Pazifik: Meer der Inseln
Wilfried Erdmann
Das Wichtigste beim Reisen ist, auch das zu sehen, was man nur wahrnehmen würde, wenn man zu Hause geblieben wäre.
Michael Roes, Weg nach Timimoun
Was für eine verrückte Idee! Um den halben Erdball zu fliegen, nur um ein Boot zu kaufen! Vom europäischen Winter in den neuseeländischen Sommer. 23 000 Kilometer – weiter geht’s nicht auf dieser Erde.
Eigentlich wussten wir nur, dass man in Auckland gute Boote kaufen kann und der Weg von dort in die pazifische Inselwelt nicht weit ist. Sehnsuchtsorte gab es dort genug: Fidschi, Funafuti, Betio, Likiep, Bikini, Ant, Garove, Ungan und so weiter.
Es war meine Idee. Halb im Spaß meinte ich zu meiner Frau: »Komm, wir fliegen nach Neuseeland, kaufen dort ein Boot und segeln durch die Südsee. Lass uns Freiheit und Inseln genießen. Und das Meer.« Mein Einfall schien Astrid zu gefallen. Zwar nicht gleich, aber einen Abend später sagte sie: »Das machen wir.«
In Auckland fanden wir tatsächlich gleich ein Boot, das unseren Vorstellungen in etwa entsprach. Es war eine zehn Meter lange und knapp drei Meter breite Slup, vier Jahre alt, aus glasfaserverstärktem Kunststoff gebaut. Ein Mittelkieler mit schönen Linien, der einen seetüchtigen Eindruck machte. Auch der Preis passte in unser Budget.
kathena faa tauften wir das neue Boot. Faa heißt vier in der Maori-Sprache. Denn es war auch unser viertes Boot und gleichzeitig meine vierte Weltreise. Aber dieses Mal war ich nicht allein. Meine Frau Astrid und unser dreijähriger Sohn Kym waren mit von der Partie. Geplant war ein mindestens dreijähriger Südsee-Inseltörn.