Viertes Kapitel
Es gab Zeiten, in denen bittere Kälte ein Genuss sein konnte, weil zu frieren bedeutete, dass man noch am Leben war. Für Max war dies kein solcher Moment.
Er starrte zu dem zweieinhalb Meter großen Monster auf, das vor ihm stand. Blut, Schweiß und anderes, über das er lieber nicht nachdenken wollte, liefen ihm über die hässliche Fratze. Der Schauer, der Max durchfuhr, war teils den nordischen Oktobertemperaturen nahe null, teils der Angst geschuldet, die jede Faser seines kleinen Körpers erfasste.
Angetrieben von einer unsichtbaren Kraft, sprang Max zwischen die Beine des Dämons, schwang seine Klinge und hieb sie tief in dessen Oberschenkel. Mit einem Aufheulen ließ das Monster sein eigenes Schwert fallen und sank halb auf die Knie. Blut sprühte aus der anscheinend verwundeten Schlagader, bespritzte Max und den Boden um ihn herum. Max wurde schlecht, doch er holte erneut mit dem Schwert aus, bereit zum nächsten Schlag, um das hier zu beenden. Der Drang, seinen Gegner zu vernichten, war stärker denn je.
»Gut, gut, Maximus«, hallte Atalantas Stimme in seinem Ohr. »Lass dich von deinem Hass leiten. Erledige ihn. Bohr deine Klinge in seine Brust und enthaupte ihn, auf dass seine Seele für alle Ewigkeit zum Hades gejagt wird.«
Er wollte ja. Seine Muskeln verlangten schmerzlich danach, zu töten. Dennoch bewirkte der Stolz, den er in Atalantas Worten hörte, dass er innehielt.
Das Monster blickte auf, nun von Angesicht zu Angesicht mit Max. Da war Furcht, echte Furcht vor dem, was ihm geschehen könnte. Und in diesem Moment sah Max sein Spiegelbild in den Augen des anderen. Er sah das wochenlange Training, die Jahre der Hoffnungslosikeit und seinen eigenen Kampf ums schiere Überleben. Und er sah, dass Atalanta gewann.
Max warf sein Schwert ab und stolperte zurück. Es war ihm unmöglich, seinen Blick von dem Dämon vor ihm abzuwenden. Sie tauschten eine Art stumme, gegenseitige Respektsbekundung aus, und die Miene des Dämons signalisierte etwas wie Dank. Aber wahrscheinlich war es eher Erleichterung. Morgen hätte er sich wieder von seinen Wunden erholt und wäre bereit, Max abermals anzugreifen. Dann ginge der Kampf bis in den Tod.
»Weichling!« Atalanta rauschte an Max vorbei, hob sein Schwert auf und rammte es in die Dämonenbrust. Das Monster riss seine Augen weit auf, wollte nach der Waffe greifen, doch da zog Atalanta sie schon aus seinem Leib, holte aus und enthauptete die Bestie mühelos. Der groteske Kopf polterte unmittelbar vor dem Körper auf den Boden.
Max beobachtete alles, lief nicht weg, hielt nicht einmal den Atem an. Er hatte sie schon töten gesehen und würde es auch künftig wieder.
Nun drehte sie sich zu ihm um, beugte sich vor und kniff die nachtschwarzen Augen halb zu. »Ich bin deine Menschlichkeit leid, Maximus. Töten oder getötet werden, das ist die Welt, in der wir leben. Je eher du dich damit abfindest, umso früher kannst du deinen Platz an meiner Seite einnehmen.«
Sie war groß, annähernd zwei Meter, schätzte er, und mit ihrem pechschwarzen, hüftlangen Haar, der schneeweißen Haut, den dunklen Augen und den hohen Wangenknochen hätte manch einer sie gewiss hübsch gefunden. Max nicht. Aus der Nähe duftete sie nach Honig und Zuckerwatte, aber Max wusste, wie tödlich sie war. Ihre Schönheit war eine Maske, ihr Inneres hingegen so krank und verkorkst wie das der Dämonen, die ihr als Armee dienten. Und ihr Stachel war giftiger als der eines Skorpions.
»Ja, Maximus«, flüsterte sie. Ein zartes Lächeln trat auf ihre Züge, als sie sich noch näher zu ihm neigte. »Ich fühle deinen Hass auf mich. Du willst um dich schlagen, mir wehtun, aber du kannst nicht, weil ich deine Matéras bin. Nähre dieses Gefühl, Yios, nähre und lenke es auf diejenigen, die mich geschaffen haben. Jene, die für dein gegenwärtiges Elend verantwortlich sind. Du weißt, dass die Argonauten die Wurzel allen Übels sind.«
Das Wort »Argonauten« sprach sie so nahe an seinem Ohr, dass dabei ihr heißer Atem über seinen Hals strich, unter den Kragen seines dünnen Hemds kroch. Die Übelkeit, gegen die er angekämpft hatte, stieg ihm in die Kehle, und er musste schlucken.
Mit triumphierender Miene richtete sie sich wieder auf. Allerdings war da neben ihrem Triumph auch Ekel, weil er sie abermals enttäuscht hatte.
Er starrte sie an, hielt den Blickkontakt, denn täte er es nicht, würde sie es als ein weiteres Zeichen von Schwäche auslegen. Sie hatte recht: Er hasste sie und wollte ihr wehtun. Was ihn davon abhielt, war jedoch nicht die Tatsache, dass sie seine Mutter war. Nein, es war jene Menschlichkeit in ihm, die Atalanta so sehr hasste und die sich nicht brechen ließe, solange er atmete.
Seine Mutter richtete sich in ihrem bodenlangen roten Gewand zur vollen Größe auf und blickte auf ihn herab. Mit ihrer makellosen Hand wies sie zur Festung auf der anderen Seite des kargen Feldes. »Geh jetzt, bevor ich es mir anders überlege und Thanatos erlaube, sich mit dir zu vergnügen.«
Obwohl er am liebsten gerannt wäre, drehte Max sich um und schritt betont ruhig über das gefrorene Feld, erhobenen Hauptes und mit gestrafften Schultern. Als er den riesigen Holzbau erreichte, flitzte er um die Ecke zum Dienstboteneingang hinten. Er kannte seinen Platz. Der größte Teil von Atalantas Armee war in der Kaserne im Wald untergebracht; dahinter ragten steile Berge auf. Einige »Auserwählte« residierten bei Atalanta im großen Haus: Thanatos, ihr Erzdämon, ein paar Bedienstete und Max.
Er betrat das Haus durch die Küche und stieg leise die wacklige Hintertreppe zum dritten Stock hinauf. Dieses gewaltige Haus hatte eher etwas von einer Wildhütte, war aber immer noch eine deutliche Verbesserung gegenüber der Unterwelt. Dort hatte Max nicht einmal sein eigenes Reich gehabt. Hier war es zwar durchgehend eiskalt, so dass seine Zehen gar nicht mehr aus ihrer Taubheit erwachten, doch zumindest hatte er mehr als eine Ecke, die er sein Eigen nennen konnte.
Nachdem sie aus Gründen, die Max nicht begriff, von Hades verbannt wurden, hatte Atalanta ihre Armee in diese bewaldete Einöde im Norden von British Columbia verlegt. Warum sie hier waren, wusste Max indes, nämlich weil es hier so einsam war. Außerdem wusste Max, dass dieses Haus und das Land drumherum früher einmal einem Ölbaron gehörten, der irgendwo in Alaska ein Vermögen gemacht hatte. Der Mann war nun tot, und die grausamen Einzelheiten seiner Verstümmelung blieben Max dank Thanatos lebendig im Gedächtnis. Die Leute aus der nahen Siedlung Fort Nelson hatten keine Ahnung, dass eine Halbgöttin aus der Unterwelt bei ihnen wohnte. Keinem von ihnen war bewusst, dass sie bald sterben würden, oder dass die Frau, die hier wohnte, einen Rachefeldzug plante, mit dem sie die Weltherrschaft an sich reißen wollte.
Max schmerzten die Oberschenkel, als er im dritten Stock ankam. Nach dem Kampftraining war er so müde, dass er kaum mehr geradeaus sehen konnte. Am Ende des langen Korridors, der das Stockwerk in zwei Hälften teilte, öffnete Max eine knapp einen Meter hohe Tür und duckte sich hindurch. Drinnen kletterte er eine staubige Holzleiter hinauf, bis er den Dachboden erreichte. Erst dann seufzte er erleichtert.
Am hinteren Ende des Bodens lockte sein Strohlager. Die schmutzigen runden Dachfenster gingen auf den überfrorenen, goldbraunen Trainingsplatz hinaus, nur sah Max gar nicht hin. Das tat er nie. Für ihn dienten die Bullaugenfenster einzig dem Zweck, Tageslicht in den schäbigen Raum zu lassen.
Er war schmutzig, voller Blut und Schweiß und brauchte dringend eine Dusche, doch die musste warten. Zuerst wollte er Trost, und den konnte ihm nur eine Sache spenden.
Er durchquerte den Raum. Die Decke auf seinem Lager war entfernt worden – gewiss von einem Untergebenen Atalantas, der die Szene draußen mitangesehen hatte. Es war die Strafe dafür, dass er den Dämon nicht tötete, als sich ihm die Chance dazu bot. Wenn es etwas gab, das er täglich aufs Neue lernte, dann dass in dieser Welt nichts ohne Folgen blieb. Doch heute war es ihm egal.
Neben seinem Lager standen eine Schale mit frischem Wasser und ein Teller mit Brot. Bei dem Anblick knurrte ihm der Magen, trotzdem ignorierte er das karge Essen und ging weiter zum fünften Dielenbrett von der Wand aus, von dem nur Max wusste, dass es lose war.
Er hob das Brett mit steifgefrorenen Fingern in einer Ecke an und zog ein Glas aus dem Versteck.
Es war weder ein Spiegel noch eine richtig durchsichtige Scheibe. Vielmehr war das Oval von beiden Seiten mattiert und hatte ein Wellenmuster, obgleich die Oberfläche glatt war. Der Rahmen sah golden aus, auch wenn Max nicht sagen konnte, ob es sich um Gold handelte, weil er noch nie echtes Gold gesehen hatte. Er wusste lediglich, dass es schwer war, ein fühlbares Gewicht in seinen Händen, nicht größer als eine Untertasse. Und es enthielt eine Magie ohnegleichen.
Ein Fenster zwischen zwei Welten.
Er drückte das Glas vorsichtig an seine Brust und ging vorwärts, bis seine Füße das Strohlager streiften. Dort sank er auf die Knie. Nun hielt er das Oval vor sich und flüsterte die Worte, die ihm die kleine alte Frau beigebracht hatte, die ihn heimlich in Tartarus und hier besucht hatte.
»Zeig mir meinen Herzenswunsch.«
Die Wellen im Innern schienen sich zu bewegen, und das Glas wurde klar. Hitze floss von dem Oval in Max Hände, strömte in seinen Körper, wärmte ihn. Dann erblickte er ihr Gesicht.
Er wurde ganz aufgeregt, denn es geschah selten, dass sie direkt zu ihm sah. Und es bedeutete, dass sie in genau diesem Moment irgendwo selbst in das Glas hineinschaute. Womöglich dachte sie in ebendieser Sekunde an ihn.
Oh, sie war wunderschön! Ein Lächeln erstrahlte auf ihrem Gesicht, das niemals alterte. Schließlich war sie Argoleanerin und würde folglich nicht alt, oder? Jedenfalls nicht, bevor sie ihre letzten Lebensjahre erreichte. Solange sah sie für jeden aus, als wäre sie Anfang dreißig, dabei war Max sicher, dass sie viel älter sein musste. Ihre Haut war wie Seide, ihre Augen besaßen einen verträumten Violettton, sehr ähnlich seinen – wie er hoffte. Ihr rotbraunes Haar fiel ihr heute bis zu den Schultern, und Max war überzeugt, dass es sich ebenso weich anfühlen würde, wie es aussah. Als er jedoch genauer hinsah, jeden Millimeter von ihr in sich aufsog, bemerkte er, dass ihre Züge verhärtet schienen und ihre Lippen zusammengekniffen waren. Zwar hatte er schon viele Gesichtsausdrücke bei ihr gesehen, diesen hier aber kannte er noch nicht. Sie sah … traurig aus.
Prompt regte sich sein Beschützerinstinkt, der Wunsch, herauszufinden, wer sie verletzt hatte und warum, um denjenigen dafür bezahlen zu lassen. Doch ehe er noch mehr in ihre Miene hineinlesen konnte, drehte sie sich weg und das Bild verblasste. Das Glas wurde wieder zum mattierten, welligen kalten Oval.
»Nein, warte! Komm zurück.« Er schüttelte das Glas. »Zeig mir meinen Herzenswunsch. Komm zurück!« Wieder und wieder sprach er die Worte, nur geschah nichts. Die Hitze, die Sekunden vorher noch da gewesen war, schwand mit ihrem Bild.
Als er begriff, dass er heute Abend nicht mehr bekommen würde, streckte er sich auf seinem Bett aus, schloss die Augen und drückte das Glas an seine Brust. Tränen brannten hinter seinen Lidern, und wieder rumorte sein Magen. In seinem ganzen Leben hatte er sich nicht so schmutzig und eklig gefühlt wie in diesem Moment.
Vielleicht konnte sie ihn in dem Glas sehen und das war der Grund, weshalb sie traurig gewesen war und sich voller Ekel abgewandt hatte. Doch noch während er das dachte, wusste er, dass es nicht stimmte. Die alte Frau in dem weißen Gewand hatte ihm gesagt, dass das Glas nur in die eine Richtung wirkte. Es war jedoch ein schwacher Trost, dass allein der Gedanke an sie ihn an alles erinnerte, was er nicht haben konnte.
Er stellte sich gern vor, dass sie stolz auf ihn wäre. Stolz, weil er sich gegen Atalanta auflehnte, weil er dem treu blieb, der er tief in seinem Innern war. Aber wäre sie das wirklich? Würde sie nicht vielleicht nur das in ihm sehen, was alle anderen sahen? Einen schmutzigen Zehnjährigen, den keiner wollte?
Er drehte sich von dem Essen weg, nach dem sein Körper so dringend verlangte, kämpfte gegen die Tränen, die ihm nun die Wangen hinabliefen, und umklammerte das Glas. Die Wärme, die vorhin aus dem Oval in seinen Körper geflossen war, hatte sich noch nicht vollständig verflüchtigt. An diesem Gefühl hielt er sich ebenso fest wie an der Hoffnung, dass sie ihn eines Tages holen würde.
Ihn kümmerte nicht mehr, warum sie ihn gehen ließ; er wollte sie nur wiederhaben. Falls die Götter einen Weg fanden, sie zu ihm zu schicken, wäre er der beste Sohn, den sich eine Mutter wünschen konnte, das schwor er sich.
Als er schläfrig wurde, sah er ihr Gesicht wieder, nur stand sie diesmal in einem weißen Feld und blickte sich voller Sorge um. Sie suchte nach etwas, nach ihm hoffentlich. Und obwohl er wusste, dass es bloß ein Traum war, lief er zu ihr.
Denn sogar der Traum von ihr war besser als alles andere in seinem elenden Leben.
Als Argonaut war Zander noch nie jemand gewesen, der einfach »mit dem Strom schwamm.« Es war wider seine Natur. Sagte jemand »sitz«, stellte er sich hin. Wies man ihm an, in einer Richtung zu gehen, wählte er die andere. Der einzige Mensch, von dem Zander Befehle entgegennahm, war Theron, und das höchst ungern. Entsprechend machte ihn der Umstand, dass Callia ihn herumkommandierte, nicht nur gereizt, sondern ihm sträubten sich sämtliche Haare an seinem Leib.
Aber er war nicht blöd. Bisweilen tat man gut daran, sich auf die Zunge zu beißen, anstatt seiner Verärgerung Luft zu machen. Und jetzt gerade – egal wie sehr er sich darüber aufregte – war solch ein Moment.
Dennoch würde ihn nichts im Hades dazu bringen, sich vor ihr nackt auszuziehen.
Ohne sie eines Blickes zu würdigen, stampfte er quer durchs Zimmer, hockte sich auf eines der drei Sofas und bückte sich vor, um seinen Stiefel aufzuschnüren. Zu spät erkannte er, dass es dasselbe Sofa war, über das er Callia in jener dunklen, schwülen Nacht vor beinahe elf Jahren beugte.
Blut staute sich in seinen Lenden, seine Haut wurde warm und klamm. Ihre Worte, die sie in der Nacht flüsterte, als er sie nach ihrem Besuch beim König abfing, kamen ihm in den Sinn.
Nimm mich, Zander, schnell, bevor mir jemand einen Grund gibt, Nein zu sagen.
Dreizehn simple Worte, sonst nichts. Sie hatte genau gewusst, was sie sagen musste, um seine Welt von einer Sekunde zur anderen auf den Kopf zu stellen.
Bei der Erinnerung, wie sich ihre seidig glatte Haut angefühlt hatte, traten ihm Schweißperlen auf die Stirn. Er hatte ihre feuchte Hitze gekostet, bis sie an exakt dieser Stelle kam. Zander wischte sich die Stirn und nahm verärgert den Arm herunter. Solche Erinnerungen konnte er ganz und gar nicht gebrauchen, erst recht nicht, während er sich die Stiefel aufschnürte, damit Callia ihre kleine »Untersuchung« vornehmen konnte.
Und zu seinem Verdruss war der Knüppel zwischen seinen Schenkeln eine allzu augenfällige Ermahnung, dass sie seine Seelenverwandte war und nicht die Gynaíka, die er heiraten würde.
Er ließ seinen Stiefel polternd auf den Boden fallen und sah auf. Callia hatte alles vorbereitet und blickte nun streng aus den großen Fenstern, ihre Arme vor der Brust überkreuzt.
Etwas in ihm zog sich zusammen, als er sie beobachtete. Götter, er war ein Idiot gewesen! Damals hatte es nichts an ihr gegeben, das er nicht gebraucht hatte. Er hatte sie gewollt und war derart geblendet gewesen, dass er sich nicht einmal vorstellen konnte, er würde sie irgendwann einmal weniger brauchen oder begehren.
Aber das war lange her, nicht wahr? Bevor er begriff, wozu sie fähig war und weshalb Hera sie als seine Seelenverwandte ausgewählt hatte: Weil sie der Inbegriff von allem war, was er am meisten hasste. Die Vergangenheit, was zwischen ihnen in diesem Zimmer geschah, war eigentlich eine Fantasie gewesen. Dies hier hingegen – ihre kalte Gleichgültigkeit, war ihr wahres Ich und nicht das, was er sich in ihr wünschte – dies war die Realität.
Die Erektion, die ihn plagte, seit er das Zimmer betreten hatte, schwand. Er ließ den zweiten Stiefel fallen, biss die Zähne zusammen und stand auf, um sein Hemd auszuziehen. Seine Waffen hatte er schon abgelegt, ehe er in die Burg kam, wie es dem Protokoll entsprach, folglich musste er sich keine Gedanken wegen seines Parazoniums oder anderer Gerätschaften machen. Und darüber war er froh, denn es ersparte ihm zusätzliche Zeit allein mit Callia im Raum.
»Wo soll ich hin?«
Sie drehte sich um, sah ihn jedoch nicht an, und zeigte auf den Schreibtisch des Königs. »Setz dich da hin.«
Barfuß ging er zum Mahagonitisch und schwang eine Hüfte auf die Tischkante. Nachdem er sich von der Tragfähigkeit des Möbels überzeugt hatte, rutschte er weiter auf den Tisch, bis seine Unterschenkel an einem Ende herunterbaumelten.
Sie verlor kein Wort darüber, dass er nicht ganz nackt war, und Zander würde es gewiss nicht ansprechen. Um sich abzulenken, sah er hinab auf seine Zehen. Unterdes brachte Callia einen kleinen Tisch mit ihren Instrumenten herbei. Sekunden später spürte er ihre Hand an seinem Rücken und bog ihn unwillkürlich durch. Als sie sagte, »Tief einatmen«, zwang er sich, entspannt zu bleiben, während sie ihr Stethoskop bewegte, um seine Lunge abzuhören.
Das Metall war kalt auf Zanders Haut, Callias Fingerspitzen aber waren warm und weich – zu warm und weich. Allein ihre Nähe bewirkte, dass sich sein Blut erhitzte, und jedes Mal, wenn sie seine Haut streifte, jagte es ihm einen Schauer durch den Leib. Er konzentrierte sich auf sein Atmen und war bemüht, ruhig zu bleiben. Als sie um ihn herum kam und ihn von vorn abhorchte, mied er es, ihr ins Gesicht zu sehen, und blickte stattdessen auf den weißen Pulli, den sie trug.
Ihr erschrockenes Luftholen ließ ihn aufmerken. »Was ist mit dir passiert?«
»Nichts. Mir geht’s gut.«
»Das ist nicht nichts.« Sie sah seine Schulter an, hängte sich ihr Stethoskop um den Hals und griff nach ihrer Tasche mit dem Verbandszeug.
»Lass es«, sagte er, bevor sie ihn berühren konnte. »Es ist bloß eine Fleischwunde.«
Unbeirrt tupfte sie das getrocknete Blut mit einem Mullstück ab. »Der Muskel ist eingerissen. Das muss genäht werden, sonst entzündet es sich.«
»Es heilt schon.«
»Das sehe ich, aber …«
Er packte ihr Handgelenk, um sie zurückzuhalten. Dabei durchfuhr ihn zwar ein heftiges Zucken, doch das beachtete er nicht. Er musste vor allem verhindern, dass sie ihn mehr berührte als unbedingt notwendig. »Ich sagte, lass es.«
Ihr Blick huschte von seiner Seite zu seinem Gesicht. Und ehe er verstand, was hier geschah, sah er in ihre Augen: Augen wie ein karibischer Sonnenuntergang in der Menschenwelt; Augen, in die er geblickt hatte, als sie einander liebten, und von denen er seither unzählige Male geträumt hatte, bis er kalt und schweißgebadet aufwachte.
Alles Denken versagte. Jene besondere Nähe, die sie von Anfang an verbunden hatte, regte sich erneut, ähnlich eines Feuers, das in seiner Seele entfacht wurde. Es verlockte ihn, nach Callia zu greifen, um zu sehen, ob sie dasselbe empfand. Er konnte doch nicht der Einzige sein, der sich erinnerte. Auch sie musste etwas fühlen, wenn sie ihn sah, ihm so nahe war und ihn berührte.
Gedanken, Erinnerungen, Gefühle, die er sorgsam in sich vergraben hatte, erwachten zu neuem Leben. Vor seinem geistigen Auge lief ein Film von ihrer gemeinsamen Zeit ab. Und dann, als er zu der Stelle kam, an der sie ihn verriet, erlosch das Feuer. Zurück blieben nichts als Asche und Ruinen.
Es war unwichtig, was sie fühlte. Ihre Vergangenheit war aus und vorbei. Die Parzen hatten ihn auf vielfältige Weise zum Narren gehalten, und heute gab es nichts mehr, was sie tun könnten, um das Geschehene zu ändern.
Er ließ ihre Hand ebenso schnell los, wie er sie ergriffen hatte, und sah wieder auf ihren Pullover. »Mach weiter mit der Untersuchung.«
Leider half ihm das Betrachten ihres Pullis wenig, denn er sah auf einmal nur noch ihre Brüste. Oh Mann, sie waren genauso rund, voll und atemberaubend, wie er sie erinnerte, und er bildete sich ein, die gespannten Spitzen zu erkennen, die sich von innen gegen die weiche Baumwolle drückten. Sollte er den rechten Arm nur ein klein wenig heben, könnte er eine berühren, spüren, wie sie unter seinen Fingern anschwoll und hart wurde.
Langsam trat Callia zurück, legte ihr Stethoskop und den Verbandsmull ab und räusperte sich. Der Laut lenkte Zanders Gedanken wieder zurück zum Eigentlichen. Doch so wie ihre Stimme bebte, als sie wieder sprach, wurde ihm klar, dass sie seine strenge Aufforderung verstanden hatte. Warum er sich deshalb wie ein Lump fühlte, wusste er selbst nicht.
»Wir nehmen nur eine grobe Untersuchung vor. Es besteht kein Grund für eingehendere Überprüfungen.«
Zander war es recht, wollte er doch schnellstens hier raus – vorzugsweise früher als später.
»Setz dich gerade hin«, wies sie ihn an, »und schließ die Augen.« Er gehorchte, klammerte sich mit beiden Händen an die Tischkante und machte den Rücken gerade. Zum Glück klang ihre Stimme wieder fester, und nun musste er sie wenigstens nicht ansehen. »Gut. Es wird sich jetzt etwas warm anfühlen, wenn ich nach Anomalien suche, vielleicht auch in deiner Schulter zwicken, aber größtenteils sollte es schmerzlos sein.«
Für dich vielleicht.
Zander holte tief Luft, bemühte sich, nicht die Stirn zu runzeln, und fühlte ihre Hände wenige Zentimeter von seiner nackten Brust entfernt, obwohl sie ihn nicht berührten. Als Heilerin konnte sie körperliche Beeinträchtigungen auf diese Weise ertasten und sie mittels ihrer Kräfte wieder ins Lot bringen. Argoleaner waren weniger krankheitsanfällig als Menschen und heilten schneller, aber letztlich waren auch sie sterblich. Dennoch wusste Zander, dass Callia bei ihm nichts finden würde.
»Ruhig ein- und ausatmen«, murmelte Callia. »Ja, so ist es gut. Lass einfach deinen Gedanken freien Lauf, und entspanne dich. Schön. Das ist … gut.«
Ihre Stimme wirkte seltsam beruhigend – das hatte sie schon immer – und von ihren Fingern strahlte Wärme auf seine Haut ab, floss in seine Muskeln und erreichte schließlich seine Knochen. Sie untersuchte ihn auf Krankheiten, und doch fühlte es sich beinahe an, als würde sie mit bloßen Händen in ihn hineingreifen, ihm unter die Haut kriechen und es sich dort drinnen gemütlich machen. Ihm wurde wohlig warm in der Brust, als sie die Handfläche über ihm bewegte, und es gefiel ihm verdammt gut. Er mochte es, wie sie ihn ausfüllte, denn es machte ihn ruhig, warm und vollkommen. So stellte er sich die elysischen Gefilde vor, in die man nach dem Tode kam.
Aus dem Nichts durchzuckte ein stechender Schmerz seine Schulter, schoss ihm bis in den Schädel, als würde ihm die Wunde ein zweites Mal geschlagen. Keuchend krallte er die Finger in die Tischplatte.
»Die ist tief«, sagte Callia. »Willst du wirklich nicht, dass ich sie behandle?«
Die Wunde. Sie war in der vermaledeiten Wunde. »Nein«, raunte er angestrengt und bohrte die Finger ins Mahagoni. »Es ist … bestens.«
»Ilithios.« Professionell durch und durch, beließ sie es dabei, ihn als Idioten zu titulieren. Bald bewegten sich ihre Hände weiter, glitten weg von der Wunde, worauf der Schmerz abebbte und die Wärme in Zanders Brust zurückkehrte.
Heiliger Hades! Er atmete langsam aus. Das war eindeutig mehr als ein »Zwicken« gewesen. Würde sie ihm jemals wirklich wehtun wollen, könnte Callia es mit einem bloßen Fingerschnippen.
»Konzentrier dich bitte wieder, Zander«, sagte sie streng. »Entspanne dich, und schließ die Augen.«
Entspannen, ja, natürlich.
Er holte noch einmal tief Luft und versuchte, an nichts zu denken, wie sie gesagt hatte. Es gelang ihm sogar ganze zwei Sekunden lang. Dann bewegten sich ihre Hände gen Süden, seinen Brustkorb hinunter zum Bauch, wo sie direkt vor seinem Nabel verharrten.
»Leg dich hin«, sagte sie. »Und spreiz die Beine ein bisschen.«
Diese Aufforderung reichte, dass sein gesamtes Blut in seine Lenden strömte. Sein Schwanz dehnte die Hose, und, oh ja, das war herrlich. Er würde jeden Moment einen Ständer bekommen, und sie sagte ihm, er solle sich zurücklegen und die Beine spreizen.
Zander biss abermals die Zähne zusammen, tat, was sie sagte, und betete, dass Callias Augen noch geschlossen waren. Nach wie vor berührte sie ihn nicht, doch er spürte, wie sie näher kam, fühlte es an der Hitze zwischen seinen Schenkeln. Nun beugte sie sich zu ihm, ihre Hände Millimeter über ihm bewegten sich über den Hosenbund, den Reißverschluss und noch tiefer. An den Druckpunkten zwischen Hüften und Rumpf kribbelte seine Haut. Wärme wanderte weiter hinunter. Zander hielt den Atem an und wartete, während er in seiner Hose unsagbar steif wurde.
Ihre Hände hielten über seinem Schoß inne, so dass die Wärme zu Hitze wurde, einem Flammen in seinen Lenden, das ihm nur allzu vertraut war. Und leider spürte er auch noch ihren Atem auf seinem Nabel. Sie musste demnach ziemlich tief über ihn gebeugt sein, ihr Gesicht ganz nahe. In seinem Kopf erschienen Bilder: von ihren sinnlichen Lippen, ihrem Mund, der über seine Haut glitt, ihrer Zunge … Von ihr, wie sie diese Untersuchung und sonst noch alles mit ihm machte, was sie wollte, nackt, während er wie eine Opfergabe vor ihr lag.
Sein Atem ging angestrengt, als er gegen seine Erregung kämpfte. Sollte sie auch nur versehentlich an seinen Schwanz stoßen, wäre er geliefert, direkt hier auf diesem Behelfsuntersuchungstisch. Was könnte beschämender sein? Er redete sich ein, dass es nicht an ihr lag, sondern an dem, was sie mit ihm tat. Diese Energie, die ihn durchströmte, befeuerte seine Libido, nicht Callia.
Ja, natürlich, Blödmann!
Ihm kam es wie eine Ewigkeit vor, bis sie sich tiefer bewegte, sein rechtes Bein hinab, und er endlich wieder Luft bekam, weil sich die Wärme von seinen Lenden in seine unteren Gliedmaßen verlagerte. Callia wurde schneller und effizienter, untersuchte erst das eine Bein, dann das andere. Und es gab nur einen winzigen elektrisierenden Schauer in seinen Lenden, als sie am linken Oberschenkel ansetzte.
Am Ende war es, als würde die gesamte Wärme aus seinem linken großen Zeh hinauslaufen, und er hörte, wie sie sich seufzend aufrichtete und sagte: »Wir sind fertig.«
Sie drehte sich weg von ihm und packte die Instrumente, die sie vorher benutzt hatte, in ihre Tasche. Zander graute ein bisschen davor, was er sehen würde, wenn er die Augen öffnete, deshalb starrte er zunächst einmal an die hohe vergoldete Decke und versuchte, sich zu beruhigen. Was nicht funktionierte. Ja, die Hitze war fort, aber sein Schwanz immer noch bretterhart, und das dürfte ihr kaum entgangen sein.
Mist! Sie hatte sich bei dieser Geschichte absolut professionell verhalten, und das hätte er auch sollen. Schließlich war zwischen ihnen nichts mehr. Er stützte sich auf die Ellbogen auf.
Leider nutzte der Versuch, eine bequemere Stellung zu finden, rein gar nichts. Callia hatte ihm den Rücken zugedreht und blickte nicht auf, nicht einmal als sie das Zimmer durchquerte, sein Hemd von der Couch nahm und es ihm zuwarf. »Alles scheint bestens. Ich sage dem König, dass du imstande bist …« Mitten im Satz brach sie ab, als wäre sie im Begriff, ihre Meinung zu ändern. »Dass du gesund bist. Falls die Probe normal ausfällt, brauche ich sonst nichts weiter.«
»Probe?«, fragte er, fing sein Hemd und hielt es sich über seine Erektion. »Welche Probe?«
Sie ging wieder quer durchs Zimmer, griff in ihre Tasche und reichte ihm einen kleinen Plastikbecher mit Deckel. »Du musst mir eine Spermaprobe geben, die ich im Labor überprüfe.« Dann legte sie eine braune Papiertüte auf den Tisch. »Steck sie in die Tüte und lass sie einfach hier stehen, wenn du fertig bist.«
Sprachlos starrte er den Plastikbecher in seiner Hand an, als Callia schon zur Tür ging. Er sollte …? Während sie draußen wartete? Jetzt gleich?
Sein Blick wanderte zu ihr, und obgleich er weit davon entfernt war, prüde zu sein, kam ihm dieses Arrangement irgendwie falsch vor. Völlig absurd.
Eine Hand auf dem Türknauf, blieb sie stehen, sah jedoch nicht zu ihm. Folglich konnte er ihr Gesicht nicht sehen, als sie sagte: »Ich wünsche dir und Isadora viel Glück, Zander. Ja, mögest du und mögen die Deinen in der Tradition der großen Helden gedeihen.«
Es war die typische Glückwunschformel an einen Ándras und seine Braut, die sich in seinen Kopf mogelte und von dort in seine Brust sank, wo sie sich kalt, schwer und dunkel festsetzte. Die Erregung, mit der er seit dem Betreten des Zimmers kämpfte, verschwand im selben Moment, in dem Callia hinausging, worauf sich eine gereizte Unzufriedenheit in ihm breitmachte. Und so abwegig es war, überkam ihn Wut, sobald die Tür hinter Callia ins Schloss fiel und alles still wurde.
Er wollte ihre guten Wünsche nicht. Isadora und er brauchten ihre Zustimmung nicht. Ihre Worte, seine Reaktion und das, was geschehen war und was nicht, machten ihn sekündlich wütender. Er blickte hinab in seinen Schoß, wo sein Schwanz inzwischen ziemlich zusammengeschrumpft war.
Verdammt, er war über sie hinweg! Er brauchte sie nicht, und er wusste eine sichere Methode, es ihr ein für alle Mal zu beweisen.
Nur ehe er sich auf die Suche nach Isadora machte, um genau das zu sehen, musste er wohl auf Kommando ejakulieren. Oder er blieb für den Rest seines Unsterblichenlebens in diesem Zimmer eingesperrt.
Was für ein Mist!
Fluchend über Callia, den König und diese ganze dämliche Situation, packte er den Becher und sein Hemd, warf beides auf die Couch und sank in die weichen Kissen. Es dauerte mehrere Minuten, bis sein Herz zu rasen aufhörte und seine Gedanken sich nicht mehr überschlugen. Dann lehnte er den Kopf nach hinten, schloss die Augen und stellte sich Isadora vor: blass, zierlich, hübsch, vollkommen. Es war kein Geheimnis, dass sie zu den schönsten Frauen im Land zählte. Und tatsächlich zuckte sein Schwanz nicht einmal, als er an sie dachte.
Er atmete langsam durch und probierte es erneut. Diesmal umfing er sein Glied mit einer Hand. Das hier müsste er doch schaffen.
Leider passierte nichts.
Frustriert entkleidete er Isadora im Geiste, während er sich in der Hoffnung streichelte, es so hinzubekommen. Er malte sie sich in einem langen fließenden Rock und einem ärmellosen Oberteil aus. Ihr helles Haar fiel ihr bis zu den Hüften. Sie strich mit ihren Fingern über ihren Hals, hinab zu ihren Brüsten, über den Bauch und zum Saum ihres roten Tops. Ihre milchweißen Hände überkreuzten sich vor ihr, zupften an dem Stoff, so dass Zander ein kleines Stück glatte Haut erblickte, die sanfte Vertiefung ihres Nabels und die straffen Bauchmuskeln, als sie das Oberteil höherzog. Er hielt den Atem an und wartete, beobachtete, wie sie sich ihm Zentimeter für Zentimeter enthüllte, bis das Kleidungsstück ganz verschwand und ihre hohen, festen Brüste alles waren, was er sah.
Oh ja, sie waren makellos, rosig und straff, hatten exakt die richtige Größe für seine Hände und seinen Mund.
Sie flüsterte etwas. Seinen Namen? Er war nicht sicher. Ehe er sich überlegen konnte, was sie gesagt hatte, lehnte sie sich vor, so dass ihr das Haar ins Gesicht fiel, während sie die Finger in den Bund ihres langen, eleganten Rocks tauchte und ihn über ihre kurvigen Hüften schob.
Sein Mund wurde trocken. Er wartete, konnte nichts sehen außer viel seidigem Haar und dem Rockstoff, der weiter hinabrutschte, bis er nur noch ein Satinbausch auf dem Boden war, zwei der verführerischsten Beine umrahmend, die er jemals gesehen hatte. In deren Mitte oben war ein Dreieck rotbrauner Haare, in das er eintauchen wollte und … Ja, endlich funktionierte es.
Als sie sich jedoch wieder aufrichtete und in vollkommener Nacktheit erstrahlte, bemerkte er, dass die Gynaíka vor ihm nicht mehr zierlich und makellos war. Vielmehr war sie groß und üppig, mit dunkelrotem Haar und Augen von der Farbe eines Amethyst. Und sie lächelte, für ihn allein, wie Hunderte Male zuvor. Dieser Anblick brachte seinen Schwanz sofort in Stimmung, trieb all sein Blut in die Lenden, und er wurde unglaublich hart wie seit Jahren nicht mehr.
Callia drehte sich weg, schenkte ihm klare Sicht auf ihren wohlgeformten Hintern und die Beine und kniete sich auf die Sofapolster, wo sie ihre Knie spreizte, dass sein Atem stockte. Sie sah sich verführerisch zu ihm um, und dieser Blick allein reichte, ihn magnetisch anzuziehen.
Dann vollführte sie den Todesstoß, indem sie flüsterte: »Nimm mich, Zander, schnell. Bevor mir jemand einen Grund gibt, Nein zu sagen.«
Oh, Götter, er war verloren. Jede Gegenwehr war zwecklos, denn sein Samen kochte bei der Erinnerung an das Gefühl, in Callia hineinzustoßen und ihr das zu geben, was sie beide wollten. Und noch ehe der erste Schwall aus seinen Hoden aufstieg, wusste er, dass er in einer königlichen Bredouille steckte.
Was der königlichen Hoheit wenig gefallen dürfte.