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Konsequenzen
Die Vorhänge rund um das Bett waren zum Glück immer noch zugezogen, aber falls Aurora sie öffnete, würde sie mich nackt neben einem Mann vorfinden, der nicht ihr Sohn war. Ich hörte, wie sie im Zimmer herumlief, und wagte vor lauter Angst weder zu sprechen noch zu atmen.
Ich versuchte fieberhaft, mich daran zu erinnern, was aus unseren Kleidern geworden war. Lag Lokis Pyjamahose auf dem Boden? Und was war aus meinem Slip geworden?
»Prinzessin?«, fragte Aurora noch einmal, und ich sah ihre Silhouette durch den Vorhang. Sie stand direkt vor dem Bett. »Bist du da drin?«
»Ja«, antwortete ich, weil ich fürchtete, sie würde sonst den Vorhang zurückziehen. Ich versuchte, nicht allzu panisch zu klingen. »Äh, ja. Sorry. Ich bin ziemlich … geschafft. Der gestrige Tag war … sehr anstrengend.«
»Das verstehe ich«, sagte Aurora. »Ich hole nur meine Tasche, damit ich mich anziehen kann. Nimm dir Zeit und wach in Ruhe auf.«
»Okay. Danke.«
»Keine Ursache.« Auroras Schritte gingen in Richtung Tür, aber dann blieb sie stehen. »Tove fühlt sich furchtbar wegen gestern Abend. Er wollte dich auf keinen Fall verletzen.«
»Das weiß ich.« Ich war zusammengezuckt, als sie Toves Namen ausgesprochen hatte. Die warmen Erinnerungen an die letzte Nacht verwandelten sich in eiskalte Fakten. Ich hatte meinen Ehemann betrogen.
»Er wird sich bestimmt noch persönlich bei dir entschuldigen, aber ich wollte es dir jetzt schon sagen«, fuhr Aurora fort. »Er würde dich nie absichtlich verletzen.«
Ihre Worte drangen mir wie ein Messer ins Herz und schmerzten so sehr, dass ich einen Moment lang nach Luft rang. Ich wusste, dass Tove mich nicht liebte, aber er wäre sicher trotzdem nicht gerade glücklich darüber, dass ich mit einem anderen Mann Sex gehabt hatte. Und er verdiente es nicht, so behandelt zu werden.
»Dann bis gleich beim Frühstück«, sagte Aurora abschließend.
»Bis gleich«, sagte ich knapp und kämpfte gegen die Tränen, die mir plötzlich in die Augen schossen.
Aurora schloss die Schlafzimmertür hinter sich und ich holte tief und zitternd Luft. Dann löste ich mich von Loki und setzte mich auf. Noch nie in meinem Leben war ich emotional so hin und her gerissen gewesen. Ich wäre am liebsten für immer mit Loki hier liegen geblieben, aber gleichzeitig fühlte ich mich schäbig und schuldig, weil ich bei ihm war.
»Hallo, du.« Loki legte mir den Arm um die Taille und versuchte, mich wieder an sich zu ziehen. »Du musst jetzt nicht sofort aufstehen. Sie ist weg.«
»Wir haben heute eine Menge zu tun.« Ich schüttelte seinen Arm ab und hasste mich dafür, dass ich ihn abweisen musste. Schnell holte ich mein Nachthemd, das zusammengeknüllt am Fußende des Bettes lag.
»Das weiß ich«, sagte Loki ein bisschen verletzt. »Ich habe nicht vor, dich von deiner Arbeit abzuhalten, aber kannst du nicht noch fünf Minuten mit mir hier liegen bleiben?«
»Nein.« Ich schüttelte den Kopf und wich seinem Blick aus. Ich wollte weder seinen Gesichtsausdruck sehen noch darüber nachdenken, was wir getan hatten. Ich schmeckte ihn immer noch auf meinen Lippen und spürte ihn in mir, und am liebsten hätte ich laut geschluchzt.
»Das … war’s dann also?«, fragte Loki.
»Ich habe dir doch gesagt, dass wir nur eine einzige Nacht miteinander verbringen können«, sagte ich.
»Das ist richtig.« Er atmete tief durch. »Ich hatte gehofft, ich hätte dich umgestimmt.«
Ich stieg aus dem Bett und fand meinen zerrissenen Slip versteckt unter dem Bettzeug. Das Bettgestell knarrte, als auch Loki aufstand. Ich drehte mich zu ihm um. Er hatte seine Pyjamahose angezogen, aber er hatte gestern Abend kein Hemd getragen.
»Du musst dich in dein Zimmer schleichen«, sagte ich. »Niemand darf dich sehen.«
»Das weiß ich. Ich passe auf.«
Wir standen schweigend voreinander und sahen uns an. Der Abstand zwischen uns betrug weniger als einen Meter, aber es fühlte sich an, als seien wir meilenweit voneinander entfernt. Ich wollte ihm so vieles sagen, aber ich konnte nicht. Worte hätten alles nur noch schlimmer gemacht. Wenn ich laut ausgesprochen hätte, was unsere gemeinsame Nacht mir bedeutete, wäre der Abschied nur noch realer geworden.
Loki ging in Richtung Tür, blieb aber noch einmal stehen. Er hatte die Hände zu Fäusten geballt, und ich konnte sehen, dass er mit sich kämpfte. Ohne ein Wort ging er auf mich zu und zog mich an sich.
Er küsste mich so leidenschaftlich, dass mir die Knie weich wurden. Ich dachte, ich würde umkippen, als er mich losließ, aber ich blieb stehen.
»Das war das letzte Mal«, seufzte ich atemlos nach dem Kuss.
»Ich weiß«, sagte er leise. Dann löste er sich von mir und verließ das Zimmer.
Sobald er fort war, schlang ich die Arme um mich und hielt mich an mir selbst fest. Mein Magen hob sich, und ich war sicher, dass ich mich gleich übergeben würde. Aber die Übelkeit verging wieder. Nicht weinen, nicht weinen, nicht weinen, sagte ich mir immer wieder, aber leider funktionierte meine Überzeugungskraft nur bei anderen. Ich griff hinter mich und hielt mich am Bettpfosten fest, denn ich hatte Angst, meine Beine könnten mir den Dienst versagen.
Was hatte ich da nur angerichtet? Was hatte ich Loki angetan? Und Tove? Und mir selbst?
»Prinzessin?« Duncan klopfte an die Tür, aber ich konnte ihm nicht antworten. Der Kloß in meinem Hals war zu dick. »Prinzessin?« Er öffnete die Tür, und ich versuchte, gefasst zu wirken. »Wendy, geht es dir gut?«
»Ja«, antwortete ich und riss mich zusammen. »Ich bin müde. Ich habe es gestern ein bisschen übertrieben.«
»Ja, ich weiß«, sagte Duncan. »Ich habe geschlafen wie ein Toter, aber ich habe im Traum ständig Geräusche gehört? Hast du auch etwas mitbekommen? Mein Zimmer liegt direkt nebenan.«
»Nein, tut mir leid«, sagte ich mit einem heftigen Kopfschütteln.
»Ich wollte nur kurz nach dir sehen«, sagte Duncan. »Geht es dir wirklich gut?«
»Ja, alles okay«, log ich.
»Ich habe heute Morgen mit Kenna gesprochen, und sie hat uns gebeten, die obdachlos gewordenen Überlebenden fürs Erste nach Förening mitzunehmen«, sagte Duncan. »Willa hat vorgeschlagen, dass wir gleich heute nach Hause fahren und den Flüchtlingen Zimmer im Palast zur Verfügung stellen. Danach sollten wir Leute hierherschicken, die den Wiederaufbau durchführen können. Wir wissen ja leider nicht, wie man ein Haus baut.«
»Äh, das klingt gut«, sagte ich. »Aber ich muss noch mit Kenna reden.« Da fiel mir noch etwas auf und ich sah ihn an. »Heißt das, alle sind schon wach?«
»Ja, außer dir, Tove und Loki«, bestätigte Duncan. »Aber den habe ich gerade im Bad getroffen, also ist er inzwischen wohl auch wach. Was war denn gestern Abend mit Tove los? Aurora sagte, er sei krank geworden oder so?«
»Ja, er ist … krank«, sagte ich schnell und legte meine Hand über den Bluterguss auf meinem Arm. »Ich muss mit ihm reden. Ist er noch in seinem Zimmer?«
»Soweit ich weiß, ja«, sagte Duncan.
»Danke«, sagte ich. »Ich rede mit ihm, ziehe mich an und komme dann runter zum Frühstück. Ist das okay?«
»Klar, Prinzessin.« Duncan nickte mir zu. »Aber, Wendy? Du solltest heute wirklich einen Gang zurückschalten. Du siehst aus, als ob du auch etwas ausbrütest.«
Ich winkte ab und er machte sich aus dem Staub. Auf dem Weg in Toves Zimmer überlegte ich, was ich ihm sagen würde. Sollte ich ihm von Loki erzählen?
Nicht hier. Nicht jetzt. Wir mussten diesen Leuten helfen und ich wollte unsere kostbare Zeit nicht für einen Streit verschwenden.
Zögernd klopfte ich an die Tür. Ich wusste immer noch nicht, was ich ihm sagen würde. Er öffnete die Tür und sein Anblick machte alles nur noch schlimmer. Er sah schrecklich aus. Sein Haar war noch wirrer als sonst. Ich wusste, dass er geschlafen hatte, aber er hatte dennoch dunkle Ringe unter den Augen. Seine sonst moosgrün schimmernde Haut war blass, aber am schlimmsten war, dass er über Nacht um Jahre gealtert zu sein schien.
»Es tut mir so leid, Wendy«, waren seine ersten Worte, und einen Moment lang kapierte ich nicht, warum er sich entschuldigte. »Ich wollte dich nicht schlagen. Das würde ich niemals tun. Ich muss den Verstand verloren haben.«
»Ist schon okay«, sagte ich tonlos. »Ich weiß das. Gestern war für uns alle ein bisschen zu viel.«
»Das ist keine Entschuldigung.« Tove schüttelte den Kopf. »Ich hätte … mich beherrschen müssen.«
»Das konntest du nicht«, sagte ich. »Und das verstehe ich.«
»Nein, das verstehst du nicht. Was ich getan habe, war nicht in Ordnung. Es ist nie okay, eine Frau zu schlagen, und schon gar nicht die eigene Ehefrau.«
Bei dem Wort Ehefrau zuckte ich zusammen, aber er schien es nicht zu bemerken. Ich wollte dieses Gespräch so schnell wie möglich beenden, weil ich es nicht ertrug, dass er sich nach meiner Nacht der Untreue bei mir entschuldigte. Ich war auch keine Befürworterin von Gewalt gegen Frauen, aber das gestern war nicht der echte Tove gewesen.
Und ich hatte etwas getan, das mindestens ebenso schlimm war. Ich hatte mit Loki geschlafen. Zwar war auch ich nicht gerade im Vollbesitz meiner Kräfte gewesen, als es passiert war, aber wenn ich ehrlich war, hatte ich mich schon lange danach gesehnt, auch im nicht übermüdeten Zustand. Meine gestrige Erschöpfung hatte nur meine Hemmungen geschwächt und mir den Willen geraubt, gegen mein Verlangen anzukämpfen.
Ich wollte immer noch mit Loki zusammen sein und deshalb hatte ich ein viel schwereres Verbrechen begangen als Tove.
Ich drängte mich an ihm vorbei ins Zimmer und holte mir frische Kleider aus meiner Reisetasche. Er versuchte noch einmal, sich zu entschuldigen, und ich wiederholte, es sei alles in Ordnung zwischen uns. Damit er nicht noch einmal von letzter Nacht anfing, wechselte ich schnell das Thema und sprach davon, was wir heute alles erledigen mussten.
Wir hatten den gröbsten Dreck beseitigt, also konnten wir persönlich nichts mehr für Oslinna tun.
Ich zog mich an, ging nach unten und begann, den Transport der Flüchtlinge zu organisieren. In der Stadt gab es zwar noch fahrtüchtige Autos, aber nicht genug für alle Flüchtlinge. Wir mussten im Palast in Förening anrufen und ein paar Fahrer mit Autos anfordern.
Während wir den Transport besprachen und entschieden, wer gehen und wer bleiben würde, meinte Willa, ich käme ihr heute sehr merkwürdig vor. Ich verhielt mich so normal wie möglich, aber wenn Loki in meine Nähe kam, musste ich sofort flüchten. Ich hielt es in seiner Gegenwart kaum aus.
Als alle in den Autos saßen, fuhren wir nach Hause. Kenna blieb zurück, um sich um das zu kümmern, was von Oslinna übrig geblieben war. Und ich versprach ihr, bald weitere Helfer zu schicken. Die Stadt wieder aufzubauen, hatte für mich oberste Priorität. Na gut, die zweitoberste. Noch wichtiger war, mein Königreich vor einer Übernahme durch die Vittra zu schützen.
Willa und Matt fuhren mit mir und Tove nach Förening zurück, und dafür war ich sehr dankbar. Ich glaube nicht, dass ich die lange Fahrt mit Tove und Aurora durchgestanden hätte. Matt saß auf dem Rücksitz, skizzierte Gebäude und redete davon, was wir für Oslinna alles tun konnten.
Als wir wieder im Palast waren, halfen wir den Flüchtlingen, sich in den leeren Zimmern einzurichten. Es würde merkwürdig sein, ab jetzt mit so vielen Leuten zusammenzuleben, aber vielleicht würde uns die Abwechslung ja guttun. Ich half Mia und Hanna dabei, ihr Zimmer einzurichten, und schon bald wirkten beide nicht mehr ganz so niedergedrückt.
Ich übertrug Willa die Aufgabe, die nötigen Geldmittel und Ressourcen für den Wiederaufbau von Oslinna aufzutreiben, und Matt erklärte sich gerne dazu bereit, die nötigen Baupläne anzufertigen.
Sobald die Flüchtlinge versorgt waren, ging ich in die Bibliothek, um meine Recherchen fortzusetzen. Ich musste immer noch einen Weg finden, Oren zu töten und die Kobolde aufzuhalten. Irgendwann würden wir den Vittra im Kampf gegenüberstehen, und ich musste herausfinden, wie ich sie besiegen konnte.
Außerdem würde es mir guttun, mich in meine Arbeit zu stürzen. Ich wollte nicht darüber nachdenken, wie sehr ich meine persönlichen Beziehungen beschädigt hatte.
Den größten Teil des Abends durchsuchte ich vergeblich alte tryllische Dokumente. In keinem stand etwas über unsterbliche Trolle, aber vielleicht verstand ich die Geschichten auch einfach nicht. Ich ging zu den Regalen, um mir ein anderes Buch zu suchen. Als ich aufblickte, sah ich Finn im Türrahmen der Bibliothek stehen.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich noch schuldiger fühlen könnte, bis ich ihn sah.
Obwohl Finn und ich nie wirklich zusammen gewesen waren und zwischen uns alles offiziell vorbei war, wusste ich, dass er sehr enttäuscht von mir sein würde, wenn er wüsste, dass ich mit Loki geschlafen hatte.
»Ist alles in Ordnung, Prinzessin?« Finn kniff besorgt die Augen zusammen und betrat die Bibliothek.
»Äh, ja, alles bestens.« Ich senkte den Blick und ging wieder zum Schreibtisch zurück. Ich wollte den Abstand zwischen uns so groß wie möglich halten und ein riesiger Holzschreibtisch war eine gute Barriere.
»Du bist furchtbar blass«, sagte Finn. »Die Reise muss dich sehr angestrengt haben.«
»Ja, wir haben alle viel gearbeitet«, sagte ich und schlug ein Buch auf, um beschäftigt zu wirken. Ich wollte mich nicht auf Finn und seine dunklen Augen konzentrieren.
»Das habe ich gehört.« Er lehnte sich an den Schreibtisch. »Loki war heute bei mir.«
»Was?« Ich hob ruckartig den Kopf und mir wurde schlagartig schlecht. »Ich meine, ach ja?«
»Ja.« Finn sah mich merkwürdig an. »Ist wirklich alles okay?«
»Ja, ja, alles in Butter«, sagte ich. »Was wollte Loki von dir?«
»Er hat mir erzählt, was ihr in Oslinna über die Kobolde in Erfahrung gebracht habt«, sagte Finn. »Dass sie nur materiellen Schaden anrichten wollten und die meisten Todesopfer nur zufällig im Weg waren. Seiner Meinung nach sind die Kobolde nicht besonders blutrünstig, aber er wird mir ab morgen trotzdem dabei helfen, die Tracker zu trainieren.«
»Oh.« Ich drehte an meinem Ehering und senkte den Blick wieder.
»Allmählich glaube ich, dass er nicht so schlimm ist, wie ich anfangs dachte«, gab Finn widerwillig zu. »Aber du verbringst trotzdem zu viel Zeit mit ihm. Du musst auf deinen Ruf achten.«
»Ich weiß.« Mein Mund war auf einmal staubtrocken. »Ich arbeite daran.«
Finn stand vor dem Schreibtisch, als warte er auf etwas, aber ich hatte ihm nichts zu sagen. Ich starrte auf mein Buch und konnte vor Nervosität kaum atmen.
»Ich wollte nur wissen, wie die Reise gelaufen ist«, sagte Finn.
»Sie lief gut«, fiel ich ihm ins Wort.
»Wendy.« Er senkte die Stimme. »Verheimlichst du mir irgendetwas?«
»Oh, Prinzessin. Entschuldigt die Störung«, sagte Mia in diesem Augenblick, und ich war noch nie in meinem Leben so froh über eine Störung gewesen.
Sie stand in der Tür und hielt Hanna auf dem Arm. Nach ihrer Ankunft im Palast hatten beide Zeit gehabt, zu duschen, und Mia wirkte sogar noch hübscher als in Oslinna, was ich nicht für möglich gehalten hätte.
»Nein, nein, Mia, du störst nicht«, sagte ich schnell.
»Ich bin auf der Suche nach der Küche«, sagte sie mit einem verlegenen Lächeln. »Hanna hat Hunger und ich verlaufe mich hier ständig. Der Palast ist so viel größer als der von Oslinna.«
»Es dauert eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hat«, sagte Finn und erwiderte ihr Lächeln. »Wenn du möchtest, zeige ich dir den Weg.«
»Das wäre klasse.« Mia lächelte erleichtert. »Danke.« Dann blickte sie mich besorgt an. »Ich will ihn Euch aber nicht entführen, Prinzessin.«
»Das macht nichts«, sagte ich und schüttelte den Kopf. »Finn hilft dir gerne weiter.«
»Ja, natürlich«, sagte er. »Du bist Mia, richtig?«
»Ja.« Mia lächelte ihn an und zeigte dann auf ihre Tochter. »Und das ist Hanna.«
»Es wird mir ein Vergnügen sein, euch beide durch den Palast zu führen.«
Finn verließ mit ihnen die Bibliothek, blieb aber in der Tür stehen und nickte mir noch einmal zu.
Als ich wieder allein war, stieß ich zitternd den Atem aus.
Dann vergrub ich wieder die Nase in den Büchern, aber ich fand nichts, was mir irgendwie nützlich sein konnte.
Es war schon spät, als Willa an die geöffnete Tür klopfte.
»Wendy, ich weiß, dass du viel zu tun hast, aber du musst dir das ansehen«, sagte sie. »Der ganze Palast redet darüber.«
»Worüber?«, fragte ich.
»Über Eloras neuestes Werk.« Willa biss sich auf die Lippe. »Auf dem Bild sind wir alle tot.«