13
Als ich zu meiner Wohnung zurückkam, stand Danielle in einem blassen Lichtkegel auf meiner Türschwelle. Ihre langen Beine unter dem kürzesten pinkfarbenen Minirock aller Zeiten waren nackt. Dazu trug sie schwarze, hochhackige Schuhe, ein schwarzes Muskelshirt und eine Collegejacke mit einem großen schwarzen F auf dem Rücken. Ihr Haar war so lang, daß es hinten bis unterhalb der Jacke reichte. Sie lächelte mich an, als sie mich durch den Garten auf sich zukommen sah. »Oh, hey. Ich dachte, Sie wären weg. Ich bin vorbeigekommen, um mir meine zehn Cents abzuholen. Das Finanzamt behauptet, ich wäre mit meiner Einkommensteuervorauszahlung im Rückstand.«
»Ist Ihnen nicht kalt? Es ist ja eisig hier draußen.«
»Sie haben wohl nie im Osten gelebt. Wir haben vermutlich zehn Grad. Und diese Jacke hält so warm wie ein Toaster.«
»Wofür steht das F?«
»Was meinen Sie wohl?« sagte sie scherzhaft.
Ich lächelte, während ich die Tür aufmachte und das Licht einschaltete. Sie folgte mir hinein, blieb aber auf der Schwelle stehen, um die Räumlichkeiten zu betrachten. Ihre Augen wirkten riesig, das Grün wurde durch den dunklen Eyeliner noch hervorgehoben, und ihre Wimpern waren dick getuscht. Unter dem ganzen Makeup hatte sie ein glattes Babygesicht: Stupsnase und Schmollmund. Sie stolzierte durch mein Wohnzimmer, wobei sie auf ihren hohen Absätzen wankte, als sie die ganzen Bücherregale betrachtete. Dann nahm sie das gerahmte Foto von Robert Dietz in die Hand. »Der ist ja süß. Wer ist das?«
»Ein Freund.«
Sie zog die Augenbrauen hoch und warf mir einen Blick zu, der vermuten ließ, daß sie wußte, um welche Art Freund es sich handelte. Sie stellte das Bild wieder hin und schob die Hände in ihre Jackentaschen. Ich hängte meine Jacke über die Lehne eines Regiestuhls. Sie setzte sich auf mein Sofa und fuhr mit der Hand über den Bezugsstoff, als wollte sie seine Qualität prüfen. Heute abend waren ihre Fingernägel lang und perfekt und in einem lebhaften Feuerwehrrot lackiert. Sie schlug ein langes nacktes Bein über das andere und wippte mit dem Fuß, während sie ihre Besichtigung fortsetzte. »Nicht schlecht. Gibt’s hier noch mehr so gute Wohnungen?«
»Das ist die einzige. Mein Vermieter ist fünfundachtzig.«
»Ich diskriminiere niemanden. Ich mag alte Typen«, sagte sie. »Vielleicht könnte ich ihm Rabatt geben.«
»Ich werd’s ihm ausrichten, falls er interessiert ist. Was wollen Sie hier?«
Sie stand auf und ging in die Küche hinüber, wo sie meine Schränke öffnete und ihren Inhalt studierte. »Mir war langweilig. Ich gehe erst um elf in die Arbeit. Manchmal weiß ich nicht, was ich vorher tun soll. Mr. Dickhead hat schlechte Laune, also gehe ich ihm aus dem Weg.«
»Was hat er denn für Probleme?«
»Ach, wer weiß. Vermutlich führt er sich zum Spaß so auf«, meinte sie. Sie fuhr mit der Hand durch die Luft und tat so seine schlechte Laune ab. Dann zog sie zwei Teebeutel aus ihrer Jackentasche und ließ sie vor sich baumeln. »Möchten Sie Pfefferminztee? Ich habe ein paar Beutel da, wenn Sie das Wasser kochen. Das ist gut für die Verdauung.«
»Ich habe keine Verdauungsprobleme. Außerdem habe ich noch nicht zu Abend gegessen.«
»Ich auch nicht. Manchmal nehme ich nichts weiter zu mir als Tee, wenn Lester mir mein ganzes Geld abgenommen hat. Er will nicht, daß ich dick werde.«
»Ein wahrer Freund«, meinte ich.
Sie zuckte unbeteiligt die Achseln. »Ich kann für mich selbst sorgen. Ich nehme Megavitamine und Ballaststoffe und so was.«
»Wie lecker«, sagte ich. Ich füllte den Kessel mit Wasser und stellte ihn auf den Herd. Dann schaltete ich die Platte ein.
»Lachen Sie ruhig. Ich wette, ich bin gesünder als Sie.«
»Dazu gehört auch nicht viel — bei meiner Ernährung«, gab ich zu. »Apropos — möchten Sie etwas essen? Ich koche nichts, aber ich kann uns eine Pizza bestellen. Ich muß zwar bald weg, Sie können aber gern mit mir essen.«
»Gegen Pizza hätte ich nichts«, sagte sie. »Wenn Sie die vegetarische nehmen, ohne Wurst und Peperoni, ist Pizza nicht einmal schädlich. Probieren Sie doch mal den Pizzaservice hier um die Ecke. Ich bumse manchmal den Besitzer. Er gibt mir einen Mordsrabatt, weil ich ihm den Schwanz lutsche.«
»Ich werd’s erwähnen, wenn ich die Bestellung aufgebe«, sagte ich.
»Lassen Sie mich das machen. Wo ist das Telefon?«
Ich wies auf das Telefon auf dem Tisch neben dem Anrufbeantworter. Uns fiel beiden das blinkende Licht auf.
»Sie haben eine Nachricht bekommen«, sagte sie. Automatisch streckte sie die Hand aus und drückte auf die Wiedergabetaste, noch bevor ich dagegen protestieren konnte. Daß sie lauschte, schien mir genauso ungehörig, wie wenn sie meine Post geöffnet hätte. Eine mechanische Computerstimme teilte mir mit, daß ich eine Nachricht auf Band hatte. Piep.
»Oh, hallo, Kinsey. Hier ist Roger. Ich wollte mich nur mal melden und hören, wie es läuft. Sie brauchen jedenfalls nicht zurückzurufen, aber wenn Sie noch weitere Fragen haben, können Sie mich zu Hause erreichen. Bye. Oh, ich schätze, ich sollte Ihnen noch die Nummer geben.« Er sagte seine Privatnummer auf und hängte mit einem Klicken ein.
»Lornas Chef«, sagte sie.»Kennen Sie ihn?«
»Klar. Sie auch?«
Sie rümpfte die Nase. »Ich bin ihm einmal begegnet.« Sie nahm den Hörer ab und wählte eine Nummer, die sie offenbar auswendig wußte. Dann drehte sie sich um und sah mich an, während am anderen Ende das Telefon klingelte. »Ich werde ihnen sagen, sie sollen den Käse weglassen. Das reduziert den Fettgehalt«, murmelte sie.
Ich überließ sie ihren Verhandlungen und machte uns beiden je eine Tasse Tee. An dem Abend, als ich sie kennengelernt hatte, war sie mir mißtrauisch vorgekommen, aber vielleicht war das nur ihre Arbeitsmaske. Heute abend schien sie ganz locker zu sein, ja schon fast ausgelassen. Ihre Stimmung war vermutlich auf Drogen zurückzuführen, jedoch hatte ihre Ungezwungenheit einen gewissen Charme. Sie besaß eine natürliche Freundlichkeit, die jede ihrer Gesten belebte. Ich hörte ihr zu, wie sie mit enormer Sicherheit verhandelte, die wohl daher rühren mußte, daß sie Typen aus allen Lebensbereichen »bumste«. Sie legte eine Hand über die Sprechmuschel. »Wie ist die Adresse hier? Ich hab’s vergessen.«
Ich sagte sie ihr, und sie gab sie durchs Telefon weiter. Ich hätte auch mit ihr zu Rosie’s gehen können, aber ich war mir nicht sicher, daß Rosie sie höflich behandeln würde. Seit William nicht mehr da war, fürchtete ich, daß sie zu ihrer gewohnten Menschenfeindlichkeit zurückkehren würde.
Danielle legte den Hörer auf und zog ihre Jacke aus, die sie anschließend ordentlich zusammenfaltete und ans eine Ende des Sofas legte. Dann kam sie mit ihrer überdimensionalen Schultertasche im Arm zur Arbeitsfläche herüber. Irgendwie wirkte sie so anmutig wie ein Fohlen, nichts als Arme, lange Beine und knochige Schultern.
Ich schob ihr einen Becher Tee hin. »Ich möchte Sie etwas fragen.«
»Moment. Lassen Sie mich erst etwas sagen. Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu persönlich. Ich möchte Sie auf keinen Fall beleidigen.«
»Sätze, die so anfangen, sind mir zuwider«, sagte ich.
»Mir auch, aber es ist nur zu Ihrem eigenen Besten.«
»Nur zu. Sie werden es mir sowieso sagen.«
Sie zögerte, und der Gesichtsausdruck, den sie aufsetzte, zeugte von übertriebener Zurückhaltung. »Versprechen Sie, daß Sie nicht sauer werden?«
»Sagen Sie’s einfach. Ich halte die Spannung nicht aus. Vermutlich habe ich Mundgeruch.«
»Ihr Haarschnitt ist echt kraß.«
»Oh, vielen Dank.«
»Sie brauchen nicht sarkastisch zu werden. Ich kann Ihnen helfen. Ehrlich. Ich wollte mein Examen als Kosmetikerin machen, bevor ich mich mit Lester eingelassen habe...«
»Mr. Dickhead«, ergänzte ich.
»Ja, genau der. Jedenfalls kann ich sagenhaft schneiden. Ich habe Lorna immer die Haare gemacht. Geben Sie mir eine Schere, und ich mache einen Traum aus Ihnen. Ohne Witz.«
»Ich habe nur eine Nagelschere. Vielleicht nach dem Essen.«
»Kommen Sie. Wir haben noch eine Viertelstunde, bevor die Pizza kommt. Und schauen Sie mal.« Sie machte ihre Umhängetasche auf und ließ mich einen Blick hineinwerfen. »Ta-da.« Darin hatte sie eine Bürste, einen kleinen Fön und eine Schere. Sie legte den Fön auf die Arbeitsfläche und klapperte mit der Schere, als wären es Kastagnetten.
»Sie sind extra mit dieser Ausrüstung hierhergekommen?«
»Das habe ich immer dabei. Im Palace mache ich manchmal auf der Damentoilette Haarschnitte.«
Schließlich saß ich mit einem Handtuch um den Hals und über dem Spülbecken haßgemachten Haaren auf einem Küchenstuhl. Danielle plapperte fröhlich vor sich hin, während sie an mir herumschnippelte. Um mich herum begannen sich Haarsträhnen anzusammeln. »Kriegen Sie jetzt bloß keine Angst. Ich weiß, es sieht nach viel aus, aber das liegt bloß daran, daß alles so ungleichmäßig ist. Sie haben tolles Haar, schön und dick und mit einem Ansatz von Wellen. Na ja, vielleicht sollte ich lieber Volumen sagen statt Wellen, aber das ist ja noch besser.«
»Und warum haben Sie das Examen nicht gemacht?«
»Ich habe das Interesse verloren. Außerdem ist die Kohle nicht so besonders. Mein Vater hat immer gesagt, es wäre eine gute Grundlage für den Fall, daß die Wirtschaft zusammenbricht, aber auf den Strich gehen ist besser — meiner Meinung nach. Auch wenn ein Typ nicht die Knete hat, sich die Haare trockenblasen zu lassen, hat er immer noch einen Zwanziger für Blasmusik übrig.«
Im stillen überlegte ich. Ich brauchte eine halbe Sekunde, bis mir klar war, was sie damit meinte. »Was wollen Sie tun, wenn Sie zum Bumsen zu alt sind?«
»Ich mache Kurse für Finanzverwaltung am City College. Geld ist das einzige andere Thema, das mich interessiert.«
»Sie werden es bestimmt weit bringen.«
»Irgendwo muß man anfangen. Und was ist mit Ihnen? Was wollen Sie machen, wenn Sie zu alt zum Bumsen sind?«
»Ich bumse ja nicht mal jetzt. Ich bin so rein wie frisch gefallener Schnee.«
»Tja, kein Wunder, daß Sie schlecht drauf sind. So was Fades«, meinte sie.
Ich lachte.
Wir schwiegen eine Weile, während sie sich auf ihre Arbeit konzentrierte. »Was wollten Sie denn wissen? Sie haben doch gesagt, Sie wollten mich etwas fragen.«
»Vielleicht sollte ich vorher meine Barschaft überprüfen.«
Sie zog mich an den Haaren.»Jetzt seien Sie doch nicht so. Ich wette, Sie sind eine von der Sorte, die herumalbert, um andere Leute auf Distanz zu halten, stimmt’s?«
»Ich glaube nicht, daß ich darauf antworten muß.«
Sie lächelte. »Sehen Sie? Ich kann Sie verblüffen. Ich bin viel klüger, als Sie denken. Und jetzt fragen Sie.«
»Ach ja. Hat Lorna erwähnt, daß sie zwanzig Riesen von einem Bankkonto abgehoben hat, bevor sie verreisen wollte?«
»Warum hätte sie denn das tun sollen? Sie ist immer mit irgendeinem Typen verreist. Sie hat nie ihr eigenes Geld ausgegeben, wenn sie irgendwohin gefahren ist.«
»Was für ein Typ?«
»Jeder, der darum gebeten hat«, antwortete sie, immer noch am Schneiden.
»Wissen Sie, wohin sie wollte?«
»Über so was hat sie nicht geredet.«
»Wissen Sie etwas von einem Tagebuch oder einem Terminkalender?«
Danielle berührte mit der Schere ihre Schläfen. »Sie hat das alles hier oben behalten. Sie hat gesagt, sonst würden sich ihre Kunden nicht sicher fühlen. Was ist, wenn die Bullen deine Bude durchsuchen? Sie haben einen Durchsuchungsbefehl, du bist erledigt und alle anderen auch. Hören Sie auf zu zappeln.«
»Entschuldigung. Wohin ist das Geld dann verschwunden? Es sieht so aus, als hätte sie das ganze Konto aufgelöst.«
»Tja, mir hat sie es jedenfalls nicht gegeben. Ich wünschte, sie hätte. Ich hätte auf der Stelle selbst ein Konto eröffnet.« Sie klapperte neben meinem Ohr mit der Schere, und sieben Haare fielen zu Boden. »Das hatte ich nämlich vor«, fügte sie hinzu. Sie legte die Schere auf die Arbeitsfläche und steckte den Haarfön ein. Mit der Bürste hob sie einzelne Haarsträhnen an. Es ist unglaublich beruhigend, wenn einem jemand auf diese Art an den Haaren herumwerkelt.
Ich hob leicht die Stimme, um den Lärm zu übertönen. »Könnte sie Schulden zurückbezahlt oder eine Kaution für jemanden gestellt haben?«
»Zwanzig Riesen Kaution — das wäre ja ein Wahnsinnsverbre-chen.«
»Hatte sie bei irgend jemandem Schulden?«
»Lorna hatte keine Schulden. Sie hat sogar ihre Kreditkartenrechnungen bezahlt, bevor Gebühren fällig wurden«, sagte sie. »Ich wette, das Geld ist geklaut worden.«
»Ja, auf die Idee bin ich auch schon gekommen.«
»Muß aber nach ihrem Tod gewesen sein«, fügte sie hinzu. »Sonst hätte Lorna es mit Klauen und Zähnen verteidigt.« Sie schaltete den Fön ab und legte ihn beiseite. Dann trat sie einen Schritt zurück, um ihr Werk zu begutachten. Sie nahm sich noch einen Moment Zeit, um einzelne Strähnen zu kneten und anders zu legen und nickte anschließend zufrieden.
Es klingelte. Der Pizzamann stand vor der Tür. Ich gab Danielle zwanzig Dollar und ließ sie den Handel abwickeln, während ich ins untere Badezimmer schlich und mich im Spiegel betrachtete. Der Unterschied war gravierend. Sämtliche Unregelmäßigkeiten waren verschwunden. Die ganzen stumpfen, abstehenden Partien, die in alle Richtungen zu wachsen schienen, waren jetzt gebändigt und anschmiegsam. Das Haar bauschte sich in perfekten Stufen um mein Gesicht. Es fiel sogar wieder in dieselbe Form, als ich den Kopf schüttelte. Im Spiegel entdeckte ich, daß Danielle hinter mir stand.
»Gefällt’s Ihnen?« fragte sie.
»Es sieht toll aus.«
»Hab’ Ihnen doch gesagt, daß ich gut bin«, meinte sie lachend.
Wir aßen direkt aus der Schachtel und teilten uns auf die Art eine vegetarische Pizza ohne Käse, die gut schmeckte, ohne mir die ganzen Arterien zu verstopfen. Einmal sagte sie: »Das macht Spaß, oder? Wie Freundinnen.«
»Fehlt Ihnen Lorna?«
»Ja, schon. Sie hat einen aufgebaut. Nach der Arbeit sind wir gemeinsam durch die Innenstadt gezogen, in einen Coffee Shop gegangen und haben zusammen gefrühstückt. Ich weiß noch, wie wir einmal eine Tüte Orangensaft und eine Flasche Sekt gekauft haben. Wir haben uns bei mir vorm Haus in die Wiese gesetzt und bis zum Morgengrauen Sekt-Orange getrunken.«
»Schade, daß ich sie nie kennengelernt habe. Klingt nach einem netten Menschen.«
Um acht Uhr falteten wir den Karton zusammen und stopften ihn in den Mülleimer. Danielle schlüpfte in ihre Jacke, während ich meine holte. Draußen bat sie mich, sie bei sich zu Hause abzusetzen. Ich bog auf dem Cabana links ab und folgte ihren Anweisungen. Sie dirigierte mich eine enge Gasse hinunter, die nicht allzuweit von Neptune’s Palace entfernt lag. Ihr »Schuppen«, wie sie ihn nannte, war ein winziger Bretterverschlag in einem Garten. Vermutlich war das Häuschen früher ein Geräteschuppen gewesen. Sie stieg aus dem Wagen und beugte sich von draußen durchs Fenster. »Möchten Sie hereinkommen und sich meine Behausung ansehen?«
»Vielleicht morgen abend«, sagte ich. »Heute habe ich noch zu tun.«
»Kommen Sie vorbei, wenn Sie können. Ich hab’s echt nett hergerichtet. Wenn die Geschäfte flau gehen, bin ich meistens um ein Uhr zu Hause... vorausgesetzt, Lester drängt mich nicht, noch mehr anzuschaffen. Danke für das Essen und die Heimfahrt.«
»Danke für den Haarschnitt.«
Ich sah ihr nach, wie sie in die Nacht davonstöckelte und ihre hohen Absätze auf dem kurzen, gepflasterten Weg zu ihrer Eingangstür klapperten, während ihr das dunkle Haar wie ein Schleier über den Rücken fiel. Dann gab ich Gas und fuhr zu den Keplers. Ich parkte in der Einfahrt und ging den gepflasterten Weg zur Veranda entlang. Außen brannte kein Licht, und der Garten lag in völliger Finsternis. Vorsichtig tastete ich mich die flache Vordertreppe hinauf, die durch das Licht aus den Wohnzimmerfenstern schwach beleuchtet wurde. Janice hatte mir erzählt, daß sie meist um diese Uhrzeit zu Abend äßen. Ich klopfte an die Vordertür und hörte aus Richtung Küche, wie ein Stuhl geräuschvoll zurückgeschoben wurde.
Mace öffnete mir auf mein Klopfen die Tür, wobei sein Leib das Licht, das durch die Tür drang, fast vollständig abschirmte. Es roch nach Thunfischauflauf. In der einen Hand hielt er eine Papierserviette, mit der er sich nun den Mund abwischte. » Oh, Sie sind’s. Wir sind gerade beim Abendessen.«
»Ist Janice da?«
»Sie ist schon weg. Sie arbeitet normalerweise jeden Tag von elf bis sieben, aber eines der Mädchen ist krank geworden, und deshalb ist sie heute früher hingegangen. Versuchen Sie’s morgen«, sagte er. Er machte bereits Anstalten, mir die Tür vor der Nase zuzuschlagen.
»Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mit Ihnen spreche?«
Seine Miene wurde vorübergehend ausdruckslos, eine kleine Gemütsaufwallung, die jeden anderen Gesichtsausdruck überdeckte. »Wie bitte?«
»Ich wollte wissen, ob Sie etwas gegen eine kurze Unterhaltung hätten«, sagte ich.
»Ja, allerdings. Ich habe einen langen, harten Arbeitstag hinter mir, und ich mag es nicht, wenn mir jemand beim Essen zusieht.«
Mir wurde plötzlich ganz heiß, als hielte mir jemand eine Lötlampe in den Nacken. »Vielleicht später«, sagte ich: Ich drehte mich um und stieg die Stufen wieder hinunter. Als sich die Tür hinter mir schloß, murmelte er etwas Obszönes.
Mit quietschenden Reifen fuhr ich rückwärts aus der Einfahrt und schaltete in den ersten Gang. Was für ein Arschloch. Ich konnte den Mann nicht ausstehen. Er war ein Ekel und ein aufgeblasener Wicht, hoffentlich plagten ihn juckende Hämorrhoiden. Ich fuhr ziellos durch die Gegend und versuchte, mich zu beruhigen. Ich hatte keine Ahnung, was ich nun tun sollte. Ich hätte zu Frankie’s fahren und dort mit Janice sprechen können, aber mir war klar, daß ich mir einige gehässige Bemerkungen über ihren Ehemann nicht würde verkneifen können.
Statt dessen ging ich ins Caliente Café und hielt Ausschau nach Cheney Phillips. Für einen Mittwochabend war es noch früh, aber CC’s war bereits überfüllt. Die Stereoanlage plärrte, und der Zigarettenrauch stand so dicht, daß das Atmen schwerfiel. Für ein Lokal, das keine Happy Hour hatte, keine Zwei-Gerichte-zum-Preis-von-einem-Aktionen und keine Vorspeisen (es sei denn, man hält Chips und Salsa für eine Abart von Canapés) ist CC’s von fünf Uhr nachmittags an, wenn es aufmacht, bis zwei Uhr morgens, wenn es schließt, gut besucht. Cheney saß in Sporthemd, ausgebleichten Jeans und halbhohen Stiefeln an der Bar. Vor ihm stand ein Bier, und er unterhielt sich mit dem Mann neben ihm. Als er mich sah, begann er zu grinsen. Herrgott, ich falle wirklich regelmäßig auf gute Zähne herein. »Kinsey! Wie geht’s? Du hast dir die Haare schneiden lassen. Sieht gut aus.«
»Danke. Hast du einen Moment Zeit?«
»Aber sicher.« Er nahm sein Bier und ließ sich vom Barhocker gleiten, während er das Lokal nach einem freien Tisch absuchte, an dem wir uns unterhalten konnten. Der Barkeeper kam auf uns zu. »Wir brauchen ein Glas Chardonnay«, sagte Cheney.
Wir entdeckten einen Tisch an der Seitenwand. Eine Weile kotzte ich meine Abneigung gegen Mace Kepler aus. Cheney mochte den Typ auch nicht besonders, und so genoß er meine Ausführungen.
»Ich weiß nicht, was es ist. Er bringt mich einfach auf die Palme.«
»Er haßt Frauen«, sagte Cheney.
Ich sah ihn erstaunt an. »Ist es das? Vielleicht liegt es daran.«
»Und was hat sich sonst getan?«
Ich verbrachte ein paar Minuten damit, ihn über meine Stippvisite in San Francisco, mein Gespräch mit Trinny, ihr Geständnis hinsichtlich des Pornovideos und schließlich das fehlende Geld von dem Bankkonto zu informieren. Dann zeigte ich ihm den Kontoauszug und beobachtete dabei seine Miene. »Was meinst du?«
Er hatte sich mittlerweile hingelümmelt und die Beine ausgestreckt. Er stützte einen Ellbogen auf den Tisch und hielt den Auszug an einer Ecke hoch. Dann richtete er sich auf. Beeindruckt schien er nicht zu sein. »Sie wollte verreisen. Vermutlich hat sie Geld gebraucht.« Er saß da und studierte den Kontoauszug, während er sein Corona schlürfte.
»Danach habe ich Danielle gefragt. Sie sagt, Lorna hätte nie selbst bezahlt. Sie pflegte nur mit Männern zu verreisen, die sie zu allem einluden.«
»Ja, aber es muß trotzdem nicht unbedingt etwas bedeuten«, sagte er.
»Natürlich muß es nicht unbedingt etwas bedeuten, aber es könnte doch sein. Das ist der Punkt. Serena sagt, J. D. sei kurz in die Hütte gegangen, als sie auf die Polizei gewartet haben. Stell dir vor, er hat es eingesteckt.«
»Du glaubst, es hat einfach so dagelegen, dieses Riesenbündel Kohle?«
»Tja, es könnte sein«, sagte ich.
»Ja, von mir aus. Aber du weißt doch nicht, ob Lorna nicht in illegale Wetten verwickelt war, sich einen Pelzmantel geleistet oder eine Ladung Drogen gekauft hat.«
»Mhm«, murmelte ich und unterbrach seine Litanei. »Oder vielleicht hat sich auch der erste Polizist am Tatort die Scheine geschnappt.«
»Tolle Idee«, sagte er. Die Vorstellung von einer korrupten Polizei behagte ihm nicht. »Außerdem weißt du doch gar nicht, ob es sich um Bargeld gehandelt hat. Es hätte auch ein Scheck sein können, der auf jemand anders ausgestellt ist. Sie könnte das Geld auch auf ihr Girokonto überwiesen und damit die Rechnung ihrer Visakarte bezahlt haben. Die meisten Leute laufen nicht mit soviel Geld herum.«
»Ich sehe immer noch ein Bündel Scheine vor mir.«
»Tja, dann versuch dir mal was anderes vorzustellen.«
»Serena könnte es genommen haben. Sie hat zwar versucht, J. D. anzuschwärzen, aber im Grunde ist alles, worauf wir uns stützen können, ihre Behauptung, daß sie nicht in die Hütte gegangen ist. Oder vielleicht haben Lornas Eltern das Bündel gefunden und den Mund gehalten, weil sie dachten, sie würden es für die Beerdigung brauchen. Ich wollte danach fragen, aber Kepler hat mich vergrault.«
Cheney schien das zu amüsieren. »Du gibst einfach nie auf.«
»Ich finde es interessant, das ist alles. Außerdem suche ich verzweifelt nach einem Anhaltspunkt. Mace Kepler ist nicht vorbestraft, oder? Ich würde ihn nur zu gern für irgend etwas drankriegen.«
»Der ist sauber. Wir haben ihn überprüft.«
»Das heißt nicht, daß er nicht schuldig ist. Es heißt nur, daß er bisher noch nicht erwischt worden ist.«
»Laß dich nicht ablenken.« Er schob den Kontoauszug über den Tisch. »Zumindest weißt du, wer Mrs. K. das Pornovideo geschickt hat«, sagte er.
»Das führt aber zu nichts.«
»Rede nicht so deprimiert.«
»Tja, ich hasse diese kümmerlichen Ermittlungen«, sagte ich. »Manchmal ist die Spur so klar. Man nimmt Witterung auf und verfolgt sie. Es kann seine Zeit dauern, aber zumindest weiß man, daß man weiterkommt. Das hier treibt mich zum Wahnsinn.«
Cheney zuckte die Achseln. »Wir haben monatelang ermittelt und sind nicht weitergekommen.«
»Ja, ich weiß. Ich frage mich, wie ich auf die Idee gekommen bin, daß ich den Durchbruch erzielen könnte.«
»Ganz schön egoistisch«, sagte er. »Du arbeitest drei Tage an einem Fall und glaubst, du könntest ihn auf einen Schlag lösen.«
»Mehr war es nicht? Ich habe das Gefühl, als kämpfte ich seit Wochen mit diesem Mist.«
»Es wird sich schon was tun. Der Mörder sitzt die ganze Zeit herum und glaubt, er sei aus dem Schneider. Es wird ihm nicht gefallen, daß du herumschnüffelst.«
»Oder ihr.«
»Stimmt. Bei Mord wollen wir doch nicht sexistisch werden.«
Cheneys Piepser meldete sich. Bis zu diesem Moment war mir nicht einmal bewußt gewesen, daß er einen bei sich hatte. Er sah die Nummer nach und ging zum Telefonieren an den Münzfernsprecher im hinteren Teil der Bar. Als er wiederkam, sagte er, er müsse gehen. Einer seiner Informanten sei verhaftet worden und verlange ihn zu sprechen.
Nachdem er gegangen war, blieb ich noch so lange sitzen, bis ich meinen Wein ausgetrunken hatte. Das Lokal wurde immer voller, und der Geräuschpegel stieg zusammen mit der Giftstoffkonzentration des Zigarettenrauchs. Ich packte meine Jacke und die Umhängetasche und ging zum Parkplatz hinaus. Es war noch nicht einmal Mitternacht, aber sämtliche Parkplätze waren voll, und nach und nach begannen Autos die Straße vor dem Lokal zu säumen.
Der Himmel war bedeckt. Die Lichter der Stadt ließen die Wolkendecke glühen. Auf der anderen Straßenseite, im Vogelschutzgebiet, stieg Bodennebel aus der Süßwasserlagune. Ein leichter Schwefelgeruch schien die Luft zu durchdringen. Grillen und Frösche übertönten den Verkehr auf der weit entfernten Schnellstraße. Ein herannahender Güterzug ließ sein Signal ertönen wie einen kurzen Orgelakkord. Ich spürte, wie die Erde leicht erbebte, als sein Scheinwerfer um die Kurve glitt. Der Mann auf dem Fahrrad fuhr vorüber. Ich drehte mich um und starrte ihm nach. Das anschwellende Tosen des Zuges ließ seine Fahrt so still erscheinen wie eine Pantomime. Ich nahm nur das Tanzen der Lichter wahr, sein Jonglieren, dessen einziges Publikum ich war.
Auf dem seitlich gelegenen Parkplatz entdeckte ich das runde Dach meines VW, den ich in einem Kunstlichtkegel geparkt hatte. Eine glänzende schwarze Limousine mit Überlänge stand quer zu einer Reihe von Autos und blockierte vier Fahrzeuge, darunter meines. Ich spähte auf die Fahrerseite. Lautlos wurde das Fenster heruntergelassen. Ich blieb stehen und zeigte auf meinen Wagen, um zu verdeutlichen, daß ich eingeklemmt war. Der Fahrer berührte seine Mütze, machte aber keinerlei Anstalten, seinen Motor anzulassen. Immer freundlich und zuvorkommend, wartete ich eine halbe Sekunde und sagte dann: »Entschuldigen Sie, wenn ich Sie belästige, aber wenn Sie nur einen Meter Vorfahren, könnte ich mich wohl herausmanövrieren. Ich bin der VW da hinten.« Der Blick des Fahrers wandte sich einem Punkt hinter mir zu, und ich drehte mich um, um zu sehen, wohin er blickte.
Die beiden Männer waren aus der Bar herausgekommen und gingen auf uns zu. Ihre Schritte knirschten im Kies, und sie bewegten sich gemächlich. Ich ging zu meinem Auto, da ich vorhatte, es aufzuschließen und mich hineinzusetzen. Sinnlos, hier in der Kälte herumzustehen, dachte ich. Die Kadenz der Schritte wurde schneller, und ich wandte mich um, damit ich sehen konnte, was los war. Die beiden Männer tauchten plötzlich links und rechts von mir auf und kamen ganz nahe. Jeder von ihnen packte einen meiner Arme. »He!« rief ich.
»Bitte verhalten Sie sich ganz ruhig«, murmelte einer von ihnen.
Sie begannen mich auf die Limousine zuzuschleppen, indem sie mich praktisch hochhoben, so daß meine Füße kaum mehr den Boden berührten, während sie mich vorwärtszerrten. Ich fühlte mich wie ein Kind, das von den Eltern über Randsteine und Pfützen gehoben wird. Wenn man noch klein ist, macht das Spaß. Wenn man schon groß ist, macht es einem angst. Die Hintertür der Limousine ging auf. Ich versuchte, meine Absätze im Boden zu vergraben, hatte aber keine Chance.
Bis ich mich wieder gefaßt hatte und bockte, wobei ich »Hilfe!« kreischte, saß ich bereits hinten in der Limousine, und die Tür wurde zugeschlagen.
Innen war alles schwarzes Leder und Walnuß. Ich sah eine kompakte Bar, ein Telefon und einen matten Fernsehbildschirm. Über meinem Kopf kontrollierte eine Reihe Knöpfe alle Details des Wohlbefindens der Passagiere: Lufttemperatur, Fenster, Leselampen und Schiebedach. Die innere Glastrennscheibe zwischen uns und dem Fahrer war hinaufgedreht worden. Da saß ich nun, auf der Rückbank zwischen zwei Kerlen eingequetscht, einem dritten Mann jenseits einer geräumigen, mit einem schwarzen Plüschteppich ausgelegten Fläche gegenüber. Im Interesse meiner persönlichen Sicherheit bemühte ich mich, starr geradeaus zu blicken. Ich wollte nicht dazu in der Lage sein, die beiden Handlanger zu identifizieren. Mein Gegenüber schien es nicht zu kümmern, ob ich ihn ansah oder nicht. Alle drei Männer verströmten Körperwärme und schienen in der Stille aufzugehen, die alles verschluckte, außer den schweren Atemzügen, die in erster Linie von mir stammten.
Die einzigen Lichter, die in der Limousine brannten, waren kleine Seitenleuchten. Das Flutlicht vom Parkplatz wurde von den dunkelgetönten Scheiben etwas gedämpft, doch war die Beleuchtung noch hell genug. Die Atmosphäre im Wagen war angespannt, als herrschte hier drinnen ein anderes Gravitationsfeld als auf dem Rest der Welt. Vielleicht waren es die Mäntel, die mir den Eindruck vermittelten, daß alle im Wagen sich aneinanderdrängten außer mir. Ich spürte, wie mein Herz im Brustkorb pochte und mir der Schweiß seltsam erregend die Seite hinablief. Oft macht Angst mich frech, aber nicht diesmal. Ich war voll des Respekts. Das waren Männer, die nach Regeln vorgingen, die sich von meinen unterschieden. Wer konnte schon wissen, was sie als unhöflich oder beleidigend empfinden würden?
Die Limousine war so lang, daß der Mann mir gegenüber vermutlich zweieinhalb Meter von mir entfernt saß. Er schien in den Sechzigern zu sein, war klein und stämmig und wurde oben langsam kahl. Sein Gesicht war von zahlreichen Muttermalen übersät, und die Haut war von Furchen durchzogen wie eine Federzeichnung. Seine Wangen buchteten sich seitlich wie ein Herz aus, dessen Spitze sein Kinn bildete. Die Augenbrauen waren ein störrisches weißes Gewirr über dunklen, tiefliegenden Augen. Seine Oberlider hingen herab. Die Unterlider versteckten sich in schweren Tränensäcken. Er hatte schmale Lippen und breite Zähne, die ihm etwas schief im Mund standen. Außerdem hatte er große Hände, dicke Handgelenke und trug schweren Goldschmuck. Er roch nach Zigarren und einem würzigen Rasierwasser. Er hatte etwas intensiv Maskulines: barsch, entschlußfreudig und rechthaberisch. In einer Hand hielt er ein kleines Notizbuch, das er aber nicht zu Rate zu ziehen schien. »Ich hoffe, Sie werden uns die unorthodoxe Methode verzeihen, mit der wir diese Begegnung arrangiert haben. Wir wollten Sie nicht erschrecken.« Kein Akzent. Keine regionale Färbung.
Die Jungs zu meinen Seiten saßen so still da wie Schaufensterpuppen.
»Sind Sie sicher, daß Sie die richtige Person haben?«
»Ja.«
»Ich kenne Sie nicht«, sagte ich.
»Ich bin Anwalt aus Los Angeles. Ich vertrete einen Gentleman, der momentan geschäftlich im Ausland ist. Er hat mich gebeten, mich mit Ihnen in Verbindung zu setzen.«
»In welcher Angelegenheit?« Mein Herzschlag ließ langsam nach. Das waren weder Räuber noch Vergewaltiger. Ich glaubte nicht, daß sie mich erschießen und meine Leiche auf den Parkplatz werfen würden. Das Wort M-A-F-I-A formte sich in meinem Hinterkopf, aber ich ließ es nicht zu einem konkreten Gedanken werden. Ich wollte es nicht bestätigt haben, für den Fall, daß ich später aussagen mußte. Diese Jungs waren Profis. Sie töteten fürs Geschäft, nicht zum Vergnügen. Bislang hatte ich allerdings keine Geschäfte mit ihnen, und so nahm ich an, daß ich in Sicherheit war.
Der angebliche Anwalt sagte: »Sie betreiben Ermittlungen in einem Mordfall, die meinen Klienten interessieren. Die Tote ist Lorna Kepler. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns an den Erkenntnissen, die Sie gewonnen haben, teilhaben lassen würden.«
»Was hat er für ein Interesse daran? Falls ich das fragen darf.«
»Er war eng mit ihr befreundet. Sie war eine schöne Frau. Er möchte nicht, daß irgend etwas zutage tritt, das ihren Ruf besudeln könnte.«
»Ihr Ruf war bereits vor ihrem Tod besudelt«, erklärte ich.
»Sie waren verlobt.«
»Was?«
»Sie wollten am einundzwanzigsten April in Las Vegas heiraten, aber Lorna ist nicht gekommen.«