Es hätte das Gelege eines Riesenvogels sein können. Oder eines Sauriers. Es war ungefähr so groß wie der Schädel eines erwachsenen Menschen. Kyras Vater schaltete seine Lampe ab und befestigte sie an seinem Gürtel. Dann beugte er sich vor und hob das Gebilde mit beiden Händen auf. Als er es ehrfürchtig über seinen Kopf hielt und sich dabei zum Eingang umdrehte, war er sprachlos vor Freude und Aufregung.

Chris sah Kyra schief an. »Was ist denn –?«, begann er.

Kyra unterbrach ihn. »Frag mich was Leichteres. Mir hat er nichts gesagt.«

Der Professor kam langsam zurück. Sein Blick löste sich nicht von dem sonderbaren Ding in seinen Händen.

»Unglaublich«, flüsterte er, als er wieder bei ihnen war.

»Warum sprichst du so leise?«, fragte Kyra unsicher.

Lisa schaute sich sogleich im Dunkeln um. Aber eine Gefahr war nirgends auszumachen.

Kyras Vater blieb bei seinem raunenden Tonfall. »Habt ihr so etwas Großartiges schon einmal gesehen?«

Nils verzog das Gesicht. »Ein Riesenei?«

»Kein Ei«, gab der Professor zurück. »Nicht mal im Entferntesten.«

»Was dann?«, fragte Lisa.

»Das Heiligtum der Heiligtümer. Das Haupt von Lachis.«

»Das Haupt von Lachis«, wiederholte Kyra nachdenklich. Sie konnte sich nicht erinnern, dass ihr Vater etwas Derartiges schon einmal erwähnt hatte.

Der Professor öffnete seinen Rucksack und schob den geheimnisvollen Gegenstand hinein. Dann schaute er die Kinder der Reihe nach an.

»Wir haben das hier nie gefunden, verstanden?«

Chris nickte als Erster. »Nie!«

»Was hast du vor?«, wollte Kyra wissen, obwohl sie es längst ahnte.

»Wir werden etwas Verbotenes tun«, erklärte ihr Vater mit gesenkter Stimme.

Alle hielten den Atem an.

»Wir werden das Haupt von Lachis aus dem Land schmuggeln.«