Archiv der Lux Aeterna
VERZEICHNIS ATHOS
INTERVIEW 1979 - 4/5
Historisches Dokument Nr. 4217.464
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Björn Randow: Was befand sich unter der Luke?
Athos: Sie werden doch nicht von der Geschichte mitgerissen worden sein? Vergessen Sie nicht, daß ich ein Lügner und ein Hochstapler bin.
Björn Randow: Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte... Außerdem hatte ich gesagt, daß ich Sie möglicherweise für einen Verbrecher halte. Nicht für einen Lügner.
Athos: Nun gut... Unter der Luke befand sich der Schacht. Wir leuchteten hinein und staunten über die saubere Arbeit, mit der die Wände bearbeitet waren. Sie wirkten wie Marmor, doch war es mehr eine Art Metall. Das Licht unserer Lampen reichte nicht tief genug, um das Ende des Schachts zu beleuchten. Doch entlang einer der Wände befanden sich hervorstehende kleine Stufen, deren Funktion offensichtlich war. So banden wir die Laternen an unsere Gürtel und begannen den Abstieg. Nach zwanzig Minuten waren wir unten angelangt. Die Luft fühlte sich dort unten sauber und frisch an. Zwischen den Steinplatten drang etwas Feuchtigkeit durch und bildete Rinnsale und Pfützen auf dem Boden. Wir mußten uns weit unter dem Grundspiegel der Moldau befinden. Wir traten durch einen schmalen Gang und standen vor der Passage.
Björn Randow: Passage?
Athos: Ja. Es sah nach nichts aus. Es war ein Raum, der sehr schmal und sehr lang war. In seiner Mitte befanden sich sieben Türrahmen...
Björn Randow: Türrahmen?
Athos: Ja, als würde man einen einzelnen Türrahmen in den Raum stellen, nur ohne die Wand drum herum. Davon standen dort aber sieben Stück. Hintereinander. Wie ein symbolischer Korridor. Sie waren jeweils drei Schritte von einander entfernt. Der ganze Korridor war somit höchstens 26 Schritte lang. Heute würde man bei diesem Anblick an diese Metalldetektoren auf amerikanischen Flughäfen denken. Wissen Sie was ich meine? So ähnlich sahen diese Dinger aus. Aus der Erfahrung mit der Luke oben, schaltete ich wieder das Gerät ein, doch diesmal geschah nichts. Doch ich war nicht überrascht...
Björn Randow: Das Datum stimmte nicht. Es mochte noch Wochen dauern.
Athos: Stagnatti war inzwischen Feuer und Flamme für das Projekt. Er wußte, er war auf etwas gestoßen, das mehr als ein bloßer Hokuspokus war. Ich fand, es war an der Zeit, mit der ganzen Wahrheit rauszurücken und so erklärte ich ihm das Prinzip der sich verkürzenden Pausen zwischen den Tönen, die von der Schachtel erzeugt wurden. Es konnte sich nur noch um Tage handeln. Das Geräusch kam inzwischen mit einem Stakkato von gut drei Signalen pro Sekunde.