Segeln gegen den Alltag
Wilfried Erdmann
Viele Menschen versäumen das kleine Glück – während sie auf das große vergebens warten!
Pearl S. Buck
Ein Zitat, das mein Herz streichelt – geht es doch in diesem Kapitel darum, wie man mit Kleinem Großes erreichen kann.
Es gibt gegenwärtig eine große Anzahl von Menschen, die, ohne voneinander zu wissen, doch alle durch ein gemeinsames Los verbunden sind: Burnout. Hetze, Ehrgeiz, Perfektion, ständige Erreichbarkeit, mediale Überflutung prägen ihr Dasein. Wirklich helfen kann nur eine andere, neue Lebensperspektive. Die aber findet man nicht aus eigener Kraft. Die Tage vergehen zumeist in der Einsamkeit einer großen Stadt. Betroffen sind vor allem Lehrer, Geschäftsleute, Studenten, Sportler, Intellektuelle aller Art und Freiberufler. Und da sie an ihren Arbeitsstellen (in Büros und Werkstätten) sitzen und stehen, beruflich angespannt tätig sind und die Last der Aufgaben sie erdrückt, vergessen sie häufig ihr eigentliches inneres Sein.
Wie ich auf dieses Thema komme? Ich bin umgeben von relativ jungen Menschen, die unter hohen, nicht fassbaren Ansprüchen leiden, und Etablierten, die sich »festgefahren« haben. Es gibt auch viele, die sich bei mir übers Internet oder telefonisch dazu äußern. Der Umgang mit neuen Technologien, die hohen Anforderungen im Berufsleben, der Papierkrieg und privater Stress, die zunehmend unser Leben bestimmen, führen sie zu mir. Zum einen, weil sie Segelinteressierte sind und sich einen Aufbruch mit einem Boot zu neuen Ufern gut vorstellen können, zum anderen, weil ich diesbezüglich Erfahrungen in fast alle Richtungen habe. Ich kenne noch das ursprüngliche Segeln. Habe mir mit den Händen auf dem Vordeck das Segeln erarbeitet und damit verinnerlicht. Kenne aber auch die neue Seite: Rollsegel, GPS, automatische Piloten, die das Seesegeln einfacher machen.