegenüber der südöstlichen Ecke der Kathedrale führt der schmale
Carrer del Paradis zur Plaça de Sant Jaume. Das Haus Nummer 10 –
ein faszinierendes Bauwerk mit gotischen und barocken Elementen –
beherbergt vier Säulen und einen Architrav (Säulenverbindung in der
antiken Baukunst). Hierbei handelt es sich um die Überreste von
Barcelonas bedeutendstem römischen Tempel, den die Römer im 1. Jh.
n. Chr. zu Ehren und zur Anbetung von Kaiser Augustus erbauten.
Die Besucher stehen hier 16,9 m über dem Meeresspiegel und zugleich auf dem höchsten Punkt der römischen Siedlung Barcino, dem Mont Tàber – aber keine Angst, der Berg verursacht keine Höhenkrankheit. Wenn die Eingangstür außerhalb der regulären Öffnungszeiten nicht verschlossen ist, darf man hineingehen.
VIA SEPULCRAL ROMANA ARCHÄOLOGISCHE STÄTTE
Karte offline
Google Maps (
93 256 21 00;
www.museuhistoria.bcn.cat;
Plaça de la Vila de Madrid; Eintritt 2 €;
Di–Fr 11–14, Sa
& So bis 19 Uhr;
Catalunya)
Am Carrer de la Canuda, einen Block östlich des oberen Endes der
Rambla, sieht man freigelegte römische Grabstätten und steinerne
Sarkophage – ein römisches Friedhofsgelände. Es erstreckt sich zu
beiden Seiten der Straße, die in nordwestlicher Richtung aus
Barcino – Barcelonas römischem Vorgänger – hinausführte. Da die
römischen Gesetze Bestattungen innerhalb der Stadtgrenzen verboten,
wurde jeder verstorbene Bürger, ob reich oder arm, auf dem Gelände
rechts und links der Ausfallstraße beerdigt. In dem kleinen
Informationszentrum werden in einem Schaukasten auf Spanisch und
Katalanisch das römische Straßensystem sowie römische
Beerdigungsriten und -bräuche erklärt. Auch ein paar Töpferwaren,
darunter eine Bestattungsamphore mit dem Skelett eines dreijährigen
römischen Kindes, sind ausgestellt.
DOMUS ROMANA ARCHÄOLOGISCHE STÄTTE
Karte offline
Google Maps (
93 256 21 00;
www.museuhistoria.bcn.cat;
Carrer de la Fruita 2; Eintritt 2 €;
Sa & So 10–14
Uhr;
Liceu) Hier handelt es sich um die
Überreste eines römischen domus (Stadthauses), die
freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Das
Haus (und die Reste von drei kleinen Läden) liegt in der Nähe des
römischen Forums und wurde von wohlhabenden Bürgern bewohnt. Die
Überreste vermitteln einen Eindruck vom römischen Alltag.
Unabhängig davon enthält die Ausgrabungsstätte auch sechs
mittelalterliche Getreidesilos. Sie stammen aus der Zeit, als sich
in der Gegend das jüdische Viertel El Call erstreckte. Die gesamte
Stätte befindet sich in der Casa Morell, die Mitte des 19. Jhs.
erbaut wurde. So bekommen die Besucher an einem Ort einen kleinen
Einblick in drei ganz unterschiedliche Perioden der Stadtgeschichte
Barcelonas.
MUSEU DE L’ERÒTICA MUSEUM
Karte
(Erotikmuseum;
93 318 98 65;
www.erotica-museum.com;
La Rambla de Sant Josep 96; Eintritt 9 €;
10–20 Uhr;
Liceu) Anhand von historischen Zeugnissen
wie indischen Flachreliefs, die verschiedene Aspekte tantrischer
Liebe zeigen, Holzschnitten des 18. Jhs. von Positionen des
Kamasutra, japanischen pornografischen Darstellungen aus Porzellan
und erotischen afrikanischen Schnitzereien kann man sich hier über
die Lasterhaftigkeit vergangener Zeiten informieren. Aber trotz des
Themas gibt sich das Ganze recht zugeknöpft und ist trotz des
Freigetränks den hohen Eintrittspreis eher nicht wert.
MUSEU DE CERA MUSEUM
Karte offline
Google Maps (
93 317 26 49;
www.museocerabcn.com;
Passatge de la Banca 7; Erw./Kind 15/9 €;
Juni–Sept. tgl.
10–22 Uhr, Okt.–Mai Mo–Fr 10–13.30 & 16–19.30, Sa, So &
Feiertage 11– 14 & 16.30–20.30 Uhr;
Drassanes)
In dem Gebäude aus dem 19. Jh., einer ehemaligen Bank, stehen,
sitzen und liegen rund 300 Wachsfiguren. In der Sammlung gibt sich
Frankenstein ebenso die Ehre wie Luke Skywalker, Hitler, Mussolini,
Che Guevara, Fidel Castro, General Franco und Josep Tarradellas,
der Präsident der ehemaligen katalanischen Exilregierung. Für
Kinder mag das Museum einigermassen interessant sein, aber
angesichts der oft schlecht gemachten Figuren ist der
Eintrittspreis recht hoch.
ESGLÉSIA DE LA MERCÈ KIRCHE
Karte offline
Google Maps (Plaça de la
Mercè;
Drassanes) Die der wichtigsten
Stadtheiligen geweihte Barockkirche wurde in
den 1760er-Jahren auf dem Platz ihrer gotischen Vorgängerin
errichtet. Leider wurde das Gotteshaus im Spanischen Bürgerkrieg
stark beschädigt. Die Überreste sind ein Kuriosum: Die barocke
Fassade zum Platz hin steht in auffälligem Kontrast zur
Renaissancefassade am Carrer Ample. Diese wurde von einer nahe
gelegenen, in den 1870er-Jahren zerstörten Kirche übernommen.
DALÍ MUSEUM
Karte offline
Google Maps (Museo Real Círculo
Artístico de Barcelona;
93 318 17 74;
www.daliabarcelona.com;
Carrer dels Arcs 5; Erw./Kind 10/7 €;
10– 22
Uhr;
Liceu) Fast schon das Beste an dieser
Sammlung ist ihr Standort im Gebäude des Königlichen Kunstkreises
in der Nähe der Kathedrale. Die etwas aufgebauschte Sammlung
umfasst 60 eher unbekannte Skulpturen von Dalí, der ja eigentlich
erst durch seine Malerei weltberühmt wurde. Dokumente, Skizzen und
Fotos vom und über den Künstler vervollständigen
die Präsentation. Wer das Museum-Mausoleum in Figueres nicht
besichtigen kann, findet hier zwar keinen vollwertigen Ersatz,
erhält aber immerhin einige Infos über Leben und Werk des
zwirbelbärtigen Maestros.
MONTAGS GEÖFFNET
Viele Sehenswürdigkeiten haben montags geschlossen, aber es gibt auch eine Reihe von Ausnahmen wie:
MUSEU DEL CALÇAT MUSEUM
Karte offline
Google Maps (Schuhmuseum;
93 301 45 33; Plaça de Sant
Felip Neri 5; Eintritt 2,50 €;
Di– So 11–14
Uhr;
Jaume I) Das Museum zeigt so ziemlich
alles, was mit Schuhwerk zu tun hat. Die Schuhsammlung reicht von
ägyptischen Sandalen bis hin zu eleganten Damenpumps aus dem 18.
Jh. Das Museum und die Schustergilde, deren Gründung bis in die
mittelalterliche Vergangenheit der Stadt zurückreicht, zogen kurz
nach dem Bürgerkrieg in das heutige Gebäude.
Zurück zum Anfang des Kapitels
ESSEN
Zu allererst: Nur schauen, nicht essen! Auf der Rambla guckt man sich die Leute an, aber das Essen ist hier nicht besonders. Wer den Magen – und sein Portemonnaie – beglücken will, sollte stattdessen die Straßen ins Barri Gòtic hinein auskundschaften. In diesem mittelalterlichen Labyrinth findet sich alles, was den Gaumen entzückt, insbesondere in der Osthälfte des barri (Viertels) bei der Via Laietana, in den engen Straßen oberhalb der Kathedrale (um den Carrer de les Magdalenes herum) sowie zwischen der Plaça de Sant Jaume und dem Wasser. Hier warten eine Reihe altmodischer Tapasbars sowie einige innovative Neuzugänge, die allesamt reichlich Atmosphäre bieten.
KOY SHUNKA
JAPANISCH €€€
Karte offline
Google Maps (
93 412 79 39;
www.koyshunka.com; Carrer de
Copons 7; mehrgängige Menüs 72–108 €;
Di–So mittags,
Di–Sa abends;
Urquinaona)
Das in einer schmalen Gasse nördlich der Kathedrale gelegene Koy
Shunka öffnet die Pforte zu exquisiten Gerichten aus dem Osten –
köstliche Sushi, Sashimi, scharf angebratenes Wagyu-Rind und
geschmacksintensive Seetangsalate werden zusammen mit kreativer
Fusionsküche angeboten wie almejas finas al vapor con sake
(gedämpfte Venusmuscheln mit Sake) oder tempura de vieira y
lagostino con setas de japonesas (Tempura von Jakobsmuscheln
und Riesengarnelen mit japanischen Pilzen). Toll ist auch die
Spezialität des Hauses, toro (zarter Thunfischbauch).
Die meisten Gäste sitzen an einem großen hufeisenförmigen Tresen, an dem man die Kochkünstler in Aktion erleben kann. Die angebotenen mehrgängigen Menüs sind teuer, lohnen sich aber für alle, die sich einmal etwas ganz Besonderes gönnen möchten.
PLA
FUSIONSKÜCHE €€
Karte offline
Google Maps (
93 412 65 52;
www.elpla.cat; Carrer de la
Bellafila 5; Hauptgerichte 18–24 €;
tgl.
abends; v;
Jaume I)
Das Pla, seit Langem eines der beliebtesten Lokale im Barri Gòtic,
ist ein stilvolles, romantisch beleuchtetes mittelalterliches
Gewölbe (mit einem großen Steinbogen). Hier zaubern die Köche
Versuchungen wie in Rotwein geschmorten Ochsenschwanz, scharf
angebratenen Thunfisch mit gerösteten Auberginen und Seeteufel auf
Thai-Art mit Garnelen, Zitronengras und Apfelschaum. Sonntags bis
donnerstags gibt’s ein Probiermenü für 36 €.
LA VINATERIA DEL CALL SPANISCH €€
Karte
(
93 302 60 92;
http://lavinateriadelcall.com;
Carrer de Sant Domènec del Call 9; kleine Teller 7–11 €;
abends;
Jaume I)
Dieses winzige Juwel in zauberhafter Lage im alten jüdischen
Viertel serviert köstliche iberische Gerichte wie galicischen
Tintenfisch, in Cidre gekochte Chorizo und katalanische
escalivada (geröstete Paprika, Auberginen und Zwiebeln) mit
Sardellen. Die Portionen sind klein und dazu gedacht, dass sie
geteilt werden. Dazu gibt’s ein gutes Angebot an erschwinglichen
Weinen.
CAN CULLERETES KATALANISCH €€
Karte offline
Google Maps (
93 317 30 22;
Carrer Quintana 5; Hauptgerichte 8–14 €;
Di–Sa mittags
& abends, So mittags;
Liceu)
Das 1786 gegründete und damit älteste Restaurant Barcelonas erfreut
sich nach wie vor großer Beliebtheit: Touristen wie Einheimische
zieht es gleichermaßen in das große Lokal mit den altmodischen
Kacheln und den üppigen Portionen traditioneller katalanischer
Speisen. Preisgünstig sind die mehrgängigen Mittagsangebote (12,80
€).
CAFÈ DE L’ACADÈMIA KATALANISCH €€
Karte
(
93 319 82 53;
Carrer de Lledó 1; Hauptgerichte 13–17 €;
Mo–Fr;
Jaume I) Das Café bietet eine Mischung
traditioneller Gerichte, die kreativ zubereitet werden. Zur
Mittagszeit stürzen sich die Bürokraten vom Ajuntament (Rathaus)
auf das Tagesmenü, das menú del día (14 € oder 10 € an der
Bar). Abends, wenn gedämpftes Licht die Deckenbalken und die
Holzmöbel in Szene setzt, wird’s romantischer. Auf der Karte finden
sich chuletón (riesige T-Bone-Steaks) für zwei Personen,
aber auch guatlla farcida de foie d’ànec i botifarra amb salsa
de ceps (Wachteln, gefüllt mit Entenleber und Würstchen in
Pilzsauce).
CERERÍA VEGETARISCH €€
Karte offline
Google Maps (
93 301 85 10;
Baixada de Sant Miquel
3; Hauptgerichte 9–16
€;
Mo–Sa abends;
v;
Jaume I)
Schwarz-weiße Marmorböden, alte Holztische und ein Sammelsurium an
Instrumenten (die meisten davon vor Ort hergestellt) verleihen
diesem kleinen vegetarischen Restaurant ein Künstler-Flair. Für die
köstliche Pizza werden Zutaten aus biologischem Anbau verwendet,
genauso wie für die Galettes, Crêpes und üppigen Salate. Außerdem
gibt’s einige gute vegane Gerichte.
CERVECERÍA TALLER DE TAPAS SPANISCH €€
Karte offline
Google Maps (
93 481 62 33;
Carrer Comtal 28; Hauptgerichte 8–15 €;
Mo–Sa 10–24, So
ab 12 Uhr;
Urquinaona) Das muntere, zwanglose Lokal
mit weißen Steinwänden und Balkendecke serviert ein breites Angebot
an Tapas sowie wechselnde Tagesgerichte wie cochinillo
(Spanferkel). Reizvoll sind auch die Biere aus aller Welt wie Leffe
Blond, Guinness, Brahma und Sol.
BUN BO VIETNAMESISCH €
Karte offline
Google Maps (
93 301 13 78;
Carrer dels Sagristans; Hauptgerichte 7–11 €;
13–24
Uhr;
Jaume I) An einem winzigen Platz bei der
Kathedrale serviert das Bun Bo herzhafte pho (Nudelsuppe mit
Rind oder Huhn), bȧnh xèo (herzhafte Pfannkuchen) und andere
vietnamesische Klassiker. Speisen kann man draußen im Schatten an
Chromtischen oder drinnen inmitten von Papierlaternen, übergroßen
Fotos der Halong-Bucht und einem waghalsig geneigten Fahrradtaxi.
Außerdem gibt’s gute Cocktails und Mittagsangebote.
LA PLATA TAPAS €
Karte offline
Google Maps (Carrer de la Mercè
28; Tapas ca. 3,50 €;
Mo–Sa 9–15 &
18 Uhr bis spät;
Jaume I)
Das versteckt in einer schmalen Gasse gelegene La Plata ist eine
bescheidene, aber beliebte bodega mit nur drei Gerichten:
pescadito frito (kleine gebratene Sardinen),
butifarra (Wurst) und Tomatensalat. Dazu gibt’s sehr
erschwinglichen und trinkbaren Wein (1 € pro Glas) – und fertig ist
ein tolles Tapaslokal.
AGUT KATALANISCH €€
Karte offline
Google Maps (www.restaurantagut.com; Carrer
d’en Gignàs 16; Hauptgerichte 16–25 €;
Di– Sa mittags
& abends, So mittags;
Drassanes)
Hier wird klassisch gekocht – tief im Innern des gotischen
Labyrinths. Gemütliche Nischen sind durch breite Bögen miteinander
verbunden, an den Wänden hängt Kunst. Auch die Köche zaubern wahre
Kunstwerke: über Eichenholz gegrilltes Fleisch oder köstliche
Gerichte mit Meeresfrüchten wie etwa die cassoleta de rap a
l’all cremat amb cloïsses (Seeteufel mit angebräuntem Knoblauch
und Venusmuscheln).
LOS CARACOLES SPANISCH €€€
Karte offline
Google Maps (
93 301 20 41;
www.los-caracoles.es;
Carrer dels Escudellers 14; Hauptgerichte 13–32 €;
Drassanes) Die Familie Bofarull betreibt
das Lokal schon in der fünften Generation. 1835 wurden „Die
Schnecken“ als Taverne gegründet. Heute ist das Haus eines von
Barcelonas bekanntesten Restaurants, wenn inzwischen auch etwas
touristisch. Die Wände der ineinander übergehenden Räume (u. a. ein
kleiner, mittelalterlicher Bankettraum) sind mit Knoblauchzöpfen
dekoriert und mit schönen Holztischen möbliert – die Geschichte des
Hauses ist überall spürbar. Grillhähnchen und Schnecken sind die
hiesigen Spezialitäten.
BAR CELTA GALICISCH €
Karte offline
Google Maps (Carrer de la Mercè
16; Tapas 3–6 €;
Di–So 12–24
Uhr;
Drassanes) Die helle, laute Tapasbar hat
sich auf pulpo (Oktopus) und anderes
Seegetier wie navajas (Schwertmuscheln) spezialisiert – mit
großem Erfolg. Selbst anspruchsvolle Galicier empfehlen das Lokal.
An der Theke wird Ribeiro-Wein in traditionellen tazas (weißen Tässchen) ausgeschenkt, eine
wunderbare Ergänzung zu den Meeresfrüchte-raciones.
Spaziergang
Versteckte Schätze im Barri Gòtic
START LA CATEDRAL
ZIEL PLAÇA DEL REI
LÄNGE 1,5 KM
DAUER 1½ STD.

Der Rundgang durch das Barri Gòtic ist eine Zeitreise von den frühen Tagen des römischen Barcino bis zum Mittelalter.
Bevor man die Kathedrale besucht, sieht man
sich an einem Gebäude am Platz die
drei
Picasso-Friese im typischen Stil des Meisters an. Bei der
Besichtigung der
Kathedrale sollte man auch
einen Blick in den Kreuzgang mit seinen 13 Gänsen werfen.
Danach geht’s in die alte befestigte Stadt und
rechts zur
Plaça
de Sant Felip Neri. Die Mauern der alten Kirche wurden 1939
durch Bomben beschädigt. Die Spuren sind noch heute zu sehen. Eine
Gedenktafel erinnert an die Opfer (meist Kinder).
Nach dem Verlassen des Platzes biegt man
rechts in eine Gasse mit einer
kleinen
Statue der Santa Eulàlia, einer der
Schutzheiligen Barcelonas; sie wurde während ihres Martyriums
gefoltert.
Weiter geht es nach Westen zur großen
Església de Sant
Maria del Pi aus dem 14. Jh., die v. a. wegen ihrer prächtigen
Fensterrose bekannt ist.
Der Rundgang folgt danach der gekrümmten
Straße und führt hinunter zur
Plaça
Reial, einem der hübschesten Plätze der Stadt. Am Brunnen
stehen von Antoni Gaudí entworfene Lampen.
Dann geht’s zurück zum Carrer de la Boqueria
und nach links in den Carrer de Sant Domènec del Call. Er führt ins
Viertel El Call, bis zum blutigen Pogrom von 1391 das Herz des
jüdischen Viertels. Die
Sinagoga
Major, eine der ältesten Synagogen Europas, wurde 1996
wiederentdeckt.
Anschließend überquert man die Plaça de Sant
Jaume und biegt hinter dem Carrer del Bisbe nach links ab. Bald
kommt man am Eingang zu den Überresten eines
Römischen Tempels vorbei: vier
Säulen versteckt in einem kleinen Hof.
Letzter Stopp ist die
Plaça del Rei, ein malerischer
Platz, an dem Ferdinand und Isabella, die Katholischen Könige,
Kolumbus nach dessen erster Fahrt in die Neue Welt empfingen. Im
ehemaligen Palast ist heute ein ausgezeichnetes historisches Museum
untergebracht.
CAELUM CAFÉ €
Karte offline
Google Maps (
93 302 69 93;
Carrer de la Palla 8;
Snacks 2–4 €;
Mo–Do
10.30–20.30, Fr & Sa 10.30–23.30, So 11.30–21 Uhr;
Liceu) In diesem wunderschönen
mittelalterlichen Gebäude im Herzen der Stadt werden traditionelle
Köstlichkeiten aus ganz Spanien verkauft. Auch Leckereien aus
spanischen Nonnenklöstern (z. B. das unwiderstehliche Marzipan aus
Toledo) sind hier zu haben. Neben dem Laden gibt’s ein hübsches
Café und in einem stimmungsvollen Kellergewölbe kann man ab 15.30
Uhr Tee und Gebäck zu sich nehmen.
MILK BRUNCH €
Karte offline
Google Maps (www.milkbarcelona.com; Carrer
d’en Gignàs 21; Hauptgerichte 9–10 €;
10– 16 &
18.30–23.30 Uhr;
Jaume I)
Das von Iren geführte Milk ist zwar auch als coole Cocktailbar
bekannt, seine Hauptaufgabe besteht jedoch darin, nach
durchfeierten Nächten für einen stärkenden Brunch (bis 16 Uhr) zu
sorgen. In dem kleinen, aber gemütlichen Lokal werden dann
Pfannkuchen, Eier Benedikt und andere Katerspeisen gereicht.
Zurück zum Anfang des Kapitels
AUSGEHEN
& NACHTLEBEN
OVISO BAR
Karte offline
Google Maps (Carrer d’Arai
5;
10–2 Uhr;
Liceu) Das
Oviso ist ein beliebtes, erschwingliches Restaurant mit Tischen an
einem Platz. So richtig zum Leben erwacht das Bohèmelokal aber erst
abends, dank einem wild gemischten Publikum, einer tollen Stimmung
und zwei Räumen mit Fin-de-Siècle-Einrichtung und merkwürdigen
Wandbildern von flüchtenden Gänsen, springenden Delphinen und
blauen Pfauen auf hellrotem Hintergrund.
LA CERVETECA BAR
Karte offline
Google Maps (Carrer de Gignàs
25;
Mo–Do 16– 22, Fr & Sa 13–23, So 13–22
Uhr;
Jaume I) Die Cerveteca ist ein Muss für
Bierfreunde und serviert eine eindrucksvolle Auswahl von Bieren aus
aller Welt. Neben den vielen Flaschenbieren gibt’s ein wechselndes
Angebot an Bieren vom Fass wie Taras Boulba (aus Belgien),
deutsches Helles oder Spaceman IPA (aus den USA). Die
mittelalterlichen Mauern und Stehtische aus Fässern – hinten gibt’s
auch ein paar Sitzplätze – sorgen für ein nettes Ambiente.
ČAJ CHAI CAFÉ
Karte offline
Google Maps (
93 301 95 92;
Carrer de Sant Domènec del Call 12;
Mo 15–22, Di–So
10.30– 22 Uhr;
Jaume I)
Das helle, muntere Café im Herzen des alten jüdischen Viertels
nimmt sich die Prager Künstler-Teesalons zum Vorbild und ist ein
echtes Paradies für Teekenner. Das Čaj Chai hat über 100 Tees aus
z. B. China, Indien, Korea, Japan, Nepal und Marokko vorrätig. Sehr
beliebt bei den Einheimischen!
MARULA CAFÈ BAR
Karte offline
Google Maps (www.marulacafe.com; Carrer dels
Escudellers 49;
23–5 Uhr;
Liceu) Die Kneipe im Herzen des Barri
Gòtic ist wirklich eine Entdeckung! Das Marula versetzt seine Gäste
mit bestem Funk und Soul zurück in die 1970er-Jahre. Die
Musikrichtung wechselt immer mal wieder, die DJs legen
verschiedenste Rhythmen auf – von Breakbeat bis House. Samba und
Tanzmusik aus Brasilien werden ebenfalls regelmäßig gespielt.
POLAROID BAR
Karte offline
Google Maps (Carrer dels Còdols
29;
19– 2.30 Uhr;
Drassanes)
Wie der Name schon andeutet, bietet das Polaroid mit den an den
Wänden befestigten Videotapes, alten Filmplakaten, den Tischen mit
Comics, den Actionfiguren und anderem Kitsch eine echte Reise in
die Vergangenheit. Das anspruchslose Publikum erfreut sich an
billigen cañas (Bier vom Fass; 2 €), guten Mojitos und
kostenlosem Popcorn.
BOOTLEG BAR
Karte offline
Google Maps (Carrer de Lledó
5;
So–Do 9.30–0.30, Fr & Sa bis 2 Uhr;
Jaume I) Das Bootleg, eine von einer
wachsenden Zahl an Café-Bars in dieser Straße, erstreckt sich über
zwei Etagen, erstrahlt in warmem Licht und erfreut sich einer
schicken, aber unprätentiösen Kundschaft aus Einheimischen und
Ausländern, die zum Plaudern und wegen der fairen Getränkepreise
herkommen. Im Hintergrund läuft Electronica.
DUSK LOUNGE
Karte offline
Google Maps (Carrer de la Mercè
23;
18– 2.30 Uhr;
Drassanes)
Das in einer stimmungsvollen Gasse im Gotischen Viertel versteckte
Dusk schwankt zwischen lauter Bar und intimer Cocktaillounge. Es
gibt verschiedene Räume mit gedämpftem Licht, alten Backsteinwänden
und gemütlichen Sofas, gleichzeitig läuft auf großen Bildschirmen
aber auch Sport. Das Cocktails schlürfende und Tapas nibbelnde
Publikum besteht zumeist aus Ausländern.
BOSC DE LES FADES LOUNGE
Karte offline
Google Maps (Passatage de la
Banca 5;
10– 1 Uhr;
Drassanes)
Getreu seinem Namen bietet der „Feenwald“ eine originelle
Rückzugsmöglichkeit vom Trubel der nahen Ramblas. Unterhalb eines
Wäldchens mit Brunnen und Grotte sind Lounge-Sessel und
lampenbeleuchtete Tische platziert – ein interessanter Ort für
einen Cocktail zum Auftakt des Abends.
BARCELONA PIPA CLUB BAR
Karte offline
Google Maps (
93 302 47 32;
www.bpipaclub.com; Plaça
Reial 3;
22–4 Uhr;
Liceu) Der
Club der Pfeifenraucher erinnert mit seinen verschiedenen
miteinander verbundenen Räumen und viel Nippes – vor allem
natürlich Pfeifen, nach denen der Club schließlich auch benannt ist
– an eine Wohnung. Wer rein will, muss unten an der Tür klingeln
und dann zwei Stockwerke die Treppe hinaufgehen.
BLONDIE BAR
Karte offline
Google Maps (www.blondie-bcn.com; Carrer d’en
Roca 14;
20–2 Uhr;
Liceu) Das
Lokal in einer Seitenstraße war lange eine düstere kleine Spelunke,
die mit der Zeit in Vergessenheit geriet. Jetzt erfreut sich die
Bar unter der Leitung eines Italieners einer treuen Stammkundschaft
aus dem Viertel, die es wegen der New-Wave-Hits aus den
1980er-Jahren hierher zieht. Dazu kommen die subtile bunte
Beleuchtung, schwarz-weiße Kachelwände, Estrella Galicia (das
erfrischendste helle Bier des Landes) und zuweilen eine
konspirative Stimmung.
EL PARAIGUA BAR
Karte offline
Google Maps (
93 302 11 31;
www.elparaigua.com; Carrer
del Pas de l’Ensenyança 2;
Mo– Mi 10–24,
Do–Sa 11–2 Uhr;
Liceu) Der
„Regenschirm“ erinnert an eine winzige Pralinenschachtel und
präsentiert sich in dunklen Modernisme-Tönen. Seit den
1960er-Jahren werden hier Getränke ausgeschenkt. Die
Jugendstilausstattung stammt aus einem Laden, der im Viertel
abgerissen wurde, die Einrichtung wurde am alten Standort ab- und
hier wieder aufgebaut: Fertig war das gemütliche Lokal.
Wer in den Gewölbekeller hinuntersteigt, unternimmt eine Zeitreise vom Modernisme ins Mittelalter: Dort unten stammen die Mauern teilweise noch aus dem 11. Jh. Donnerstags ab 22 Uhr legen hier DJs auf und freitags und samstags spielen ab 23.30 Uhr Bands Funk, Soul, Rock und Blues.
MANCHESTER BAR
Karte offline
Google Maps (www.manchesterbar.com; Carrer de
Milans 5;
19–2.30 Uhr;
Liceu) Die
Kneipe wurde im Lauf der Jahre mehrmals umgestaltet. Heute bekommen
die Gäste hier den Sound hervorragender Gruppen aus Manchester zu
hören – von den Chemical Brothers bis zu Oasis. Jede Menge Tische
stehen kreuz und quer im Raum verteilt, die Stimmung ist locker und
lässig.
SINATRA BAR
Karte offline
Google Maps (
93 412 52 79;
Carrer de les Heures 4–10;
So–Do 18–2.30, Fr
& Sa bis 3 Uhr;
Liceu)
Mittwochs bis samstags verwandelt sich das beliebte Restaurant ab
etwa 23 Uhr in eine muntere Bar: Dann legen DJs für ein überwiegend
ausländisches Publikum verschiedenste Musik auf, von House über
altmodischen Jazz bis zu Hits der Achtziger. Die Einrichtung
verleiht dem Ganzen ein edles Ambiente und die Cocktails sind
erstklassig.
CAFÈ DE L’ÒPERA CAFÉ
Karte
(
93 317 75 85;
www.cafeoperabcn.com; La
Rambla 74;
8.30–2.30 Uhr;
Liceu)
Gegenüber dem Gran Teatre del Liceu liegt seit 1929 das
interessanteste Café der Rambla – ein angenehmer Ort für Drinks am
frühen Abend oder einen Kaffee mit Croissants am Vormittag. Das
obere Stockwerk bietet interessante Ausblicke auf den belebten
Boulevard. Sehr zu empfehlen ist der verführerische cafè de lʼÒpera – ein
Kaffee mit Schokoladenmousse.
LA CLANDESTINA CAFÉ
Karte offline
Google Maps (
93 319 05 33;
Baixada de Viladecols 2;
So–Do 10–22, Fr
& Sa bis 24 Uhr;
;
Jaume
I) Tee, türkischer Kaffee, Mango-Lassis und Wasserpfeifen –
wie viele Cafés und Bars in der Nähe verströmt auch das Clandestina
mit seinen bunten Wänden, den schwarzen Katzen, die überall
herumstreifen, und wechselnder Kunst ein kreatives Flair. Es werden auch Bier und Wein ausgeschenkt.
SALTERIO CAFÉ
Karte offline
Google Maps (Carrer de Sant
Domènec del Call 4;
Mo–Sa 14–1
Uhr;
Jaume I) Das Salterio, ein sehr
stimmungsvolles Café in einer winzigen Gasse in El Call, serviert
Tee, türkischen Kaffee und Snacks; für das Ambiente sorgen
Steinwände, Weihrauch und nahöstliche Hintergrundmusik. Toll ist
der Minztee mit echter Minze – so gut wie in Marokko!
BLVD CLUB
Karte offline
Google Maps (
93 301 62 89;
www.boulevardcultureclub.com;
La Rambla 27;
Mi–Sa 0–6
Uhr;
Drassanes) Der (gemäß dem alten Geist der
unteren Rambla) von Stripteasebars flankierte Laden hat schon
unzählige Wandlungen durchgemacht. Heute prägen die verschiedenen
DJs den Charakter des Clubs. Es gibt drei Tanzräume, einen davon
oben, und das Ganze hat ein nett kitschiges Flair; gespielt wird
alles von Hits der Achtziger bis zu House (besonders samstags im
Hauptraum). Kein besonderer Dresscode.
KARMA CLUB
Karte offline
Google Maps (
93 302 56 80;
www.karmadisco.com; Plaça
Reial 10;
Di–So 0–5.30 Uhr;
Liceu)
Unter der Woche läuft hier gute Mainstream-Indiemusik, am
Wochenende alles von Rock bis Disko. Der Club ist ein Evergreen in
Barcelona und in dem kleinen, schlauchartigen Lokal wird es meist
brechend voll: Jede Menge nette Einheimische und Auswärtige treffen
sich hier.
LA MACARENA CLUB
Karte offline
Google Maps (
637 416647;
www.macarenaclub.com;
Carrer Nou de Sant Francesc 5;
0–5 Uhr;
Drassanes) Kaum zu glauben, dass hier
früher ein mit Kacheln verkleidetes andalusisches Flamenco-Lokal zu
Hause war! Heute ist der winzige Club ein dunkler Tanzschuppen, auf
dessen wenigen Quadratmetern die Gäste an der Bar hocken und
angeregt mit den Nachbarn plaudern und dann zwischendurch
aufstehen, um zu E-Musik und House vom DJ zu tanzen.
Zurück zum Anfang des Kapitels
UNTERHALTUNG
HARLEM JAZZ CLUB LIVEMUSIK
Karte offline
Google Maps (
93 310 07 55;
www.harlemjazzclub.es;
Carrer de la Comtessa de Sobradiel 8; Eintritt 6–15 €;
Di–Do & So 20–4, Fr & Sa bis 5
Uhr;
Drassanes) Die enge Altstadtkneipe zählt
zu den besten Adressen der Stadt für Jazz; gelegentlich wird auch
ein bisschen Latin, Blues und Afrikanisches gespielt. Das bunt
gemischte Publikum lauscht mit großem Respekt aufmerksam den
einzelnen Darbietungen. In der Regel finden pro Abend zwei Sessions
mit verschiedenen Musikern statt. Wer gern nah an der Bühne sitzen
möchte, sollte frühzeitig eintreffen.
JAMBOREE LIVEMUSIK
Karte offline
Google Maps (
93 319 17 89;
www.masimas.com/jamboree;
Plaça Reial 17; Eintritt 8–13 €;
20– 6 Uhr;
Liceu) Lange bevor Franco dieser Welt
adiós sagte, hat das Jamboree den Swingfans schon Freuden
mit Jazz- und Bluesgrößen vom Kaliber eines Chet Baker oder einer
Ella Fitzgerald beschert. Heute finden in der Regel zwei Konzerte
statt (um 20 und 22 Uhr). Um Mitternacht verwandelt sich das
Jamboree in einen DJ-Club mit Hip-Hop, Funk und R&B. Montags
finden Jamsessions statt (Eintritt nur 4 €).
SIDECAR FACTORY CLUB LIVEMUSIK
Karte offline
Google Maps (
93 302 15 86;
www.sidecarfactoryclub.com;
Plaça Reial 7; Eintritt 8–18 €;
Mo–Sa 22–5
Uhr;
Liceu) Der Eingang befindet sich an der
Plaça Reial. Die Gäste kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen
hierher: Die einen, um vor Mitternacht etwas zu essen oder sich im
Erdgeschoss (schließt spätestens um 3 Uhr morgens) ein paar Drinks
zu genehmigen, die anderen, um im rot gestrichenen Kellergewölbe
Livemusik zu hören (an den meisten Abenden der Woche). Das
musikalische Spektrum reicht von Indie aus England bis zu Country
Punk – Rock und Pop stehen jedoch an erster Stelle. Die meisten
Konzerte beginnen um 22 Uhr. Ab 0.30 Uhr übernehmen DJs das
Ruder.
CONCERT DE CARILLÓ LIVEMUSIK
Karte offline
Google Maps (www.gencat.net/presidencia/carillo,
auf Spanisch; Palau de la Generalitat, Plaça de Sant Jaume;
Okt.–Juli 1. So des Monats 12 Uhr, Juli an
versch. Tagen 21 Uhr;
Jaume I)
Ein fünf Tonnen schweres Glockenspiel mit 49 Bronzeglocken ertönt
im Amtssitz der katalanischen Regierung im Rahmen von monatlich
stattfindenden kostenlosen „Konzerten“ – eine der seltenen
Gelegenheiten, das Gebäude zu betreten. Im schönen gotischen Pati
dels Tarongers, einer von Orangenbäumen gesäumten Terrasse in der
Mitte der Anlage, wird das Publikum mit einem
Mittagskonzert verwöhnt, bei dem auf den Glocken unterschiedlichste
Musikrichtungen, von Klassik bis Bossa Nova, erklingen.
DIE FURIOSE FURA DELS BAUS
Augen auf und aufgepasst: Fast schon ein Muss ist der Besuch einer Aufführung von Barcelonas exzentrischer Theatertruppe La Fura dels Baus (www.lafura.com). Sie gilt mittlerweile weltweit als Markenzeichen für spektakuläres, oft akrobatisches Chaos-Theater, in das oft auch das Publikum mit einbezogen wird. Die Truppe ging aus dem Straßentheater der 1970er-Jahre in Barcelona hervor. Obwohl sich das technische Können natürlich weiterentwickelt und international große Anerkennung erfahren hat, ist die Truppe ihren Wurzeln im spontanen Straßentheater treu geblieben.
L’ATENEU KLASSISCHE MUSIK
Karte
(
93 343 21 61;
www.masimas.com/fundacio;
Carrer de la Canuda 6; Eintritt 12–15 €;
Catalunya)
Intensive halbstündige Sessions mit Kammermusik bietet diese
altehrwürdige Institution (mit Club). Die Konzerte finden in der
Regel freitags, samstags und sonntags um 18, 19 und 20 Uhr
statt.
GRAN TEATRE DEL LICEU THEATER, LIVEMUSIK
Karte offline
Google Maps (
93 485 99 00;
www.liceubarcelona.com;
La Rambla dels Caputxins 51–59;
Theaterkasse
Mo–Fr 13.30–20 & Sa & So 1 Std. vor
Vorstellungsbeginn;
Liceu)
Barcelonas prächtiges altes Opernhaus wurde nach dem Brand 1994
restauriert und zählt nun zu den technisch modernsten Theatern der
Welt. Das großartige Auditorium erstrahlt wieder im Glanz des 19.
Jhs. und besticht gleichzeitig mit hochmoderner Akustik. Wer hier
Platz nimmt, begibt sich auf eine Art Zeitreise. Die Preise reichen
von 8 € für einen Platz hinter einer Säule bis zu stattlichen 194 €
für einen guten Platz an einem Opernabend.
SALA TARANTOS FLAMENCO
Karte offline
Google Maps (
93 319 17 89;
www.masimas.net; Plaça Reial
17; Eintritt ab 7 €;
Vorstellungen
20.30, 21.30 & 22.30 Uhr;
Liceu)
Seit 1963 gilt das Kellerlokal als die Bühne für
aufstrebende Flamencogruppen, die in Barcelona gastieren. Heute
bedient das Tarantos vorwiegend Touristen: Dreimal am Abend finden
halbstündige Vorstellungen statt. Trotz allem ist dies eine gute
Einführung in den Flamenco und außerdem ein recht nettes Plätzchen
für einen Drink.
TABLAO CORDOBÉS FLAMENCO
Karte offline
Google Maps (
93 317 57 11;
www.tablaocordobes.com;
La Rambla 35; Show 39 €, mit Abendessen 62–70 €;
Vorstellungen
20.15, 22 & 23.30 Uhr;
Liceu)
Dieser tablao (Restaurant mit Flamenco-Darbietungen) ist
seit 1970 gut im Geschäft. Die Künstler treten auf einer winzigen
Holzbühne mit einer Kulisse auf, die wohl an die Alhambra von
Granada erinnern soll. Im Allgemeinen buchen die Gäste die Show in
Kombination mit einem Abendessen. Es ist aber auch möglich, nur die
Vorführung zu besuchen (Dauer etwa 1¼ Std.). Einige berühmte Namen
sindhier schon aufgetreten, es ist also nicht nur Tourikitsch.
Zurück zum Anfang des Kapitels
SHOPPEN
Die Rambla bietet einige nette Läden, aber so richtig interessant wird es erst im Labyrinth des Barri Gòtic, wo es in den schmalen alten Gassen viel zu entdecken gibt. Im Carrer d’Avinyó findet man junge Mode, die Avinguda del Portal de l’Àngel bietet die unterschiedlichsten Geschäfte, süße altmodische Läden säumen den Carrer de la Dagueria.
TALLER DE MARIONETAS TRAVI SPIELWAREN
Karte offline
Google Maps (
93 412 66 92;
Carrer de n’Amar-gós 4;
Mo–Sa 12–21
Uhr;
Urquinaona) Der in den 1970er-Jahren
eröffnete stimmungsvolle Laden verkauft schöne handgefertigte
Marionetten. Neben Don Quixote, Sancho Panza und anderen typisch
spanischen Figuren gibt’s auch ungewöhnlichere Arbeiten aus anderen
Teilen der Welt, darunter seltene sizilianische Puppen und Stücke
aus Birma und Indonesien. Die meisten sind aus Holz oder
Pappmaschee und vollständig beweglich. Wer möchte, kann sich eine
Marionette anfertigen lassen, die so aussieht wie man selbst (ab
300 €); Näheres im Geschäft, auf jeden Fall muss man dafür ein Foto
mitbringen.
L’ARCA DE L’ÀVIA VINTAGE-MODE
Karte
(
93 302 15 98;
Carrer dels Banys Nous 20;
Liceu)
Großmutters Truhe steckt voller
außergewöhnlicher Erinnerungen an die Vergangenheit, von bestickten
Seidenwesten aus dem 18. Jh. und aufwendigen Seidenkimonos bis zu
Hochzeitskleidern und Schultertüchern aus den 1920er-Jahren. Auch
die Kostümbildner von Filmen wie Titanic, Sprich mit ihr und Das
Parfum wurden hier fündig.
SALA PARÉS KUNST & KUNSTHANDWERK
Karte offline
Google Maps (
93 318 70 20;
www.salapares.com; Carrer
del Petritxol 5;
Mo 16–20, Di– Sa
10.30–14 & 16.30–20 Uhr;
Liceu) In
der Galerie, die zu den ehrwürdigsten und immer noch aktivsten
Privatgalerien der Stadt gehört, wurden vor hundert Jahren Picassos
Werke verkauft. Die Sala Parés existiert seit 1877 und behauptet
ihre Position als einer der führenden Händler alter und neuer
katalanischer Kunst.
PAPABUBBLE LEBENSMITTEL
Karte offline
Google Maps (
93 268 86 25;
www.papabubble.com; Carrer
Ample 28;
Liceu) Der Bonbonladen erscheint
Besuchern wie eine Reise in die Vergangenheit. Noch heute bekommt
man hier quietschbunte, klebrige Lutscher wie einst in den
Tante-Emma-Läden der Kindheit. Trotz der scheinbaren Zeitlosigkeit
ist das Unternehmen aber relativ jung. Australier haben es in
Barcelona gegründet, mittlerweile gibt es weitere Läden in
Amsterdam, New York und einer Handvoll anderer Städte.
CERERIA SUBIRÀ KERZEN
Karte offline
Google Maps (
93 315 26 06;
Baixada de la Llibreteria 7;
Jaume I)
Auch wer kein Interesse an bunten Kerzen hat, sollte sich den
ältesten Laden Barcelonas mit seinem barocken Ambiente anschauen.
Er existiert seit 1761 und ist seit dem 19. Jh. an diesem Ort.
XOCOA LEBENSMITTEL
Karte offline
Google Maps (
93 301 11 97;
www.xocoa-bcn.com; Carrer
del Petritxol 11–13;
Liceu) In
der süßen Lasterhöhle am von Cafés und Boutiquen gesäumten Carrer
de Petritxol gibt’s endlose Reihen von Schokotafeln, gefüllten
Pralinen und süßem, klebrigem Gebäck. Zusätzlich zu diesem Laden
finden sich noch über ein Dutzend weitere Filialen in der
Stadt.
GOTHAM EINRICHTUNG
Karte offline
Google Maps (
93 412 46 47;
www.gotham-bcn.com; Carrer
de Cervantes 7;
Mo–Fr 11–14 &
17–20 Uhr;
Jaume I) Liebhaber von Retrodesign werden
sich Hals über Kopf in diesen faszinierenden Laden mit seinen
Chromlampen von der Mitte des 20. Jhs., den schicken modernen
dänischen Möbeln und den geometrischen Wohnaccessoires verlieben.
Es gibt Sachen von den 1930er- bis zu den 1970er-Jahren. Wenn das
Elchgeweih nicht in den Koffer passt, nimmt man vielleicht doch
lieber ein Gotham-T-Shirt.
ESPACIO DE CREADORES MODE
Karte offline
Google Maps (
93 318 03 31;
Carrer Comtal 22;
Catalunya)
Dieser Outletstore mit einem breiten Angebot an günstiger Damenmode
und Accessoires von einer langen Liste spanischer und einiger
internationaler Designer wirbt damit, dass die Preise hier um bis
zu 70 % unter den Originalpreisen liegen.
URBANA MODE
Karte offline
Google Maps (
93 269 09 20;
Carrer d’Avinyó 46;
Mo–Sa 11–21
Uhr;
Liceu) Fröhliche bunte Klamotten, Schuhe
und Accessoires warten auf kauflustige junge Leute. Das zwanglose
baskische Geschäft bietet auffällige Kleidung wie Männer-T-Shirts
von Supremebeing, Blumenkleider von Yumi und stilvolle Hüte von
Atlantis.
CÓMPLICES BÜCHER
Karte offline
Google Maps (Carrer de Cervantes
4;
Jaume I) Der Laden, eine der größten
Schwulen- und Lesben-Buchhandlungen der Stadt, bietet eine breite
Palette an anspruchslosem erotischen Material – DVDs,
Zeitschriften, Comicromane – sowie intellektuell anspruchsvolleren
Lesestoff. Ein freundlicher Laden für alle Altersgruppen und
sexuellen Vorlieben.
FC BOTIGA SOUVENIRS
Karte offline
Google Maps (
93 269 15 32;
Carrer de Jaume I 18;
10–21 Uhr;
Jaume I) Wer ein Lionel-Messi-Trikot,
einen blau-weinroten Ball oder andere Fußballfanartikel sucht, wird
in diesem günstig gelegenen Fanshop fündig.
HERBORISTERIA DEL REI FACHGESCHÄFT
Karte offline
Google Maps (
93 318 05 12;
www.herboristeriadelrei.blogspot.com;
Carrer del Vidre 1;
Di–Fr 16–20, Sa
10–20 Uhr;
Liceu) Der frühere Hoflieferant von
Königin Isabella II. verkauft alle möglichen seltsamen Kräuter,
Gewürze und Heilpflanzen. Das Geschäft existiert seit 1823 und
wurde seit den 1860er-Jahren nicht mehr verändert. Aber bei den
Produkten hat sich einiges getan und heute gibt’s hier alles Mögliche von Duftseifen bis zu
Massageölen. Tom Tykwer drehte hier einige Szenen seines Films
Das Parfum.
LE BOUDOIR FACHGESCHÄFT
Karte offline
Google Maps (
93 302 52 81;
www.leboudoir.net; Carrer de
la Canuda 21;
Catalunya)
Zum Aufpeppen des Liebeslebens ist der Laden genau richtig. Hier
wird alles von der gewagten Spitzenwäsche bis zu Sexspielzeug
verkauft – wie wär’s mit kristallverzierten Handschellen oder
Peitsche und Maske?
EL INGENIO FACHGESCHÄFT
Karte offline
Google Maps (
93 317 71 38;
www.el-ingenio.com; Carrer
d’en Rauric 6;
Liceu) In
dem skurrilen Phantasieladen werden riesige Karnevalsmasken,
Kostüme, Theaterzubehör und ähnliche lustige Dinge angeboten. Auch
venezianische Masken, Flamencokostüme, Gorillamasken, Jo-Jos,
Kazoos und Einräder findet man hier.
OBACH ACCESSOIRES
Karte offline
Google Maps (
93 318 40 94;
Carrer del Call 2;
Liceu)
Seit 1924 handelt der Laden im Herzen des Call (jüdisches Viertel)
mit allen möglichen Kopfbedeckungen. Hier gibt’s Kangol-Flatcaps
aus Mohair, Hipster-Hüte mit kurzer Krempe, Filzhüte, elegante
Strohhüte und barrets (Barette) in allen möglichen
Farben.
CASA BEETHOVEN MUSIK
Karte offline
Google Maps (
93 301 48 26;
La Rambla de Sant Josep 97;
Liceu) Die
Casa Beethoven ist nicht irgendein altes Notengeschäft: Der Laden
existiert bereits seit 1880 und gleicht eher einem Museum als einem
Geschäft. Zu den prominenten Kunden zählen Montserrat Caballé, José
Carreras und Plácido Domingo. Doch die Inhaber gehen mit der Zeit
und verkaufen sowohl Mozart als auch Metallica. Samstags finden
manchmal kleine Konzerte statt.
LA MANUAL ALPARGATERA SCHUHE
Karte offline
Google Maps (
93 301 01 72;
http://homepage.mac.com/manualp;
Carrer d’Avinyó 7;
Liceu)
Alle Welt – von Salvador Dalí bis zu Jean Paul Gaultier – hat hier
bereits espadrilles bestellt. Die berühmten Leinenschuhe mit
der geflochtenen Sohle erblickten in diesem kurz nach dem
Bürgerkrieg gegründeten Laden das Licht der Welt; die Wurzeln des
einfachen Designs reichen aber weit in die Vergangenheit
zurück.

