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Gebannt verfolgte Dorothea, wie ihr Gegenüber die Stirn runzelte und das erste Blatt überflog, dann das zweite und dritte. Ihre Hände krampften sich um den Beutel aus sandfarbenem Leder. Jedes Rascheln schien ihr unnatürlich laut und ließ sie fast von der Stuhlkante aufspringen. Wie würde sein Urteil lauten? Warum brauchte er so lang?

Nach scheinbar endlosen Minuten sah er schließlich auf und räusperte sich. »Nicht schlecht, Fräulein Schumann. Wirklich nicht schlecht.«

Dorothea stieß erleichtert die Luft aus. »Werden Sie es drucken?«

Herbert Dünnebier wiegte den Kopf ein paar Mal hin und her. »Unter zwei Bedingungen«, sagte er schließlich. »Erstens: Als Autor geben wir einen Männernamen an.«

Ihre grünen, leicht schräg stehenden Augen weiteten sich vor Empörung. »Aber das wäre doch Betrug!«, protestierte sie. »Es ist meine Geschichte.«

Der Herausgeber und Redakteur der Dresdner Postille fixierte sie streng. »Fräulein Schumann! Muss ich Ihnen wirklich erklären, dass ich es mir nicht leisten kann, die Herren vom Magistrat vor den Kopf zu stoßen? Ein junges Mädchen als Schreiberin dieser Zeilen – und dann auch noch die Tochter eines Missionars! Die Verteidiger von Sitte und Anstand würden mir die Hölle heißmachen. Und das bringt mich zu meiner zweiten Bedingung: Sie müssen es so umschreiben, dass die Frau Geheimrätin nicht zu identifizieren ist! Ich kann mir eine Klage wegen bösartiger Nachrede nicht leisten.«

»Genau so hat Grete es mir aber geschildert«, beharrte sie. »Ich habe nicht ein Jota hinzuerfunden. Wenn es doch wahr ist, wieso darf man es nicht schreiben?«

Dünnebiers helle Augen hinter dem Kneifer schienen durch sie hindurchzublicken, als er leise sagte: »Kindchen, Sie sind noch sehr jung. Wenn Sie meine Jahre auf dem Buckel hätten, wüssten Sie, dass die Mitglieder der Hautevolee nichts so übel nehmen wie eine Bloßstellung. Das Los der Dienstmädchen in so manchen Haushalten ist bedauernswert, nicht nur bei der Frau Geheimrätin. Wir helfen ihnen mehr, wenn wir an das allgemeine Mitgefühl appellieren, als wenn wir eine einzelne Person an den Pranger stellen. Zu stellen versuchen, müsste ich sagen, denn die Dame verfügt über beste Verbindungen. Nein, Fräulein Schumann, mit der lege ich mich nicht an! Also, schreiben Sie es um oder nicht?«

Dorothea presste ihre vollen Lippen zu einem Strich zusammen. Ihr Unmut entging ihm nicht.

»Zu meinen Bedingungen oder gar nicht«, bekräftigte er nochmals, ordnete die Manuskriptseiten und reichte sie ihr über den Tisch. »Nun?«

»Ich schreibe es um«, gab sie nach. »Obwohl ich es nicht richtig finde. Es war unglaublich grausam von ihr. Sie hätte es verdient gehabt, bloßgestellt zu werden.«

Dünnebier ging darauf nicht ein. »Wie lange werden Sie brauchen?«

Dorothea überlegte, was ihre Mutter für die nächsten Tage geplant hatte. Wenn Waschtag war, kam sie kaum zum Verschnaufen, geschweige denn zum Schreiben. Hatte sie nicht etwas von Leinen lüften erwähnt? »Zwei Tage, wenn es regnet. Vier, wenn die Sonne scheint.«

Herr Dünnebier nickte. »Dann werde ich ›Das mitleiderregende Schicksal eines Dienstmädchens‹ für die übernächste Woche vorsehen.« Er zog die oberste Schreibtischschublade auf, hielt einen Moment inne, um dann kurz entschlossen den Deckel einer Schatulle zu heben. Metall klirrte leise gegen Metall. Gleich darauf schoben seine von Tintenflecken übersäten Finger ihr ein hell glänzendes Silberstück zu. »Ihr Vorschuss auf das Honorar«, brummte er. »Den Rest bei Ablieferung. Und jetzt habe ich noch zu tun. Guten Tag, Fräulein Schumann.«

Solcherart abgefertigt stieg Dorothea die Stufen zur Straße vor den Kellerräumen der Dresdner Postille hinauf. Im blendenden Licht der Frühjahrssonne schien der frisch gepunzte Silbertaler noch heller zu funkeln als dort unten im Kontor. Nachdenklich drehte sie ihn hin und her. Mit einem Honorar hatte sie gar nicht gerechnet. Eigentlich hatte sie nur ihrer Empörung Luft machen wollen. Die Dresdner Postille war berühmt-berüchtigt für ihre libertinistische Tendenz und daher prädestiniert, ein Unrecht, wie es Grete widerfahren war, anzuprangern.

Immer noch ballten Dorotheas Hände sich ganz wie von selbst zu Fäusten, wenn sie an Grete dachte: Die Geschichte der Kleinen war so banal wie traurig. Ihre Eltern, Taglöhner, schickten die Kinder in Stellung, sobald diese den Anforderungen der Dienstherren gerecht werden konnten. Auch Grete hatte am Tag nach ihrem zwölften Geburtstag ihr Bündel gepackt und war in die Stadt gewandert. Zuerst hatte niemand das knochige, schwächlich wirkende Kind in Stellung nehmen wollen. Deswegen war sie zutiefst dankbar gewesen, als sich endlich doch ein Haushalt fand, in dem sie als Spülmädchen aufgenommen wurde. Als rangniederstem Mitglied wurde ihr der Zwischenboden über dem Herd zugeteilt, ein im Sommer unerträglich heißer Ort, im Winter voller Ruß und Rauch. Trotzdem war sie zufrieden. Das Essen war knapp, aber immer noch reichlicher als daheim.

Mit vierzehn hatte sie sich zu einem recht ansprechenden Mädchen entwickelt. Ansprechend genug jedenfalls, um das Interesse des heranwachsenden Sohns der Familie zu wecken. Anfangs war Grete nur geschmeichelt gewesen, mit der Zeit jedoch hatte sie sich wirklich in den schüchternen Jungen verliebt. Sie hatten begonnen, sich heimlich im Gartenpavillon zu treffen, und das junge Mädchen träumte bereits von einer märchenhaften Zukunft. Natürlich waren die Rendezvous auf Dauer nicht unbemerkt geblieben, und die Frau Geheimrätin hatte ihre eigenen Methoden, die unpassende Liaison zu beenden. Adalbert wurde quasi über Nacht auf eine Schule in Süddeutschland geschickt. Ein paar Tage später schlug die Köchin Alarm: Es fehlte ein halbes Dutzend der silbernen Sonntagslöffel.

Nach langem Suchen wurden die sechs Löffel in Gretes Bündel gefunden. Wie energisch sie ihre Unschuld auch beteuerte – der Augenschein sprach gegen sie.

Die Frau Geheimrätin ließ Grete die Wahl, entweder würde sie die Gendarmen rufen und ihr diebisches Hausmädchen festsetzen lassen. Oder Grete verschwand freiwillig und ließ sich niemals wieder in Dresden blicken. Eine solche Wahl war keine Wahl. Tränenblind war Grete mit nichts als ihrem schäbigen Bündel auf die Straße gestolpert. Ihren ausstehenden Lohn hatte sie selbstverständlich nicht ausgezahlt bekommen, und auch ihr Dienstbuch hatte die Frau Geheimrätin einbehalten.

Als Dorothea auf sie aufmerksam geworden war, hatte sie am Elbufer gestanden und Anstalten gemacht, sich in das schmutzige Wasser zu stürzen.

Sie hatte sie angesprochen und mit nach Hause genommen. Versehen mit Proviant und einem Empfehlungsschreiben an Bekannte der Schumanns war Grete ein paar Tage später zwar traurig, aber nicht mehr verzweifelt nach Leipzig aufgebrochen.

Ob sie dort wohl eher ihr Glück finden würde?

Behutsam verstaute Dorothea den Taler in ihrem Beutel und machte sich auf den Heimweg.

Vor den Stufen zu ihrem Haus hatte sich ein kleiner Menschenauflauf gebildet.

Dorothea raffte ihre Röcke und rannte so schnell sie konnte die Straße entlang.

»Thea, wo warst du denn?«, rief Witwe Klingefeld aus dem zweiten Stock. »Deine Mutter hat dich schon überall gesucht.«

»Mach hin, Mädchen«, bestätigte Herr Grünvogel, der Gemüsehändler vom Eckladen. »Es scheint, dass dein Vater Nachricht geschickt hat, dass ihr nachkommen könnt.«

Theodor Schumann war rund anderthalb Jahre zuvor im Auftrag der Dresdner Mission nach Australien aufgebrochen. In Anbetracht der dortigen Lebensumstände sollte die Familie nachfolgen, sobald ihr dort eine angemessene Unterkunft zur Verfügung stand. Vor allen anderen hatte besonders Dorothea ungeduldig auf diese Nachricht gewartet.

Als sie in die Küche stürzte, war der Rest der Familie bereits vollzählig versammelt. Und auf dem Küchentisch lag er: der sehnlichst erwartete Brief. Ihre Mutter wirkte ungewohnt blass, als sie ihn aufnahm und sagte: »Hier. Ich habe es den anderen eben schon vorgelesen. Es ist so weit.«

Dorothea starrte auf die gestochen scharfen Buchstaben, ohne wirklich etwas zu sehen. »Wann?«, stammelte sie.

»Sehr bald«, erwiderte August anstelle der Mutter. »Unser Zubringerschiff nach London läuft schon in zwei Wochen von Hamburg aus. Was für ein Glück, dass die Dampfschiffe wieder fahren können! Sonst wäre es kaum zu bewältigen.«

Die erst drei Jahre zuvor gegründete Firma Elbe-Dampfschifffahrt beförderte in den Monaten, in denen der Fluss eisfrei war, Passagiere in nur vier Tagen von Dresden nach Hamburg. August hatte seit Langem mit einer Fahrt auf einem der schmucken Raddampfer geliebäugelt. Jetzt würde sein Wunsch also endlich in Erfüllung gehen.

»Ist es dir recht, Mutter, wenn ich gleich gehe und unsere Plätze reservieren lasse?«

August sprühte auf einmal vor Energie. Ob es nur die Aussicht war, das ungeliebte theologische Seminar verlassen zu können, oder die Vorfreude auf das neue Leben? Der Älteste der Schumanngeschwister stand Dorothea besonders nahe. Nur knapp zwei Jahre älter als sie, war er sich nie zu schade gewesen, die jüngere Schwester zu hüten, wenn die Mutter mit dem dritten Kind, dem kränklichen Karl beschäftigt war. Dorothea war auch der einzige Mensch, dem August anvertraut hatte, dass er den Unterricht am theologischen Seminar verabscheute. »Immer diese schrecklichen Übersetzungen aus dem Hebräischen und Griechischen«, hatte er gestöhnt. »Eingesperrt in dumpfen Kammern, während draußen das herrlichste Wetter herrscht.«

August war schon immer am liebsten draußen umhergestreift. Seine Sammelleidenschaft für Gesteinsbrocken hatten unzählige Hosen- und Jackentaschen zerrissen, bis seine Mutter, der endlosen Flickarbeiten müde, feste Lederbeutel einnähte.

»Denk daran, dass auch unsere Reisekisten Platz brauchen.« Die Stimme der Mutter klang immer noch tonlos. »Und dass wir so rechtzeitig in Hamburg eintreffen, dass wir dort noch die Besorgungen erledigen können, die euer Vater uns aufgetragen hat.«

Im letzten Brief hatte Theodor Schumann recht genaue Instruktionen geschrieben; auch darüber, was nach den Erfahrungen anderer Auswanderer für die lange Seereise empfehlenswert sei.

Packt so viel Kleidung ein wie möglich, denn diese ist hier vor Ort ausgesprochen teuer. Dabei sind baumwollene Wäschestücke den leinenen vorzuziehen, da man hier öfter sehr schwitzt und Letztere dann zu sehr kühlen. Verseht euch ferner mit wollenen Strümpfen und Unterjacken, da öfter ein ganz kalter Südwind weht, welcher zu üblen Erkältungen führen kann.

Beim Einpacken der Kleidungsstücke denkt daran, dass ihr diejenigen, welche ihr auf dem Schiff benötigt, in besondere, kleine Kisten packt, die ihr bei euch behaltet. Die großen Kisten werden in den untersten Schiffsraum verladen, und dorthin kann man selten bis gar nicht. Starke, wasserdichte Schuhe oder Stiefel sind auf dem Schiff ratsam, da man öfter durch Seewasser gehen muss, was sich ausgesprochen nachteilig auf das Schuhwerk auswirkt.

Wenn ihr in Hamburg seid, verseht euch mit einigen Flaschen Magenelixier, die dort von der Backmann’schen Apotheke speziell für Seereisen verkauft werden. Auch Chininwasser gibt es dort günstig. Die Verpflegung auf den englischen Schiffen ist zwar um einiges besser als auf den deutschen, dennoch bitte ich dich, den Kindern täglich einen Löffel Cochlearia-officinalis-Extrakt gegen Skorbut zu geben. Auch dies Mittel ist bei der Backmann’schen Apotheke erhältlich.

Ein Problem kann die Langeweile während der langen Reise werden. Denkt also daran, ausreichend Bücher und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kleinen bereitzuhalten. Bücher sind hier überaus rar – selbst in englischer Sprache. Deswegen bitte ich August, so viel gute Lektüre einzupacken wie möglich. Was auch immer sie im Seminar entbehren können, es wird in mir einen dankbaren Abnehmer finden.

Was mir noch am Herzen liegt: Übt fleißig die englische Sprache. Zeitungen, Magistrat, Geschäfte – jegliche Verständigung ist nur möglich in Englisch. Ich habe von studierten Herren gehört, die sich aufgrund ihrer mangelhaften Sprachkenntnisse als Schafhirten und Lastenträger verdingen mussten, um sich durchzuschlagen.

»Darf ich dich begleiten, August?«, fragte Karl schüchtern. Ihr jüngerer Bruder begegnete dem ältesten mit einer seltsamen Scheu. Obwohl August sich ihm gegenüber niemals unwirsch oder ablehnend verhalten hatte, schien Karl zu spüren, dass der lebhafte, vor Vitalität sprühende Bruder mit ihm nichts anzufangen wusste. Dorothea hatte schon manchmal gedacht, dass es wohl kaum ein unterschiedlicheres Brüderpaar gab als das ihre. Der eine so gut aussehend wie gut gebaut. Seine kastanienbraun schimmernden Locken trugen ihm so manchen bewundernden Blick ein. Dazu hatte er eine so lustige, freundliche Art, dass er nicht nur bei seinen Kommilitonen am Seminar, sondern überall sofort Anschluss fand. Der vierzehnjährige Karl hingegen mit seinem blassen Teint und dem feinen dunkelblonden Haar sah aus wie ein Bücherwurm. In der Knabenschule, die er besuchte, hatten seine Kameraden ihm den Spitznamen »Das Weißbrot« verliehen. Am liebsten vergrub er sich hinter Büchern oder übte stundenlang am Küchentisch für den Einzelunterricht, den ihm sein Zeichenlehrer gab.

»Wenn du magst«, sagte August freundlich. »Aber zieh besser deinen Mantel an. Der Wind ist recht frisch.«

Karl zog eine Grimasse, holte aber seinen Überzieher.

»Ich will auch mit.« Das war natürlich Lischen, das Nesthäkchen der vier Geschwister. Ihre Puppe Mimi, die sie letzte Woche zu ihrem zehnten Geburtstag bekommen hatte, an sich gedrückt, zupfte sie energisch an Dorotheas Ärmel. »Hilf mir mit den Stiefeln, Thea.«

»Kommt nicht infrage. Du bleibst bei Mutter und Thea. Ich käme mir ja vor wie der Rattenfänger von Hameln«, wehrte August entschieden ab. Lischen verzog den Mund, als wolle sie jeden Augenblick in Tränen ausbrechen. »Und du brauchst gar nicht die Schleusen zu öffnen. Ich nehme dich trotzdem nicht mit«, fügte er in ungewohnt strengem Ton hinzu.

»Du bist gemein!« Mit blitzenden Augen sah sie zu ihm auf, die Arme in die Seiten gestemmt. Das winzige Persönchen vibrierte geradezu vor Empörung.

August musste grinsen. »Beruhige dich, du wirst noch genug Abenteuer erleben«, sagte er versöhnlich und ging.

»Ich hätte nicht gedacht, dass der Abschied so rasch kommt«, sagte Auguste Schumann leise, während sie mit ihren abgearbeiteten Händen fast andächtig über die glatt gescheuerte Tischplatte fuhr. »Aber so ist das nun einmal.«

Sie schien nicht gerade von Freude überwältigt. Die eigenartige Stimmung ihrer Mutter ließ Dorothea verunsichert schweigen. Scheu versuchte sie, in den vertrauten Gesichtszügen zu lesen. Bisher war ihr nie in den Sinn gekommen, dass das große Abenteuer vielleicht nicht von allen mit Freude erwartet wurde. Wie selbstverständlich war sie davon ausgegangen, dass die Mutter mindestens so ungeduldig wie sie darauf wartete, dem Vater nach Südaustralien folgen zu können.

»Ich bin sicher, es wird uns dort gut gefallen«, sagte Dorothea schließlich. »Denk nur: keinen ewig langen Winter mehr! Dort muss man nicht Tag für Tag den Ofen anheizen, um nicht vor Kälte mit den Zähnen zu klappern.« Sie unterstrich ihre Worte, indem sie theatralisch fröstelte. »Und das Klima soll sehr gesund sein. Bestimmt wird Karl dort nicht ständig husten.«

Im letzten Winter hatte Karl unter so heftigen Hustenanfällen gelitten, dass der Hausarzt der Schumanns schon ernsthafte Sorge um den Zustand seiner Lunge geäußert hatte. Seiner Ansicht nach konnte der Junge gar nicht schnell genug aus dem feuchten, kalten Dresden wegkommen.

Dorothea hatte das Richtige gesagt. Auguste Schumann straffte die Schultern. »Ja, für Karl wird die australische Wärme ein Segen sein«, stimmte sie ihrer Tochter zu. »Ich hoffe nur, für uns andere auch. Lass uns die Koffer vom Dachboden holen.«

In kluger Voraussicht hatte Mutter Schumann die vergangenen Monate dazu genutzt, umfangreiche Listen zu erstellen, was an Leinen, Kleidung und Hausrat mit in die neue Heimat sollte. Bis auf einen warmen Mantel für jeden würden all die Wintersachen, die sie in Australien nicht mehr benötigten, an die Mission gehen. Das Mobiliar übernahm ein Trödler. Das Schiff nach London sollte am Pfingstmontag auslaufen. Das bedeutete, ihnen blieb nicht viel Zeit, alles zu verpacken und den Haushalt aufzulösen.

Dennoch brachte Dorothea das Kunststück zuwege, beim Licht einer Kerze spätnachts ihre Geschichte umzuschreiben. Sie erklärte ihrer Mutter, sich von einem alten Bekannten verabschieden zu wollen – was ja nicht direkt gelogen war –, und trug die fertigen Seiten, zusammengerollt unter ihrem Umschlagtuch, zu den düsteren Katakomben der Dresdner Postille.

»Mit Ihnen habe ich gar nicht mehr gerechnet«, begrüßte Dünnebier sie erstaunt. »Wo Sie doch bald die Gestade Südaustraliens durchstreifen werden. Es ehrt Sie, dass Sie Ihre Zusage so ernst nehmen. Sie wären ein guter Journalist. Wenn Sie nicht abreisten, hätte ich die Zusammenarbeit gerne fortgeführt.«

Erfreut über das unerwartete Lob errötete Dorothea leicht. »Danke. Vielleicht finde ich dort ja auch eine Möglichkeit. In Adelaide soll es zwei Zeitungen geben. Würden Sie mir eine Empfehlung schreiben?«

Herr Dünnebier wirkte leicht verlegen und kratzte sich am Kopf. »Ähm, tja, müsste die nicht auf Englisch verfasst sein? Leider beherrsche ich diese Sprache nur äußerst notdürftig.«

»Das macht nichts. Ich spreche und schreibe es inzwischen ganz gut«, beeilte Dorothea sich, seine Zweifel zu zerstreuen. »Ich habe mir erlaubt, eine entsprechende Formulierung vorzubereiten. Sie bräuchten sie nur zu unterschreiben.«

Zu ihrer Überraschung warf Herbert Dünnebier den Kopf in den Nacken und lachte schallend.

»Ich hoffe, die wissen Sie dort zu schätzen«, brachte er endlich heraus und wischte sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln. »Geben Sie her, Mädchen. Ich unterschreibe den Wisch. Ich hoffe nur, Sie haben Ihr Licht nicht unter den Scheffel gestellt.« Er sank in seinen Schreibtischstuhl und griff nach der Feder. »Aber irgendwie glaube ich das nicht … Was für eine Verschwendung!«

Schwungvoll kratzte der Kiel über das Papier und verteilte einen feinen Regen schwarzer Tintentröpfchen über den Schreibtisch. Ohne sich im Geringsten darum zu kümmern – den zahllosen Flecken auf der Schreibunterlage nach zu urteilen, tat er das nie –, schob er den Bogen mit der noch feuchten Signatur Dorothea zu. »Jetzt zur Frau Geheimrätin. Haben Sie alles unkenntlich gemacht?« Seine Augen musterten sie scharf.

Dorothea nickte und reichte ihm die umgeschriebene Geschichte. »Ich habe alles umgedreht. Wo sie dick ist, ist die Dame dünn. Und wo sie dunkelhaarig ist, ist die Dame in der Geschichte blond.«

»Gut, ich vertraue Ihnen.« Damit verschwand ihr Manuskript in seiner ominösen Schublade. »Und hier Ihr Honorar.« Feierlich zählte er die Münzen ab. Dorothea dankte ihm und öffnete schon den Mund, um sich endgültig zu verabschieden, als ihm noch etwas einzufallen schien. Er hob eine Hand und sagte hastig: »Warten Sie mal, ich habe da etwas für Sie als Abschiedsgeschenk.« Hektisch kramte er in einer großen Blechschachtel. Erstaunt sah Dorothea auf die Handvoll Bleistifte, die er ihr hinstreckte. »Die neuesten Stifte der Firma Staedtler«, sagte er stolz. »Allerbeste Qualität. Damit Sie nicht aus der Übung kommen. – Ich denke, Feder und Tinte werden auf Schiffen Mangelware sein.«

Zu diesen wunderbaren Schreibgeräten erstand Dorothea in Hamburg zwei Notizbücher. In schwarzes Leder gebunden wirkten sie so vornehm, dass Lischen ausrief: »Meine Güte, Thea, die getraut man sich ja gar nicht mit bloßen Fingern anzufassen!« Karl sagte nichts, seine Augen hingen jedoch so sehnsüchtig an Heften und Stiften, dass Dorothea stillschweigend noch einmal zu dem Laden ging und für ihren Bruder zwei Zeichenmappen und eine Packung Zeichenkohle besorgte.

Lange währte der Aufenthalt in Hamburg nicht. Niemand war darüber traurig, denn die Kabine, die der Familie zur Verfügung stand, erschien ihnen geradezu winzig. Für Lischen musste jeden Abend extra eine Hängematte zwischen die Kojen gespannt werden. »Ich hoffe, auf dem englischen Schiff geht es nicht ganz so beengt zu«, seufzte Mutter Schumann. »Allerdings habe ich gehört, dass es auf den sogenannten Auswandererdecks noch schlimmer sein soll. Also will ich mich nicht beklagen. So ist das nun einmal.«

Tatsächlich hatten sie das Glück, dass während der gesamten Überfahrt herrlichstes Frühlingswetter herrschte. Ein beständiger Nordostwind blähte die Segel und trieb sie in Rekordzeit über die Nordsee und die Themse hinauf.

Dorothea hatte einen Fluss wie die Elbe erwartet: Die Themse überraschte sie jedoch mit ihrer Quirligkeit. Noch Meilen von London entfernt, herrschte bereits ein Verkehr wie mitten im Hamburger Hafen. Lastkähne, Fischerboote und majestätisch dahingleitende Dreimaster wimmelten durcheinander. »Es scheint mir wie ein Wunder, dass nicht ständig welche zusammenstoßen«, meinte Dorothea und beobachtete interessiert, wie geschickt die wendigeren Boote sich zwischen den anderen hindurchmanövrierten. Langsam schob sich ein mächtiger, dunkler Schiffsrumpf in ihr Gesichtsfeld. »Schaut mal, das riesige Schiff dort hinten!« Gebannt starrte sie auf die imposante Erscheinung, deren Bug das schlammige Wasser durchschnitt.

»Das ist die Great Western«, erklärte August, fast genauso aufgeregt wie sie. »Da, am Bug steht der Name. Sie wurde erst vor zwei Jahren in Betrieb genommen und fährt mit Segeln und Dampf gleichzeitig – siehst du den Schornstein zwischen den Masten und die Seitenräder außen an der Bordwand? Dadurch ist sie unglaublich schnell. Ihr Rekord sind fünfzehn Tage bis New York! Schade, dass sie nur nach Amerika fährt!« Sehnsüchtig verfolgte er ihren Kurs Richtung Nordsee, bis sie aus ihrem Blickfeld verschwunden war.

»Fünfzehn Tage nach Amerika? Bloß zwei Wochen? Wieso brauchen wir dann so lange bis Australien? Ich weiß, die Strecke ist länger – aber so viel länger nun auch nicht.« Dorothea hatte August überredet, sie in die Bibliothek des Seminars mitzunehmen und ihr dort die geografischen Karten zu zeigen.

»Das liegt an der Topografie«, ertönte eine Stimme über ihren Köpfen. Kapitän Krüger sah, die Hände auf das Geländer des Achterdecks gestützt, zu ihnen herunter. »Nach Amerika, über den Atlantik, sind die Strömungs- und Windverhältnisse günstiger. Die Kalmenzone vor dem Äquator, in der absolute Windstille herrscht, zwingt die Schiffe zu einem Umweg bis zur Küste Südamerikas, um dort die richtigen Winde abzupassen, die sie ostwärts treiben.«

»Mit Dampfantrieb könnte man die Kalmenzone durchqueren und wäre unabhängig von den Windverhältnissen«, sagte August eifrig. »Es ist doch viel praktischer, sich aus eigener Kraft fortzubewegen. Ich denke, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis solche Schiffe auch nach Australien und Indien fahren.«

Kapitän Krüger verzog das Gesicht, als hätte er auf etwas Unangenehmes gebissen. »Ja, das fürchte ich auch. Ich hoffe nur, dass ich nicht mehr erleben muss, dass statt des Kapitäns ein Ingenieur das Sagen hat.« Er hob einen Arm und wies schräg nach vorn: »Das dort drüben, neben der schwarz gestrichenen Fregatte, ist Ihr Schiff, die Apolline. Ein guter Segler. Letztes Jahr haben sie die Reise in weniger als vier Monaten geschafft.«

Die Apolline wirkte relativ unscheinbar. Zwischen der schwarzen Fregatte und einem wuchtigen Schoner auf ihrer anderen Seite schien sie das Lob des Kapitäns nicht zu rechtfertigen. Auf diesem Boot sollten sie über endlose Meere fahren?

Sie legten ein Stück entfernt von ihr an einem freien Platz an, und der Kapitän winkte einige kräftig aussehende Schauerleute herbei. Gegen ein bescheidenes Entgelt erklärten sie sich bereit, die Reisekisten der Schumanns auf die Apolline zu schaffen.

Von Weitem mochte die Apolline unscheinbar gewirkt haben. Jetzt, da sie unmittelbar vor ihr standen, musste Dorothea den Kopf weit in den Nacken legen, um die Mastspitzen zu sehen. Die Segel waren noch gerefft, aber die turmhohen Masten und die Takelage waren auch ohne Bespannung beeindruckend.

»Sollen wir einfach da rübergehen?« Skeptisch beäugte Auguste Schumann den glitschigen Plankensteg. »Das kommt mir ziemlich gefährlich vor.« Tatsächlich wirkte die provisorische Gangway alles andere als vertrauenswürdig.

»Ich werde jemanden suchen, der uns hilft«, sagte August, und schon balancierte er hinüber. Es sah ganz leicht aus. Einen Moment spielte Dorothea mit dem Gedanken, es ihm nachzutun. Laute Stimmen lenkten sie jedoch von ihrem Vorhaben ab. Vom Ende des Piers näherte sich eine ungewöhnliche Truppe: Voran schritt ein würdiger, korpulenter Herr in schwarzem Gehrock, Zylinder und dem Beffchen des Klerikers; ihm folgte in Zweierreihen eine ganze Anzahl Kinder und Jugendlicher. Als Letzte marschierte eine stämmige Person in einer karierten Pelerine, die einen schwarzen Regenschirm dazu einsetzte, ihre Schutzbefohlenen anzutreiben wie ein Hirte seine Herde. »Come on, hurry up«, rief sie mit Donnerstimme.

Fasziniert beobachtete Dorothea, wie die Gruppe immer näher kam und schließlich neben den Schumanns und ihrem Stapel von Reisekisten anhielt. Der Geistliche lüpfte zwar höflich den Hut, machte aber keine Anstalten, sich bekannt zu machen, sondern sah abwartend auf das Schiffsdeck. Dort tauchte neben Augusts vertrauter Gestalt ein untersetzter Mann mittleren Alters in blauem Tuch auf, in ihrem Schlepptau mehrere Matrosen mit bloßen Füßen. Jeweils zwei schulterten eine Reisekiste und trugen sie unter Deck.

Lischen und Karl starrten unverhohlen neugierig die Kinder neben ihnen an. Dorothea versuchte es ein wenig unauffälliger. Wohl nicht unauffällig genug, denn einer von ihnen, ein hübscher Bursche mit dunklen Locken, grinste und zwinkerte ihr zu. Verlegen wandte sie den Blick ab.

»Hello. Mr. Gibbs?« Der Ton des würdigen Herrn ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er die sofortige und exklusive Aufmerksamkeit dieses Mannes beanspruchte. Dorothea verstand nicht alles. Er sprach sehr schnell, und einige Ausdrücke kannte sie nicht. Aber bald wurde ihr klar, dass die Gruppe sich ebenfalls nach Australien einschiffen würde. Es ging nur darum, dass es einige mehr waren, als Plätze gebucht worden waren. Es dauerte nicht lange, bis alles geregelt war. Als die Kinder begannen, paarweise vorzutreten, um sich von ihrem Pastor zu verabschieden, verfolgte Dorothea verblüfft die tiefen Knickse der Mädchen, die devoten Bücklinge der jungen Burschen.

»Familie Schumann. Ich darf Sie im Namen des Kapitäns herzlich begrüßen.« Mr. Gibbs kam auf sie zu. »Wenn Sie mir bitte folgen wollen …« Galant reichte er Mutter Schumann seinen Arm und winkte einem Matrosen, Lischen und Dorothea hinüberzuhelfen.

»Willkommen an Bord! Ihre Kabine ist bereit. Und für den jungen Herrn habe ich einen schönen Platz bei den allein reisenden Männern reserviert.« Dorothea erinnerte sich, dass im Unterschied zu den deutschen Auswandererschiffen die Zwischendeck-Passagiere bei den englischen Linien fest unterteilte Bereiche hatten. Im vorderen Teil die allein reisenden Männer, in der Mitte die Familien, und im Heck befand sich das abgeteilte Quartier alleinreisender Frauen. Vermutlich war dort unten auch die Gruppe vom Kai untergebracht.

Mr. Gibbs führte sie über das Deck, eine Stiege hinunter, und dann standen sie schon vor ihrer Kabine. Sie war nicht nur größer als auf dem deutschen Schiff, sondern auch deutlich komfortabler eingerichtet. Außer den beiden Doppelkojen gab es einen an den Bodenplanken fixierten Tisch, mehrere Hocker, einen ebenfalls festgeschraubten Waschtisch und sogar so etwas wie Wandschränke. Alles aus blank poliertem Holz, das trotz des intensiven Schlickgeruchs, der hier alles zu durchdringen schien, zart und doch unverkennbar einen leichten Duft nach Bienenwachs verströmte.

»Ich werde Ihnen das Dinner bringen lassen, sobald es geht«, sagte der Quartiermeister. »Wir hoffen alle, dass die neuen Küchenjungen sich geschickter anstellen als die letzten.«

»Die Schützlinge vom Reverend sind Dienstboten?«, platzte Dorothea heraus. Ihre Mutter runzelte die Stirn über ihr vorlautes Benehmen, aber Dorothea achtete nicht darauf. Sie wollte unbedingt mehr über den dunkelhaarigen Jungen erfahren.

»Es sind Waisen, die sich in Adelaide nützlich machen sollen«, erklärte Mr. Gibbs. »Der Reverend ist der Leiter einer wohltätigen Stiftung, die sich dafür einsetzt, diese Kinder zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen, statt sie der Prostitution und dem Verbrechen anheimfallen zu lassen.«

»Ein wahrhaft guter Christenmensch«, lobte Mutter Schumann. »Wie dankbar müssen diese armen Wesen ihm sein!«

»Nun, die Dankbarkeit verliert sich rasch«, meinte Mr. Gibbs trocken. »Soviel ich gehört habe, sind von der letzten Gruppe gerade noch zwei in Stellung. Der Rest hat sich verdrückt. Im Busch verschwunden. Kommen Sie, Mrs. Schumann, ich zeige Ihnen jetzt Ihren Schlafplatz.«

»Was wohl aus denen wird, die ihre Stellung aufgeben? Meinst du, sie finden woanders eine andere?« Dorothea musste wieder an Grete denken.

»Ich weiß es nicht, Herzchen«, sagte ihre Mutter abwesend, während sie weiter den Schrank einräumte. »Hilf mir doch mal mit dem Leinenzeug hier.«

»Vielleicht leben sie ganz wie die Wilden«, spann Dorothea den Gedanken weiter und reichte ihrer Mutter einen Stapel Leibwäsche nach dem anderen zu. »Die Wilden dort ernähren sich ja auch bloß von Jagen und Fischen.«

»Du meinst, sie kennen keinen Kuchen?« Lischen mit ihrer ausgesprochenen Vorliebe für die Tüten mit Kuchenkrümeln vom Konditor Steinhaus fand diese Vorstellung schrecklich.

»Es ist nicht jeder so ein Schleckermaul wie du.« Karl ließ die Zeichenkohle sinken und hob sein Skizzenbuch, sodass alle es sehen konnten. »Wie findet ihr das?«

Dorothea war an die Geschicklichkeit gewöhnt, mit der Karl Gegenstände aufs Papier bannte, aber diese Zeichnung war etwas anderes: Die Gruppe vom Kai hatte er in groben Strichen skizziert. Einige Gesichter jedoch waren so ausgearbeitet, dass Dorothea sie augenblicklich wiedererkannte: die verkniffene Gouvernante mit ihrer spitzen Nase, den arroganten Reverend mit seinen übertrieben hochgezogenen Augenbrauen und den dunkelhaarigen Jungen, der ihr zugezwinkert hatte.

»Es ist großartig«, sagte sie und konnte ihren Blick kaum von dem Gesicht abwenden. »Schenkst du es mir?«

»Was willst du denn damit?« Karl klappte den Block schon wieder zu, als er sich plötzlich anders besann, das Blatt herausriss und seiner Schwester reichte. »Von mir aus. Aber denk daran, dass Kohle schmiert.«

»Ich werde gut darauf aufpassen«, versprach Dorothea und schob die Zeichnung unter ihre Koje.

Zu ihrer heimlichen Enttäuschung war es nicht der Lockenkopf, der einige Zeit später an ihre Kajütentür klopfte. »Na endlich. Ich war schon halb verhungert.« August hatte sich ihnen wieder angeschlossen, als er von der Aktivität in der Kombüse darauf schließen zu können glaubte, dass das Dinner bald serviert werden würde. Leider hatte es noch eine ganze Weile gedauert, in der sein Magen laut und vernehmlich geknurrt hatte. Sehr zum Amüsement seiner jüngeren Geschwister.

Ein magerer Junge stellte vernehmlich ein großes Tablett auf den Tisch. Darauf befanden sich nicht nur ein Topf gekochter Kartoffeln und eine Kasserolle mit Fleischeintopf, sondern auch eine Kanne Tee, ein Krug frischer Milch und ein Schälchen Zucker. Eines der Mädchen folgte ihm auf dem Fuß mit dem Geschirr und Besteck. Dorothea erkannte es wieder: Es war eines der beiden Mädchen, die unmittelbar hinter dem Reverend gegangen waren. Während sie die Steingutteller und Teebecher aufstellte, sah sie immer wieder in Augusts Richtung. Zuerst glaubte Dorothea, sie hätte sich geirrt, aber dann fing sie einen unzweifelhaft herausfordernden Blick auf. Erstaunt beobachtete sie, wie ihr Bruder errötete und sich angelegentlich mit Karl zu unterhalten begann. Trotzdem brachte das Mädchen es fertig, ihn im Vorbeigehen mit der Hüfte zu streifen. August zuckte zurück, als habe etwas ihn verbrannt.

Das Essen war schmackhaft und reichlich. Gerade als sie damit fertig waren, klopfte es, und Mr. Gibbs erkundigte sich, ob sie noch irgendwelche Wünsche hätten. »Kurz nach Mitternacht laufen wir aus«, informierte er sie. »Der nächste feste Boden, den Sie betreten, wird Australien sein!«