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STAUB ZU STAUB
»Wie wunderbar und rätselhaft
doch Gottes Wege
sind!
Er teilt das Meer mit
seiner Kraft
und reitet auf dem
Wind.«
William Cowper
Er hatte die Vorhänge nicht zugezogen, und der Morgen fiel regelrecht über ihn her. Grelles Sonnenlicht mischte sich mit den Nachwirkungen des Scotchs und jagte krampfhafte Schmerzen durch seinen Schädel, eine Migräne, die ihm den Tag ruinierte, bevor er richtig begonnen hatte. Aber das war anders. Nicht nur konnte Tony sich nicht erinnern, wie er zurück in seine Wohnung gekommen war. Obendrein hatte er Schmerzen wie niemals zuvor. Dass er verkrampft und verdreht auf seinem Sofa lag, erklärte möglicherweise, warum sein Nacken und seine Schultern sich so steif anfühlten. Doch ein derartig bohrendes Hämmern hatte er noch nicht erlebt. Es war, als tobte in seinem Kopf ein Gewitter. Etwas war ganz und gar nicht in Ordnung mit ihm!
Plötzliche Übelkeit ließ ihn zur Toilette stürzen, doch ehe er es bis dorthin geschafft hatte, erbrach er heftig alles, was sich vom Abend zuvor in seinem Magen befand. Der grausame Schmerz verschlimmerte sich dadurch noch mehr. Nackte Angst packte Tony. Lange Zeit hatte er sie durch seine schiere Willenskraft im Zaum gehalten, doch jetzt brach sie hervor wie ein wildes Tier. Mit dem lähmenden Entsetzen ringend, taumelte er aus der Wohnung in den Hausflur, beide Hände gegen die Schläfen gepresst, als könnte er so seinen Schädel am Zerplatzen hindern. Er lehnte sich gegen die Wand und suchte nach seinem stets griffbereiten Smartphone. Er durchwühlte hektisch seine Taschen, fand aber nichts außer einem Bund mit Autoschlüsseln. Plötzlich überkam ihn eine schreckliche Leere, als hätte er völlig den Kontakt zur Welt verloren. Sein Retter, die elektronische Versorgung mit allem, was augenblicklich verfügbar, jedoch vergänglich war, fehlte.
Es kam ihm in den Sinn, dass sein Handy sich möglicherweise in seinem Mantel befand, den er normalerweise über die Lehne des Küchenstuhls hängte. Aber die Tür seiner Wohnung hatte sich automatisch hinter ihm verriegelt, als er hinaus auf den Flur getaumelt war. Ein Auge funktionierte nicht richtig, also kniff er es zusammen und starrte mit dem anderen auf die verschwommene Tastatur. Er versuchte, sich an den Code zu erinnern, der ihm wieder Zutritt verschaffen würde, aber die Zahlen wirbelten in seinem Kopf durcheinander und ergaben keinen Sinn. Er schloss die Augen und versuchte, sich zu konzentrieren. Sein Herz hämmerte. Der Schmerz in seinem Kopf loderte wie eine Flamme, Verzweiflung überwältigte ihn. Tony fing an, unkontrolliert zu weinen, was ihn wütend auf sich selbst machte. Panisch tippte er wahllos Ziffern ein, verzweifelt auf ein Wunder hoffend. Plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen. Er sank auf die Knie und krachte mit dem Kopf gegen die Tür. Das verschlimmerte den Schmerz noch mehr. Aus einer Platzwunde, die er sich beim Aufprall am Türpfosten zugezogen hatte, rann ihm Blut übers Gesicht.
Tonys Verwirrung und Qual steigerten sich, bis er völlig desorientiert war. Er starrte auf ein ihm völlig fremd erscheinendes Zahlenschloss, und in der einen Hand hielt er Schlüssel, die ihm ebenso fremd erschienen. Stand vielleicht sein Auto hier irgendwo in der Nähe? Er taumelte durch eine kurze Eingangshalle, stolperte eine teppichweiche Treppe hinunter in die Parkgarage. Was nun? Er drückte auf alle Tasten an dem Schlüssel und wurde durch die blinkenden Lichter einer grauen Limousine belohnt, die keine zehn Meter entfernt parkte. Wieder wurde ihm schwarz vor Augen. Er ging zu Boden und kroch dann auf Händen und Füßen panisch auf den Wagen zu, als hinge sein Leben davon ab. Endlich hatte er es bis zum Kofferraum geschafft, zog sich am Blech nach oben. Einen kurzen Moment stand er aufrecht, doch die ganze Welt drehte sich, und erneut fiel er hin. Dieses Mal verschluckte ihn eine wohltuende Dunkelheit. Alles, was schmerzte und so verzweifelt seine Aufmerksamkeit beanspruchte, hörte einfach auf.
Es war niemand in der Nähe. Aber wäre jemand Zeuge seines Falls geworden, hätte dieser Jemand das wohl mit einem Kartoffelsack verglichen, der aus einem fahrenden Lastwagen geworfen wird. Der Körper sackte zu einem Haufen zusammen, als seien keine Knochen darin, totes Gewicht, von der Schwerkraft nach unten gezogen. Er schlug mit dem Hinterkopf hart gegen den Kofferraumdeckel, wurde von seinem Schwung herumgerissen und krachte mit voller Wucht auf den Betonboden, wo sein Kopf ein zweites Mal mit einem grässlich dumpfen Schlag aufprallte. Blut sickerte nun aus seinem linken Ohr und aus den Platzwunden an Stirn und Gesicht. Fast zehn Minuten lag er im Dämmerlicht der Tiefgarage, ehe eine Frau, die in ihrer Handtasche nach dem Autoschlüssel suchte, über sein Bein stolperte. Ihr Schrei hallte von den Betonwänden wider. Niemand hörte es. Zitternd rief sie die 9–1–1 an.
Um 8.41 Uhr nahm die Frau, die in der Notrufzentrale vor einer Batterie von Monitoren saß, den Anruf entgegen. »9–1–1. Von wo rufen Sie an?«
»Oh, mein Gott! Er ist überall voller Blut! Ich glaube, er ist tot …« Die Frau in der Tiefgarage war hysterisch und stand kurz vor einem Schock.
Das Personal in der Notrufzentrale war für solche Fälle geschult. Die Frau vor den Monitoren sagte mit ruhiger Stimme: »Ma’am, es ist wichtig, dass Sie sich beruhigen. Sie müssen mir sagen, wo Sie sich befinden, damit ich Hilfe schicken kann.« Während sie zuhörte, verständigte sie auf einer anderen Leitung Portland Fire, dass ein medizinischer Notfall vorlag. Rasch gab sie Informationen und Codes in das Anrufprotokoll ein. »Ma’am, können Sie mir sagen, was Sie sehen?« Sie schaltete ihr Mikrofon stumm und sagte: » Wagen 10. M333 Antwortcode 3 auf einer UN3 bei 5040 SW Macadam Avenue, Kreuzung Richardson Court, gleich nördlich der US Bank und unter Weston Manor, auf der ersten Ebene einer Tiefgarage an der Flussseite.«
»Medic 333, habe verstanden«, ertönte die Antwort in ihrem Kopfhörer.
»Gut, Ma’am, beruhigen Sie sich und atmen Sie tief durch. Sie haben einen Mann gefunden, der anscheinend bewusstlos ist, und da ist Blut … Okay, Hilfe ist unterwegs und müsste in ein paar Minuten eintreffen. Ich möchte, dass Sie vor Ort bleiben und warten, bis der Rettungswagen eintrifft. … Ja, das geht in Ordnung. … Ich bleibe bei Ihnen, bis die Helfer da sind. Sie haben das großartig gemacht! Der Wagen ist unterwegs und gleich bei Ihnen.«
Portland Fire kam zuerst. Als sie Tony gefunden hatten, leiteten sie stabilisierende Maßnahmen ein, während einer aus der Besatzung die völlig aufgelöste Zeugin beruhigte und befragte. Der Rettungswagen traf nur wenige Minuten später ein.
»Hey, Leute! Wen habt ihr denn da? Was kann ich tun?«, fragte der Rettungssanitäter.
»Wir haben hier einen Mann in den Vierzigern. Die Dame da hat ihn neben seinem Wagen gefunden. Er hat sich übergeben und riecht nach Alkohol. Er hat eine große Platzwunde am Kopf und Schnittwunden im Gesicht und ist nicht ansprechbar. Wir haben die Halswirbelsäule mit einem Stiffneck stabilisiert. Atmung wird durch Ambu-Beutel unterstützt.«
»Habt ihr schon seine Vitalfunktionen?«
»Blutdruck 260 zu 140. Puls 56. Atmungsfrequenz 12, aber unregelmäßig. Die rechte Pupille ist weit und lichtstarr, und er blutet aus dem rechten Ohr.«
»Sieht nach einer ziemlich schweren Kopfverletzung aus.«
»Ja, das denke ich auch.«
»Okay, dann auf die Rettungstrage mit ihm.«
Tony wurde von der Feuerwehrcrew sicher festgeschnallt, während der Sanitäter einen Zugang für eine Infusion legte.
»Er zeigt immer noch keine Reaktionen, und die Atmung ist unregelmäßig«, sagte der Feuerwehr-Rettungsassistent. »Sollte man ihn nicht intubieren?«
»Gute Idee, aber das machen wir besser im Rettungswagen.«
»Grünes Licht bei der Universitätsklinik«, rief der Fahrer des Rettungswagens.
Auf einer fahrbaren Trage rollten sie Tony rasch in den Rettungswagen, während der Fahrer die Klinik verständigte.
Tonys Vitalfunktionen fielen dramatisch ab, und er ging in eine Asystolie, eine Form des Herzstillstands. Hektische Aktivitäten der Sanitäter, zu denen eine Epinephrin-Injektion gehörte, brachten Tonys Herz wieder in Gang.
»Uniklinik, hier Medic 333. Wir kommen zu Ihnen, Code 3, mit einem Mann in den Vierzigern, der in einer Tiefgarage gefunden wurde. Der Patient hat eine Kopfverletzung und zeigt bislang keine Reaktionen. Patient ist eine 5 auf der Glasgow-Skala. Wirbelsäule wurde stabilisiert. Er hatte eine kurze Asystolie, aber nach 1 Milligramm Epi ist der Puls zurück. Blutdruck 80/60. Puls 72. Wir beatmen ihn zwölfmal pro Minute aus dem Beutel und bereiten die Intubation vor. Fahrzeit zu Ihnen etwa 5 Minuten.«
»Verstanden.«
Mit heulender Sirene fuhren sie aus der Tiefgarage. Die Fahrt auf der sich den Hügel emporwindenden Straße zur Oregon Health Uni-Klinik, die über der Stadt sitzt wie das Dämonengesicht eines gotischen Wasserspeiers, dauerte weniger als fünf Minuten. Als Tony in die Notaufnahme geschoben wurde, eilten Ärzte, Schwestern und Techniker herbei, und es folgte ein wohlgeordnetes Chaos, ein komplizierter Tanz, bei dem alle genau ihre Rollen und Aufgaben kannten. Die Ersthelfer wurden mit Fragen bombardiert, bis der verantwortliche Arzt zufrieden war. Dann durften sie gehen, und ihr bei solchen Einsätzen in die Höhe schnellender Adrenalinspiegel konnte sich wieder normalisieren.
Ein erster CT-Scan und die spätere CT-Angiografie zeigten eine subarachnoidale Blutung und einen Gehirntumor im Frontallappen. Stunden später wurde Tony auf die neurologische Intensivstation, Zimmer 17, gebracht. An Schläuche und medizinische Geräte angeschlossen, durch die man ihn ernährte und beatmete, bekam er nichts mit von all der Aufmerksamkeit, die ihm zuteilwurde.

Tony spürte, wie er aufwärts schwebte, als würde ein sanftes, aber starkes Schwerkraftfeld ihn anziehen. Es fühlte sich eher wie die Liebe einer Mutter und nicht so sehr wie eine physische Kraft an, und er widersetzte sich nicht. Er erinnerte sich dunkel, einen Kampf durchgemacht zu haben, der ihn völlig erschöpft hatte. Aber nun verblasste dieser Konflikt.
Während er hinaufschwebte, überkam ihn die Ahnung, dass er starb. Er versteifte sich innerlich, als hätte er die Macht, dagegen anzukämpfen. Wogegen? Gegen das Nichts? Seine Verschmelzung mit dem unpersönlichen All-Geist?
Nein. Er hatte schon vor langer Zeit entschieden, dass der Tod einfach das Ende war, das Verlöschen des Bewusstseins, Staub, der ohne jedes Gefühl wieder zu Staub wurde.
Eine solche Philosophie war ihm in seiner Selbstsucht ein Trost gewesen. War es angesichts dieser Sinnlosigkeit nicht gerechtfertigt, dass er sich ganz um sich selbst kümmerte und nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen zu seinem Nutzen und Vorteil kontrollierte und beherrschte? Es gab nichts absolut Richtiges, keine absolute Wahrheit, sondern nur juristisch festgelegte soziale Sitten und auf Schuldgefühlen basierende Konformität. Der Tod, so wie Tony ihn sah, bedeutete, dass nichts wirklich wichtig war. Leben war ein gewalttätiges evolutionäres Keuchen ohne jeden tieferen Sinn, das vorübergehende Überleben der Geschicktesten und Schlauesten. In tausend Jahren, vorausgesetzt, die Menschheit existierte noch so lange, würde niemand wissen, dass es Tony je gegeben hatte, oder sich dafür interessieren, wie er sein Leben gelebt hatte.
Während er von der unsichtbaren Strömung in die Höhe getragen wurde, begann er, seine eigene Philosophie ziemlich hässlich zu finden. Etwas in ihm sträubte sich, wollte nicht akzeptieren, dass dann, wenn der letzte Vorhang fällt, nichts und niemand mehr einen Sinn haben soll, dass alles Teil eines zufälligen, selbstsüchtigen Chaos ist, in dem alle nach Macht streben und ihre Umwelt in rein egoistischer Weise zu manipulieren trachten. Aber welche Alternativen gab es?
An einem ganz bestimmten Tag seines Lebens war in ihm jede Hoffnung gestorben, dass da noch mehr sein könnte. An diesem stürmischen Novembermorgen hielt er fast eine Minute lang die erste Schaufel mit Erde in der Hand. In Regen und Wind stand er da und starrte hinunter auf die kleine, mit Schnitzereien verzierte Kiste, in der sein Gabriel lag. Kaum fünf Jahre alt, noch kaum gelebt, hatte sein kleiner Junge tapfer gekämpft, tapfer festgehalten an allem Guten und Schönen, nur um strampelnd und schreiend denen entrissen zu werden, die ihn liebten.
Schließlich streute Tony die Erde in diesen Abgrund. Die Scherben seines gebrochenen Herzens und die letzten Fetzen Hoffnung fielen mit in die Tiefe. Aber keine Tränen. Tonys Zorn gegen Gott, gegen die Maschinerie des Lebens, sogar gegen den Verfall in seiner eigenen Seele hatte seinen Sohn nicht retten können. Flehen, Versprechungen, Gebete – das alles prallte unerhört am Himmel ab, als mache er sich über Tonys Ohnmacht lustig. Nichts … nichts hatte verhindern können, dass Gabriels Leben erlosch.
Bei diesen Erinnerungen verlangsamte sich Tonys Weg nach oben. Er schwebte in der Tintenschwärze. Irgendetwas hielt und trug ihn, während eine Frage in ihm aufstieg. Angenommen, Gabe hätte überlebt, hätte dieser wunderbare kleine Junge dann Tonys pathetische Existenz gerettet? Drei andere Gesichter tauchten vor seinem inneren Auge auf: Loree, süßester aller Teenager und zweimal seine Frau; Angela, seine Tochter, die ihn vermutlich so sehr hasste, wie er sich selbst hasste; und Jake … oh, Jake, es tut mir so leid, kleiner Mann!
Aber was spielte das alles letztlich für eine Rolle? Das Wunschdenken war der wirkliche Feind. Das Was-wäre-wenn oder Was-hätte-sein-können, all das Sollte, Hätte, Könnte waren bloße Energieverschwendung, behinderten die kurzfristige Möglichkeit, Triumphe und Erfolgserlebnisse auszukosten. Die ganze Idee, dass irgendetwas einen tieferen Sinn hätte, war eine Lüge, eine Täuschung, ein falscher Trost, während man dem Henkersbeil entgegenging. War er einmal ausgelöscht, würden von ihm nur die Illusionen der noch Lebenden bleiben, flüchtige Erinnerungen, seien es gute oder schlechte, kurzlebige Bestandteile des Trugbildes, sein Leben hätte irgendeine Bedeutung gehabt. Natürlich wurde, wenn nichts einen Sinn hatte, selbst die Idee absurd, Wunschdenken sei der Feind.
Da Hoffnung ein Mythos war, konnte es kein Feind sein.
Nein, der Tod war der Tod, und das war das letzte Wort. Doch dann dachte er: Auch das kann rational nicht überzeugen. Denn damit würde man zumindest dem Tod eine Bedeutung beimessen. Unsinn. Er sperrte sich gegen seine Gedanken, tat sie als lächerliche und ungereimte Versuche ab, der Bedeutungslosigkeit eines leeren und unnützen Lebens auszuweichen.
Nun schwebte er weiter aufwärts und konnte in der Ferne einen leuchtenden Punkt erkennen. Als das Licht näherkam, oder er sich ihm näherte, er war nicht sicher, was von beidem zutraf, nahm es an Substanz und Intensität zu. Das musste der Ort seines Todes sein, da war er sich nun sicher. Er hatte davon gelesen, dass Menschen, die starben, ein Licht sahen. Doch er hatte das immer für nichts weiter als die letzten Funken der sterbenden Neuroschaltkreise gehalten. Das Gehirn gierte nach einem letzten, sinnlosen Rest von Denken und Erinnerung, klammerte sich verzweifelt an etwas, das so illusionär war wie Quecksilber in einer schwieligen Hand.
Tony gab sich selbst auf. Er fühlte, wie ein unsichtbarer Fluss ihn erfasste, eine alle Schwerkraft aufhebende Welle trug sein Bewusstsein dem leuchtenden Punkt entgegen. Die Helligkeit wurde immer größer, sodass Tony den Kopf abwenden musste und blinzelte, um sich vor dem Licht zu schützen, das zugleich durchbohrend und wärmend war. Er merkte jetzt, wie kalt es ihm zuvor gewesen war, im Griff der seltsamen Kraft, die ihn aufwärts trug. Doch obwohl er den Kopf abwandte, öffnete sich etwas in ihm, als reagiere es auf die Einladung, die von dem blendend hellen Leuchten ausging.
Abrupt schabten seine Füße über etwas, das sich wie steiniger Boden anfühlte, und seine Hände strichen an Wänden entlang, die sich links und rechts von ihm befanden. Der Geruch von Erde und Laub stieg ihm in die Nase. War er längst beerdigt und schaute aus seinem Grab nach oben? Dieser schreckliche Gedanke und die davon ausgelöste Angst raubten ihm den Atem. War er noch nicht wirklich tot, und die Trauergemeinde hatte sich versammelt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen, ohne zu ahnen, dass er lebte?
Doch dieses Erschrecken währte nicht lange. Er war am Ende und wurde begraben. Widerstrebend ergab er sich seinem Schicksal und faltete die Hände auf der Brust. Die Intensität des Lichtes wurde so übermächtig, dass er gezwungen war, sich völlig abzuwenden. Der nun einsetzende Sog war erschreckend und erheiternd. Er wurde in das verzehrende Feuer geschleudert und geblendet von …